DOLLY PARTON (1946 - 2026)

 
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DOLLY PARTON (1946 - 2026)

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Gepostet: 25.08.2026 - 20:47 Uhr  ·  #1
Dolly Rebecca Parton (* 19. Januar 1946 in Pittman Center, Tennessee; † 25. August 2026 in Nashville, Tennessee

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Re: DOLLY PARTON (1946 - 2026)

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Gepostet: 26.08.2026 - 11:07 Uhr  ·  #2
Hallo,
hier der Nachruf von bear family records:

Aus ärmsten Verhältnissen im Osten Tennessees arbeitete sich Dolly Parton bis an die Spitze der Country Music empor, bevor ihr der Sprung in die internationale Popwelt gelang und sie auch als Film- und Fernsehstar Erfolge feierte. Dabei verband sie eine unverfälschte Gesangsweise, die stets ihren ländlichen Wurzeln treu blieb, mit einem außergewöhnlich produktiven Talent als Songschreiberin – viele ihrer größten Hits stammten aus ihrer eigenen Feder, insgesamt schrieb sie schätzungsweise 3.000 Songs – und einer selbstbewusst zur Schau gestellten, unverwechselbaren Weiblichkeit. Damit erreichte sie einen Status, der nur wenigen Sängerinnen und Sängern irgendeines Genres vergönnt war. Geschäftlich war Parton ebenso versiert wie vor dem Mikrofon. Ihre Dollywood Company betreibt den populären Freizeitpark Dollywood in Pigeon Forge/Tennessee, sowie weitere Parks und Veranstaltungsstätten. Ihr Vermögen wurde 2017 auf rund 500 Millionen US-Dollar geschätzt. Zu ihren zahlreichen philanthropischen Aktivitäten gehörte auch eine Spende von einer Million US-Dollar an das Vanderbilt University Medical Center, die zur Forschung im Zusammenhang mit dem Moderna-COVID-19-Impfstoff beitrug.

Dolly Parton starb am 25. August 2026 im Alter von 80 Jahren in Nashville/Tennessee. Sie entstammte einer ausgesprochen musikalischen und tief religiösen Familie. Dolly Rebecca Parton wurde am 19. Januar 1946 in einer Einzimmerhütte in Pittman Center/Tennessee als eines von zwölf Kindern von Robert Lee Parton Sr. und seiner Frau Avie Lee geboren. Ihr Vater war Sharecropper, ein landwirtschaftlicher Pächter, und zog mit seiner Familie auf eine Farm in Locust Ridge, als Dolly noch ein kleines Kind war. Parton war eine unermüdliche Leserin und sog Wissen förmlich auf, was zweifellos auch ihre sich früh entwickelnden Fähigkeiten als Songschreiberin förderte. Viele ihrer besten Songs aus der ersten Phase ihrer Karriere schöpften unmittelbar aus den Erfahrungen ihrer bitterarmen Kindheit.

Bereits im Alter von zehn Jahren trat sie in Cas Walkers “Farm and Home Hour“ auf, einer bekannten Radio- und Fernsehsendung aus Knoxville. Im Frühjahr 1959 gab die 13-jährige Dolly ihr Plattendebüt bei Eddie Shulers in Lake Charles/Louisiana ansässigem Label Goldband Records. Ihr Onkel und früher Songwriting-Mentor Bill Owens schrieb mit ihr den charmanten Rockabilly-Titel “Puppy Love“.

1962 erhielt Parton einen einmaligen Vertrag bei Mercury Records. Gemeinsam mit Bill Owens schrieb sie “It’s Sure Gonna Hurt“ für A&R-Mann Jerry Kennedy; die B-Seite “The Love You Gave“ wies bereits deutliche Pop-Einflüsse auf. Einen Tag nach ihrem Highschool-Abschluss im Jahr 1964 zog Parton nach Nashville, wo Owens bereits Fuß gefasst hatte. Gemeinsam unterschrieben sie bei Fred Fosters Combine Music Corporation. Sie schrieben Dollys temperamentvolle, deutlich auf den Popmarkt zielende Monument-Single “What Do You Think About Lovin’“ von 1964 sowie “Put It Off Until Tomorrow“, das 1966 für Decca-Künstler Bill Phillips ein Top 10-Hit in den Country-Charts wurde.

