Philips Nummernvergabe

 
Benutzer
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Herkunft: Wien
Beiträge: 19983
Dabei seit: 09 / 2008
Betreff:

Re: Philips Nummernvergabe

 · 
Gepostet: 23.06.2011 - 22:54 Uhr  ·  #9
xxxx
Anhänge an diesem Beitrag
Dateiname: k-PHILIPS 12 B.JPG
Dateigröße: 65.6 KB
Titel: k-PHILIPS 12 B.JPG
Information:
Heruntergeladen: 4
Dateiname: k-PHILIPS 11 B.JPG
Dateigröße: 67.56 KB
Titel: k-PHILIPS 11 B.JPG
Information:
Heruntergeladen: 6
Dateiname: k-PHILIPS 10 I.JPG
Dateigröße: 50.76 KB
Titel: k-PHILIPS 10 I.JPG
Information:
Heruntergeladen: 4
Benutzer
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Herkunft: Wien
Beiträge: 19983
Dabei seit: 09 / 2008
Betreff:

Re: Philips Nummernvergabe

 · 
Gepostet: 13.12.2012 - 14:05 Uhr  ·  #10
Der Versuch einer Darstellung, welches Nummern-System und in welcher Reihenfolge die deutsche PHILIPS für ihre Eigen-Produktionen bei 45 RPM-Singles verwendet hat

Am Beginn der 45-RPM-Vinyl-Ära, etwa am Beginn 1954, gab es vorerst eine gemeinsame Nummerierung aller Produktionen (keine Ländertrennung) im Stile der 78er-Nummerierung (P 84 000 F), die Zahlen waren jedoch nicht ident.
Beispiel: P 44 261 H als 78er war P 84 027 F als 45er

Ab etwa Ende 1954 wurde die getrennte Nummerierung eingeführt, aber vorerst nur mit 300 bzw 301, maßgeblich war dann die vierte Zahl, für Österreich zum Beispiel 300 200 sowie 301 000. Deutschland wurde eigenartigerweise in dieses System nicht einbezogen, bei deutschen Produktionen setzte man ganz einfach eine 3 vor die 84
Beispiel: aus P 84 047 F wurde 384 047 PF

Die Idee der getrennten Nummerierung blieb, aber das System 300 bzw. 301 war nicht ausbaufähig, daher wurden neue Schlüsselzahlen kreiert. Das 384 der deutschen Produktionen wurde zu 344 (später 345), Österreich erhielt 341, USA (Columbia) erhielt 321 (später 322) u.s.w. (siehe Tabelle im Download).
Ab diesem Zeitpunkt war die 45er-Nummerierung in der Regel mit der 78er-Nummerierung ident.
Beispiel: P 44 789 H als 78er war 344 789 PF als 45er

Auf der mittels "Download" abrufbaren Tabelle habe ich auch versucht, einen Überblick über die Label-Logos zu geben und danach folgt eine ländermäßige Aufstellung aller mir bekannten 45-RPM-Schlüsselzahlen bis 1962, also nicht nur für D und A.

ACHTUNG!!!
Die Aufstellung basiert auf den mir zur Verfügung stehenden Unterlagen wo es manchmal auch notwendig war Schlüsse zu ziehen. Dafür, ob meine Schlussfolgerungen auch immer in die richtige Richtung gingen, kann ich leider nicht garantieren.
Keep Searchin'
Gerd


PS:
Da die Möglichkeit besteht, dass die von mir verwendeten "Schriften" bei den Label-Varianten (Download) nicht jeder lesen kann, hier zur Ergänzung die diversen Logos als Scan:
Anhänge an diesem Beitrag
Dateiname: k-PHILIPS - B 2.JPG
Dateigröße: 53.93 KB
Titel: k-PHILIPS - B 2.JPG
Information:
Heruntergeladen: 3
Dateiname: k-PHILIPS - B 1.JPG
Dateigröße: 65.12 KB
Titel: k-PHILIPS - B 1.JPG
Information:
Heruntergeladen: 3
Dateiname: k-PHILIPS - A.JPG
Dateigröße: 73.4 KB
Titel: k-PHILIPS - A.JPG
Information:
Heruntergeladen: 3
Benutzer
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Herkunft: Wien
Beiträge: 19983
Dabei seit: 09 / 2008
Betreff:

