Hallo,
Edward Durham (* 19. August 1906 in San Marcos, Texas, + 06. März 1987 in New York) ist ein in der Jazz-Geschichte etwas in Vergessenheit geratener Name. Er war ein amerikanischer Jazz-Gitarrist, Posaunist, Komponist und Arrangeur. Er war einer der Pioniere der E-Gitarre im Jazz. Er war der erste bedeutende Jazz-Solist, der mit der E-Gitarre (1938 mit den Kansas City Five) auftrat und damit Charlie Christian um ein Jahr voraus war. Er war Multitalent, dessen zu geringe Bekanntheit im Gegensatz zu seiner unleugbaren Bedeutung steht. Eddie Durham war Pionier der E-Gitarre, Arrangeur, Komponist und Posaunist. Durham gehörte ganz sicher neben Walter Page, Bennie Moten, Lester Young und Count Basie zu den stilprägenden Persönlichkeiten des "Kansas City Swing".
Mit seinen Arrangements bereicherte er so wichtige Bands wie jene von Bennie Moten, Jimmie Lunceford, Count Basie, denen er auch als Instrumentalist angehörte, während weiße Bandleader wie Glenn Miller und Artie Shaw bei ihm bestellten.
Auch Jazz-Fans, die seinen Namen nie gehört haben, kennen seine Musik, etwa sein mit Edgar Battle komponiertes Stück “Topsy“, das Count Basie 1937 aus der Taufe hob und das für Benny Goodman ein Hit wurde; der frühverstorbene Herschel Evans, ein Cousin Durhams, spielt darauf ein Tenorsolo.
1938 Pop 14 Benny Goodman & His Orchestra Topsy Victor 26107 Edgar Battle, Eddie Durham
Chart-Comebacks:
1958 Pop 3 Cozy Cole Topsy II Love 5004 Edgar Battle, Eddie Durham 25.08.1958 20.10.1958
1958 Pop 27 Cozy Cole Topsy I Love 5004 Edgar Battle, Eddie Durham 15.09.1958 27.10.1958
Frühes Leben
Durham wurde am 19. August 1906 in San Marcos/Texas als Sohn von Joseph Durham Sr. und Luella Rabb (geb. Mohawk) Durham in eine sehr musikbegeisterte Familie hineingeboren. Nicht weniger als sechs Brüder wurden Musiker. Sie begleiteten seinen Vater, der bei Square Dances Geige spielte. Mit ihnen sammelte er auch seine ersten Erfahrungen im Durham Bros. Orchestra, in dem er Gitarre und Posaune spielte. Im Alter von achtzehn Jahren begann er zu reisen und in regionalen Bands zu spielen.
In den späten 20 er Jahren finden wir ihn bei Walter Page’s Blue Devils, einer Keimzelle des "Kansas City Jazz", und im Orchester Bennie Moten, denen ja Count Basie den Weg ebnete. Durham war es, der Basie zu Moten brachte, um mit ihm Stücke wie “Moten Swing“ zu schaffen. Bei Moten begann Durham schon mit der akustischen Verstärkung der Gitarre durch Megaphone zu experimentieren. Als Mitglied des Orchesters (1929–1933) trat er mit single line-Soli auf der Gitarre in Erscheinung – auch dies eine Pionierleistung. Bei Moten war er der Posaunist und Gitarrist, 1929 bis 1933 bereits Komponist und Arrangeur vieler Stücke, ja etwa 80 Prozent des Bandbooks, wiewohl ursprünglich großteils Head arrangements, also aus mündlichen Absprachen entwickelt, ging durch seine Hände. Er verlieh der Satzarbeit bei Moten den letzten Schliff.
Pionier an der E-Gitarre
Ab 1929 begann Durham, mit Resonatoren und Megafonen zu experimentieren, um den Klang seiner Gitarre zu verbessern. 1935 war er der Erste, der eine elektrisch verstärkte Gitarre mit Jimmie Lunceford in “Hittin' the Bottle“ aufnahm, das in New York für Decca aufgenommen wurde. 1938 nahm Durham einsaitige E-Gitarrensoli mit den Kansas City Five (oder Six) auf, die beide eher kleine Gruppen waren, zu denen Mitglieder der Rhythmussektion von Count Basie sowie das Tenorsaxophonspiel von Lester Young gehörten.
