Orville Couch (21. Februar 1935 – 26. Mai 2002) war ein talentierter amerikanischer Country-Sänger und Songwriter, der das Genre nachhaltig prägte. Seine Musik zeichnete sich durch seinen traditionellen Country-Stil aus, und er war bekannt für seine unverwechselbare Stimme und sein virtuoses Gitarrenspiel. Trotz seines frühen Todes wird Couchs Musik von Fans und Historikern der Country-Musik bis heute gefeiert.
Orville Couch wurde in Ferris, Texas, geboren. Zu den Radiosendungen, in denen der bis dahin eher unbekannte Honky-Tonk-Sänger und Songwriter Couch auftrat, gehörten „Saturday Night Shindig“ auf WFAA und „The Big ‘D’ Jamboree“ auf KRLD. Letztere war eine Show aus den frühen 1950er-Jahren, produziert von Ed McLemore, in der die Grenzen zwischen Country und Rock ’n’ Roll verschwammen. Zu den anderen Sängern, die in jenen Jahren in der Show auftraten, zählten Johnny Cash, Tony Douglas, Lefty Frizzell, Carl Perkins und Gene Vincent.
In seinen späteren Jahren erinnerte sich Couch in Interviews daran, wie sein Auftritt in dieser Show dazu geführt hatte, dass sich seine Wege mit denen des Newcomers Elvis Presley kreuzten. „Wer zum Teufel ist Orville Couch? Der schuldet mir einen Dollar.“ Diese derbe Ausdrucksweise entfuhr Elvis Presley ungewohnt, als er wütend durch die Hintertür des Big D. Jamboree hereinstürmte. „Ich bin Orville Couch“, gab der Country-Sänger zu und drehte sich auf seinem Stuhl um. Elvis setzte sich rittlings auf einen Stuhl vor ihn. „Zwei Mädchen vor der Tür haben mich dazu gebracht, Ihrem Fanclub beizutreten“, rief er empört.
Orville lachte laut auf. Die Stimmung war gebrochen, und die beiden unterhielten sich, bis der Moderator ihnen das Zeichen gab. Die beiden Sänger hatten viel gemeinsam. Beide bewegten sich auf dem schmalen Grat zwischen Hillbilly und Rock, aber im Gegensatz zu Elvis zog es Orville vor, beim Country zu bleiben. Elvis bekam den Dollar nie zurück, aber zumindest konnte er im Notfall seine lebenslange Mitgliedschaft im offiziellen Orville Couch Fanclub vorzeigen. *
Im Laufe seiner Karriere hat Orville bei zahlreichen Labels aufgenommen, darunter Starday (1957), Dixie (1958), Mercury (1960), Custom (1962), Vee Jay (1962–65), Action (1964), Le Cam (1965), Monument (1966), Tower (1968–69), Stonegate (1970) und Renegade (1976) sowie einige weitere. 1963 nahm er ein Studioalbum für Vee Jay Records auf und trat außerdem in Radiosendungen auf. Das Album brachte zwei Singles hervor, die es in die Billboard Country-Charts schafften: „Hello Trouble“ auf Platz 5 und „Did I Miss You?“. Platz 25. Ein weiterer beliebter Song war „Help Me Get My Cotton Gin’“.
Ich konnte nach seinem Album von 1963 keine weiteren biografischen Informationen über Orville finden, außer dass er viel später die Gruppe Cross Country gründete. 2001 nahm Orville mit Kathy La Folette und Barbara Thomas das Gospelalbum „In His Care“ auf. Im Dezember desselben Jahres wurde bei Orville eine seltene Form akuter lymphatischer Leukämie diagnostiziert, an der er am 26. Mai 2002 verstarb.