Ray Stevens schrieb und produzierte 1966 Partons kraftvolle Monument-Single “Busy Signal“, die sich bereits dem Blue-Eyed Soul näherte. Im selben Jahr heiratete Parton den Straßenbauunternehmer Carl Dean. Die Ehe hielt mehr als ein halbes Jahrhundert.

Obwohl sie alles andere als ein "Dumb Blonde" war, lautete genau so der Titel von Dollys erstem Country-Hit Anfang 1967. Der Song stammte von Curly Putman. Produzent Foster verordnete der temperamentvollen Sängerin nun einen deutlich stärkeren Country-Sound mit Steel Guitar und Background-Chor. Ihr selbst geschriebener Monument-Nachfolger “Something Fishy“ schnitt im Sommer desselben Jahres in den Country-Charts sogar noch besser ab.

Country-Star Porter Wagoner wählte Dolly als Nachfolgerin der ausscheidenden Norma Jean für seine Tourneeband aus. Wagoner moderierte eine populäre, landesweit ausgestrahlte Fernsehserie, die Parton enorme Aufmerksamkeit verschaffte, auch wenn sie zunächst den Widerstand der treuen Norma Jean-Fans überwinden musste.

Gegen Ende des Jahres 1967 half Wagoner seiner neuen Duettpartnerin beim Wechsel zum Major-Label RCA Victor. Zunächst entstanden Partons größere RCA-Erfolge vor allem gemeinsam mit Wagoner. ”The Last Thing On My Mind”, ”Holding On To Nothin’”, ”We’ll Get Ahead Someday”, ”Yours Love” und ”Just Someone I Used To Know” erreichten allesamt noch vor Ende des Jahrzehnts die Country-Top 10. Partons erste Solo-Veröffentlichungen für RCA waren zunächst weniger erfolgreich, obwohl das von ihr selbst geschriebene ”Just Because I’m A Woman” 1968 die Top 20 erreichte.

1970 gelang schließlich der Durchbruch als Solistin. Dollys mitreißende Neuaufnahme von Jimmie Rodgers’ ”Mule Skinner Blues (Blue Yodel No. 8) ” stieg bis auf # 3 der Billboard-Country-Charts und öffnete die Schleusen für eine nahezu ununterbrochene Serie von Solo-Hits.

Mit Produzent Bob Ferguson erreichte Parton Anfang 1971 mit ihrer eigenen, eindringlich erzählten Komposition ”Joshua” erstmals # 1 der Country-Charts. ”Coat Of Many Colors”, ihr bewegender # 4-Hit vom Ende desselben Jahres, beruhte unmittelbar auf persönlichen Erlebnissen aus ihrer Kindheit. ”Touch Your Woman” wurde 1972 ein weiterer großer Erfolg, bevor Dolly 1974 gleich drei Country-# 1-Hits hintereinander folgen ließ: das eindringliche ”Jolene”, das großartige ”I Will Always Love You” und das beschwingte ”Love Is Like A Butterfly”.

Parton schrieb ”I Will Always Love You” als Abschied von Porter Wagoner, als sie sich darauf vorbereitete, seine Show zu verlassen und endgültig auf eigenen Beinen zu stehen. Damals konnte sie nicht ahnen, welche gigantischen Dimensionen Whitney Houstons Version des Songs 1992 erreichen würde. Porter und Dolly nahmen trotz der Auflösung ihrer geschäftlichen Partnerschaft weiterhin erfolgreiche Duette auf. “Please Don’t Stop Loving Me“ erreichte 1974 die Spitze der Country-Charts, und “Making Plans“ verfehlte 1980 nur knapp # 1 – lange nachdem beide beruflich bereits getrennte Wege gegangen waren.

Bevor Wagoner sich als Produzent zurückzog, arbeitete er gemeinsam mit Ferguson an Partons “The Bargain Store“, einem weiteren Country-# 1-Hit aus dem Jahr 1975. Wagoner produzierte im selben Jahr auch ihren # 2-Erfolg “The Seeker“. Wie so oft hatte Parton beide Songs selbst geschrieben.

