Frage zur Qualität von "Club-Sonderauflagen"

 
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Frage zur Qualität von "Club-Sonderauflagen"

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Gepostet: 03.01.2022 - 19:35 Uhr  ·  #1
Hallo! :)

Ich bin neu in diesem Forum und wollte mich gerne mit einer Frage an euch wenden. (ich hoffe, dass ich in diesem Brett richtig bin!)

Vergangenes Jahr erstand ich eine Mireille-Mathieu-Platte aus dem Jahr 1977. Dabei handelt es sich um eine Club-Sonderauflage von Ariola.
Beim Stöbern in diversen Verkaufsplattformen entdeckte ich eine andere, „normale“ Ariola-Version, deren Rückseite ein wenig anders aussieht als meine.

Nun habe ich mit DECCA-Schallplatten im Klassikbereich die Erfahrung gemacht, dass es da qualitative Unterschiede gibt. Ich besitze z. B. zwei Vinyl-Boxen derselben Opernaufnahme. Boxen und Booklets sind in beiden Ausgaben identisch, nur das DECCA-Logo und das Label unterscheiden sich voneinander; eine Version hat das schwarz/weisse DECCA-Logo, die andere ein Blau unterlegtes mit dem Hinweis „DMM“ von Teldec.
Ein Blick auf die Platten selbst offenbart, dass eine Version lauter gepresst wurde als die andere, da sie deutlich mehr Platz verbraucht, obwohl der Inhalt der gleiche ist.

Deswegen wollte ich gerne fragen, ob es möglich ist, dass sich meine Ariola Club-Sonderauflage von der „normalen“ Ariola-Version qualitativ unterscheidet. Ob für die Sonderauflage(n) beispielsweise schlechtere Kopien der Originalmatrizen verwendet wurden, oder der Klang verändert wurde (Bässe, Höhen etc.) oder ähnliches.

Liebe Grüße,
Cherubino
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Re: Frage zur Qualität von "Club-Sonderauflagen"

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Gepostet: 04.01.2022 - 13:42 Uhr  ·  #2
Gerade bei Ariola dürfte ein eventueller Unterschied minimal sein, da Ariola und der Bertelsmann-Club ja im Grunde dieselbe Firma sind.

Systematische Änderungen bei den Platten selbst sind mir im Übrigen auch anderenfalls noch nie aufgefallen. Die beschriebenen Variationen in Lautstärke und Klangvolumen gab es ja auch zwischen mehreren Auflagen "derselben" Platte auf dem Original-Label. Immerhin wurde jede neue Master-Lackfolie von Menschen (und zwar weder immer von denselben Menschen noch immer auf denselben Maschinen!) vom Masterband überspielt und dabei Pegel und Entzerrung händisch eingestellt. Man merkt das aber normalerweise nur, wenn man mehrere Exemplare im direkten Vergleich abwechselnd auf derselben Anlage spielt, ansonsten liegen die wenigen dB Differenz innerhalb der bei analogen Aufnahmen immer vorhandenen Toleranzen.

Der offensichtliche Unterschied bei den Club-Sonderauflagen, von speziell für diesen Zweck erstellten Compilations abgesehen, sind die meistens anders - und zwar in aller Regel simpler und billiger - gestalteten Cover, z.B. einfache Einschubcover bei Platten, die im Handel eine Klapphülle mit abgedruckten Liedtexten, oder eine Poster-Beilage hatten. Und (für den Diskographen) natürlich die verwirrenden neuen Bestellnummern!

Chris
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Re: Frage zur Qualität von "Club-Sonderauflagen"

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Gepostet: 04.01.2022 - 13:49 Uhr  ·  #3
PS: "DMM" gab es erst in den 1980er Jahren; jede ältere so gekennzeichnete Aufnahme ist also eine auf neue DMM-Matrizen geschnittene ("neu gemasterte") Wiederveröffentlichung, die natürlich in der Rillenbreite und -tiefe, im Pegel, und auch in der Klangqualität vom Original abweichen kann. DMM-Platten, auch solche von alten Aufnahmen, sollte man wirklich nur mit sehr leicht aufliegenden Hifi-Tonabnehmern spielen. Selbst auf Geräten der 1960er Jahre springen sie nämlich gern, da die damalige Norm wesentlich tiefere Rillen vorsah, die z.B. ein Kristalltonabnehmer auch braucht, um sicher in der Rille liegen zu bleiben! Dies auch ein Problem bei "neuen alten" Singles, die allzu oft nicht wirklich jukeboxtauglich sind wegen des viel zu flachen Rillenprofils.
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Re: Frage zur Qualität von "Club-Sonderauflagen"

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Gepostet: 04.01.2022 - 17:24 Uhr  ·  #4
Hallo chrisz78,

Danke für deine Antwort!

