Hallo,
der Name von Eddie Lang tauchte schon in der von mir eingestellten Disco von Mildred Bailey auf. Als nun Dieter den Jazz-Geiger Joe Venuti vorgestellt hat und dort im Scan einer Coral-EP wiederum der Name Eddie Lang auftaucht, traue ich mir, auch diesen Musiker aus ganz frühen Zeiten hier im R&R Schallplattenforum vorzustellen, sozusagen als Vorbild späterer Generationen.
Eddie Lang
(* 25. Oktober 1902 als Salvatore Massaro; + 26. März 1933) ist der Vater der Jazzgitarre. n den 1920 er Jahren gab er der Gitarre eine Prominenz, die ihr zuvor als Soloinstrument, als Teil einer Band oder eines Orchesters und als Begleitung für Sänger fehlte. Er nahm Duette mit den Gitarristen Lonnie Johnson und Carl Kress und dem Jazz-Geiger Joe Venuti auf, spielte Rhythmusgitarre im Paul Whiteman Orchestra und war der bevorzugte Begleiter von Bing Crosby.
Als Sohn eines italienisch-amerikanischen Instrumentenbauers wurde Lang in Philadelphia/Pennsylvania geboren und wuchs mit dem Geiger Joe Venuti auf. Sein erstes Instrument war die Geige, als er sieben Jahre alt war. 1917 trat er auf der Violine auf und wurde Mitglied eines Trios. 1920 ließ er die Violine für das Banjo fallen und arbeitete mit Charlie Kerr, dann Bert Estlow und Vic D'Ippolito.
Einer von Langs Freunden während dieser Zeiten war ein Klassenkamerad und Nachbar namens Joe Venuti, der auch Geige und Gitarre lernte. Zusammen verfeinerten sie ihre Fähigkeiten auf beiden Instrumenten durch umfangreiche Übungssitzungen, von denen Venuti behauptete einmal, dass sie bis zu 10 Stunden dauerten. Die beiden wurden zu einem einflussreichen Paar, das 1918 als Mitglieder einer Band unter der Leitung von Chick Granese (Lang am Banjo, Venuti an der Violine) begann. Die Auftritte mit dieser Gruppe trugen dazu bei, Lang als Präsenz in der Tanzbandszene zu etablieren, darunter Billy Lustigs Scranton Siren Orchestra.
Einige Jahre später ließ Eddie Lang das Banjo für Gitarre fallen, als er 1924 Mitglied der Mound City Blue Blowers unter der Leitung von William "Red" McKenzie wurde. Schallplatten erschienen auf dem Brunswick-Label.
Eines der ersten Soli nahm er 1924 auf “Deep Second Street Blues“ auf (Brunswick 2804 Mound City Blue Blowers). Seine Auftritte mit McKenzies Band erregten Aufmerksamkeit, und er fand viele Jobs als freiberuflicher Gitarrist. Vor Lang war die Gitarre kein prominentes Instrument in Jazzbands und Tanzorchestern.
Lang und Joe Venuti nahmen mit Roger Wolfe Kahn und Jean Goldkette seit 1926 bei Victor Records auf und traten mit dem Adrian Rollini Orchestra auf.
Von 1927-1930 veröffentlichten Lang und Venuti als Venuti's Blue Four Schallplatten für das OKeh-Label.
Lang nahm seit 1928 zusammen mit dem Bluesgitarristen Lonnie Johnson unter dem Namen Blind Willie Dunn auf, um seine Rasse zu verbergen und als Hommage an den Bluesgitarristen Blind Lemon Jefferson. Er arbeitete auch mit Frankie Trumbauer (1927), Hoagy Carmichael, Annette Hanshaw, Red Nichols, Jack Pettis, Bessie Smith und Clarence Williams, um nur einige seiner vielen Aktivitäten zu benennen.
Bereits 1929 nahm Mildred Bailey in New York für OKeh einen erste Platten-Titel mit dem Eddie Lang Orchester (“What Kind O’Man Is You“) auf. Eine US-Veröfentlichung ist nicht bekannt.
1929 wurden Eddie Lang und Joe Venuti Mitglieder des Paul Whiteman Orchestra, und wieder hinterließ Lang einen beachtlichen Eindruck. Whiteman war beeindruckt von seiner Fähigkeit, Lieder schnell zu lernen, obwohl Lang wenig Bildung hatte und keine Noten lesen konnte.
PARLOPHONE (Aus)
1929....A 3031.... MILDRED BAILEY Eddie Lang's Orchestra..What Kind O’Man Is You? (W403031)/
Ed Lang Orchestra..Walkin’ The Dog (W403032)
PARLOPHONE (UK)
1929....R 840.... MILDRED BAILEY Eddie Lang's Orchestra..What Kind O’Man Is You? (W403031)/
Ed Lang Orchestra..Walkin’ The Dog (W403032)
1929 spielte er in New York zusammen mit Roy Bargy und Matty Malneck als Trio The Three Old Salts einige Titel auf Columbia-Schallplatten ein.