In den frühen 30 er Jahren vertrauten bereits Größen wie Cab Calloway und Andy Kirk auf Eddie Durhams Arrangements.Nach seinem Umzug nach New York im Jahr 1934 arbeitete Durham als Arrangeur für Willie Bryant. Von 1935 bis 1937 war Eddie Durham bei Jimmie Lunceford für den er auch unzählige Arrangements schrieb. Durham war auch nur nebenbei ein Gitarrist, aber der erste, der schon in den 20 er Jahren mit einem selbstgemachten Verstärker auftrat und der erste Jazzer, der mit verstärkter Gitarre Aufnahmen machte (“Bird Of Paradise“, 1935 bei Lunceford).
Als Eddie Durham in den Jahren 1937 und 1939 bei Count Basie arbeitete, stieß er wieder auf alte Gefährten aus Kansas City. Viele berühmte Basie-Aufnahmen basieren auf Arrangements Durhams, darunter “Swinging The Blues“ und “Jumpin’ At The Woodside“. Eddie Durham soll auch Basies großen Tenoristen Lester Young beeinflusst haben, der mit seinem coolen Sound und seiner relaxten Spielweise die Jazz-Geschichte umkrempelte. Durham erzählte, dass sie sich öfters zusammensetzten und musizierten. Lester Young kannte die Namen der Akkorde nicht, über die sie improvisierten. Er war gezwungen, ganz genau auf die Gitarre Durhams zu hören. Durham behauptete, dass Young seinen Stil hinter dem Beat zu spielen dieser Tatsache verdankte. Besonders reizvoll ist ihr Zusammenspiel auf den Aufnahmen der Kansas City Six, darunter “Way Down Yonder In New Orleans“ (1938). Die Einleitung des Stücks klingt etwas nach “In The Mood“, dem Welthit, den er später für Glenn Miller arrangierte.
Als er Mitte 1938 Basie verließ, arbeitete Durham hauptsächlich als Arrangeur, unter anderem für Glenn Miller und Artie Shaw. Durham war ein Propagator der für Kansas City Swing typischen Riffs in Bigband-Arrangements. Ein solcher Riff aus seinem “Wham Re Bop Boom Bam“ floss später in Dizzy Gillespies “Salt Peanuts“ ein.
Eddie Durham war ein großer "Anreger": Zwei Musiker, die als früheste E-Gitarristen in die Jazz-Geschichte eingingen, Charlie Christian und Floyd Smith, wurden dies erst, nachdem sie Durham gehört hatten. Smith bekam erst von seiner Mutter eine Gitarre, nachdem Durham sie bekniet hatte und Christian tauchte einmal bei ihm auf, um Rat zu bekommen. Er ließ sich von Durham allererste Grundlagen zeigen, um in kürzester Zeit seinen Mentor und alle anderen Gitarristen zu überflügeln.
1938, als Charlie Christians erste Aufnahmen entstanden, nahm er an einer Aufnahmeserie teil, bei der die elektrische Gitarre im Jazz etabliert wurde. Dabei wurde unter anderem Durhams “Good Morning Blues“ verewigt (der in Basies Version mit dem Sänger Jimmy Rushing berühmter ist). Beteiligt waren Eddie Durham (g), Buck Clayton (tp), Freddie Greene (rh-g), Walter Page (b) und Jo Jones (dr). Die Gruppe war eigentlich Eddie Durham and his Base-Four (der Bandname hätte seinen Ruf etwas vergrößern können), ging aber als Kansas City Five in die Jazz-Geschichte ein. Noch Jahrzehnte später hießen viele ad hoc zusammengestellte „basieitische“ ** Combos Kansas City 3, Kansas City Septem und so weiter. Auch als Posaunist war Durham erfinderisch, fand er doch selbst eine Methode, anstrengungslos, nicht-pressend zu blasen.
** „Basieites“ nennt man bisweilen in der angloamerikanischen Fachpresse jene Musiker, die mit dem Orchester und der Klangwelt Count Basies assoziiert sind.
