ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf?

 
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ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf?

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Gepostet: 06.03.2011 - 21:59 Uhr  ·  #1
Back To The Roots - Gerd schrieb es schon. Ich mag im
Karneval Willy Millowitsch und steuerte auch viele Beiträge
ins Forum, die mit dem Zeitgeist wunderbar zu erklären sind und
dieses Forum dann auch einzigartig gegenüber den "Schubladenforen"
aus USA machen, jedoch nicht unbedingt Hardcore-Rock´n´Roll sind.
Ich stehe dazu, ohne Frage.

Es gibt dann Foren über "Rockabilly", aber der "Doo Wop"
wird völlig außen vor gelassen - es gibt "Doo Wop" - aber der "Rockabilly" und
"Rock´n´Roll" werden völlig außen vor gelassen. Es gibt Unverbesserliche, für
die nur irgendwelche Originalversionen zählen, die möglicherweise auch nur
Transkriptionen aus Zeiten vor den beginnenden Aufzeichnung (W. C. Handy
war hier ein Unhold, der zahllose bestehende Kompositionen einfach mit
seinem Copyright Anfang des letzten jahrhunderts eintragen ließ) sind.

Lange Rede - und hoffentlich viel Sinn: es gibt zahlreiche Diskussionen im
Netz und in Büchern darüber, woher der Begriff "Rockabilly" kommt, wann er
das erste Mal verwendet wurde, wer eigentlich "Rockabilly" gemacht hat
und woher die Wurzeln kommen (viele "dumme" Bücher geben hier unterschiedliche
Wurzeln an).

Vielleicht schaffen wir es, uns mal "näher" mit dem Thema zu beschäftigen - wir
haben ja Zeit: was sind schon Jahre für unsere Beiträge. Alles wächst langsam:
(a) woher kommt der Ausdruck "Rockabilly"?
(b) Welcher Titel war wirklich die erste Aufnahme?
(c) In welchem Song kam das Wort zuerst vor?
(d) woher kommen die Ursprünge bzw. was genau sind die Ursprünge? (Bitte
nicht mein Buch zitieren, da ich auch nur die gängigen 70er Jahre-Meinungen
aus den USA zusammengefasst habe und heute denke, dass es so zu "einfach"
dargestellt ist).

Puh, wenn es zu schwierig wird, lassen wir es. Aber für unser Forum könnte es eine
Ehre sein, mal genauer zu schauen. Ich halte mich mal zu Anfang bewußt zurück...
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Re: ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf?

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Gepostet: 07.03.2011 - 14:42 Uhr  ·  #2
Hallo Dieter,
da hast Du ja ein interessantes Thema aufgegriffen. Hier von mir ein erster Beitrag, der auch nicht groß von Deinen ehemaligen Beiträgen abweicht:

Einer der Spielarten des Rock’n’Roll ist der "Country Rock" oder auch "Rockabilly". Die Wurzeln liegen hier in der weißen Country- und Hillybilly-Musik und der schwarzen Rhythm’n’Blues-Musik. Charakteristisch ist neben dem Gesangstil die hauptsächliche Verwendung von Saiteninstrumenten, Blasinstrumente fehlen gänzlich. "Country Rock" entwickelte sich ab 1954 mit dem Zentrum in Memphis ebenfalls in den Südstaaten, er wurde hauptsächlich nur von weißen Interpreten und Musikern gesungen und gespielt, allerdings klangen afroamerikanische Einflüsse durch. Im Gegensatz zum Stil aus New Orleans fehlten bei den Arrangements des Rockabilly die Saxophone und Background-Chöre. Desweiteren zeichnet sich der Rockabilly durch seinen Rhythmus aus, der vielfach wichtiger schien als eine tragende Melodie. Der Erfolg dieser Stilart ist auf Sam Phillips zurückzuführen.
In den Anfängen arbeitete Sam Phillips noch mit den schwarzen Interpreten des Memphis Blues wie B.B. King, Little Junior Parker und Rufus Thomas zusammen. Doch bald folgte die Garde der weißen Rock’n’Roll-Größen wie Elvis Presley, Carl Perkins, Roy Orbison, Johnny Cash, Conway Twitty, Charlie Rich und Jerry Lee Lewis. Vielfach konnte beobachtet werden, dass Country-Sänger dem Rockabilly verfielen.
Neben der Dominanz von Sun Records leisteten sich auch die großen Label wie Mercury (mit Conway Twitty, Big Bopper), Decca (mit Johnny Carroll), CBS Columbia (mit Johnny Horton), Imperial (mit Johnny Burnette), MGM (mit Marvin Rainwater) und Capitol ihre Rockabilly-Interpreten.

Im Terminus „Rockabilly“ sind die Wortteile „Rock“ und „Billy“ (von Hillbilly) enthalten.

Songtitel-Beispiele habe ich nur aus 1957 gefunden:

Rockabilly Baby Johnny Duncan-1957
Rock-A-Billy Guy Mitchell-1957
Rock Billy Boogie Johnny Burnette Trio-1957

Eine grobe Einteilung innerhalb des Rockabilly könnte ich mir so vorstellen:
· Pop orientiert: Jimmie Rodgers/Ricky Nelson
· Country orientiert: Johnny Cash/Bobby Helms
· Rock orientiert: Buddy Holly/Jerry Lee Lewis/Everly Brothers
· Mischformen: Johnny Burnette/Dale Hawkins

Gruß
Dietrich
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Re: ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf?

