LIGHTNIN' SLIM

 
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Re: LIGHTNING SLIM

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Gepostet: 08.09.2025 - 11:02 Uhr  ·  #37
Hallo,
der Blues-Gitarrist und Sänger Lightnin' Slim wurde am 13. März 1913 auf einer Farm bei St. Louis/Missouri** als Otis Hicks geboren und verstarb am 27. Juli 1974 in Detroit/Michigan 61 jährig an Krebs.
** Die Forscher Bob Eagle und Eric LeBlanc gaben jedoch anhand seines Wehrdienstbescheids an, dass er in Good Pine/Louisiana geboren wurde.

Sowohl der Rhythmus wie der Gesangsstil von Jimmy Reeds Platten klangen nach in den Aufnahmen mehrerer Männer, die Mitte der fünfziger Jahre in Süd-Louisiana-Platten zu machen begannen. Lightnin' Slim war der erste und beste von ihnen. Er verband einen intimen Gesangsstil mit einem regelmäßigen Boogie Beat und benutzte den Blues, um überzeugende Impressionen seines Lebens, seiner Kultur und seiner Gefühle sowie seiner Beziehungen zu Frauen aufzunehmen.

Mit 13 Jahren zog er nach Baton Rouge. Sein älterer Bruder Layfield unterrichtete ihn im Gitarrespielen und Ende der 1940 er Jahre spielte Slim in Bars in Baton Rouge. Seine erste Aufnahme war “Bad Luck“ (“If it wasn't for bad luck, I wouldn't have no luck at all“), die 1954 bei J. D. "Jay" Miller's Feature Records erschien. Miller, der eine Vorliebe für die Wahl farbenfroher Künstlernamen hatte, taufte ihn Lightnin' Slim.

1954 kann nun als Wendejahr in einer Reihe von Aspekten der amerikanischen Musik angesehen werden, einschließlich einer regelrechten Welle musikalischer Aktivitäten in Süd-Louisiana. Die drei Schallplatten-Macher des Staates waren Jay Miller, Eddie Shuler und George Khoury, und das Produkt bestand hauptsächlich aus Cajun- und Hillbilly-Music. Jeder von ihnen hatte sich seit 1950 mit schwarzer Musik beschäftigt, aber ohne Erfolg. Shuler beschleunigte die Veröffentlichung von R&B im Jahr 1954 auf seinem Folk-Star-Label dramatisch, aber es war Miller, der den beispiellosen Schritt unternahm, den Country-Blues von Lightnin' Slim aufzunehmen. Es wurde auf dem Miller-Label Feature (und Ace CDCHD 587) veröffentlicht und es war die Stärke des Songs und Lightnins außergewöhnliche Gesangsdarbietung, die “Bad Luck“ zu einem erfolgreichen Song zu einer Zeit machten, als etablierte Country-Blues-Künstler wie Lightnin‘ Hopkins, Smokey Hogg und Arthur Crudup keine Labels mehr finden konnten, die daran interessiert waren, sie aufzunehmen.

FEATURE
?? 54….45-F-3006….
LIGHTNING SLIM and His Guitar with Wild Bill Phillips on Harmonica and Diggy Do on Drums..Bad Luck/Rock Me Mama

Wild Bill Phillips, Blues-Mundharmonikaspieler und Sänger, nahm 1954 zwei Titel für den Produzenten Jay Miller in Crowley/Louisiana auf und begleitete Lightnin' Slim im selben Jahr bei seiner ersten Session, “Diggy Do“ am Schlagzeug ……

Lightnin' Slim kann als "Vater des Swamp Blues" (wie das Genre bekannt geworden ist) angesehen werden und verkörpert die Musik seines Staates, die heute Zuhörer auf der ganzen Welt fasziniert. Stilistisch von Lightning Hopkins beeinflusst, ist sein Gesangsstil dennoch sein eigener - sofort identifizierbar. Slim war ziemlich allein in der ersten Generation des Louisiana-Blues, zumindest aktenkundig.

FEATURE
?? 54….45-3008…. LIGHTNING SLIM..I Can't Live Happy (45-507)/New Orleans Bound (45-508)

Ende 1954 erschien mit Feature 3012 die vorletzte Platte der Feature Rhythm and Blues-Serie. Auf ihr war Lightning Slim mit “Bugger Bugger Boy” zu hören. Und Otis Hicks alias Lightnin’ Slim war auch der erste Musiker, dessen Aufnahmen Jay Miller ab Herbst 1955 an das Excello-Label in Nashville zur Veröffentlichung weiterleitete. Miller hatte nämlich erkannt, daß er seine Aufnahmen auch außerhalb von Süd-Louisiana vermarkten konnte, wenn er eine Verbindung mit einem Label einging, das über einen Amerika-weiten Vertrieb verfügte.

