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Pearl Bailey 1944–1947
Neben ihrem Talent und ihrem Erfolg als Schauspielerin sowie als Star in Kabarett, Film und Fernsehen war Pearl Bailey auch eine hochbegabte Jazz-Sängerin. Insbesondere in den späten 1940 er Jahren nahm sie viele hervorragende – wenn auch selten gehörte – Titel auf, die ihre sinnliche Stimme eindrucksvoll zur Geltung bringen. Donald Bogle merkte an, dass Bailey sich sowohl ihrer Grenzen als auch ihrer Stärken bewusst war.
Diese CD dürfte heutige Hörer von ebenjenen bemerkenswerten Stärken überzeugen.
Pearl Mae Bailey wurde am 29. März 1918 in Newport News/Virginia geboren; sie war das jüngste von vier Kindern. Ihr Bruder Bill war ein berühmter Tänzer und Entertainer. Sie wuchs in Washington D.C. und Philadelphia auf. Im Jahr 1933 gewann sie in Philadelphia einen Amateurwettbewerb als Tänzerin. Dies ermöglichte ihr die Teilnahme an verschiedenen Tourneeproduktionen, darunter Auftritte im Apollo in New York, wo sie einen weiteren Wettbewerb gewann – diesmal als Sängerin.
Mitte der 1930 er Jahre trat sie in mehreren New Yorker Clubs auf. Der Bandleader Noble Sissle erkannte ihr Talent und engagierte sie; es folgte ein Engagement bei Edgar Hayes. 1942 tourte sie durch verschiedene Armeelager, bevor sie dem Orchester von Cootie Williams beitrat, mit dem sie schließlich ihre ersten Schallplattenaufnahmen machte.
1944 wurde sie für ein längeres Engagement im Blue Angel Club in New York gebucht; darauf folgte ein kurzes Gastspiel bei Cab Calloway.
1946 gab sie ihr Broadway-Debüt in dem Musical “St. Louis Woman“, und im darauffolgenden Jahr absolvierte Pearl Bailey auch ihren ersten Leinwandauftritt in dem Film “Variety Girl“. Am stärksten blieb sie dem Publikum jedoch durch ihre Rolle in “Carmen Jones“ in Erinnerung.
1952 heiratete Bailey den ehemaligen Ellington-Schlagzeuger Louis Bellson. 1967 erhielt sie den Tony Award für ihre Rolle in der afroamerikanischen Besetzung des Musicals “Hello, Dolly!“, und 1971 startete sie ihre eigene, erfolgreiche Fernsehsendung. Später schränkten gesundheitliche Probleme einige ihrer zahlreichen Aktivitäten ein, doch blieb sie bis weit in die 1980 er Jahre hinein künstlerisch tätig. In ihren letzten Lebensjahren fungierte sie zudem als Sonderdelegierte bei den Vereinten Nationen. 1988 verlieh ihr Präsident Ronald Reagan die Freiheitsmedaille (Medal of Freedom). Pearl Bailey starb in Philadelphia/Pennsylvania am 17. August 1990.
DISCOGRAPHY PEARL BAILEY 1944 – 1947
Dieser erste Band der Aufnahmen von Pearl Bailey, die hier in chronologischer Reihenfolge präsentiert werden, beginnt mit zwei Stücken, die sie als Mitglied des Orchesters von Cootie Williams einspielte. Diese exzellente Big Band bot ihrer vollen, warmen Stimme eine hervorragende Begleitung. “Now I Know“ zählt – aus der Sicht eines Jazz-Fans – zu ihren allerbesten Aufnahmen. Die folgende Reihe von Einspielungen entstand gemeinsam mit dem Weltbürger Herman Chittison, als beide im vornehmen Blue Angel in New York auftraten – mit Charlie Shavers als Gastmusiker.
New York, January 6, 1944
COOTIE WILLIAMS & HIS ORCHESTRA: Cootie Williams-Ermet V. Perry-George Treadwell-Harold "Money" Johnson-t/Ed Burke-George Stevenson-Robert Horton-tb/Eddie Vinson-Charlie Holmes-as/Eddie Davis-Lee Pope-ts/Eddie DeVerteuil-bar/Earl "Bud" Powell-p/Norman Keenan-b/Sylvester Payne-d/Pead Bailey-v.
CR-353 Now I Know - vPB Hit 7075
CR-354 Tess's Torch Song (I Had A Man) - vPB Hit 7075
New York, January 18, 1945
PEARL BAILEY: vocal acc. by Charlie Shavers-t/Herman Chittison-p/Carl Lynch-g/C.arlton Powell-b & others.
CO-34121 He Didn't Ask Me Columbia 37068
CO-34123 (VP-1157) The Quicker I Gets To Where I'm Going V-Disc 431-A
Seltsamerweise wurde “The Quicker It Gets“ seinerzeit lediglich auf einer V-Disc veröffentlicht; mindestens ein weiterer Titel aus dieser Session scheint für immer verloren zu sein.
Die von Mitchell Ayres geleiteten Studiobands setzen sich zwar aus erstklassigen Musikern zusammen, doch erhalten diese nur selten die Gelegenheit, ihr Können als Solisten unter Beweis zu stellen.
