Edward Heywood Jr. (4. Dezember 1915 – 3. Januar 1989) war ein amerikanischer Jazzpianist und Komponist, der insbesondere in den 1940er und 1950er Jahren aktiv war. Eddie ist heute wohl vor allem als Schöpfer des vielgeliebten Liedes „Canadian Sunset“ in Erinnerung geblieben. Doch Heywoods Geschichte umfasst weit mehr – nicht nur seine frühen Erfahrungen aus der Big-Band-Ära, sondern auch den Kampf gegen wiederkehrende Lähmungserscheinungen in seinen späteren Jahren.
Heywood wurde in Atlanta, Georgia (USA), geboren. Sein Vater, Eddie Heywood Sr., war ebenfalls ein Jazzmusiker der 1920er Jahre; er ermöglichte seinem Sohn bereits ab dem zwölften Lebensjahr eine musikalische Ausbildung als Begleitpianist im Orchestergraben eines Vaudeville-Theaters in Atlanta, wo dieser gelegentlich Sängerinnen wie Bessie Smith und Ethel Waters begleitete. Heywood zog zunächst nach New Orleans und später nach Kansas City, als das Vaudeville-Theater allmählich durch den Tonfilm verdrängt wurde. Er spielte mit namhaften Jazzmusikern zusammen – unter anderem 1932 mit Wayman Carver, von 1934 bis 1937 mit Clarence Love und von 1939 bis 1940 mit Benny Carter.
Er wurde Hauspianist im „Village Vanguard“ in Greenwich Village, wo er ein eigenes Trio leitete und Sänger begleitete – darunter die „Revuers“, eine Gruppe, der auch Judy Holliday, Betty Comden und Adolph Green angehörten. Nachdem er seine eigene Band gegründet hatte, begleitete Heywood im Jahr 1941 gelegentlich Billie Holiday. 1943 spielte Heywood – auf Drängen von John Hammond, jener Jazz-Autorität, die bereits die Karrieren von Count Basie, Billie Holiday und Benny Goodman gefördert hatte – mehrere klassische Soli für eine Quartett-Aufnahme mit Coleman Hawkins ein (darunter das Stück „The Man I Love“). Zudem stellte er sein erstes Sextett zusammen, dem unter anderem Doc Cheatham und Vic Dickenson angehörten. Eddie und sein Sextett traten im „Cafe Society Downtown“ auf und wurden dort als die „größte kleine Band des Landes“ (The Biggest Little Band in the Land) angekündigt.
Sowohl die Art der Musik, die sie spielten, als auch ihre Selbstinszenierung brachten sie in direkte Konkurrenz zu John Kirby. Die Gruppe pflegte einen präzisen, stilisierten Spielstil, der eine Adaption von Heywoods eigener Spielweise als Solopianist darstellte. Er hatte „Begin the Beguine“ bereits zuvor auf diese Weise als Klaviersolist gespielt und arrangierte das Stück für sein Sextett in genau derselben Manier. Es wurde ein sofortiger Erfolg und prägte den musikalischen Stil der Gruppe auf eine Weise, die sowohl Jazzfans als auch Liebhaber der Popmusik gleichermaßen ansprach. Nachdem ihre Version von „Begin the Beguine“ im Jahr 1944 zu einem Hit avanciert war, erlebte die Gruppe drei äußerst erfolgreiche Jahre. „Begin the Beguine“ verkaufte sich über eine Million Mal und wurde von der RIAA mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.
In der Zeit zwischen 1947 und 1950 erlitt Heywood eine teilweise Lähmung seiner Hände, die ihn vorübergehend völlig am Spielen hinderte. Dies hielt ihn jedoch nicht davon ab, später im selben Jahrzehnt ein Comeback zu feiern. In den 1950er Jahren komponierte und veröffentlichte Heywood Titel wie „Land of Dreams“ und „Soft Summer Breeze“ (1956) – letzterer erreichte Platz 11 der Billboard-Charts. Am bekanntesten ist er jedoch wohl für seine Aufnahme seiner Eigenkomposition „Canadian Sunset“ aus dem Jahr 1956, die er gemeinsam mit Hugo Winterhalter und dessen Orchester für RCA Victor einspielte und die bis auf Platz 2 der Charts vorstieß. Im Jahr 1960 wurde er mit einem „Stern“ auf dem Hollywood Walk of Fame (1709 Vine Street) geehrt.
Nach einer erneuten teilweisen Lähmung in den Jahren 1966 bis 1969 feierte Heywood ein weiteres Comeback und setzte seine Karriere bis weit in die 1980er Jahre hinein fort. Zu diesem Zeitpunkt war er musikalisch bereits eher im Bereich der leichten Unterhaltungsmusik als im Jazz angesiedelt. In seinen letzten Lebensjahren litt Eddie an der Parkinson-Krankheit – ein Leiden, das später durch Alzheimer-Demenz noch erschwert wurde; bereits seit Mitte der 1980er Jahre war sein Gesundheitszustand zunehmend fragil. Er starb am 3. Januar 1989 im Alter von 73 Jahren in seinem Haus in Miami Beach, Florida.