Hallo,
3x eine Blues-Sängerin ...
Hattie Hudson/Ollie Ross/Hattie Burleson
Auch Hattie Burleson, * in Bastrop/Texas, verdiente mehr Aufnahmeplatz, ließ über zwei Sessions nur sieben Seiten zurück. Sie nahm außerdem bereits am 06. Dezember 1927 in Dallas/Texas unter dem Namen Hattie Hudson für Columbia auf.
COLUMBIA
00 28….14279-D…. Hattie Hudson Vocal, Piano acc. By Willie Tyson..Doggone My Good Luck Soul/Black And Blues
Unter dem Pseudonym Ollie Ross nahm sie in Dallas/Texas im Oktober 1928 die Songs “Broad Road Blues“ und “Ox Meat Blues“ für Brunswick auf
BRUNSWICK
00 29….7045…. Ollie Ross Vocal with Orchestra..Broad Road Blues/Ox Meat Blues
A: Brass Bass – Charlie Dixon, Guitar – Unknown Artist, Trumpet – Don Albert, Vocals – Ollie Ross
B: Brass Bass – Charlie Dixon, Guitar – Unknown Artist, Piano – Allen Van, Trumpet [Prob.] – Willie Long, Vocals – Ollie Ross
Ollie Ross wird durchgehend von Trompete, Tuba, Klavier und zwei Gitarren begleitet. Charlie Dixon und Allen Van waren zweifellos für Tuba und Klavier zuständig, doch John Henry Braggy erkannte sich offenbar in keinem der beiden Gitarristen wieder; Don Albert hingegen glaubte, bei “Broad Road Blues“ mitgewirkt zu haben, während Willie Long – sein Trompetenkollege aus der Troy Floyd-Band – bei “Ox Meat Blues“ gespielt habe.
BRUNSWICK
00 29….7042…. Hattie Burleson Vocal with Orchestra..Superstitious Blues/Sadie’s Servant Room Blues
Oktober 1928, Dallas/Texas
A/B: Brass Bass – Charlie Dixon, Guitar [Or], Banjo – John Henry Braggs, Piano – Allen Van, Soprano Saxophone – Siki Collins, Trumpet – Don Albert, Vocals – Hattie Burleson
00 29….7054…. Hattie Burleson Vocal with Orchestra..Jim Nappy/Bye Bye Baby
Oktober 1928, Dallas/Texas
A: Brass Bass – Charlie Dixon, Guitar [Or], Banjo – John Henry Braggs, Piano – Allen Van, Trumpet [Prob.] – Willie Long, Vocals – Hattie Burleson
B: Brass Bass – Charlie Dixon, Guitar [Or], Banjo – John Henry Braggs, Piano – Allen Van, Trumpet – Don Albert, Vocals – Hattie Burleson
Hinsichtlich der Kopplung “Superstitious Blues“/“Sadie's Servant Room Blues“, die einen oder mehrere Tage später aufgenommen wurde, herrscht erfreulicherweise weniger Uneinigkeit: An der Trompete ist Albert zu hören (darüber sind sich alle einig), dazu Dixon, Van, Brans an der Gitarre (oder am Banjo – er gab an, dabei gewesen zu sein, ließ aber offen, welches Instrument er spielte), jemand anderes am Banjo (oder an der Gitarre) sowie Siki Collins, ein weiteres Mitglied der Troy Floyd-Band, am Sopransaxofon.
Bei Burlesons letzten beiden Songs sind Dixon, Van sowie eine unbekannte Gitarre und ein Banjo zu hören; bei “Bye Bye Baby“ kommt eine Trompete hinzu, die Albert für sich beanspruchte.
Der Streit um diskografische Details sollte jedoch nicht den Blick auf Burlesons Lieder verstellen, die nicht nur schwungvoll vorgetragen werden, sondern auch inhaltlich fesseln. “Jim Nappy“ handelte laut Paul Oliver von ihrem realen Geliebten, der die von ihr konzipierten Wanderrevuen organisierte. Neben ihrer Tätigkeit als Sängerin und Songwriterin war Burleson war auch als Künstlermanagerin tätig; sie versorgte ihre Klienten mit Material, vermittelte Auftritte im Park Theatre von Ella B. Moore im Viertel Central Tracks (dem schwarzen Stadtviertel von Dallas) und arrangierte Aufnahmetermine bei Firmen, die regelmäßig nach Dallas kamen, um lokale Talente unter Vertrag zu nehmen.
