Hallo
mit etwas Zusatz-Text:
Als bemerkenswerter Musiker (er konnte gleichzeitig fünfsaitiges Banjo und Jug spielen) überbrückte Gus Cannon die Lücke zwischen frühem Blues und den Minstrel- und Folk-Stilen, die ihm vorausgingen. Seine Band der 20 er und 30 er Jahre, Cannons Jug Stompers, repräsentiert den Höhepunkt des Jug Band-Stils. Lieder, die sie aufnahmen, insbesondere das raue “Walk Right In“, waren Jahrzehnte später feste Bestandteile des Folk-Repertoires. The Rooftop Singers feierten 1963 mit dem Song einen großen Charts-Hit:
1963 Pop 1 Rooftop Singers, The Walk Right In Vanguard 35017 Hose Woods, Gus Cannon, Erik Darling, Willard Svanoe 05.01.1963 26.01.1963
Cannon selbst nahm bis in die 1970 er Jahre weiterhin auf und trat auf.
Autodidakt auf einem Instrument aus einer Bratpfanne und Waschbärfell, lernte er in den 1890 er Jahren das frühe Repertoire von älteren Musikern, insbesondere dem Mississippianer Alec Lee. Anfang des 20. Jahrhunderts spielte er in Memphis mit dem Sänger Jim Jackson und bildete eine Partnerschaft mit Noah Lewis, dessen Mundharmonika-Zauberei grundlegend für den Sound der Jug Stompers sein sollte. 1914 begann Cannon mit einer Reihe von Medizin-Shows, die bis in die 1940 er Jahre andauerten, und entwickelte dort seinen Stil und sein Repertoire weiter.
Seine Aufnahmekarriere begann 1927 mit Paramount-Sessions. Er nahm bis in die 30 er Jahre als Solist und mit seinem unglaublichen Trio auf, zu dem Noah Lewis sowie die Gitarristen Hosea Woods und Ashley Thompson gehörten. (Nebenprojekte umfassten Duette mit Blind Blake und die allerersten Aufnahmen von Slide-Banjo.) Oft musste er sich in anderen Bereichen als der Musik anstellen, spielte Cannon trotzdem weiter, meist in Memphis.
1956 nahm er seine stillgelegten Aufnahmen mit Sessions für Folkways wieder auf. In späteren Sessions wurde er mit anderen Memphis-Überlebenden wie Furry Lewis zusammengebracht. Das fortschreitende Alter schränkte seine Aktivitäten in den 70 er Jahren ein, aber er hatte gelegentlich noch Gastauftritte, manchmal aus dem Rollstuhl, bis kurz vor seinem Tod.
Gruß
Heino