Mittlerweile wurde man auch weit außerhalb der Country-Szene auf Dolly aufmerksam. 1976 erhielt sie ihre eigene syndizierte Fernsehshow. Im folgenden Jahr schlug sie mit “Here You Come Again“ eine wesentlich stärker am Mainstream orientierte Richtung ein. Der Song stammte von den renommierten Pop-Songwritern Barry Mann und Cynthia Weil. Dolly reiste für die von Gary Klein produzierte Aufnahme nach Los Angeles. “Here You Come Again“ erreichte nicht nur # 1 der Country-Charts, sondern stieg auch bis auf # 3 der Pop-Charts und wurde mit Gold ausgezeichnet. Das gleichnamige, für einen Grammy nominierte Platin-Album brachte mit “It’s All Wrong, But It’s All Right“ einen weiteren Country-# 1-Hit hervor.

Klein und Parton teilten sich 1978 die Produktionsarbeit bei ihrem Country-# 1-Hit “Heartbreaker“. Weitere Spitzenreiter folgten unmittelbar: “I Really Got The Feeling“, “You’re The Only One“, “Starting Over Again“ und “Old Flames Can’t Hold A Candle To You“.

Eine zufällige Begegnung mit der Schauspielerin Jane Fonda auf einem Flug quer durch die Vereinigten Staaten führte dazu, dass Dolly neben Fonda und Lily Tomlin eine der Hauptrollen in der Filmkomödie “9 To 5“ von 1980 erhielt. Den Titelsong schrieb Dolly gleich selbst. Er erreichte sowohl in den Pop- als auch in den Country-Charts # 1.

Weitere Hauptrollen folgten in “The Best Little Whorehouse in Texas“ – für ihre schauspielerische Leistung in dem Film von 1982 wurde Parton für einen Golden Globe nominiert –, “Rhinestone“ (1984) und “Steel Magnolias“ (1989).

“Trio“, ihr gefeiertes gemeinsames Album mit Linda Ronstadt und Emmylou Harris aus dem Jahr 1987, erreichte Platinstatus und enthielt unter anderem ihre Country-# 1-Version von The Teddy Bears’ “To Know Him Is To Love Him“.

Mit 25 # 1-Singles in den Country-Charts, 44 Country-Alben in den Top 10, elf Grammy Awards und einer kaum noch überschaubaren Zahl weiterer Auszeichnungen hinterließ Dolly Parton Spuren wie nur wenige Künstlerinnen oder Künstler ihrer Generation. 1999 wurde sie in die Country Music Hall of Fame aufgenommen. 2022 folgte die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame – eine Ehrung, die sie zunächst ablehnte, bevor sie ihre Haltung noch einmal überdachte.
Ihre üppige Erscheinung und die Kaskaden blonden Haars waren ebenso unverwechselbar wie ihre einzigartige Stimme, die den Klang und den Akzent der Tennessee Hills niemals verlor – und dafür können wir dankbar sein.
In der heutigen, zunehmend austauschbaren Country-Music-Landschaft kann man eines mit Sicherheit sagen: Eine zweite Dolly Parton wird es nicht geben.

Gruß
Heino
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Dolly Rebecca Parton

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Gepostet: 26.08.2026 - 18:25 Uhr  ·  #3
DOLLY REBECCA PARTON

(* 19. Januar 1946 in Pittman Center, Tennessee; † 25. August 2026 in Nashville, Tennessee)

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Re: DOLLY PARTON (1946 - 2026)

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Gepostet: 28.08.2026 - 11:58 Uhr  ·  #4
Hallo,
aus der örtlichen Presse vom 27. August 2026:


Ob es je einen Moment gab, in dem Dolly Parton die vielen Scherze über ihr Auftreten nahegegangen sind? In Interviews hatte sie schon vor Jahrzehnten einen guten Spruch dazu gefunden: „Honey, es braucht verdammt viel Zeit und Geld, um so billig auszusehen!“ Es ist ein typischer Dolly-Satz, den jetzt wieder viele zitieren – charmant und ironisch, im Wissen, am Ende etwas richtig gemacht zu haben.

Richtig gemacht hat Parton ziemlich viel: Mehr als 100 Millionen Tonträger soll sie weltweit verkauft haben, über 3000 Songs hat sie geschrieben, elf Grammys hat sie gewonnen. Dazu kommen einige weniger bekannte Fakten aus ihrem Leben: Eine Million Dollar spendete Parton im April 2020 in den ersten Wochen der Coronapandemie an das Medizinische Zentrum der Vanderbilt University zur Erforschung eines Impfstoffs, seinerzeit ein wesentlicher Antreiber für das Modernavakzin gegen das Virus.