Billy Butterfield ist auf der Aufnahme vom 24. April 1945 unverkennbar zu hören. Sowohl “Liecr“ als auch “Fifteen Years“ sind äußerst reizvolle Nummern.
New York, April 24, 1945
PEARL BAILEY: vocal acc. by orch. dir. by Mitchell Ayres: Billy Butterfield-t/Bill Stegmeyer-cl-as/ Hank Ross-ts/Ludwig "Count" Flato-p/ Carl Kress-g/Sid Weiss-b/Johnny Blowers-d.
CO-34618 St. Louis Blues Columbia 37570
CO-34619 Tired Columbia 36837
CO-34620 Fifteen Years (And I'm Still Serving Time) Columbia 36837
New York, November 13, 1945
PEARL BAILEY: vocal acc. by orch. dir. by Mitchell Ayres : Red Solomon-t/Bill Stegmeyer-cI/Bemie Kaufman-as/Hank Ross-ts/Count Flato-p/Remo Palmieri-t/Sid Weiss-b/Iry Kluger-d.
CO-35417 I Ain't Talkin' (Through Its All Over Town) Columbia 37068
CO-35418 Don't Like 'Em Columbia 36930
CO-35419 Personality Columbia 36930
Im März und April des darauffolgenden Jahres sang Pearl Bailey zwei Hits aus dem Musical “St. Louis Woman“ für zwei konkurrierende Plattenfirmen ein, Columbia und Capitol.
New York, March 3, 1946
PEARL BAILEY: vocal acc. by orch. dir. by Mitchell Ayres: Red Solomon-t/Bill Stegmeyer-c_1/Wolfe Tannenbaum-as/Hank Ross-ts/Stan Webb-bar/Bob Kitsie-p/Bany Galbraith-g/Trigger Alpert-b/Morey Feld-d
CO-35927 Legalize My Name Columbia 36969
CO-35928 It's A Woman's Prerogative Columbia 36969
New York, April 14, 1946
BAILEY: vocal acc. by the St. Louis Woman Orchestra dir. by Leon Leonardi-t/fl/bar/str/b/d
933 Legalize My Name Capitol 10054
934 It's A Woman's Prerogative Capitol 10053
Note: Above on Capitol 78 rpm album set CE-28 "St. Louis Woman".
New York, September 9, 1946
PEARL BAILEY: vocal acc. by with orch. dir. by Mitchell Ayres: Chris Griffin-t/Bemie Kaufman-d-as, aoots Mondello-as; Hank Ross-ts/Bennie Payne-p/Hy White-g/Bob Haggart-b/Morey Feld-d
CO-36804 That's Good Enough For Me Columbia 37280
CO-36805 Row. Row. Row Columbia 37280
CO-36806 Get It Off Your Mind Columbia 37570
New York, September 22, 1947
PEARL BAILEY: Bill Stegmeyer-cl-as and Morris -Bunny- Shawker-d replace Kaufman and Feld.
CO-38230 I Need Ya Like I Need A Hole In The Head Columbia 38028
New York, September 23, 1947
PEARL BAILEY: Vocal acc. by orch. dir. by Mitchell Ayres: Red Solomon-t/Bill Stegmeyer-cl-asfroots Mondello-as/Hank Ross-ts/Bennie Payne-p/Tony Mottola-g/Bob Haggart-b/Bunny Shawker-d
CO-38234 But What Are These! Columbia 38028
CO-38235 Say It Simple 'So I Can Understand) Columbia 38328
Im Dezember 1947 nahm sie gemeinsam mit Frank Sinatra einen ausgedehnten Comedy-Blues auf. Dem Experten Will Friedwald zufolge handelte es sich hierbei um das erste interrassische Gesangsduett, das jemals in einem Studio eingespielt wurde – was offenbar auch der Grund dafür war, dass das Stück seinerzeit nur selten im Radio gespielt wurde.
FRANK SINATRA AND PEARL BAILEY: vocal acc. by orch. dir. by Axel Stordhal: Red Solomon-t/Johnny Mince-cl/Art Drellinger-as/Billy Kyle-p/Camien Mastren-gfcrigger Alpert-b/Jimmy Crawford-d.
New York, December 7, 1947
CO-38496 A Little Leamin' Is A Dang'rous Thing - Part I Columbia 38362
CO-38497 A Little Leamin' Is A Dang'rous Thing - Part 2 Columbia 38362
Pearl Bailey 1947–1950
Während der späten vierziger und frühen fünfziger Jahre pendelte Pearl Bailey zwischen Hollywood und dem Broadway hin und her. Obwohl sie als Schauspielerin in Filmen und auf der Bühne in Shows erfolgreich war, gelang ihr nicht jener kometenhafte Aufstieg zu Weltruhm und Stardom, den man von einer so begabten und ehrgeizigen Künstlerin hätte erwarten können. Dennoch – nicht zuletzt, weil sie regelmäßig und in unterschiedlichen musikalischen Kontexten Aufnahmen machen konnte – entwickelte sie sich allmählich zu einer landesweit bekannten Persönlichkeit.
