RAVING (Surfing) SAVAGES aus GB

 
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RAVING (Surfing) SAVAGES aus GB

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Gepostet: 07.11.2017 - 12:20 Uhr  ·  #1
1971 habe ich auf einer Klassenfahrt nach Berlin in einem Plattenladen
am Kurfürsten Damm eine englische EP gefunden und fuer 10 DM gekauft.
Sie hat ein stilles Dasein gefristet, das der englische Dialekt sich nicht so sehr
mit dem kalifornsichen in Einklang befindet.
Auf der EP habe ich auch zum ersten Mal das Lied "Surfer Joe) gehoert und
kann es seitdem nicht leiden, obwohl es unzaehlige Versonen davon gibt.
Habe nun bei der Recherche zu diesem Artikel herausgefunden, dass
a) die Gruppe unter dem Namen "Savages" die Begleitband
von Screaming Lord Sutch war und
b) sie im Hamburger Star Club vom 1. bis 14. Mai angengiert waren (um Johnny Kidd
& The Pirates und die Searchers zu unterstuetzen.
Vom Sommer bisd zum Winter 1963 waren sie in Norddeutschland auf Tournee
in Staedten iw Hamburg, Hannover, Braunschweig, Luebeck, Lueneburg, Duesseldorf etc.
(Vielleicht hat jemand im Forum alte Zeitungsartikel, Fotos oder Handzettel hierzu
oder aus dem Star Club Magazin???)
Die Gruppe existierte von Oktober 1962 bis Mai 1963 in England und hatte viele
personelle Veraenderungen.
Nach der Tournee in Deutschland loeste sie sich Ende 1963 auf.
Besetznugen auf der EP, die auch in Frankreich und Spanien erschienen ist:
Danny McCulloch - bass
Geoffrey Mew - lead guitar
Fred Cheeseman - lead vocalist and rhythm guitar
Derek Sirman (auf dem Cover steht Surman) - drums
Ashton "Toots" Tootie - tenor

Zuvor hatte Brian Casser aka Casey Jones eine Demo Single aufgenommen mit dem Titel:
One Way Ticket mit den Savages als Begleitband.
Diese bestand aus Carlo Little - drums
Nicky Hopkins - piano
Danny McCulloch - bass
Ray King - guitar
Zudem wurden weitere Titel euiingespielt:
Guitar Boogie von Chuck Berry als Instrumental und
Lucill von Little Richard.
Einge Monate spaeter wurde eine Single bei Columbia veroeffentlicht als
Casey Jones & The Engineers mit Eric Clapton und Tom MacGuinness an der Gitarre.
One Way Ticket b/w I´m Gonna Love.
Eine weitere Demo Single wurde fuer den Saxofonisten Chris Hughes aufegenommen:
Tube Train Stomp.
Chris war spaeter Mitglied der Tony Meehan Combo sowie
von Georgie Fame & The Flames.
Discografie:
Decca DFE 8546 Everybody Surf! With The (Raving) Surfing Savages
Decca 457020M The Raving Savages - Frankreich
Decca SDGE 80.660 Surfin´ U.S.A. Spanien
Alle drei stammen aus 1963
Die Bandfotos sind aus dem Internet, die Cover und Labels von mir.
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Gepostet: 07.11.2017 - 12:32 Uhr  ·  #2
Cover Rueckseite plus Gruppenfoto
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Re: RAVING (Surfing) SAVAGES aus GB

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Gepostet: 15.11.2025 - 17:02 Uhr  ·  #3
Hallo,
hier The Raving Savages in Textform mit etwas mehr drunherum:

Screaming Lord Sutch pflegte einige seiner Musiker mit einem großen Messer zu jagen, meist den Pianisten, der während „Jack the Ripper“ als Prostituierte verkleidet war. So wurde Andy Wren verletzt, und in die Band kam Großbritanniens Antwort auf Jerry Lee Lewis: Fred Cheeseman alias Freddie Fingers Lee (* 24. November 1937 in Chopwell, County Durham, Vereinigtes Königreich als Frederick John Cheeseman; + 13. Januar 2014 in Newcastle). Als Solokünstler trat Cheeseman seit Mitte 1961 mehrmals als Vorband von Screaming Lord Sutch auf. Alle Pianisten der Savages wurden von Sutchs Manager Tom Littlewood „Freddie Fingers Lee The Flea“ genannt – doch Fred behielt diesen Namen für immer. Unter diesem Künstlernamen wurde er zu dem berühmten britischen Rockabilly-Pianisten mit der Augenklappe, die er wie Johnny Kidd trug.