Mehr als 330 Millionen Bücher verschenkte Parton über eine Stiftung an Kinder – jedes sechste US amerikanische Kind unter fünf Jahren bekomme von der „Imagination Library“ Monat für Monat ein kostenloses Buch geschickt, heißt es auf deren Webseite.

Beinahe vier Millionen Menschen besuchen jährlich den Vergnügungspark „Dollywood“ im Kleinstädtchen Pigeon Forge in Tennessee. Der Park steht in der ärmlichen Heimatregion der Sängerin, die dort 1946 als viertes von zwölf Kindern ihrer Eltern geboren wurde. Das Geld war knapp, erzählte sie später oft, über die Hänseleien anderer Kinder zu ihren zusammengeflickten Kleidern schrieb sie den Hit „Coat of Many Colors“(„Mantel mit vielen Farben“). Mit zehn trat Parton das erste Mal im Lokalfernsehen auf, mit 13 Jahren spielte sie in der damals sehr beliebten Countryradioshow „Grand Ole Opry“ und 1964 zog sie in die Countrymetropole Nashville, um dort als Songschreiberin zu arbeiten.

1973 schrieb sie „I Will Always Love You“, ein Abschiedssong an ihren musikalischen Partner und Mentor Porter Wagoner. Ein Jahr später erschien das Lied auf dem Album „Jolene“und gefiel dem Team von Superstar Elvis Presley so sehr, dass er eine eigene Version aufnehmen wollte. Das Management des King of Rock ’n’ Roll verlangte aber mindestens 50 Prozent aller Einnahmen und Parton lehnte ab. Sie behielt die Songrechte für sich und verdiente 1992 mit ihrer Entscheidung Millionen, als Whitney Houstons Cover aus dem Film „Bodyguard“zu einem der größten Welthits aller Zeiten wurde.

Im Jahr 2019 zeichnete der Podcast „Dolly Parton’s America“ nach, wie sehr Parton auch über die Musik hinaus das Bild von Frauen im US amerikanischen Mainstream prägte. Von der noch etwas unschuldigen Blondine in frühen Karrierejahren entwickelte sie sich in den frühen 1970er-Jahren weiter zur Ehefrau, die in „Jolene“darum fleht, dass ihr die Affäre nicht den Mann nimmt. Später verkörperte sie die Sekretärin Doralee Rhodes, die in der Komö¬die „9 to 5“(„Warum eigentlich...bringen wir den Chef nicht um?“) die Belästigungen ihres Bosses so lange hinnimmt, bis sie sich mit den Kolleginnen entschließt, ihn zu entführen.

Privat lebte Parton dagegen skandalfrei: Fast 60 Jahre war sie mit ihrem öffentlichkeitsscheuen Ehemann Carl Dean kinderlos verheiratet, bevor er im März 2025 verstarb.„Politik ist nicht meine Aufgabe“, sagte Parton in einer Folge ihres Podcasts. „Ich habe zu viele Fans auf beiden Seiten des Zauns. Natürlich habe ich meine Meinung, aber ich habe schon vor Jahren gelernt, dass ich über manche Sachen meinen Mund halte.“

Auch gerade diese Haltung hat der Queen of Country in ihrem Heimatland eine immense Popularität verschafft. Anfang 2026 hatten die Universität Massachusetts und das Meinungsforschungsunternehmen Yougov den Befragten eine Liste mit 20 Prominenten vorgelegt. 70 Prozent hatten einen positiven Eindruck von Parton, nur fünf Prozent sagten, dass sie die Sängerin ablehnten. Die Differenz von 65 Punkten war der mit Abstand beste Wert aller Vorschläge – Barack Obama auf Rang zwei kam lediglich auf einen Saldo von 14 Prozentpunkten.

Am Dienstag gab Partons Neffe Bryan Seaver in einem Video ihren Tod bekannt. Laut ihrer Pressesprecher ist sie „nach einem kurzen Kampf mit dem Krebs” gestorben. US-Präsident Donald Trump ließ die Fahnen im gan¬zen Land für eine Woche auf halbmast setzen. Die Country-Sängerin, Song¬Schreiberin, Schauspielerin, Unternehmerin und Modeikone wurde 80 Jahre alt.

von Christian Fahrenbach

Gruß
Heino
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