Um diese Zeit fing der Sänger Bing Crosby an erste Soloaufnahmen einzuspielen. Sein Gitarrist war zunächst Snoozer Quinn, aber für die zweite Session lud er Eddie Lang ein. Ihre Freundschaft wuchs, als Crosby sich dem Whiteman Orchestra auf seiner Reise nach Westen nach Hollywood anschloss, um den Film “King of Jazz“ zu drehen, in dem Lang und Venuti auftraten.
Als Crosby 1930 nach einem Job beim Radio suchte, bestand er darauf, Eddie Lang als Begleitung zu haben. Neben seiner Freundschaft mit Crosby hatte er Erfahrung in der Begleitung von Musikern wie Ruben Bloom (multi-talented Jewish-American Songwriter, Pianist, arranger, Bandleader, Recording Artist, Vocalist und Autor). Als Crosby kurz darauf auf Tour ging, setzte sich Lang auf einen Hocker neben ihn, um das Mikrofon zu teilen. Langs Frau Kitty, ein Ziegfeld-Mädchen, war mit Crosbys Frau Dixie befreundet. 1932 wurde er Stammgast in Crosbys Orchester, im selben Jahr trat er in dem Film “The Big Broadcast“ (1932) auf.
Am 21. Mai 1930 nahm ihn Hoagy Carmichael seinen legendären Titel “Rockin‘ Chair“ selbst für Victor Records (Victor 25494) mit seinem Orchester auf, in dem Benny Goodman, Gene Krupa, Bud Freeman, Tommy Dorsey, Bubber Miley, Bix Beiderbecke und auch Eddie Lang und Joe Venuti spielten.
1931 trafen Eddie Lang und Joe Venuti im Aufnahmestudio auf die Boswell Sisters. Der Song “I can't write the words“ erschien lediglich auf einer britischen LP.
Eddie Lang litt an gelegentlicher Laryngitis, chronischen Halsschmerzen und Verdauungsproblemen. Nachdem ein Arzt eine Tonsillektomie empfohlen hatte, drängte Crosby Lang, sich der Operation zu unterziehen. Mit der Gewissheit, dass die Operation Routine war, betrat Lang das Park West Hospital in Manhattan, aber er erwachte nie nach der Operation. Er starb 1933 im Alter von dreißig Jahren. Die Todesursache ist ungewiss.
Gruß
Heino
der Name von Eddie Lang tauchte schon in der von mir eingestellten Disco von Mildred Bailey auf. Als nun Dieter den Jazz-Geiger Joe Venuti vorgestellt hat und dort im Scan einer Coral-EP wiederum der Name Eddie Lang auftaucht, traue ich mir, auch diesen Musiker aus ganz frühen Zeiten hier im R&R Schallplattenforum vorzustellen, sozusagen als Vorbild späterer Generationen.
Eddie Lang
(* 25. Oktober 1902 als Salvatore Massaro; + 26. März 1933) ist der Vater der Jazzgitarre. n den 1920 er Jahren gab er der Gitarre eine Prominenz, die ihr zuvor als Soloinstrument, als Teil einer Band oder eines Orchesters und als Begleitung für Sänger fehlte. Er nahm Duette mit den Gitarristen Lonnie Johnson und Carl Kress und dem Jazz-Geiger Joe Venuti auf, spielte Rhythmusgitarre im Paul Whiteman Orchestra und war der bevorzugte Begleiter von Bing Crosby.
Als Sohn eines italienisch-amerikanischen Instrumentenbauers wurde Lang in Philadelphia/Pennsylvania geboren und wuchs mit dem Geiger Joe Venuti auf. Sein erstes Instrument war die Geige, als er sieben Jahre alt war. 1917 trat er auf der Violine auf und wurde Mitglied eines Trios. 1920 ließ er die Violine für das Banjo fallen und arbeitete mit Charlie Kerr, dann Bert Estlow und Vic D'Ippolito.
Einer von Langs Freunden während dieser Zeiten war ein Klassenkamerad und Nachbar namens Joe Venuti, der auch Geige und Gitarre lernte. Zusammen verfeinerten sie ihre Fähigkeiten auf beiden Instrumenten durch umfangreiche Übungssitzungen, von denen Venuti behauptete einmal, dass sie bis zu 10 Stunden dauerten. Die beiden wurden zu einem einflussreichen Paar, das 1918 als Mitglieder einer Band unter der Leitung von Chick Granese (Lang am Banjo, Venuti an der Violine) begann. Die Auftritte mit dieser Gruppe trugen dazu bei, Lang als Präsenz in der Tanzbandszene zu etablieren, darunter Billy Lustigs Scranton Siren Orchestra.
Einige Jahre später ließ Eddie Lang das Banjo für Gitarre fallen, als er 1924 Mitglied der Mound City Blue Blowers unter der Leitung von William "Red" McKenzie wurde. Schallplatten erschienen auf dem Brunswick-Label.