Blackmores Nachfolger bei Lord Sutch war Geoffrey "Geoff" Mew aus Newcastle. Er begann seine Karriere als Banjospieler in der Skiffle-Gruppe The Saints, deren Leadsänger Freddie Fingers Lee Ende der 50 er Jahre war. Damals war er gut mit Brian Rankin, alias Hank Marvin, befreundet, dessen Onkel mit ihm bei Hawthorn Leslie Marine Engineers arbeitete. Mew erinnert sich, dass Marvin und sein Kumpel Bruce Cripps, alias Bruce Welch – beide spielten in der Skiffle-Gruppe The Railroaders – ihm die Kantine der britischen Eisenbahn zeigten, wo man spät abends noch richtig gut und günstig essen konnte. Mit dem Aufkommen des Rock’n’Roll besaß Geoff zunächst ein Jennings Supersound Echo, gab dieses aber zugunsten des unverfälschten Gibson-335-Sounds auf. Anschließend schloss er sich The Jetstreams an, die einmal Eric Burdon von The Animals begleiteten, als dieser im Old Downbeat Jazz Club spontan für ein paar Gastsongs auf die Bühne kam. So überredete Freddie Fingers Lee Dave Sutch, seinen ehemaligen Kollegen für The Savages zu rekrutieren.

Derek "Degsy" Sirmon, ein Bekannter von Ritchie Blackmore und damals erst sechzehn Jahre alt, ersetzte Carlo Little als Schlagzeuger bei den Savages. Sirmon hatte zuvor bei The Conchords, deren Sänger der spätere Mungo Jerry Ray Dorset war, sowie bei Frankie Reid & the Casuals und Mike Dee & the Jaywalkers gespielt, die alle von DJ Phil Jay gemanagt wurden. Er holte Danny McCulloch, den Bassisten der Savages, von den Casuals zu den Savages.

Diese neue Gruppe von Savages begann Ende 1962 gemeinsam in der Staines Town Hall aufzutreten, verließ aber schließlich Screaming Lord Sutch nach einem zweiwöchigen Engagement im Star-Club in Hamburg - vom 01. Mai bis zum 14. Mai - und tourte dann als The Raving Savages auf eigene Faust durch Norddeutschland, wobei sie von Sommer bis Winter 1963 überall als Headliner in Hamburg, Hannover, Braunschweig, Lübeck, Lüneburg, Düsseldorf usw. auftraten.

Ursprünglich waren sie im August 1963 im Hamburger Star-Club als Vorband von Johnny Kidd & The Pirates und den neuen Chartstürmern The Searchers gebucht. Da sie jedoch mit Star-Club-Manager Manfred Weissleder einen Vertrag unterzeichnet hatten, der ihnen versprach, nach ihrem Auftritt dort ein Jahr lang nirgendwo anders als in Hamburg zu spielen, organisierten ihre Hamburger Arbeitgeber einen Wechsel in den Star Palast in Lüneburg, der von Mannfred Woitalla geleitet wurde.

Sie nahmen eine EP mit dem Titel “Everybody Surf with The Surfing Savages“ auf, die von Mike Smith bei Decca produziert wurde, dem Label, das die Beatles verpasst hatte. Das Album enthielt Cover-Versionen kalifornischer Hits der damaligen Zeit, darunter “Surfin' USA“ von den Beach Boys und “Surf City“ von Jean & Dean, bei dem Freddy "Fingers" Lee den Leadgesang übernahm, begleitet von Gitarrist Geoffrey "Pussy" Mew (der den Leadgitarre spielte und entgegen anderslautenden Gerüchten weder Jimmy Page noch Brian Jones) und Bassist Danny McCulloch im Hintergrundgesang. Der Schlagzeuger war Derick Sirmon. Das Saxofonsolo spielte der neu rekrutierte Ashton "Toots" Tootle von Paul Dean & the Dreamers.

