FRED JOHNSON (1942 - 2022)

Founding member and legendary bass singer of the Marcels
 
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FRED JOHNSON (1942 - 2022)

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Gepostet: 06.04.2022 - 00:41 Uhr  ·  #1
"According to his publicist, Johnson died on March 31, surrounded by his family and friends."

Mit seinem Bass- Intro des Songs "Blue Moon" hat sich Fred Johnson 1961 selbst ein Denkmal gesetzt. Nicht zuletzt aufgrund seines Talents wurde der Song in England und in den USA ein Nummer 1 Hit, in den USA in den Pop- sowie den R&B Charts gleichermaßen. In Deutschland ebenfalls ein Hit, landete "Blue Moon" immerhin auf Platz Nr. 13

R.I.P., Fred.
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Re: FRED JOHNSON (1942 - 2022)

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Gepostet: 06.04.2022 - 07:22 Uhr  ·  #2
R.I.P.
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Re: FRED JOHNSON (1942 - 2022)

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Gepostet: 06.04.2022 - 09:57 Uhr  ·  #3
Hallo,
in Gedenken an den Bass-Mann lege ich die Ausführungen von Werner Voss dazu:

# 493-04. März 2006
Thema: Schwarze Bass-Sänger
„Mr. Bass Man, Du hast das gewisse Etwas, und Du bist der heimliche König des Rock & Roll” – so rühmte im Dezember 1962 der weiße Johnny Cymbal die Rolle und Bedeutung des Bass-Sängers in Vokalgruppen. Die dabei zu vernehmende Bass-Stimme gehörte dem schwarzen Ronnie Bright, der in den fünfziger Jahren bei den Valentines sang, danach bei den Cadillacs und ab 1968 dann bei den Coasters.

Der markante Bass-Sound in Vokalgruppen – sei es als Lead-Stimme oder als begleitende Klangfarbe – soll nachfolgend beleuchtet werden.

Der "Mr. Bass Man" schlechthin bei Rhythm and Blues-Gruppen war aber zweifellos Jimmy Ricks, der von 1946 bis 1954 die Lead-Stimme bei den Ravens sang und dessen mächtiger und beeindruckender Tonfall das Vorbild für andere Bass-Sänger lieferte. Hier gleich Jimmy Ricks mit den Ravens in zwei Aufnahmen: zuerst “Write Me A Letter” auf National-Records vom September 1947 – ein # 5-Hit in den Charts der Race Music, wie Rhythm and Blues damals noch bezeichnet wurde. Anschließend “Rock Me All Night Long”, das im August 1952 vom Mercury-Label veröffentlicht wurde und # 4 der Rhythm and Blues-Charts erreichte.

Die Vokabel "rock" in dem Song der Ravens “Rock Me All Night Long” war eindeutig eine Umschreibung für Sex, und das wurde vom schwarzen Publikum auch so verstanden, denn Songs mit eindeutig zweideutigen Texten erfreuten sich damals großer Beliebtheit – wie zum Beispiel der größte Rhythm and Blues-Hit des Jahres 1951 “Sixty Minute Man” von den Dominoes, der damals für vierzehn Wochen die Spitzenposition der Rhythm and Blues-Charts einnahm und in dem der Bass-Sänger Bill Brown mit seiner andauernden Potenz protzte.

Erstaunlicherweise gelang den Dominoes mit ihrer Platte auf dem Federal-Label im Sommer 1951 sogar das "cross-over" in die weißen Pop-Charts. Ein Jahr später – im Sommer 1952 und ebenfalls auf Federal-Records – behauptete der Bass-Sänger des Quartetts The Four Jacks, dass er “The Last Of The Good Rockin’ Men” sei – höflich übersetzt: der letzte der Männer, die Frauen wirklich beglücken können. Und als dritte Aufnahme dann noch ein Fortsetzungs-Song zu “Sixty Minute Man” – wiederum mit dem Bass-Sänger Bill Brown. Der hatte nämlich 1952 die Dominoes verlassen und die Gruppe The Checkers formiert, mit der er im März 1954 den Song “Don’t Stop Dan” für das King-Label aufnahm.