Der zweite Band der chronologisch geordneten Aufnahmen von Pearl Bailey enthält eine Reihe hervorragender Gesangsduette. Bei der ersten Session wird sie von einer Studioband begleitet, mit der sie recht häufig zusammenarbeitete. Das Orchester von Mitchell Ayres und die Charioteers waren eher kommerziell ausgerichtet.
DISCOGRAPHY PEARL BAILEY 1947-1950
New York, December 14, 1947
PEARL BAILEY: vocal acc. by Mitchell Ayres dir. Melvin "Red" Solomon-t/Peanuts Hucko-cl/Nuncio -Toots" Mondello-as/Benny Payne-piTony Mottola-g/Felix Giobbe-b/Jimmy Crawford-d/The Charioteers-v
CO-38520 That's No Way To Do Columbia 38228
CO-38521 Blue Grass Columbia 38113
CO-38522 Old Man, You Been Gone Too Long Columbia 38228
CO-38523 I'm Lazy, That's All Columbia 38328
New York, December 17, 1947
PEARL BAILEY: vocal acc. by Mitchell Ayres dir. Gordon "Chris" Griffin-t/Johnny Mince-cl/Toots Mondello-as/James Sherman-p/Tony Mottola-g/Bob Haggart-b/Johnny Blowers-d/The Charioteers-v
CO-38547 Don't Ever Leave Me Harmony 1059
CO-38548-1 Who? Harmony 1059
CO-38549 Protect Me Columbia 38113
Im Mai und November 1949 nahm Pearl Bailey Duette mit Jackie "Moms" Mabley auf. 1897 geboren, war Loretta Mary Aiken (ihr bürgerlicher Name) eine bedeutende, wenn auch heute weitgehend vergessene Persönlichkeit. "Moms" Mabley trat bereits seit 1913 in Vaudeville-Shows an der Seite vieler der größten afroamerikanischen Stars auf und beeinflusste unzählige jüngere Künstler – darunter auch Pearl Bailey selbst. In den 1960 er und 70 er Jahren erlangte "Moms" Mabley schließlich durch Fernsehauftritte auch beim breiteren Publikum Anerkennung.
New York, May 10, 1949
PEARL BAILEY/PEARL BAILEY AND JACKIE MABLEY (40764): Raymond Tunia-p/Art Ryerson-g/Bob Haggart-b/Terry Snyder-d
CO-40762 Ma, He's Making Eyes At Me Columbia 30167
CO-40764 Don't Sit On My Bed Columbia 30167
CO-40765 Here You Come With Love Columbia CK47082 (CD)
“Ma, He's Making Eyes At Me“ entwickelte sich zu einem kleineren Hit, den Pearl Bailey später oft in Clubs darbot. Raymond Tunias einfühlsame Klavierbegleitung ist hier wie auch auf den folgenden Titeln besonders erwähnenswert.
Die vier Duette mit Hot Lips Page sind schlichtweg herausragend. Die beiden Künstler beflügeln sich gegenseitig und liefern dabei etliche spontane Improvisationen ab.
New York, June 23, 1949
PEARL BAILEY & HOT LIPS PAGE with Rhythm Acc.: vocal acc. by "Hot Lips" Page-t-v/Raymond Tunia-p//Tony Mottola-g/Al Hall-b/Gordon "Specs" Powell-d
CO-40903 Baby It's Cold Outside Harmony 1049
CO-40904 The Hucklebuck Harmony 1049
CO-40905 It's A Great Feeling Harmony 1054
CO-40906 Ain't She Sweet? Harmony 1054
New York, November 3, 1949
PEARL BAILEY/PEARL BAILEY AND JACKIE MABLEY (41871): vocal acc. g/Bob Haggart-b/Specs Powell-d
CO-41868 Frankie And Johnny Columbia 38673
CO-41869 Not Tonight Columbia 38660
CO-41870 Johnson Rag Saturday Columbia 38673
CO-41871 Night Fish Fry Columbia 38660
Pearl Baileys Duette mit dem Crooner Tony Pastor sind gänzlich anderer Natur, unterstreichen jedoch ihre enorme Vielseitigkeit.
New York, December 19, 1949
PEARL BAILEY AND TONY PASTOR: vocal acc. by Tony Pastor and his Orch estra
CO-42510 Mamie Is Mimi Columbia 38694
CO-42511 For You My Love Columbia 38694
Diese CD schließt mit einer weiteren, eher kommerziellen Session, die eine schöne Interpretation des Stücks “They Didn't Believe Me“ enthält. Ein zusätzlicher Titel aus derselben Session scheint verloren gegangen zu sein.
New York, February 2, 1950
PEARL BAILEY: vocal acc. by Tadd Dameron dir. a Toots Mondello-fl/Dave Martin-p/Al Caiola-g/Trigger Alpert-b/Specs Powell-d/eleven strings
CO-42783 Nothing For Nothing Columbia 38722
CO-42784 They Didn't Believe Me Columbia CK47082 (CD)
CO-42785 There Must Be Something Better Than Love Columbia 38722
Gruß
Heino