Re: Philips Nummernvergabe

 · 
Gepostet: 13.12.2012 - 14:09 Uhr  ·  #11
Logo-Variante C und D sowie die Aufstellung als Download
Gerd
Anhänge an diesem Beitrag
Dateiname: PHILIPS-Bestellnummern.doc
Dateigröße: 65.5 KB
Titel: PHILIPS-Bestellnummern.doc
Information:
Heruntergeladen: 223
Dateiname: k-PHILIPS - D.JPG
Dateigröße: 69.65 KB
Titel: k-PHILIPS - D.JPG
Information:
Heruntergeladen: 3
Dateiname: k-PHILIPS - C.JPG
Dateigröße: 70.31 KB
Titel: k-PHILIPS - C.JPG
Information:
Heruntergeladen: 5
Benutzer
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Berlin
Alter: 51
Homepage: truesoundtransfers…
Beiträge: 436
Dabei seit: 07 / 2010
Betreff:

Re: Philips Nummernvergabe

 · 
Gepostet: 13.12.2012 - 15:36 Uhr  ·  #12
Danke Gerd!

Ein paar kleine Ergänzungen:


331000 = Hongkong ab ca. 1958 (331096 sind chinesische Lieder aus dem Soundtrack eines Films von 1959)


346000 = Deutschland ab 1967 (vermutlich Fortsetzung von 345999)

"Irgendwann zwischendurch" in der 2. Hälfte der 1960er wurde außerdem der 1955 zunächst aufgegebene 384000er Block aufgefüllt. Bisher ist mit nicht ganz klar, ob das vor, nach, oder gleichzeitig mit den 346000ern geschah, jedenfalls erscheinen in der 2. Hälfte der 1960er Jahre neue Platten in beiden Nummernblöcken).

THEORIE: Die ursprüngliche Serie P 84000/384000 enthält nur Singles, die Wiederveröffentlichungen älterer Schellackplatten sind; da aber nicht alle Schellacks als 45er erscheinen sollten, vergab man neue Nummern um Lücken im Single-Katalog zu vermeiden. Von dem Zeitpunkt an, als quasi alle Neuveröffentlichungen parallel auf 78 und 45 herauskamen, laufen auch die Serien parallel als P 44000/344000, und am Ende der Schellackproduktion bleiben nur die 344000er übrig. Dadurch endet die 384000er Serie irgendwo auf halbem Wege. Viel später erinnerte man sich, dass da noch ein paar hundert ungenutzter Nummern "herumlagen", und vergab diese nachträglich ungeachtet der Chronologie - wann genau, wäre noch zu erforschen.

Den Wechsel von einer separaten 45er Serie zu einer mit den Schellacknummern parallel laufenden und nach Ende der Schellackproduktion einfach weitergeführten Numerierung gibt es auch bei anderen Labels, z.B. Electrola (zuerst 7MW 500er Serie mit neuen Nummern für wiederveröffentlichte Schellackaufnahmen, dann springen beide Serien zu EG 8500 bzw. 7MW 17-8500 und laufen parallel, spätere Singles zeigen weiterhin "45-EG" in derselben Nummernfolge, selbst wenn es keine parallele "EG" Schellack mehr gibt).


1970: Beginn der siebenstelligen Katalognummern bei Philips, Polydor und allen Sublabels, d.h. alle von Gerd genannten Nummernblöcke enden spätestens 1969.

Chris
Benutzer
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Herkunft: Wien
Beiträge: 19983
Dabei seit: 09 / 2008
Betreff:

Re: Philips Nummernvergabe

 · 
Gepostet: 13.12.2012 - 18:59 Uhr  ·  #13
Hallo Chris!
Ich hoffe du bist mir nicht böse, wenn ich über deine Formulierung "um Lücken im Single-Katalog zu vermeiden" ein wenig schmunzle. PHILIPS ist nämlich der größte vielleicht sogar der einzige Lückenproduzent (einschließlich seiner Sub-Labels wie FONTANA) den es in der Rocknroll-Ära gegeben hat, das ist aber relativ leicht erklärbar. Bei PHILIPS wurden nämlich die Nummern in Eindhoven zentral für Gesamt-Europa vergeben und daher sind Lücken automatisch vorprogrammiert. Kontinuität könnte es nur für Gesamt-Europa geben. Dein hongkonger Beispiel könnte darauf hinweisen, dass zum Teil auch außereuropäische Länder einbezogen wurden, was die großen Lücken noch besser erklären würde. Auch die Briten die auf eine eigene Nummerierung bestanden, mußten die eindhovner Nummer auf ihren Label anführen.
Zur Veranschaulichung kurz ein Beispiel (gilt nicht nur für die USA sondern auch für europäische Länder untereinander):
PHILIPS (D)
?? 58….322 335 BF….FRANKIE LAINE und Orchester..Rawhide/Shine (COLUMBIA 41230/LP 975)
?? 59….322 456 BF….FRANKIE LAINE..My Little Love/Journey's End (COLUMBIA 41376)
Die britische PHILIPS wünschte sich aber die folgende Koppelung und bekam dafür auch eine Nummer:
10 59….45-PB.965….322 498….FRANKIE LAINE with Jimmy Carroll and his Orchestra..Rawhide/FRANKIE LAINE..Journey's End (COLUMBIA 41230/41376)