FEATURE (78er)
?? 54....45-3012.... LIGHTNING SLIM With Instrumental Accompaniment..Bugger Bugger Boy (45-527)/Ethel Mae (45-528)

Heute wird der Swamp-Blues von Lightnin' Slim weithin geschätzt, aber vielleicht werden ihn viele noch einmal überdenken und zu dem Schluss kommen, dass er talentierter und einzigartiger war, als sie dachten.

In den folgenden Jahren hörte er hauptsächlich auf die Musik der Chicagoer Muddy Waters, Howlin' Wolf und Sonny Boy Williamson, aber während diese Künstler ihre Bands erweiterten, blieben Lightnins Platten in der klassischen Gitarre/Mundharmonika/Schlagzeug-Besetzung bis ins Jahr 1960 hinein. Dass die Platten auch weiterhin kommerzielle Aussichten hatten, ist ein Tribut an die Talente von Lightnin' Slim und Jay Miller.

Und Otis Hicks alias Lightnin’ Slim war auch der erste Musiker, dessen Aufnahmen Jay Miller ab Herbst 1955 an das Excello-Label in Nashville zur Veröffentlichung weiterleitete. Miller hatte nämlich erkannt, daß er seine Aufnahmen auch außerhalb von Süd-Louisiana vermarkten konnte, wenn er eine Verbindung mit einem Label einging, das über einen Amerika-weiten Vertrieb verfügte.

Der Erfolg von Lightnin' Slim veranlasste ihn, sich auf den Blues zu konzentrieren und ein Arrangement einzugehen mit Ernie Young von Excello in Nashville. Er löste Feature Records auf und arrangierte, dass seine Country-Künstler zu Wesley Roses neuem Hickory-Label gingen, für das er Songs schrieb und einige frühe Sessions produzierte.

Excello hatte einige talentierte lokale Künstler, darunter Arthur Gunter und Jerry McCain, aber das Unternehmen schien wenig Ahnung zu haben, wie es sie aufnehmen oder in welche Richtung es gehen sollte. Millers Arbeit stand in krassem Gegensatz zu ihrer eigenen oftmals verwirrten und schlampigen Produktionen, aber Excello konnte seinen Künstlern die Verbreitung und Sichtbarkeit geben, wie es Feature nicht möglich war.

Miller schickte zwei Bandspulen mit “I Can't Be Successful“, “West Texas“ und “What Evil Have I Done“ auf der ersten und klang etwas rauer als “Lightnin' Blues“ auf der Rückseite der Platte. Die Verkäufe erholten sich schnell und blieben für eine gute Anzahl von Jahren konstant.

Bei den ersten Sessions beschränkte sich Millers Rolle darauf, die Geräte einzuschalten und aufzunehmen. Die erste Excello-Veröffentlichung “I Can't Be Successful“/“Lightnin' Blues' (2066) war besonders roh und brach mit dem Muster der drei vorherigen Feature-Releases, indem zwei langsame Seiten gekoppelt waren. Es ist jetzt Lightnins seltenste Platte und scheint aus diskografischer Sicht aus zwei Sessions zu stammen.

Ab Mitte der 1950 er Jahre nahm Slim zwölf Jahre lang für Excello Records auf und arbeitete dabei oft mit seinem Schwager Slim Harpo und dem Mundharmonikaspieler Lazy Lester zusammen.

Wie Sam Phillips von Sun Records hielt Jay Miller die Instrumentierung spärlich – und setzte auf Verwendung von Echo- und Perkussionstechniken, um den Klang zum Funkeln zu bringen. In vielerlei Hinsicht verlief Millers Karriere parallel zu der von Sam Phillips, wenn auch in eine andere Richtung, und beide Männer können als eigenständige Künstler betrachtet werden. Natürlich war 1954 das große Jahr von Phillips, aber sein Erfolg im frühen Rockabilly führte ihn weg von den Blues-Aufnahmen der Jahre, in denen er darum gekämpft hatte, sein Label zu etablieren.

Jay Millers im Herbst 1955 begonnene Zusammenarbeit mit dem Excello-Label in Nashville entwickelte sich für ihn äußerst fruchtbar: waren 1956 ein Drittel aller Excello-Veröffentlichungen Miller-Produktionen, so steigerte sich 1957 dieser Anteil schon auf die Hälfte, denn Millers Produktionen stürmten zwar nicht die Charts, erzielten aber auf dem Rhythm and Blues-Markt solide Verkaufszahlen.

“Lonesome Home“ war eine der ersten Veröffentlichungen auf Gold Star und bringt Lightning Hopkins zurück zum Thema seines ersten Hits: Katie Mae. “T-Model Blues“ wurde 1958 von einem Bluessänger aus Louisiana, Lightning Slim, als “My Starter Won't Start“ auf Excello 45-2142 berühmt, der offensichtlich versuchte, Lightning Hopkins' Ansehen und Ruf gerecht zu werden. Lightning Slim konnte Hopkins' Improvisationsfähigkeiten jedoch nicht das Wasser reichen, wurde aber dank seiner tiefen, trägen Stimme sehr beliebt.

Gruß
Heino
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