Mit zu den größten Klassikern der frühen Rhythm and Blues-Vokalgruppen-Ära zählt ohne Frage der 1954 er Hit “Goodnight Sweetheart, Goodnight” von den Spaniels – ein Song, der seinen Reiz nicht zuletzt aus den imposanten Passagen des Bass-Sängers Gerald Gregory bezog. Auf der allerersten Platte der Spaniels vom Juli 1953 beim Chicagoer Chance-Label, sang Gerald Gregory die Lead-Stimme in seinem Song “Bounce”, in dem er die schmerzvollen Nachwirkungen des Genusses von schwarz-gebranntem Schnaps beklagte.

Die erste Rhythm and Blues-Vokalgruppe, die einen weltweiten Hit verbuchen konnte – nämlich 1956 mit “Only You” bei Mercury-Records – war bekanntlich das Quintett The Platters. Die Plattenkarriere der Platters hatte aber schon drei Jahre zuvor beim Federal-Label begonnen, und auf der einen Seite ihrer ersten Single vom November 1953 sang der Bass-Sänger der Platters – Herbert Reed – den Titel “Hey Now”.

Zwei großartige Bass-Stimmen waren in den fünfziger Jahren in kalifornischen Rhythm and Blues-Vokalgruppen zu hören – nämlich die von Bobby Nunn und Will “Dub” Jones.

Bobby Nunn sang seit 1949 die Bass-Stimme bei den Robins, und 1950 verbuchte er im Duett mit Little Esther Phillips mit dem “Double Crossing Blues” einen Nummer-1-Hit in den Rhythm and Blues-Charts. Hier aber gleich Bobby Nunn mit den Robins und “Rockin’”, das im März 1951 von Modern-Records in Los Angeles veröffentlicht wurde.

Will “Dub” Jones war der Bass-Sänger einer Gruppe, die ab 1955 unter dem Namen The Cadets und The Jacks Aufnahmen ebenfalls für das Modern-Label einspielte. Vom Juni 1956 stammt die Cadets-Aufnahme “I Want You” mit Will “Dub” Jones als Leadsänger. Nach den Robins sang Bobby Nunn die Bass-Stimme bei den Coasters, und Will “Dub” Jones wurde 1957 dort sein Nachfolger – unvergesslich mit seinen Bass-Partien in Songs wie “Yakety Yak” oder “Charlie Brown”.

Und hier zwei Beispiele, in denen der Bass-Sänger zwar nicht die Leadstimme übernimmt, der Bass aber das Klangbild der Aufnahmen nachhaltig mitbestimmt – in der Einleitung und im Finale sowie durch seine stetige Begleitung. Zuerst The Blanders mit “Jitterbug” – aufgenommen Mitte Oktober 1957 in Chicago für Smash-Records.

Danach folgen The Marcels aus Pittsburgh mit ihrem zweiten Hit “Heartaches” – aufgenommen am 01. September 1961 in New York für das Colpix-Label. Ende November ’61 kletterte “Heartaches” – übrigens ein Song aus dem Jahre 1931 – bis auf # 7 der US-Pop-Charts. Die Bass-Stimme bei den Marcels sang Fred Johnson. Eine Verbindung der beiden Aufnahmen ergibt sich aus dem Umstand, dass der Tenor-Sänger Walter Maddox Mitte 1961 von den Blanders zu den Marcels gewechselt hatte.

Hier eine weiße Aufnahme zu diesem Thema: sie findet sich auf der zweiten Single von Dion and The Belmonts, die im Juli 1958 vom New Yorker Laurie-Label herausgebracht wurde: “I Can’t Go On” – eine Nachversion des 1955er Fat Domino-Hits. Bass-Sänger der Belmonts war damals Carlo Mastrangelo, und seine durchgehende, nicht allzu tiefe Bassbegleitung, bildet nicht nur einen extremen Kontrast zu Dion Di Muccis Leadgesang, sondern sie muss auch stimmlich außerordentlich anstrengend gewesen sein – und so dienten die beiden Saxophon-Soli vermutlich auch zu dem Zweck, dass der gute Carlo zwischendurch ‘mal Luft holen konnte.