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Gepostet: 07.03.2011 - 16:08 Uhr  ·  #3
Ich gehe mit Dieter vollkommen d'accord, was die Schwierigkeit der Definition und vieles ander hinsichtlich Rockabilly betrifft. Da ich mich als "Schlüssezieher" und "Logische Folgerung Pionier" kenne, wobei schon manches in die Hose ging, traue ich mich vorerst nicht zu äußern.
Nur zu Dietrich's grober Einteilung aus meiner Sicht noch ein paar Worte. Jimmie Rodgers würde ich mit Rockabilly nicht in Zusammenhang bringen. Zu seiner Musik paßt weit besser der Terminus "Folk-Rock", auch wenn er nur der einzige Vertreter dieses Genres wäre. Guy Mitchell würde am besten zu "Pop-orientiert" passen wenn man damit Schlager meint, die musikalisch mit Rockabilly zwar nichts zu tun haben, aber die Bezeichnung Rockabilly verbal verwenden. Ricky Nelson würde ich im Grenzbereich des Rocknroll zum Rockabilly ansiedeln. Johnny Duncan war zwar ein Amerikaner, seine Musik kam aber aus Großbritannien und daher ist er eindeutig dem Skiffle zuzuordnen, paßt also regional nicht. Man könnte scherzhaft sagen "Britischer Rockabilly".
Eigentlich wollte ich garnicht so viel schreiben, aber jetzt ist es passiert. Ich wollte lediglich den Beitrag mit ein paar Scans ein bißchen bunter machen.
ACHTUNG! Wo Rockabilly drauf steht muß nicht unbedingt Rockabilly drin sein
Das wäre bei folgenden Scans zu beachten
Keep Searchin'
Gerd
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Re: ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf?

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Gepostet: 07.03.2011 - 16:09 Uhr  ·  #4
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Re: ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf?

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Gepostet: 07.03.2011 - 18:26 Uhr  ·  #5
Hallo Gerd,

Du hast natürlich recht.
Habe Guy Mitchell auch nur wegen des Titels genannt, ihn als Rockabilly-Interpret anzugeben,
würde ich nicht wagen.
Ebenso Johnny Duncan, den ich aber auch schon in meiner Skiffle-Schublade untergebracht hatte.
Auch hier nur die Nennung wegen des Titels.
Mit dem Folk-Rocker Jimmie Rodgers kann ich gut leben.

Mal sehn, was noch so kommt.
Vielleicht findet KT in dieses Forum?

Dietrich
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Re: ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf?

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Gepostet: 07.03.2011 - 20:33 Uhr  ·  #6
Von der Musik her dürfte die erste Scheibe, die im Titel
den Begriff trägt, aus dem November 1956 sein?

Dann wäre es der Schauspieler und Zeremonienmeister des
legendären Storck Clubs, Mearl L. Allen (8. Juni 1926 in Chickasha,
Oklahoma, bis Juli 2005), der einige wilde Platten für Hudson
Records in New York einspielte und 1981 ein Buch über den
Club schrieb. Leider habe ich den Scan nicht größer (ich lösche
gerne für Originale..).

MEARL ALLEN:
Hudson X 1019 Rock-A-Billy Gal (November 1956)

Die Mär erzählt, dass der "Rock Billy Boogie" des Rock´n´Roll Trios
zwar vorher geschrieben wurde, sich jedoch auf die Söhne von Johnny
und Dorsey, namentlich Rocky und Billy, bezogen habe, nicht auf die Musik.
Auch BILL FLAGG machte frühen Rockabilly, jedoch nicht mit der Bezeichnung
im Titel seiner Songs. Billboard erwähnte im Juni 1956 den Begriff zuerst.

Hier der Link zu BILL FLAGG:
http://www.rocknroll-schallpla…bill+flagg
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Re: ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf?

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Gepostet: 07.03.2011 - 21:28 Uhr  ·  #7
Die drei gängigsten Theorien (vermutlich gibt es noch weit mehr) über die erste Rockabilly-Aufnahme laut Wikipedia als Scan-Galerie. Für Elvis' SUN-Single "That's All Right" muß als Ersatz die RCA-Ausgabe herhalten
Keep Searchin'
Gerd
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Rockabilly - wann und wo tauchte dieser name zuerst auf?

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Gepostet: 07.03.2011 - 21:49 Uhr  ·  #8
Hallo!

Auf fundiertem Wissen beruhendes oder ähnliches kann ich zum Rockabilly-Thema leider nicht beitragen, jedoch eine kleine Geschichte:
In den 70er und 80er Jahren habe ich kaum einmal eine Folge der schon legendären „Aus meiner Rocktasche“-Radiosendung von Georg Kostya versäumt. Was er da brachte, war mehr oder weniger quer durch den Gemüsegarten der Fünfziger- und Anfangssechzigerjahresmusik mit Schwerpunkt Rock & Roll.
Soviel ich mich noch erinnern kann, hat er manchmal bei seinen Moderationen einiges über dessen Geschichte, Entstehung, die geografische Einteilung und vieles mehr, erzählt. Weiters erwähnte er dabei auch den Begriff „Rockabilly“ und erklärte ihn folgendermassen: da ja Rock and Roll mehr oder weniger ein Konglomerat verschiedener Musikrichtungen der Ende 40er und Anfang 50er Jahre in den USA ist, würde der Rockabilly hauptsächlich aus der Country-Ecke kommen und vornehmlich durch die Instrumentierung zu erkennen sein. Gitarre, Baß, Schlagzeug, Klavier, aus. Keine oder kaum Blasinstrumente. Und der Name wäre durch verstärkten Country, bezw. Hillbilly-Anteil mancher Nummern entstanden. Das heißt, was hier weiter oben von Dietrich zu lesen ist, habe ich eigenlich damals schon in der „Rocktasche“ gehört und auch geglaubt. Das ist mir über die Jahre hinweg in Erinnerung geblieben.
Ich habs im Forum nicht gefunden, daher: Georg Kostya ist heuer am 26.Jan. im Alter von 75 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben.

Gruß
rockpetrus
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