Zitat geschrieben von chrisz78
Gerade bei Ariola dürfte ein eventueller Unterschied minimal sein, da Ariola und der Bertelsmann-Club ja im Grunde dieselbe Firma sind.
Leider kenne ich mich mit Plattenlabels überhaupt nicht aus. Die Bezeichnung „Club-Sonderauflage“ habe ich schon öfter gelesen, aber was genau bedeutet sie eigentlich?

Zitat geschrieben von chrisz78
Systematische Änderungen bei den Platten selbst sind mir im Übrigen auch anderenfalls noch nie aufgefallen. Die beschriebenen Variationen in Lautstärke und Klangvolumen gab es ja auch zwischen mehreren Auflagen "derselben" Platte auf dem Original-Label. Immerhin wurde jede neue Master-Lackfolie von Menschen (und zwar weder immer von denselben Menschen noch immer auf denselben Maschinen!) vom Masterband überspielt und dabei Pegel und Entzerrung händisch eingestellt. Man merkt das aber normalerweise nur, wenn man mehrere Exemplare im direkten Vergleich abwechselnd auf derselben Anlage spielt, ansonsten liegen die wenigen dB Differenz innerhalb der bei analogen Aufnahmen immer vorhandenen Toleranzen.
Oje, das klingt nicht so gut :(
Ich habe diese Schallplatte gekauft, da das Album bislang noch nicht auf CD veröffentlicht wurde und ich sie mir digitalisieren lassen wollte, wofür eine „Original-Pressung“ als bestmögliches Quellmaterial natürlich von Vorteil wäre. Mir war nicht bewusst, dass es da verschiedene Auflagen gibt, und nun befürchte ich, dass die Club-Sonderauflage schlechter klingt.

Zitat geschrieben von chrisz78
Der offensichtliche Unterschied bei den Club-Sonderauflagen, von speziell für diesen Zweck erstellten Compilations abgesehen, sind die meistens anders - und zwar in aller Regel simpler und billiger - gestalteten Cover, z.B. einfache Einschubcover bei Platten, die im Handel eine Klapphülle mit abgedruckten Liedtexten, oder eine Poster-Beilage hatten. Und (für den Diskographen) natürlich die verwirrenden neuen Bestellnummern!
Danke auch für diese Info! :)

LG,
Cherubino
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Re: Frage zur Qualität von "Club-Sonderauflagen"

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Gepostet: 05.01.2022 - 13:07 Uhr  ·  #5
Für Deine Annahme, dass die Clubauflage "schlechter" klingt, weil es eine Clubauflage ist, gibt es gar keinen Anlaß. Der Zustand der Platte, d.h. wie oft sie seit dem Erstkauf abgespielt wurde und mit was für einem Tonabnehmer (hochwertige Hifi-Anlage oder Phonokoffer), macht einen viel größeren Unterschied. Wenn der Ton zerrt oder wenn es übermäßig knistert und rauscht, ist die Platte abgedudelt, und eine statt beim Club im Laden gekaufte Ariola, die genauso abgedudelt wurde, tönt auch nicht anders! Eine wenig (oder im Idealfall noch nie vorher) abgespielte Platte, egal aus welcher Preßauflage, klingt immer besser als eine stark gebrauchte. Die Unterschiede zwischen verschiedenen Auflagen aus demselben Zeitraum - und darum geht es ja hier, die Clubpressung ist sicher aus dem gleichen Jahr wie die normale Erstauflage - sind demgegenüber winzig.

Und wenn Dir das Ganze so viel Bauchschmerzen macht, warum besorgst Du Dir nicht einfach ein normales Ariola-Exemplar? Deutsche Schlagerplatten von 1977 sind in der Regel weder selten noch wahnsinnig teuer. Vielleicht habe ich das Ding sogar herunstehen, dann kann ich Dir gern ein Digitalisat davon machen (das fiele dann in meinen beruflichen Erfahrungsbereich - MM allerdings nur am Rande in mein Sammlerinteresse, und ich bin daher weit entfernt von einem Komplettbestand aller LPs..)