Etwa zu dieser Zeit nahm eine alternative Version von The Savages, bestehend aus Carlo Little am Schlagzeug und Nicky Hopkins am Klavier (beide waren Mitglieder der damaligen Besetzung von Cyril Davis & His R&B All Stars), Demo-Singles für den Liverpooler Sänger Casey Jones und den Saxophonisten Chris Hughes auf.

Fingers Lee zog schließlich nach Hamburg, wo er in den Hausbands des Top Ten und des Star-Clubs spielte und später mit Ian Hunter von Mott The Hoople die Band The Shriekers gründete. Er wurde durch Ron Harwood ersetzt, der mit seiner eigenen Band The Premiers antrat, deren Leadgitarrist der spätere Savage John Gilbey war.

Die Raving Savages trennten sich schließlich von ihrem deutschen Manager Mannfred Woitalla und kehrten nach England zurück, bevor sie sich Ende 1963 auflösten. Surman und McCulloch taten sich daraufhin mit den ehemaligen Nashville Teens-Mitgliedern, Sänger Terry Crowe und Gitarrist Mick Dunford, zusammen und gründeten The Plebs. Diese Band begleitete diverse amerikanische Gastkünstler wie Jerry Lee Lewis und John Lee Hooker sowie die britischen Sänger Jess Conrad und Mark Wynter. Später arbeitete Danny McCulloch mit Eric Burdon & seinen New Animals zusammen.

Ashton Tootle (Ashton Tootell), auch bekannt als „Toots“, war der Sohn von Ken Tootle (Ken Tootell), der in den 1950 er Jahren mit der Fred Heath Band gespielt hatte. Er begann seine Karriere als Tenorsaxophonist bei Paul Dean & the Dreamers und schloss sich im März 1963 den Savages an, begleitete sie aber nicht im Mai desselben Jahres zum Star-Club. Nach der Trennung von Screaming Lord Sutch im Juni 1963 organisierte Ashton einen einmonatigen Engagement in Braunschweig. Er arbeitete anschließend als Roadie für die Tornados und kehrte Anfang 1965 zu The Savages zurück.

Der Liverpooler Sänger Brian Casser, auch bekannt als „Casey Jones“ – der John Lennon 1960 vorgeschlagen hatte, seine Band in „Long John & The Silver Beetles“ umzubenennen – nahm mit einer Besetzung von The Savages, bestehend aus Carlo Little am Schlagzeug, Nicky Hopkins am Klavier, Danny McCulloch am Bass und Roadie Ray King an der Gitarre, ein Demo der Single „One Way Ticket“ auf. Sie spielten außerdem Instrumentalversionen von Chuck Berrys „Guitar Boogie“ und Little Richards „Lucille“ ein. Die Aufnahmesession fand am 20. Februar 1963 in den Regent Sound Studios in der Denmark Street statt und wurde von Sandy Shaws Managerin Eve Taylor produziert.

Einige Monate später veröffentlichte Casser die Single „One Way Ticket“ mit der B-Seite „I’m Gonna Love“ als „Casey Jones & The Engineers“ bei Columbia Records. Seine neue Band bestand damals aus Eric Clapton und Tom McGuinness an den Gitarren. Dasselbe Team nahm eine weitere Demo-Single mit dem Titel „Tube Train Stomp“ für den Saxophonisten Chris Hughes auf, der Mitglied des Tony Meehan Combo war und später zu Georgie Fames Blue Flames wechselte. Die erste Demo-Single erschien unter dem Namen „Casey Jones And The Savages“, die zweite unter „Chris Hughes And The Savages“.

Das war's .............

Gruß
Heino
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