“Bye Bye Baby“ ist ein langsamerer Verwandter jenes Songs, den der texanische Sänger und Gitarrist Little Hat Jones aufgenommen hatte, während “Superstitious Blues“ als Vorläufer von Muddy Waters’ “Louisiana Blues“ gelten kann.
“Sadie's Servant Room Blues“ – von Paul Oliver beiläufig als Lied mit zweideutigem Inhalt beschrieben – erweist sich hingegen als echter Blues über die Demütigungen, die mit der Arbeit als Hausangestellte einhergingen.
Zwei Jahre später tauchte Burleson bei Paramount auf, begleitet von einem unbekannten, aber gefälligen Pianisten. “Clearin' House Blues“ ist ein sogenannter „Numbers Song“ (ein Lied, das sich um Zahlen dreht), und es ist sicherlich kein Zufall, dass er melodisch und strukturell starke Ähnlichkeiten mit dem “Policy Blues“ aufweist, wie ihn Albert Clemens und Cripple Clarence Lofton aufgenommen hatten.
“High Fire Blues“ spielt auf den fünften Block des Gefängnisses von Dallas sowie auf die berüchtigte Haftanstalt namens The Walls an.
PARAMOUNT
00 31….13050…. Hattie Burleson with Piano acc. ..Clearin’ House Blues/High Five Blues
November 1930, Grafton/Wisconsin
00 31….13138…. Laura Rucker Vocal, Guitar acc. By Blind Blake..Fancy Tricks*/Hattie Burleson with Piano acc. ..Dead Lover Blues**
* Mai 1931, Grafton
** November 1930, Grafton/Wisconsin
Burleson betreute die Sängerin Lillian Glinn, die von 1927 bis 1929 an sechs Aufnahmesessions in New Orleans, Atlanta und Dallas teilnahm.
Gruß
Heino
3x eine Blues-Sängerin ...
Hattie Hudson/Ollie Ross/Hattie Burleson
Auch Hattie Burleson, * in Bastrop/Texas, verdiente mehr Aufnahmeplatz, ließ über zwei Sessions nur sieben Seiten zurück. Sie nahm außerdem bereits am 06. Dezember 1927 in Dallas/Texas unter dem Namen Hattie Hudson für Columbia auf.
COLUMBIA
00 28….14279-D…. Hattie Hudson Vocal, Piano acc. By Willie Tyson..Doggone My Good Luck Soul/Black And Blues
Unter dem Pseudonym Ollie Ross nahm sie in Dallas/Texas im Oktober 1928 die Songs “Broad Road Blues“ und “Ox Meat Blues“ für Brunswick auf
BRUNSWICK
00 29….7045…. Ollie Ross Vocal with Orchestra..Broad Road Blues/Ox Meat Blues
A: Brass Bass – Charlie Dixon, Guitar – Unknown Artist, Trumpet – Don Albert, Vocals – Ollie Ross
B: Brass Bass – Charlie Dixon, Guitar – Unknown Artist, Piano – Allen Van, Trumpet [Prob.] – Willie Long, Vocals – Ollie Ross
Ollie Ross wird durchgehend von Trompete, Tuba, Klavier und zwei Gitarren begleitet. Charlie Dixon und Allen Van waren zweifellos für Tuba und Klavier zuständig, doch John Henry Braggy erkannte sich offenbar in keinem der beiden Gitarristen wieder; Don Albert hingegen glaubte, bei “Broad Road Blues“ mitgewirkt zu haben, während Willie Long – sein Trompetenkollege aus der Troy Floyd-Band – bei “Ox Meat Blues“ gespielt habe.
