RICHARD M. JONES

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RICHARD M. JONES

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Gepostet: 18.01.2025 - 17:34 Uhr  ·  #1
Hallo,
bei King Oliver entdeckt:

Richard M. Jones, der Komponist von “Trouble in Mind“, war für den Jazz vor allem als Leiter einer interessanten Reihe von Aufnahmeterminen von Bedeutung. Er spielte bereits 1902 Althorn und Kornett bei der Eureka Brass Band und arbeitete von 1908 bis 1917 als Pianist in New Orleans. Nachdem er mit Oscar Celestin (1918) gespielt hatte, zog Jones nach Chicago, wo er für Clarence Williams‘ Verlag arbeitete. Er nahm 1923 als Klaviersolist auf, begleitete Blanche Calloway und Chippie Hill bei Aufnahmeterminen (1925-1926) und leitete seine Jazz Wizards bei eigenen Aufnahmen von 1925 bis 1929. Zu Jones‘ Sidemen gehörten Albert Nicholas, Johnny St. Cyr, Ikey Robinson, Roy Palmer, Omer Simeon und einige weniger bekannte Musiker. Richard M. Jones blieb für den Rest seines Lebens in Chicago, leitete 1935-1936 und 1944 weitere Sessions und arbeitete in den 1940 er Jahren als Talentscout für Mercury. Alle seine Platten als Bandleader wurden auf zwei Classic-CDs neu aufgelegt.

Richard Marigny Jones (* 13. Juni 1889 oder 1892 in Donaldville (Louisiana); + 08. Dezember 1945 in Chicago) war ein US-amerikanischer Blues- und Jazzpianist, Arrangeur, Komponist, Bandleader und Musikproduzent.
Richard M. Jones wuchs in New Orleans auf und lernte in seinem Elternhaus verschiedene Instrumente kennen; Auf Grund einer Kniebehinderung erhielt er von Kollegen den Spitznamen "Richard My Knee Jones". In seiner Jugend spielte er Althorn in Brassbands wie der Eureka Brass Band, bis sein Hauptinstrument das Piano wurde. Um 1908 spielte er in den Clubs und Cabarets des Storyville-Bezirks, wie auch Lulu Whites Josie Arlington's. Später leitete er 1912/13 ein kleines Ensemble, dem auch King Oliver angehörte. Jones spielte auch in den Bands von John Robichaux, Armand J. Piron und 1918 bei Papa Celestins Tuxedo Brass Band.

1915 begann er erste Songs zu komponieren, darunter “Lonesome Nobody Cares“, der dann von Sophie Tucker interpretiert wurde. 1918 zog Jones nach Chicago, um für den Musikverleger Clarence Williams zu arbeiten.

Ab 1923 entstanden erste Aufnahmen von ihm als Solisten (1923), im Trio mit Albert Nicholas und Johnny St. Cyr, sowie als Begleiter von Blues-Vokalisten wie Bertha "Chippie" Hill (1925–27), außerdem mit seiner Band The Jazz Wizards (denen auch Albert Nicholas, Shirley Clay, Stump Evans, Preston Jackson, Roy Palmer oder Omer Simeon angehörten) und The Chicago Cosmopolitans.

Er nahm in den 1920 er Jahren für Gennett (unter dem Pseudonym Wally Coulter, 1927), OKeh, Victor und Paramount Records auf, für letzteres mit einem Trio aus Kornett, Klarinette und Piano; außerdem arbeitete er für OKeh Records als A&R des Race-Programme, der afroamerikanische Schallplatten dieser Dekade.

Von 1930 bis 1934 leitete er erneut eine Band in New Orleans; ab 1934 arbeitete er als A&R für Decca, wo er u.a. bei Aufnahmen von Lee Collins, Herschel Evans und Louis Metcalf mitwirkte.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1945 war er für Mercury Records als Arrangeur und Talentscout tätig. In den 40 ern wirkte er noch bei Aufnahmen von Jimmie Noone (1940), Johnny Dodds und Punch Miller (1945) mit. 1944 leitete er wieder eine eigene Formation, zu der u.a. Preston Jackson, Baby Dodds und Darnell Howard gehörten (“Canal Street Blues“) und mit der im März '44 Aufnahmen für Session Records entstanden.