Abgesehen von solchen Sonderfällen könnte man die PHILIPS-Serie P 84 000 F mit der 7MW 500er-Serie von ELECTROLA vergleichen. Im Unterschied zu ELECTROLA gab es aber bei PHILIPS ländermäßig spezifisch kurzfristige Zwischenserien (384 000 für D, 300 000 und 301 000 für andere Länder). Die endgültigen länderspezifischen Serien wie 344 000, 321 000 etc. (als 78er 44 000, 21 000 etc.) wären dann mit der 17-8500-Serie von ELECTROLA zu vergleichen. Irgendwann lief in der Folge die 78er-Serie aus und die 45er-Serie ging weiter und erreichte mit der Zeit 346 000, womit ich auch deine Vermutung bestätigen will.

Eines muß ich bei deiner Theorie korrigieren, die 384 000-Serie wurde durch die 344 00-Serie ersetzt, die gab es dann nicht mehr. Wenn man aber eine 384 000er nochmals auf den Markt bringen wollte wurde die Nummer nicht mehr geändert, lediglich das Label-Logo war dann der Zeit entsprechend. Dass 384 500 ab 1968 verwendet wurde hat mit der 384 000-Serie sicherlich nichts zu tun.
Ich hoffe, ich konnte vorerst zu einigen wichtigen Fragen Stellung nehmen. Selbst für mich, der diese Cause nur bis 1962 abhandelt, ist es eine äußerst umfangreiche Angelegenheit.
Jetzt noch ein utopischer Wunsch: Es sollten die eindhovner Single-Listen im Forum auftauchen, das wäre eine Sensation und brächte uns Kilometer weiter. Das wird aber ein unerfüllbarer Wunsch an das Christkind bleiben
Keep Searchin'
Gerd
Benutzer
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Berlin
Alter: 51
Homepage: truesoundtransfers…
Beiträge: 436
Dabei seit: 07 / 2010
Betreff:

Re: Philips Nummernvergabe

 · 
Gepostet: 13.12.2012 - 21:05 Uhr  ·  #14
Hallo Gerd,

na, solange ich Dich schmunzeln und nicht heulen lasse, geht's ja noch! :lol:

Ich glaube, die überall störenden Lücken bei Philips liegen mehr in unserem Wissen als im System der Firma. Es gibt keinen Anlaß, etwas anderes anzunehmen, als daß die Nummern in Eindhoven in jedem Block eine nach der anderen vergeben wurden, ohne absichtlich Lücken zu lassen (von solchen offensichtlichen Ausnahmen wie der abgebrochenen und später neu gestarteten 384000er Serie mal abgesehen). Höchstwahrscheinlich gibt es wie bei jeder anderen Firma auch ab und zu Platten, die kurz vor Erscheinen noch aus dem Verkehr gezogen wurden und dann eine echte Kataloglücke bilden, aber erfahrungsgemäß sind das nur wenige Prozent der Gesamtzahl.

Unser "Kummer" entsteht vielmehr dadurch, dass die Philips-Blöcke nicht nach dem Vertriebsgebiet der Platte (wie bei HMV-Electrola) oder nach der Sprache der Aufnahme aufgeteilt waren, sondern offenbar nach dem Aufnahmestudio (bzw. bei Übernahmen nach der Quell-Firma). Auch bei den 7-stelligen Phonogram (Philips+Polydor) Nummern ab 1970 bleibt das so, also hatte es sich offenbar bewährt. Das hatte für die Firma den Vorteil, dass man jede Platte nach Lust und Laune in jedem nationalen Katalog anbieten - oder halt auch weglassen - konnte, ohne dass man auf die Nummer weiter achtgeben mußte, und z.B. im Hamburger Studio auch bei Aufnahmen für den ausländischen Markt einfach die gängige Serie verwenden konnte und nicht etwa in jedem Einzelfall in Paris oder Athen anfragen mußte, welche Nummer denn "frei ist".