Chris aus Berlin
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Re: Frage zur Qualität von "Club-Sonderauflagen"

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Gepostet: 05.01.2022 - 14:02 Uhr  ·  #6
Hallo,

also eins wundert mich hier schon sehr, warum wird eigentlich um diese bewusste LP so ein Geheimnis
gemacht ! Eine LP von 1977 und das bei diesem Massen-Artikel MM.
Denn in der Hauptsache geht es ja eigentlich um die Qualität einer bestimmten LP.

Billy
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Re: Frage zur Qualität von "Club-Sonderauflagen"

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Gepostet: 05.01.2022 - 14:10 Uhr  ·  #7
Lieber chrisz78,

das Album heißt "Die schönsten deutschen Volkslieder".

Kurze Vorgeschichte: Vor längerer Zeit entdeckte ich auf YouTube das Lied "Muss i denn", von Mireille Mathieu interpretiert. Ich bin kein Fan von MM, und bis auf 2 oder 3 der bekanntesten Lieder kenne ich kaum etwas von ihr, auch bin ich kein Sammler ihrer Platten. Diese Interpretation gefiel mir jedoch sehr gut, daher wollte ich sie mir gerne in ordentlicher Qualität auf CD kaufen. Nach einiger Recherche musste ich feststellen, dass es die Nummer ausschließlich auf diesem Album gibt. Auf einer Verkaufsplattform wurde die Platte um 5 Euro als „neuwertig“ angeboten, daher habe ich einen Blindkauf gewagt, und tatsächlich: die Platte klingt wirklich fast wie neu. Keine Knackser, kein Knistern, keine Sprünge o. ä.
Nach diesem einmaligen Probehören habe ich das Album sofort in eine Schutzhülle gepackt, und so wartet es jetzt auf seine Digitalisierung.
Auch wenn die anderen Nummern des Albums ok sind, interessiert mich im Grunde nur dieses eine Lied.

Bis ich eben herausfand, dass es sich hier um eine Club-Sonderauflage handelt und es auch eine „normale“ Version gibt. Die Cover sowie die Rückseiten sehen gleich aus, lediglich die Positionen der Tracklists unterscheiden sich voneinander.

Auf der Rückseite steht im rechten oberen Eck:

STEREO 66 396 3

Im linken unteren Eck in blauer Schrift:

Club-Sonderauflage
Printed in Western Germany by Mohndruck Reinhard Mohn OHG, Gütersloh
Gestaltung: Ariola Eurodisc Atelier
Fotos: Norman Parkinson


Liebe Grüße,
Cherubino
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Re: Frage zur Qualität von "Club-Sonderauflagen"

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Gepostet: 05.01.2022 - 16:46 Uhr  ·  #8
Danke für die Bilder.

Ich habe soeben die auf den Bildern ersichtlichen Zahlen und Buchstaben auf dem Spiegel mit meiner Version verglichen - sie sind identisch. Lässt sich daraus etwas ableiten?

LG,
Cherubino
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Re: Frage zur Qualität von "Club-Sonderauflagen"

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Gepostet: 05.01.2022 - 17:37 Uhr  ·  #9
Der einzige Unterschied zwischen der Club-Pressung ARIOLA 66 396 3 und der regulär kaufbaren Pressung ARIOLA 25 238 IU liegt meiner Ansicht nach lediglich bei der Bestell-Nummer und, soferne sich das Netz nicht wieder einmal irrt, im späteren Veröffentlichungjahr 1978. Regulär gab es diese LP bereits 1977. Der Vinyl-Teil ist ziemlich sicher völlig ident.

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Gerd
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Re: Frage zur Qualität von "Club-Sonderauflagen"

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Gepostet: 05.01.2022 - 18:33 Uhr  ·  #10
Lieber Gerd,

Danke auch dir!

Mir sind diese Infos auch im Hinblick auf die nicht gerade billigen Kosten einer Digitalisierung wichtig. Zunächst muss ich eine Firma finden, die das professionell und halbwegs preiswert macht, dazu kommen dann solche Dinge wie Verpackung und Versand, die Digitalisierung und Bearbeitung, das Überspielen auf CD etc.

Deswegen liegt mir natürlich viel daran, dass das Quellmaterial für die Digitalisierung so gut wie möglich ist und die Club-Sonderausgabe das originale Album so authentisch wie möglich wiedergibt.
Vielleicht habe ich ja Glück und die identischen Spiegelnummern auf den Bildern und meiner Platte deuten darauf hin, dass das originale Album sowie die Club-Sonderausgabe mit dem-/derselben Muster/Presswerk/Matrize gepresst wurden (ich bin mit den Details der Plattenherstellung leider nicht vertraut).

LG,
Cherubino
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