BRUNSWICK
00 29….7042…. Hattie Burleson Vocal with Orchestra..Superstitious Blues/Sadie’s Servant Room Blues
Oktober 1928, Dallas/Texas
A/B: Brass Bass – Charlie Dixon, Guitar [Or], Banjo – John Henry Braggs, Piano – Allen Van, Soprano Saxophone – Siki Collins, Trumpet – Don Albert, Vocals – Hattie Burleson
00 29….7054…. Hattie Burleson Vocal with Orchestra..Jim Nappy/Bye Bye Baby
Oktober 1928, Dallas/Texas
A: Brass Bass – Charlie Dixon, Guitar [Or], Banjo – John Henry Braggs, Piano – Allen Van, Trumpet [Prob.] – Willie Long, Vocals – Hattie Burleson
B: Brass Bass – Charlie Dixon, Guitar [Or], Banjo – John Henry Braggs, Piano – Allen Van, Trumpet – Don Albert, Vocals – Hattie Burleson
Hinsichtlich der Kopplung “Superstitious Blues“/“Sadie's Servant Room Blues“, die einen oder mehrere Tage später aufgenommen wurde, herrscht erfreulicherweise weniger Uneinigkeit: An der Trompete ist Albert zu hören (darüber sind sich alle einig), dazu Dixon, Van, Brans an der Gitarre (oder am Banjo – er gab an, dabei gewesen zu sein, ließ aber offen, welches Instrument er spielte), jemand anderes am Banjo (oder an der Gitarre) sowie Siki Collins, ein weiteres Mitglied der Troy Floyd-Band, am Sopransaxofon.
Bei Burlesons letzten beiden Songs sind Dixon, Van sowie eine unbekannte Gitarre und ein Banjo zu hören; bei “Bye Bye Baby“ kommt eine Trompete hinzu, die Albert für sich beanspruchte.
Der Streit um diskografische Details sollte jedoch nicht den Blick auf Burlesons Lieder verstellen, die nicht nur schwungvoll vorgetragen werden, sondern auch inhaltlich fesseln. “Jim Nappy“ handelte laut Paul Oliver von ihrem realen Geliebten, der die von ihr konzipierten Wanderrevuen organisierte. Neben ihrer Tätigkeit als Sängerin und Songwriterin war Burleson war auch als Künstlermanagerin tätig; sie versorgte ihre Klienten mit Material, vermittelte Auftritte im Park Theatre von Ella B. Moore im Viertel Central Tracks (dem schwarzen Stadtviertel von Dallas) und arrangierte Aufnahmetermine bei Firmen, die regelmäßig nach Dallas kamen, um lokale Talente unter Vertrag zu nehmen.
“Bye Bye Baby“ ist ein langsamerer Verwandter jenes Songs, den der texanische Sänger und Gitarrist Little Hat Jones aufgenommen hatte, während “Superstitious Blues“ als Vorläufer von Muddy Waters’ “Louisiana Blues“ gelten kann.
“Sadie's Servant Room Blues“ – von Paul Oliver beiläufig als Lied mit zweideutigem Inhalt beschrieben – erweist sich hingegen als echter Blues über die Demütigungen, die mit der Arbeit als Hausangestellte einhergingen.
Zwei Jahre später tauchte Burleson bei Paramount auf, begleitet von einem unbekannten, aber gefälligen Pianisten. “Clearin' House Blues“ ist ein sogenannter „Numbers Song“ (ein Lied, das sich um Zahlen dreht), und es ist sicherlich kein Zufall, dass er melodisch und strukturell starke Ähnlichkeiten mit dem “Policy Blues“ aufweist, wie ihn Albert Clemens und Cripple Clarence Lofton aufgenommen hatten.
“High Fire Blues“ spielt auf den fünften Block des Gefängnisses von Dallas sowie auf die berüchtigte Haftanstalt namens The Walls an.
PARAMOUNT
00 31….13050…. Hattie Burleson with Piano acc. ..Clearin’ House Blues/High Five Blues
November 1930, Grafton/Wisconsin
00 31….13138…. Laura Rucker Vocal, Guitar acc. By Blind Blake..Fancy Tricks*/Hattie Burleson with Piano acc. ..Dead Lover Blues**
* Mai 1931, Grafton
** November 1930, Grafton/Wisconsin
Burleson betreute die Sängerin Lillian Glinn, die von 1927 bis 1929 an sechs Aufnahmesessions in New Orleans, Atlanta und Dallas teilnahm.
Gruß
Heino
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