Daneben war er als Songwriter aktiv. Als Komponist war er für zahlreiche Songs verantwortlich, darunter “Caldonia“, “Jazzin' Baby Blues“ (auch “Tin Roof Blues“ genannt), “29th and Dearborn“, “Red Wagon“, “Riverside Blues“ und “Trouble in Mind“, den er 1926 mit "Chippie" Hill (Gesang) und Louis Armstrong (Kornett) einspielte.

Jones wirkte in seiner Karriere außerdem bei Aufnahmen von Willy Hightowers Night Hawks (1923), Blanche Calloway (1925), Louis Armstrongs Hot Five (1925/26), King Oliver (1926), Lillie Delk Christian (1927) und Louis Powell (1938) mit.

Gruß
Heino
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Gepostet: 19.01.2025 - 17:16 Uhr  ·  #2
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Re: RICHARD M. JONES

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Gepostet: 19.01.2025 - 17:17 Uhr  ·  #3
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Re: RICHARD M. JONES

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Gepostet: 19.01.2025 - 17:43 Uhr  ·  #4
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Re: RICHARD M. JONES

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Gepostet: 19.01.2025 - 18:14 Uhr  ·  #5
1937 Songschreiber und Piano bei Georgia White
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Re: RICHARD M. JONES

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Gepostet: 19.01.2025 - 20:13 Uhr  ·  #6
Hallo,
Blanche Calloway gründete in den 1920 er- und 1930 er Jahren in zwei Schritten ihr eigenes Orchester und war damit die erste afroamerikanische Frau, die ein rein männliches Jazz-Orchester dirigierte.
Ihre ersten Aufnahmen machte sie am 09. November 1925, wobei der junge Louis Armstrong am Kornett und Richard M. Jones am Piano zwei Lieder spielten, die Blanche als Jones selbst komponiert hatte, “Lonesome Lovesick Blues“ und “Lazy Woman‘s Blues“.

OKEH
00 25….8279-A….BLANCHE CALLOWAY Recorded in Chicago, Ill. Contralto with Cornet Accomp. by Louis Armstrong and
Piano Accomp. by Richard M. Jones..Lonesome Lovesick/-B….Lazy Woman‘s Blues

Gruß
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Re: RICHARD M. JONES

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Gepostet: 19.01.2025 - 20:59 Uhr  ·  #7
Hallo,
mit Bertha "Chippie" Hill ....

OKEH
05 26....8312-A/B.... BERTHA "CHIPPIE" HILL CONTRALTO WITH PIANO ACCOMP. BY RICHARD M. JONES AND
TRUMPET BY LOUIS ARMSTRONG..Trouble In Mind/Georgia Man
00 26....8420-A/B.... BERTHA "CHIPPIE" HILL CONTRALTO WITH PIANO ACCOMP. BY RICHARD M. JONES AND
TRUMPET BY LOUIS ARMSTRONG..Pratts City Blues/Pleadin' For The Blues
00 26....8453-A/B.... BERTHA "CHIPPIE" HILL Contralto With Piano Richard M. Jones and Trumpet – Louis Armstrong..
Lovesick Blues/Lonesome weary blues
00 27....8473-A/B.... BERTHA "CHIPPIE" HILL With Richard Jones' Jazz Wizards..Do Dirty Blues/Sport Model Mama

Gruß
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Re: RICHARD M. JONES

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Re: RICHARD M. JONES

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Gepostet: 19.01.2025 - 21:20 Uhr  ·  #9
xxx

George Dewey Washington
(* 1898, + 1954) war ein amerikanischer Sänger, der von den 1920 er bis in die 1940 er Jahre im Varieté und im Kino aktiv war. Er war ein kraftvoller Bariton oder Bassbariton, der oft in der Rolle des „Gentleman Tramp“ auf der Bühne auftrat. Er wurde manchmal mit Al Jolson verglichen. Washington trat von 1928–1932, den frühen Jahren des „Tonfilms“, in einer Reihe von Kurzfilmen für M-G-M und Paramount Pictures auf, darunter einige der ersten Musical-Kurzfilme von M-G-M. Einmal spielte er drei Wochen hintereinander im Paramount Theatre am Broadway. Er wurde damals als „heißer Favorit“ mit einer „einfühlsamen Stimme [beschrieben, die] direkt ins Herz geht“ und „gut für den Tonfilm geeignet ist“.