Bereits Ende April 1958 nahmen The Drifters in New York für Atlantic-Records den Song “Suddenly There’s A Valley” auf – mit Bass-Sänger Bill Pinkney als Lead-Vokalist im Wechsel mit Tenor-Sänger Bobby Hendricks. Veröffentlicht wurde diese Aufnahme aber erst über zwei Jahre später im Dezember 1960.

Dann eine, in der nochmals eine ganz extreme Bass-Stimme zu hören ist, die leider keinem Sänger namentlich zugeordnet werden kann, weil über die Gruppe The Boss-Tones bis heute keinerlei Informationen vorliegen. “Mope-Itty Mope” von der einzigen Platte der Boss-Tones erschien zuerst 1959 auf dem kleinen Boss-Label in Philadelphia und wurde dann 1960 vom V-Tone-Label ein zweites Mal veröffentlicht. [Bei den Boss- Tones handelt es sich um die früheren Brook-Tones aus Philadelphia, bei denen als Teenager auch Len Barry gesungen hatte. Sie waren aus einer Freundesgruppe von Schülern der Overbrook High School hervorgegangen. Während seiner Zeit als Mitglied der Dovells fragte Len Barry bei Ernie Lowe, dem Eigner von Cameo-Parkway nach, bei der auch die Dovells unter Vertrag standen, ob er die beiden Aufnahmen ‚Mope-itty Mope’ und ‚Wings Of An Angel’ mit den Boss-Tones aufnehmen könne. Geschrieben und produziert wurden diese Aufnahmen von Bill Curtis, einem lokalen Disk-Jockey aus Philadelphia – siehe aber hierzu auch die Anmerkungen von Werner Voss in der Folgesendung vom 1. April 2006]. Also: zuerst Dion and The Belmonts, dann The Drifters und schließlich noch The Boss-Tones.

In den beiden folgenden Titel sind wieder die Bass-Sänger nicht als Leadstimmen zu vernehmen, aber ihre Einleitungen und durchgehenden Begleit-Partien zeichnen sich durch besondere Eindringlichkeit aus. Zuerst The Hi-Lites mit “I’m Falling In Love” aus dem Jahre 1961. Die Leadstimme bei den Hi-Lites sang William Tucker, und die unüberhörbare Bass-Stimme gehörte Sheldon Highsmith. Die Gruppe stammte aus der Kleinstadt Danbury in Connecticut, wo auch ihre Single von dem Kleinst-Label Record Fair veröffentlicht wurde.

Das Quintett The Corvairs, das den Song “True True Love” 1962 in New York für das Comet-Label aufnahm – mit Nelson Shields als Leadsänger und der markanten Bass-Stimme von Billy Faison.

Zum Schluss dieser Beispiele noch einmal “Mr. Bass himself” – Jimmy Ricks. So wurde Ende 1963 auf einer Single des New Yorker Felsted-Labels, der damals schon fast 40 jährige ehemalige Leadsänger der Ravens, in einer vermutlich unechten Live-Aufnahme des Songs “Anytime” von dem Ansager vorgestellt. Jimmy Ricks wurde bei dieser Aufnahme instrumental zwar von einer Orgel begleitet, aber dieses für meinen Geschmack bestehende Manko gleicht der Gitarren-Sound, der leicht an Duane Eddy erinnert, angemessen aus. Nach seinem Ausscheiden bei den Ravens 1954 trat Jimmy Ricks gelegentlich mit ehemaligen Gruppenmitgliedern, hauptsächlich aber als Solist auf, und bis 1965 erschienen von ihm mehr als ein Dutzend Solo-Singles und auch zwei LPs. Am 02. Juli 1974 verstarb Jimmy Ricks im Alter von nur fünfzig Jahren.

Gruß
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NOT FORGOTTON - FRED JOHNSON FROM THE MARCELS

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Gepostet: 06.04.2022 - 13:29 Uhr  ·  #4
NOT FORGOTTON - FRED JOHNSON FROM THE MARCELS

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