Rusty Wellington (10. April 1925 – 7. Januar 1987) war ein US-amerikanischer Country-Sänger, dessen Lebensgeschichte schwer zu dokumentieren ist und dessen Details, gelinde gesagt, lückenhaft sind. Dennoch machte er sich in verschiedenen Genres einen Namen und veröffentlichte zwischen 1948 und 1968 eine Reihe von traditionellen Country-, Honky-Tonk- und Rockabilly-Platten.
Rusty wurde als Douglas Bramwell Wellington in New Brunswick, Kanada, geboren. Er verliebte sich in die Country-Musik, als er zum ersten Mal eine Gitarre hörte, und träumte davon, eines Tages Country- und Western-Sänger zu werden. Er zögerte nicht lange, seinen Traum zu verwirklichen, denn bereits mit zehn Jahren sang er professionell beim Radiosender CKAC in Montreal, Kanada. 1936 zog er mit seinen Eltern nach Manchester, New Hampshire.
Eines Tages traf er in der kleinen Stadt Groveton auf den großen Gesangsstar Tex Ritter, der dort einen Gastauftritt hatte. Tex hörte Rusty singen und war so begeistert von seiner Stimme, dass er ihn ermutigte, eine Musikkarriere anzustreben. Mit nur 13 Jahren nahm er den Jungen mit auf Tournee. Später folgten Tourneen mit Hank Williams und Hank Snow sowie eine Radiosendung bei einem lokalen Sender in Manchester. Es überraschte daher nicht, dass Williams' unverwechselbare Stimme und sein Gesangsstil Rustys eigenen Gesang auf zahlreichen Aufnahmen beeinflussten.
Nach seinem Einsatz im Zweiten Weltkrieg (1943–1946) versuchte sich Wellington im Musikgeschäft. Er war nun in und um Philadelphia aktiv und spielte mit anderen lokalen Musikern wie Dave O'Dell, Jesse Rogers, den Down Homers oder dem damals noch unbekannten Bill Haley. Als Sänger entwickelte er einen sehr angenehmen Stil und baute häufig eingängige Jodelmelodien in seine Lieder ein. Es war offensichtlich, dass er sich für traditionelle Country-Musik begeisterte und sich bei seinen Aufnahmen gelegentlich auch dem Bluegrass zuwandte.
Anfang der 1950er-Jahre erhielt Wellington einen Plattenvertrag bei Arcade Records, einem Label aus Philadelphia, das Jack Howard und teilweise Bill Haley gehörte. Seine erste Single „Doggone It Baby, I'm in Love / Every Precious Memory“ erschien dort 1953; die A-Seite war eine Coverversion eines Hits von Carl Smith. Weitere Singles folgten bei Arcade, und einige dieser Aufnahmen wurden auch von MGM Records landesweit vertrieben, doch keine der Singles wurde ein großer Erfolg.
Die Begleitmusiker auf vielen seiner Aufnahmen waren oft die Blue Rangers, die mit eingängigen Steel-Gitarren-, Klavier- und Mandolinen-Licks seinen selbstbewussten Gesang unterstrichen. Weitere Gruppen waren die Travelaires und die Shorty Long Santa Fe Rangers. Er sang auch im Duett mit seiner Frau Ginger. Ab 1955 integrierte Wellington Rockabilly in sein Repertoire, ein Stil, der von Künstlern von Sun Records, insbesondere in den Südstaaten der USA, populär gemacht wurde. Dennoch war deutlich, dass Wellington weiterhin von Country-Musikern wie Hank Williams beeinflusst war.
1955 entstand während einer Session sein erster Rockabilly-Song „Jump Jump Honey“, der noch im selben Jahr veröffentlicht wurde. 1957 folgte eine zweite Rockabilly-Session, in der unter anderem Coverversionen von Rudy Grayzells „Ducktail“ und Warren Smiths „Rock’n’Roll Ruby“ aufgenommen wurden, die jedoch im Archiv von Arcade verschwanden. „Rocking Chair on the Moon“, später ein Hit für Bill Haley, wurde im November 1957 von MGM veröffentlicht.
Trotz des ausbleibenden Hits trat Wellington weiterhin in ganz Neuengland auf und spielte in den 1960er-Jahren zeitweise in Bill Haleys Begleitband, den Comets. Anschließend kehrte er nach Neuengland zurück und landete später zwei Top-Ten-Hits in den Country-Charts. Er schrieb einige Lieder für Bill Haley, war Mitglied der Band Duke and the Swingbillies und hatte einen Gastauftritt in Ernest Tubbs' Midnight Jamboree. Wellington verbrachte die 1970er Jahre hauptsächlich mit Fernsehauftritten. Mehrere Jahre lang hatte er seine eigene Fernsehshow, trat in Arthur Godfreys Talentshow und in Perry Comos Show auf und war regelmäßig in der CBS-Sendung „Action in the Afternoon“ aus Philadelphia zu sehen. Er war ein großartiger Sänger, Songwriter und Komiker – ein Multitalent, das sich aufgrund seiner vielen Begabungen den Spitznamen „Mr. Versatile“ verdiente.
Nachdem Wellingtons Tochter nur knapp dem Tod entronnen war und sich die Swingbillies auflösten, widmete er sich ganz Gott. Er wurde sogar zum ordinierten Evangelisten ordiniert. Eine Zeit lang hatte er seine eigene Gospel-Sendung auf WMTW-TV in Auburn, Maine, und schrieb und sang seine Gospelmusik in Kirchen in ganz Neuengland. Rusty Wellington starb am 7. Januar 1987 im Alter von 61 Jahren nach einigen Jahren Herzproblemen. Im selben Jahr wurde er für den Maine Country Music Hall of Fame Award nominiert und 1989 in die Maine CMA Hall of Fame aufgenommen. 2005 wurde er zudem in Maines Hillbilly Heaven aufgenommen – eine würdige Ehrung für einen großartigen Künstler, der seine Wurzeln nie vergaß.