Für den Sammler ist das System deswegen unangenehm, weil jeder nationale Katalog (und die gab es angefangen von Holland und England über Südostasien bis nach Neuseeland) außer einer leidlich kompletten "einheimischen" Serie eine große Anzahl wild verstreuter Nummern international produzierter Aufnahmen enthält, ganz anders als etwa bei HMV-Electrola, wo normalerweise z.B. jede in D angebotene britische oder frz. Platte eine neue "deutsche" Nummer bekam. Um die Philips-Nummernserien ohne - oder mit wenigen - Lücken zusammenzupuzzeln, bräuchte man alle Kataloge und Prospekte aller Länder und Jahre: Ohne Verwendung der Eindhovener "Master-Kartei" wahrscheinlich unmöglich, die an einem Ort zusammenzutragen!

Übrigens hast Du mich, was den Übergang 384000 zu 344000 angeht, mißverstanden: Natürlich behalten die "alten" 384000er Titel auf Dauer ihre Nummer! Ich wollte nur ausdrücken, dass am Ende der Schellackzeit die neu dazukommenden Singles die ursprüngliche Schellack-Sequenz (3)44000 fortsetzen und nicht etwa die ursprüngliche Single-Sequenz (3)84000!

1968 wurden dann anscheinend nur noch hundert Nummern dieses in den 50ern aufgegebenen Blocks nachgereicht, jedenfalls finde ich diese "späten" 384000er nur im Bereich 384500 bis 384599.

Es bleibt spannend!

Chris
Benutzer
Avatar
Geschlecht: keine Angabe
Herkunft: Wien
Beiträge: 19983
Dabei seit: 09 / 2008
Betreff:

Re: Philips Nummernvergabe

 · 
Gepostet: 22.12.2012 - 19:46 Uhr  ·  #15
Für die Nummernserie 320 150 BF gibt es neue Erkenntnisse. Diese Serie begann bereits mit 320 100 BF, war aber vorher nur für Norwegen gedacht. Genaueres siehe hier (links klicken).
Keep Searchin'
Gerd
Benutzer
Avatar
Geschlecht:
Herkunft: Berlin
Alter: 51
Homepage: truesoundtransfers…
Beiträge: 436
Dabei seit: 07 / 2010
Betreff:

Re: Philips Nummernvergabe

 · 
Gepostet: 23.12.2012 - 01:38 Uhr  ·  #16
Hallo Gerd,

Ich hab auch was Neues bezgl. der frühen 84000er Serie (im Moment ohne Scan, kann ich bei Interesse nachreichen, ist aber musikalisch unerheblich fürs Forum):

P 84052 wird zu - na? - nein Gerd, nicht 384052, sondern 301009 ! Also ist es Essig mit der schönen Theorie "Papp eine Drei davor, und schon stimmt's wieder".

Grund: Es ist eine Wiener Aufnahme, die man tatsächlich fein säuberlich aus dem deutschsprachigen P 84er Block herausoperiert hat, als der zum in Deutschland aufgenommenen 384er Block umgewidmet wurde! Ob es dadurch einfach gar keine 384052 gegeben hat, oder ob die Nummer mit anderen Titeln neu belegt wurde, weiß ich noch nicht.

Anderes Thema - 1967-1968 geht's so richtig kreuz und quer bei der dt. Philips: Außer 346000 und 384500 taucht auch noch 388000 auf - auf manchen Hüllenrückseiten sind neue Scheiben aus allen drei Serien beworben, also wurden sie wohl nebeneinander her benutzt und nicht brav eine nach der anderen. Ob uns wohl der Weihnachtsmann verrät, was das alles soll? Haben etwa die Philipsianer im Summer of Love die wohltuende Wirkung gewisser Rauchkräuter für sich entdeckt und sahen ihre Kartei etwas verschwommen....?

Chris
Gewählte Zitate für Mehrfachzitierung:   0

Registrierte in diesem Topic

Aktuell kein registrierter in diesem Bereich

Die Statistik zeigt, wer in den letzten 5 Minuten online war. Erneuerung alle 90 Sekunden.