Hallo,
gebastelt von mir:
Der Blues-Gitarrist, Sänger und Songwriter Floyd Jones wurde am 21. Juli 1917 in Marianna/Arkansas geboren und verstarb am 19. Dezember 1989, erst 72-jährig, in Chicago/Illinois.
Floyd Jones 1948–1953
„Floyd spielte früher in einigen der härtesten Gegenden [um Hughes/Arkansas]. Er fing bei Richard White an – ich habe auch mal für Richard White gespielt, wissen Sie. Floyd stand immer nur rum und schaute zu, er versuchte, sich abzuschauen, was ich da machte … und dann kam Wolf runter und spielte … also fing Floyd ein bisschen an zu spielen, spielte immer mehr und wurde immer besser.“
Johnny Shines (aus Mike Rowes „Chicago Breakdown“ (Eddison Press, London 1973))
Floyd wurde am 21. Juli 1917 in Marianna, Lee County/Arkansas als Sohn von Minnie und Robert Jones geboren. Seine Mutter war Klavierlehrerin, starb jedoch, als Floyd noch ein Teenager war. Er wuchs mit Walter Horton und Chester „Howlin’ Wolf“ Burnett auf, von dem Letzterer dem jungen Floyd angeblich seine erste Gitarre schenkte. Die drei Freunde tourten in den 1930 er Jahren durch den Süden der USA, wo sie unter anderem Charley Patton und Robert Johnson trafen. Eine Zeit lang tourten sie mit Musikern wie Johnny Shines und Eddie Taylor. Nachdem Burnett eingezogen worden war, zog Floyd Anfang der 1940 er Jahre nach Chicago und folgte damit seinem Cousin Moody Jones, der bereits 1938 dorthin gereist war. Dort traf er seinen Cousin wieder und schloss sich Moodys Band an, um in der Maxwell Street zu spielen. Häufig trat er dort mit Musikern wie Snooky Pryor auf, der in den späten 1940 er Jahren mit Sunnyland Slim zusammenarbeitete.
Floyd Jones war ein sehr persönlicher Liedermacher, dessen Lieder alle traumatische Ereignisse aus seinem eigenen Leben thematisierten; Ob es nun seine Verzweiflung über die Rezession in “Ain't Times Hard“, seine Wut über die Arbeitslosigkeit in “Stockyard Blues“, seine Frustration über seinen Analphabetismus in “Schooldays“ oder einfach der Herzschmerz einer zum Scheitern verurteilten Beziehung in “I Lost a Good Woman“ und “On the Road Again“ war: “Keep What You Got“ ist bemerkenswert, da es drei Jahre später von Howlin' Wolf für RPM neu aufgenommen wurde – obwohl der Titel erst 1961 auf einer Crown-LP veröffentlicht wurde. Es herrscht Unklarheit darüber, wer das Lied geschrieben hat; es könnte sogar aus der Zeit stammen, als sie in den 1930 er Jahren als Jungen gemeinsam reisten.
1948 nahm er unter Slims Namen für Tempo-Tone Recordings (ID Classics 5013) und später im selben Jahr unter seinem eigenen Namen für Marvel Records mit Snooky auf. Die Aufnahmen wurden an Al Bensons Label Old Swing-Master verkauft, das die beiden Titel im Sommer 1949 wiederveröffentlichte.
TEMPO-TONE (78er)
?? 49....TT-1001-A.... SUNNY LAND SLIM And His SUNNYLAND BOYS - Floyd Jones Vocal..Hard Times/-B….School Days
Chicago, November 1948.
FLOYD JONES WITH SNOOK* AND MOODY: vocal-guitar acc. by Snooky Pryor-hca-speech/Moody Jones-g.
M-1 3 1 2 Stockyard Blues -speech Marvel 702
M-1313 Keep What You Got Marvel 702
MARVEL (78er)
07 49….702-A…. Vocal Floyd Jones Accompanied by SNOOKY & MOODY..Stockyard Blues (M-1312)/-
B….Keep What You Got (M-1313) (auch Old SWING-MASTER 22)
Old SWING-MASTER (78er)
07 49….22A…. Vocal Floyd Jones Accompanied by SNOOKY & MOODY..Stockyard Blues (M-1312)/
B….Keep What You Got (M-1313) (auch MARVEL 702)
Obwohl er nie ein besonders produktiver Künstler war, entstanden die meisten seiner Klassiker – oft Neuinterpretationen seiner sehr persönlichen Themen – in den frühen 1950 er Jahren für JOB, Chess und Vee Jay, meist zusammen mit Moody, Snooky und anderen alten Freunden.
Chicago, March 22, 1951
FLOYD JONES: vocal-guitar acc. by Billy Howell*-t/Sunnyland Slim-p/Moody Jones-b/d.