Eines der ersten Soli nahm er 1924 auf “Deep Second Street Blues“ auf (Brunswick 2804 Mound City Blue Blowers). Seine Auftritte mit McKenzies Band erregten Aufmerksamkeit, und er fand viele Jobs als freiberuflicher Gitarrist. Vor Lang war die Gitarre kein prominentes Instrument in Jazzbands und Tanzorchestern.
Lang und Joe Venuti nahmen mit Roger Wolfe Kahn und Jean Goldkette seit 1926 bei Victor Records auf und traten mit dem Adrian Rollini Orchestra auf.
Von 1927-1930 veröffentlichten Lang und Venuti als Venuti's Blue Four Schallplatten für das OKeh-Label.
Lang nahm seit 1928 zusammen mit dem Bluesgitarristen Lonnie Johnson unter dem Namen Blind Willie Dunn auf, um seine Rasse zu verbergen und als Hommage an den Bluesgitarristen Blind Lemon Jefferson. Er arbeitete auch mit Frankie Trumbauer (1927), Hoagy Carmichael, Annette Hanshaw, Red Nichols, Jack Pettis, Bessie Smith und Clarence Williams, um nur einige seiner vielen Aktivitäten zu benennen.
Bereits 1929 nahm Mildred Bailey in New York für OKeh einen erste Platten-Titel mit dem Eddie Lang Orchester (“What Kind O’Man Is You“) auf. Eine US-Veröfentlichung ist nicht bekannt.
1929 wurden Eddie Lang und Joe Venuti Mitglieder des Paul Whiteman Orchestra, und wieder hinterließ Lang einen beachtlichen Eindruck. Whiteman war beeindruckt von seiner Fähigkeit, Lieder schnell zu lernen, obwohl Lang wenig Bildung hatte und keine Noten lesen konnte.
PARLOPHONE (Aus)
1929....A 3031.... MILDRED BAILEY Eddie Lang's Orchestra..What Kind O’Man Is You? (W403031)/
Ed Lang Orchestra..Walkin’ The Dog (W403032)
PARLOPHONE (UK)
1929....R 840.... MILDRED BAILEY Eddie Lang's Orchestra..What Kind O’Man Is You? (W403031)/
Ed Lang Orchestra..Walkin’ The Dog (W403032)
1929 spielte er in New York zusammen mit Roy Bargy und Matty Malneck als Trio The Three Old Salts einige Titel auf Columbia-Schallplatten ein.
Um diese Zeit fing der Sänger Bing Crosby an erste Soloaufnahmen einzuspielen. Sein Gitarrist war zunächst Snoozer Quinn, aber für die zweite Session lud er Eddie Lang ein. Ihre Freundschaft wuchs, als Crosby sich dem Whiteman Orchestra auf seiner Reise nach Westen nach Hollywood anschloss, um den Film “King of Jazz“ zu drehen, in dem Lang und Venuti auftraten.
Als Crosby 1930 nach einem Job beim Radio suchte, bestand er darauf, Eddie Lang als Begleitung zu haben. Neben seiner Freundschaft mit Crosby hatte er Erfahrung in der Begleitung von Musikern wie Ruben Bloom (multi-talented Jewish-American Songwriter, Pianist, arranger, Bandleader, Recording Artist, Vocalist und Autor). Als Crosby kurz darauf auf Tour ging, setzte sich Lang auf einen Hocker neben ihn, um das Mikrofon zu teilen. Langs Frau Kitty, ein Ziegfeld-Mädchen, war mit Crosbys Frau Dixie befreundet. 1932 wurde er Stammgast in Crosbys Orchester, im selben Jahr trat er in dem Film “The Big Broadcast“ (1932) auf.
Am 21. Mai 1930 nahm ihn Hoagy Carmichael seinen legendären Titel “Rockin‘ Chair“ selbst für Victor Records (Victor 25494) mit seinem Orchester auf, in dem Benny Goodman, Gene Krupa, Bud Freeman, Tommy Dorsey, Bubber Miley, Bix Beiderbecke und auch Eddie Lang und Joe Venuti spielten.
1931 trafen Eddie Lang und Joe Venuti im Aufnahmestudio auf die Boswell Sisters. Der Song “I can't write the words“ erschien lediglich auf einer britischen LP.
Eddie Lang litt an gelegentlicher Laryngitis, chronischen Halsschmerzen und Verdauungsproblemen. Nachdem ein Arzt eine Tonsillektomie empfohlen hatte, drängte Crosby Lang, sich der Operation zu unterziehen. Mit der Gewissheit, dass die Operation Routine war, betrat Lang das Park West Hospital in Manhattan, aber er erwachte nie nach der Operation. Er starb 1933 im Alter von dreißig Jahren. Die Todesursache ist ungewiss.
Gruß
Heino
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