1938 schrieb Durham ”I Don't Want to Set the World on Fire” zusammen mit Bennie Benjamin, Sol Marcus und Eddie Seiler. Das Lied, ursprünglich 1938 geschrieben, wurde drei Jahre später erstmals von Harlan Leonard and His Rockets aufgenommen. Es wurde von zahlreichen Musikern und Gruppen gecovert, am erfolgreichsten von Horace Heidt bei Columbia Records, dessen Version # 1 der US-Popcharts erreichte, und von The Ink Spots bei Decca im Jahr 1941, deren Version P# 4 derselben Charts belegte. Weitere frühe Versionen stammen unter anderem von Tommy Tucker, Mitchell Ayres und (in Großbritannien) Vera Lynn. Das Lied mit der Zeile „I don't want to set the world on fire / I just want to start a flame in your heart...“ erlangte nach dem Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 besondere Popularität.
1941 Pop 1 Horace Heidt & His Orchestra I Don't Want To Set The World On Fire Columbia 36295
1941 Pop 4 Tommy Tucker & His Orchestra I Don't Want To Set The World On Fire Okeh 6320
1941 Pop 4 Ink Spots I Don't Want To Set The World On Fire Decca 3987
1941 Pop 18 Mitchell Ayres & His Fashions in Music I Don't Want to Set the World on Fire Bluebird 11275
Später wurde das Lied von Betty Carter, Frankie Laine, Brian Hyland, Fats Domino Anthony Newley, Suzy Bogguss, den Muppets und anderen aufgenommen.
1940 leitete er kurz eine eigene Band. In den Jahren um 1941 war Durham künstlerischer Leiter der Women-Band Sweethearts Of Rhythm, abgelöst durch Jesse Stone, und gründete 1941 Eddie Durham's All-Star Girl Orchestra, eine afroamerikanische rein weibliche Swing-Band, die durch die Vereinigten Staaten und Kanada tourte.
Discography
As leader
Eddie Durham (RCA, 1974)
Blue Bone (JSP, 1981)
As sideman
Bennie Moten, Band Box Shuffle (Hep, 1929–32)
Jimmie Lunceford, The Complete Jimmie Lunceford Vol. 3, 4, 5 (Decca, 1935–39)
Count Basie, The Complete Decca Recordings (3CD) (Decca, 1937–41)
Lester Young, Lester Young with the Kansas City Five (Commodore, 1938)
Glenn Miller, The Complete Glenn Miller (RCA Bluebird, 1938–42)
Selected compositions and arrangements
Bennie Moten:
"Moten Swing" (1932) (composer, arranger)
Jimmie Lunceford:
"Rhapsody Junior" (1935) with Edwin Wilcox
"Oh! Boy" (1935)
"Avalon" (1935)
"Hittin' the Bottle" (1935)
"Harlem Shout" (1936)
"Running a Temperature" (1936)
"Honey Keep Your Mind On Me" (1936)
"Count Me Out" (1936)
"Pigeon Walk" (1937)
"Wham (Re-Bop-Boom-Bam)" (1939)
"Lunceford Special" (1939)
"Blues in the Groove" (1939)
"It's Time To Jump and Shout" (1939)
Count Basie:
"Time Out" (Decca, 1937)
"Topsy" (Decca, 1937)
"Swinging the Blues" (Decca, 1938)
"Jumpin' at the Woodside" (Decca, 1938)[7]
Glenn Miller
"In The Mood" (RCA Bluebird, 1939) note: not composed by Durham, but the arrangement is his.
1940 Pop 1 Glenn Miller & His Orchestra In the Mood Bluebird 10416
"Slip Horn Jive" (RCA Bluebird, 1939)
"Wham (Re-Bop-Boom-Bam)" (RCA Bluebird, 1939)
Nach dem Zweiten Weltkrieg hörte man für Jahrzehnte fast nichts mehr von ihm. Er heiratete, zog sich aus dem Musikgeschäft zurück und seine Kinder groß. Erst 1969 kehrte er als Musiker zu Buddy Tate zurück und spielte später mit den Countsmen, mit denen er auch Aufnahmen machte. In den 70 er Jahren hört man ihn wieder; mit der Harlem Blues and Jazz Band hatte er in den 80 er Jahren ein kleines Comeback und erlebte noch kurz vor seinem Tod wenigstens einen Teil jener Anerkennung, die ihm schon immer gebührt hätte.