JB-35221 *Big World 1.0.B. 1001
JB-35222 Dark Road 1.0.B. 1001
JOB (78er)
04 51....JB 1001-A.... Trumpet Billy Howell Vocal and Guitar FLOYD JONES..Big World/-
B….Vocal and Guitar, Floyd Jones Sunnyland Slim and His Boys..Dark Road
Chicago, December 29, 1951.
FLOYD JONES AND HIS GUITAR: vocal-guitar acc. bylittle Walter-hca/Jimmy Rogers-g/poss Willie Coven-d.
F-1006 Dark Road Chess 1498
F-1007 Big World Chess 1498 U-7417 Overseas Chess 6499 862 (LP) (UK) U-7418 Playhouse Chess LP 411 (LP)
CHESS (78er)
02 52....1498.... FLOYD JONES and his Guitar..Dark Road (U-1006)/Big World (U-1007)
11 52....1527.... FLOYD JONES and his Guitar..You Can’t Live Long (U-7480)/Early Morning (U-7481)
Chicago, September 17, 1952.
FLOYD JONES AND HIS GUITAR: Elgin Edmonds-d replaces Coven.
U-7480 You Can't Live Long Chess 1527
U-7481 Early Morning Chess 1527
Chicago, January 31, 1953
FLOYD JONES AND HIS TRIO vocal-guitar acc. by Sunnyland Slim-p/Moody Jones-b/d.
U-2364 I Lost A Good Woman Flyright 584 (LP) (UK)
U-2365 Skinny Mama J.O.B. 1013
U-2366 Rising Wind Flyright 584 (LP) (UK)
U-2367On The Road Again J.O.B. 1013
JOB
07 53 JOB 1013…. FLOYD JONES an His Trio..On The Road Again (U 2367)/Skinny Mama (U 2365) (dann ABCO 103)
Chicago, February 3, 1953.
FLOYD JONES AND BAND vocal-guitar acc. by with Snooky Pryor-hca/Sunnyland Slim-p/Eddie Taylor-g/Alfred Wallace-d.
53-128 Schooldays On My Mind Vee-Jay 111
53-129 Ain't Times Hard Vee-Jay 111
53-130 Floyd's Blue(s) Vee-Jay 126
53-131 Any Old Lonesome Day Vee-Jay 126
Die Augustausgaben von ‘Billboard‘ und ‘The Cash Box‘ aus dem Jahr 1954 berichteten, dass sich seine Neuaufnahmen des Tempo-Tone-Duos auf Vee Jay 111 hervorragend verkauften. Trotzdem fehlte die Single seltsamerweise in den Charts.
VEE-JAY
08 54....VJ 111.... FLOYD JONES and Band..Schooldays On My Mind (53-128)/Ain't Times Hard (53-129)
Seine letzte Veröffentlichung Anfang 1955 kombinierte das seltene Instrumentalstück “Floyd's Blue“ mit dem eher typischen “Any Old Lonesome Day“.
02 55....VJ 126.... FLOYD JONES and his Orchestra..Floyd's Blue (53-130)/Any Old Lonesome Day (53-131)
Obwohl gemunkelt wird, er habe um 1955/56 eine letzte, verschollene Session für Vee Jay aufgenommen, etablierte er sich bald in den nächtlichen Clubauftritten und gelegentlichen Studioarbeiten mit Snooky Pryor (Vee Jay 1956) und Little Willy Foster (Cobra 1957).
ABCO
?? 56....G-103.... FLOYD JONES On The Road (U2367)/Skinny Mama (U2365) (JOB 1013)
In den 1960 er Jahren schloss er sich wieder der Band seines alten Freundes Walter Horton an und nahm mit ihnen 1965 für Vanguard, 1966 für Testament und 1970 für das schwedische Label Delta auf.
Er wirkte auch in Harley Cockliss’ gefeiertem Dokumentarfilm “Chicago Blues“ von 1970 mit, doch die Präsenz in diesem Film führte nicht zu einer bedeutenden Wiederbelebung seiner Karriere.
Seine letzten bekannten Aufnahmen machte er 1979 mit „Honeyboy“ Edwards.
Er war außerdem in dem Dokumentarfilm “Maxwell Street Blues“ von 1981 zu sehen und hatte 1986 einen geschwächten, letzten Auftritt beim “Chicago Blues Festival“ – im selben Jahr, in dem bei ihm Prostatakrebs diagnostiziert wurde. Floyd Jones starb am 19. Dezember 1989 im St. Francis Cabrini Hospital in Chicago an Herzversagen infolge der Krankheit und wurde am zweiten Weihnachtsfeiertag beerdigt. Sein alter Freund Sunnyland Slim organisierte ein Benefizkonzert, um die Beerdigungskosten zu decken.
Dave Penny – Dezember 2004. Disco: Gerd Miller
Gruß
Heino