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Re: RICHARD M. JONES

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Gepostet: 19.01.2025 - 21:40 Uhr  ·  #10
Hallo,

Interpreten-Auswahl für "Trouble In Mind":

Trouble In Mind 2.19 Skiffle Group 1958
Trouble In Mind Annie Laurie 1962
Trouble In Mind Annisteen And Melvin 1959
Trouble In Mind Barbara Dane 1957
Jazzin' Babies Blues Benny Strickler And The Yerba Buena Jazz Band 1953
Trouble In Mind Big Bill Broonzy 1960
Trouble In Mind Cave Stompers 1961
Trouble In Mind Dutch Swing College Band With Neva Raphaello 1956
Trouble In Mind Eddy Arnold And His Guitar 1955
Trouble In Mind Eddy Arnold And His Guitar 1956
Trouble In Mind Fats Domino 1968
Trouble In Mind Fats Domino 1973
Trouble In Mind Grandpa Jones 1970
Trouble In Mind Hank Snow 1965
Trouble In Mind Helen Humes With Benny Carter's All-Stars 1959
New Orleans Hop Scop Blues Henrik Johansen 1955
Trouble In Mind Joe Turner 1957
Trouble In Mind Lula Reed 1963
Trouble In Mind (The Return) Marianne Faithfull 1987
Trouble In Mind (The Return) Marianne Faithfull 1991
Trouble In Mind Marie Knight 1954
Trouble In Mind Mose Allison Trio 1959
Trouble In Mind Neva Raphaello With The Dutch Swing College Band 1956
Trouble In Mind Ray Anthony 1962
Trouble In Mind (Atormentado) Ray Anthony 1963
Trouble In Mind Red Foley 1960
Trouble In Mind Red Foley 1961
Trouble In Mind Ronnie And The Offbeats 1962
Trouble In Mind "Tennessee" Ernie Ford 1956
Trouble In Mind Tommy Dorsey's Clambake Seven 1956
Trouble In Mind The Weavers 1962
Trouble In Mind Wee Willie Harris 1963
Trouble In Mind Wilbur De Paris - Jimmy Witherspoon 1957
Trouble In Mind Yusef Lateef Quintet 1964

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Re: RICHARD M. JONES

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Gepostet: 19.01.2025 - 21:42 Uhr  ·  #11
Hallo,
1912/13 leitete Richard M. Jones ein kleines Ensemble, dem auch King Oliver angehörte: Richard M. Jones' Four Hot Hounds. King Oliver ersetzte manchmal Sugar Johnny Smith am Kornett. Die Band machte nie Aufnahmen, aber Jones, Oliver und Smith gingen später im Jahrzehnt alle nach Norden nach Chicago und wurden bekannte Bandleader.
In einem Honky-Tonk namens Abadie Café arbeiteten sie, einen Block und eine Ecke weiter die Marais Street hinunter von Pete Lalas Café, einem Wahrzeichen des Distrikts und After-Hour-Treff für Musiker. Im Lala's zog Freddy Keppard große Menschenmengen an, während Abadie's fast leer stand. In einem entscheidenden Moment sagte Oliver zu Jones: „Geh in B-Dur“. Er erwähnte nicht einmal eine Melodie, sondern sagte nur: „Geh in B-Dur“ Dann ging er auf die Straße und blies aus voller Kehle „das schönste Zeug, das ich je gehört habe“, erinnerte sich Jones. Direkt zogen die Menschenmassen von Lala's hinunter zu Abadie's, das dann jeden Abend voll blieb.
Jones komponierte daraufhin “Jazzin' Babies' Blues“, das nachweislich auf einer Folk-Sorte basierte, die zu Zeiten des District in New Orleans verbreitet war. Sowohl Jones am Solo-Klavier (Gennett 5174) als auch Oliver mit seiner Creole Jazz Band nahmen im Juni 1923 “Jazzin' Babies“ auf.

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Re: RICHARD M. JONES

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Hallo,
er nahm in den 1920 er Jahren für Gennett (unter dem Pseudonym Wallie Coulter, Ende 1927 für Gennett 6369) auf.

Wally Coulter in # 1 ist ein sic.

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