Gruß
Heino
Edward Durham (* 19. August 1906 in San Marcos, Texas, + 06. März 1987 in New York) ist ein in der Jazz-Geschichte etwas in Vergessenheit geratener Name. Er war ein amerikanischer Jazz-Gitarrist, Posaunist, Komponist und Arrangeur. Er war einer der Pioniere der E-Gitarre im Jazz. Er war der erste bedeutende Jazz-Solist, der mit der E-Gitarre (1938 mit den Kansas City Five) auftrat und damit Charlie Christian um ein Jahr voraus war. Er war Multitalent, dessen zu geringe Bekanntheit im Gegensatz zu seiner unleugbaren Bedeutung steht. Eddie Durham war Pionier der E-Gitarre, Arrangeur, Komponist und Posaunist. Durham gehörte ganz sicher neben Walter Page, Bennie Moten, Lester Young und Count Basie zu den stilprägenden Persönlichkeiten des "Kansas City Swing".
Mit seinen Arrangements bereicherte er so wichtige Bands wie jene von Bennie Moten, Jimmie Lunceford, Count Basie, denen er auch als Instrumentalist angehörte, während weiße Bandleader wie Glenn Miller und Artie Shaw bei ihm bestellten.
Auch Jazz-Fans, die seinen Namen nie gehört haben, kennen seine Musik, etwa sein mit Edgar Battle komponiertes Stück “Topsy“, das Count Basie 1937 aus der Taufe hob und das für Benny Goodman ein Hit wurde; der frühverstorbene Herschel Evans, ein Cousin Durhams, spielt darauf ein Tenorsolo.
1938 Pop 14 Benny Goodman & His Orchestra Topsy Victor 26107 Edgar Battle, Eddie Durham
Chart-Comebacks:
1958 Pop 3 Cozy Cole Topsy II Love 5004 Edgar Battle, Eddie Durham 25.08.1958 20.10.1958
1958 Pop 27 Cozy Cole Topsy I Love 5004 Edgar Battle, Eddie Durham 15.09.1958 27.10.1958
Frühes Leben
Durham wurde am 19. August 1906 in San Marcos/Texas als Sohn von Joseph Durham Sr. und Luella Rabb (geb. Mohawk) Durham in eine sehr musikbegeisterte Familie hineingeboren. Nicht weniger als sechs Brüder wurden Musiker. Sie begleiteten seinen Vater, der bei Square Dances Geige spielte. Mit ihnen sammelte er auch seine ersten Erfahrungen im Durham Bros. Orchestra, in dem er Gitarre und Posaune spielte. Im Alter von achtzehn Jahren begann er zu reisen und in regionalen Bands zu spielen.
In den späten 20 er Jahren finden wir ihn bei Walter Page’s Blue Devils, einer Keimzelle des "Kansas City Jazz", und im Orchester Bennie Moten, denen ja Count Basie den Weg ebnete. Durham war es, der Basie zu Moten brachte, um mit ihm Stücke wie “Moten Swing“ zu schaffen. Bei Moten begann Durham schon mit der akustischen Verstärkung der Gitarre durch Megaphone zu experimentieren. Als Mitglied des Orchesters (1929–1933) trat er mit single line-Soli auf der Gitarre in Erscheinung – auch dies eine Pionierleistung. Bei Moten war er der Posaunist und Gitarrist, 1929 bis 1933 bereits Komponist und Arrangeur vieler Stücke, ja etwa 80 Prozent des Bandbooks, wiewohl ursprünglich großteils Head arrangements, also aus mündlichen Absprachen entwickelt, ging durch seine Hände. Er verlieh der Satzarbeit bei Moten den letzten Schliff.
Pionier an der E-Gitarre
Ab 1929 begann Durham, mit Resonatoren und Megafonen zu experimentieren, um den Klang seiner Gitarre zu verbessern. 1935 war er der Erste, der eine elektrisch verstärkte Gitarre mit Jimmie Lunceford in “Hittin' the Bottle“ aufnahm, das in New York für Decca aufgenommen wurde. 1938 nahm Durham einsaitige E-Gitarrensoli mit den Kansas City Five (oder Six) auf, die beide eher kleine Gruppen waren, zu denen Mitglieder der Rhythmussektion von Count Basie sowie das Tenorsaxophonspiel von Lester Young gehörten.
