Hallo Billy, hallo Thorsten, da Ihr es ein wenig zu Ernst genommen habt, gebe ich Euch hinsichtlich Sinnhaftigkeit vollkommen Recht. Dieser Thread sollte eigentlich eher ein Scherz gepaart mit ein wenig Ernst sein.
Wie ich das Rocknroll-Forum entdeckt habe fand ich es wert, sich damit näher zu beschäftigen. Denn zum Unterschied zu vielen anderen Rocknroll-Foren habe ich den Eindruck gehabt, dass es hier nicht um musikalische Vermarktung mithilfe der Bezeichnung Rocknroll geht sondern um das ehrliche Bemühen, sie wirklich mit der Zeit des Rocknroll, objektiv und natürlich auch subjektiv, zu beschäftigen, die Musik-Revolution für die ich sie halte aus selbst Erlebten oder auch Gelesenem aufzuarbeiten. Obwohl ich das Internet eher ablehnte weil soviel Mist produziert wird, insbesondere natürlich zum Thema Rocknroll, habe ich mich entschlossen im September 2008 bei diesem Forum aktiv mitzumachen. Mit vielen Auf und Abs (neudeutsch Up And Downs) ist es schlußendlich doch gelungen eine Linie zu finden die es erlaubt über die Rocknroll-Ära zu berichten, die eigentlich Ende 1959 beendet war und nicht schlagartig 1962 zu Ende ging, wie Thorsten formulierte. Ab 1960 wurde neu entstandene Musik nur mehr kommerzialisierte und es gab keine echten musikalischen Neuentwicklungen mehr. Elvis sang italienische Volkslieder, jede Woche gab es einen neuen Tanz und so weiter. Dieses musikalische Interregnum welches eigentlich nichts brachte - Diamanten gab es immer und überall besonders dort, wo man sie am wenigsten erwartete - wurde 1963 schlagartig (Copyright Thorsten) beendet, als die Beatles kamen. Als Humus dazu diente natürlich der Rocknroll aus den Fünfzigern aber noch viel wichtiger für die Beat-Ära war, dass die Musik nun aus Europa kam und das konnten die Amerikaner lange nicht verkraften.
Jedenfalls haben wir, um kein Loch entstehen zu lassen, die Rocknroll-Ära bis zum Beat, also bis 1962 verlängert und alle musikalischen Strömungen, soferne sie in disem Zeitraum aktuell waren, zugelassen. Das hat sicher die Fans des deutschen Schlagers oder der Crooner sehr gefreut, mich eher weniger. Heute sage ich mir, so schlimm ist das auch wieder nicht. Schließlich haben wir in den Fünfzigern neben unseren Platten ob wir wollten oder nicht auch Radio gehört und unsere Eltern hatten auch ihre eigene Musik und das entsprach ebenso den damaligen Zeitgeist.
Eigentlich möchte ich nur, dass dieses Forum ein echtes Rocknroll-Forum bleibt und nicht zu einem Forum wird, welches durch Mißbrauch des Begriffes "Rocknroll" nur Handlanger der Musikindustrie wird und nur reflektiert, was diese Gremien vorgeben. Ich wünsche mir, dass es als einziges Forum dieser Art "historisch" bleibt und mit diesem Wunsch ecke ich bei euch, trotz der zeitlichen und musikalischen Toleranz, leider immer wieder an. Sicherlich liegt es an dem Altersunterschied, ich bin Jahrgang 1942. Wir haben im Forum eine große Anzahl von Mitgliedern mit hervorragendem Sachwissen, die aber meist viel jünger sind als ich und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass das selbst Erlebte in der Jugend, was bei jüngeren Jahrgängen kaum primär der Rocknroll sein konnte, trotz großem Sachwissen immer wieder durchschlägt. Wenn dann noch im gleichen Forum eine Beat-Ära installiert wird ist es nicht verwunderlich, wenn es manchen Jüngeren manchmal sehr stark juckt
Keep Searchin'
Gerd
PS:
Das werden die Jüngeren unter Euch vielleicht nicht ganz verstehen, aber wenn ich zum Beispiel über die
Rock & Roll Hall Of Fame - Cleveland, Ohio (links klicken) lesen oder hören muss, treibt es mir die Zornesröte ins Gesicht. Mir geht es bei der Zeitgrenze nie um eine musikalische Wertung. Jede Ära hat ihre gute und ihre schlechte Musik. Aber was, frage ich, haben Abba mit Rocknroll zu tun. Bei dem Buchstaben A gibt es überhaupt nur Chet Atkins, den man als Gitarrist dieser "Musik-Revolution" bestenfalls akzeptieren könnte. Und sowas wie diese Pseudo-Hall möchte ich unseren Rocknroll-Forum nicht wünschen