LOUIS VOLA

Jazz aus Frankreich
 
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LOUIS VOLA

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Gepostet: 16.03.2025 - 17:07 Uhr  ·  #1
Hallo,

Louis Vola (* 06. Juli 1902 in La Seyne-sur-Mer; + 15. August 1990 in Paris) wurde an der Riviera als Sohn eines aus Italien stammenden Schuhmachers geboren. Er spielte zunächst auf dem Akkordeon seines Vaters und lernte dann weitere Instrumente. Besuche bei den Bal Musettes weckten seine Begeisterung für Musik und den Wunsch, Berufsmusiker zu werden, nachdem er kurz den Versuch unternommen hatte, Bäcker zu werden. Vola lernte daraufhin Kontrabass und spielte Tanzmusik.

Bereits seit Frühjahr 1931 spielte Vola mit einem Orchester im Lido von Toulon, dem neben Django Reinhardt auch Stéphane Grappelli und Alix Combelle angehören sollten. Im Mai 1931 entstanden im Grand Theatre von Toulon Aufnahmen der Vola-Gruppe (“Carinosa“), auf denen Django Reinhardt als Solist zu hören war. Anschließend spielte das Volas Orchester in Cannes, um ab Dezember 1931 im Pariser Boîte à Matelots aufzutreten. In dieser großformatigen Band begannen Reinhardt und Grappelli während Auftritten beim Tanztee im Pariser Hotel Claridge mit Chaput und Vola eine Band in der Band zu bilden.

Eines der ersten Engagements, für das Louis Vola mit seiner Band den jungen Django Reinhardt als Gitarrist engagierte, fand im Palm Beach Casino in Cannes statt. Da Django aber oft nicht zu Auftritten erschien, sondern stattdessen lieber die Gegend mit seinem Caravan unsicher machte oder sich mit seinen Cousins traf, hatte Vola des Öfteren einen schweren Stand bei den Clubbesitzern. Er wusste, dass Django etwas Besonderes war und dass er dieses Verhalten dennoch im Kauf annehmen musste, wollte er mit ihm auftreten.

1932 wirkte er zusammen mit Reinhardt bei der Filmmusik von Henri Diamant-Bergers Film “Clair de lune“ mit.

Vola spielte 1932 mit seiner Band Vola et ses gars im Pariser Club Embassy, 1933 im Casino de Paris.

Im Jahr 1934 war Vola Gründungsmitglied des Quintette du Hot Club de France. Damit gilt er als eine „der unbestrittensten Hauptfiguren der französischen Jazz-Szene“ für Reinhardt und zusammen mit Emil Savitry als dessen früherem Mentor (noch bevor Charles Delaunay diese Aufgabe vertrat).

1934/35 trat das Vola-Orchester auch mit Django Reinhardt, Ales Rénard, Roger Chaput und Jacquemont Brown auf, 1936 bei einem Konzert des Hot Club de France und des Magazins Jazz Hot und 1938 im Pariser Olympia.

Vola spielte bis 1938 regelmäßig mit dem Quintette du Hot Club de France. Danach nahm Vola nicht mehr offiziell mit Django Reinhardt auf, spielte jedoch mit ihm auf einem Konzert in Brüssel.

Bis 1938 wirkte er als Bassist bei Aufnahmen von Django Reinhardt mit, bis er von Emmanuel Soudieux abgelöst wurde. Daneben spielte Vola in den 1930 er Jahren auch mit Jean Sablon, Michel Warlop, Willie Lewis, Ray Ventura, Duke Ellington und begleitete als Sessionmusiker die Sänger Charles Trenet, Jacques Brel, Georges Brassens und Yves Montand.

Ab 1938 spielte Vola im Orchester von Ray Ventura, wo er besser bezahlt wurde, und wirkte bei dessen Film “Tourbillon de Paris“ (1939) mit.

Als Begleitmusiker spielte Louis Vola ab 1938 bei außerdem Aufnahmen von Philippe Brun und Alix Combelle. Mit anderen Mitgliedern des Ventura-Orchesters floh er nach der Besetzung Frankreichs nach Südamerika, wo er die nächsten acht Jahre lebte. In Buenos Aires hatte er im April 1944 Gelegenheit, einen eigenen Namen aufzunehmen (Louis Vola Del Quinteto Del Hot Club De Francia).

Als er schließlich nach Paris zurückkehrte, hatte sich die Musik und die Szene stark verändert und ließ ihn eher ohne Jobs zurück. Er war angesichts der musikalischen Veränderungen in Vergessenheit geraten. Nachdem er dann und die Cote d'Azur zurückgekehrt waren und dort vergeblich versucht hatten, ein Restaurant in Nizza zu führen, schloss er sich einem russischen Club-Restaurant namens Shéhérazade an welches grade angesagt war, wo er die restlichen Jahre seiner Musikerkarriere sowohl als Bassist wie auch als Pianist und Schlagzeuger auftrat.

Ende der 1950 er Jahre zog er sich nach Cachan zurück, wo er im August 1990 verstarb, nachdem er noch einmal 1978 mit Svend Asmussen sowie Boulou und Elios Ferré auf dem “Festival Django Reinhardt“ in Samois-sur-Seine stattfand.

In Erinnerung bleibt Louis Vola in erster Linie als Entdecker und früher Förderer von Django Reinhardt; Später soll er als „Katalysator“ zwischen Reinhardt und Grappelli gewirkt haben. Er machte das Beste aus seinen musikalischen Möglichkeiten und galt als kompetenter Session-Musiker, der mit vielen weniger bekannten Musikern aufnahm.

In den letzten 1950 er Jahren ging er in Rente nach Cachan und starb dort im August 1990.

Gruß
Heino
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