In den frühen 30 er Jahren vertrauten bereits Größen wie Cab Calloway und Andy Kirk auf Eddie Durhams Arrangements.Nach seinem Umzug nach New York im Jahr 1934 arbeitete Durham als Arrangeur für Willie Bryant. Von 1935 bis 1937 war Eddie Durham bei Jimmie Lunceford für den er auch unzählige Arrangements schrieb. Durham war auch nur nebenbei ein Gitarrist, aber der erste, der schon in den 20 er Jahren mit einem selbstgemachten Verstärker auftrat und der erste Jazzer, der mit verstärkter Gitarre Aufnahmen machte (“Bird Of Paradise“, 1935 bei Lunceford).
Als Eddie Durham in den Jahren 1937 und 1939 bei Count Basie arbeitete, stieß er wieder auf alte Gefährten aus Kansas City. Viele berühmte Basie-Aufnahmen basieren auf Arrangements Durhams, darunter “Swinging The Blues“ und “Jumpin’ At The Woodside“. Eddie Durham soll auch Basies großen Tenoristen Lester Young beeinflusst haben, der mit seinem coolen Sound und seiner relaxten Spielweise die Jazz-Geschichte umkrempelte. Durham erzählte, dass sie sich öfters zusammensetzten und musizierten. Lester Young kannte die Namen der Akkorde nicht, über die sie improvisierten. Er war gezwungen, ganz genau auf die Gitarre Durhams zu hören. Durham behauptete, dass Young seinen Stil hinter dem Beat zu spielen dieser Tatsache verdankte. Besonders reizvoll ist ihr Zusammenspiel auf den Aufnahmen der Kansas City Six, darunter “Way Down Yonder In New Orleans“ (1938). Die Einleitung des Stücks klingt etwas nach “In The Mood“, dem Welthit, den er später für Glenn Miller arrangierte.
Als er Mitte 1938 Basie verließ, arbeitete Durham hauptsächlich als Arrangeur, unter anderem für Glenn Miller und Artie Shaw. Durham war ein Propagator der für Kansas City Swing typischen Riffs in Bigband-Arrangements. Ein solcher Riff aus seinem “Wham Re Bop Boom Bam“ floss später in Dizzy Gillespies “Salt Peanuts“ ein.
Eddie Durham war ein großer "Anreger": Zwei Musiker, die als früheste E-Gitarristen in die Jazz-Geschichte eingingen, Charlie Christian und Floyd Smith, wurden dies erst, nachdem sie Durham gehört hatten. Smith bekam erst von seiner Mutter eine Gitarre, nachdem Durham sie bekniet hatte und Christian tauchte einmal bei ihm auf, um Rat zu bekommen. Er ließ sich von Durham allererste Grundlagen zeigen, um in kürzester Zeit seinen Mentor und alle anderen Gitarristen zu überflügeln.
1938, als Charlie Christians erste Aufnahmen entstanden, nahm er an einer Aufnahmeserie teil, bei der die elektrische Gitarre im Jazz etabliert wurde. Dabei wurde unter anderem Durhams “Good Morning Blues“ verewigt (der in Basies Version mit dem Sänger Jimmy Rushing berühmter ist). Beteiligt waren Eddie Durham (g), Buck Clayton (tp), Freddie Greene (rh-g), Walter Page (b) und Jo Jones (dr). Die Gruppe war eigentlich Eddie Durham and his Base-Four (der Bandname hätte seinen Ruf etwas vergrößern können), ging aber als Kansas City Five in die Jazz-Geschichte ein. Noch Jahrzehnte später hießen viele ad hoc zusammengestellte „basieitische“ ** Combos Kansas City 3, Kansas City Septem und so weiter. Auch als Posaunist war Durham erfinderisch, fand er doch selbst eine Methode, anstrengungslos, nicht-pressend zu blasen.
** „Basieites“ nennt man bisweilen in der angloamerikanischen Fachpresse jene Musiker, die mit dem Orchester und der Klangwelt Count Basies assoziiert sind.
1938 schrieb Durham ”I Don't Want to Set the World on Fire” zusammen mit Bennie Benjamin, Sol Marcus und Eddie Seiler. Das Lied, ursprünglich 1938 geschrieben, wurde drei Jahre später erstmals von Harlan Leonard and His Rockets aufgenommen. Es wurde von zahlreichen Musikern und Gruppen gecovert, am erfolgreichsten von Horace Heidt bei Columbia Records, dessen Version # 1 der US-Popcharts erreichte, und von The Ink Spots bei Decca im Jahr 1941, deren Version P# 4 derselben Charts belegte. Weitere frühe Versionen stammen unter anderem von Tommy Tucker, Mitchell Ayres und (in Großbritannien) Vera Lynn. Das Lied mit der Zeile „I don't want to set the world on fire / I just want to start a flame in your heart...“ erlangte nach dem Angriff auf Pearl Harbor im Dezember 1941 besondere Popularität.
1941 Pop 1 Horace Heidt & His Orchestra I Don't Want To Set The World On Fire Columbia 36295
1941 Pop 4 Tommy Tucker & His Orchestra I Don't Want To Set The World On Fire Okeh 6320
1941 Pop 4 Ink Spots I Don't Want To Set The World On Fire Decca 3987
1941 Pop 18 Mitchell Ayres & His Fashions in Music I Don't Want to Set the World on Fire Bluebird 11275
Später wurde das Lied von Betty Carter, Frankie Laine, Brian Hyland, Fats Domino Anthony Newley, Suzy Bogguss, den Muppets und anderen aufgenommen.
1940 leitete er kurz eine eigene Band. In den Jahren um 1941 war Durham künstlerischer Leiter der Women-Band Sweethearts Of Rhythm, abgelöst durch Jesse Stone, und gründete 1941 Eddie Durham's All-Star Girl Orchestra, eine afroamerikanische rein weibliche Swing-Band, die durch die Vereinigten Staaten und Kanada tourte.
Discography
As leader
Eddie Durham (RCA, 1974)
Blue Bone (JSP, 1981)
As sideman
Bennie Moten, Band Box Shuffle (Hep, 1929–32)
Jimmie Lunceford, The Complete Jimmie Lunceford Vol. 3, 4, 5 (Decca, 1935–39)
Count Basie, The Complete Decca Recordings (3CD) (Decca, 1937–41)
Lester Young, Lester Young with the Kansas City Five (Commodore, 1938)
Glenn Miller, The Complete Glenn Miller (RCA Bluebird, 1938–42)
Selected compositions and arrangements
Bennie Moten:
"Moten Swing" (1932) (composer, arranger)
Jimmie Lunceford:
"Rhapsody Junior" (1935) with Edwin Wilcox
"Oh! Boy" (1935)
"Avalon" (1935)
"Hittin' the Bottle" (1935)
"Harlem Shout" (1936)
"Running a Temperature" (1936)
"Honey Keep Your Mind On Me" (1936)
"Count Me Out" (1936)
"Pigeon Walk" (1937)
"Wham (Re-Bop-Boom-Bam)" (1939)
"Lunceford Special" (1939)
"Blues in the Groove" (1939)
"It's Time To Jump and Shout" (1939)
Count Basie:
"Time Out" (Decca, 1937)
"Topsy" (Decca, 1937)
"Swinging the Blues" (Decca, 1938)
"Jumpin' at the Woodside" (Decca, 1938)[7]
Glenn Miller
"In The Mood" (RCA Bluebird, 1939) note: not composed by Durham, but the arrangement is his.
1940 Pop 1 Glenn Miller & His Orchestra In the Mood Bluebird 10416
"Slip Horn Jive" (RCA Bluebird, 1939)
"Wham (Re-Bop-Boom-Bam)" (RCA Bluebird, 1939)
Nach dem Zweiten Weltkrieg hörte man für Jahrzehnte fast nichts mehr von ihm. Er heiratete, zog sich aus dem Musikgeschäft zurück und seine Kinder groß. Erst 1969 kehrte er als Musiker zu Buddy Tate zurück und spielte später mit den Countsmen, mit denen er auch Aufnahmen machte. In den 70 er Jahren hört man ihn wieder; mit der Harlem Blues and Jazz Band hatte er in den 80 er Jahren ein kleines Comeback und erlebte noch kurz vor seinem Tod wenigstens einen Teil jener Anerkennung, die ihm schon immer gebührt hätte.
Gruß
Heino
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