DJANGO REINHARDT

 
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Re: DJANGO REINHARDT

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Gepostet: 11.02.2025 - 12:53 Uhr  ·  #25
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Re: DJANGO REINHARDT

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Gepostet: 11.03.2025 - 17:32 Uhr  ·  #26
Hallo,
am 11.02. hatte ich hier im Forum die Bearbeitung einer Story angekündigt. Sie soll hier nun starten.

Teil 1
Djangos Karriere und wie es dazu kommen konnte ………………..
Der erste eigenständige europäische Jazz-Musiker war – bereits in den 30er Jahren – Django Reinhardt. Als der Gitarrist seine berühmten Soli mit dem Hot Club de France (oder HCF) spielte, drängte der Sinti-Musiker den europäischen Jazz dazu, sich neu zu erfinden, konfrontierte ihn mit der Idee, eine selbstbewusstere Musik zu machen, die ihre eigene Umgebung und ihre eigenen Wurzeln reflektierte. Damals fanden das erste Mal die Melodien und Grooves des Balkan Eingang in den Jazz – zunächst ein Einzelfall.

In den 90er Jahren hat jedoch das Interesse von Jazz-Musikern an den Melodien und Rhythmen Südosteuropas und des Orients so stark zugenommen, dass ein New Yorker Kritiker von der „Balkanisierung des zeitgenössischen Jazz“ sprach. Musiker der New Yorker Downtown-Avantgarde machen die Balkanmusik zum Zentrum ihrer musikalischen Erfahrungen. Jazzer aus Westeuropa eröffnen sich immer stärker den odd meters (den asymmetrischen Taktarten) und den folkloristischen Melodien Osteuropas. Und immer mehr Balkan- und Orientmusiker drangen als Spieler auf die sich rasch globalisierende Jazz-Szene.

Es scheint, als stünden die ungeraden Metren und die reich verzierten Melodien Südosteuropas und des Mittelmeerraumes dem "spirit of jazz" besonders nahe, näher jedenfalls als die auf der klassischen Ausdrucksform basierende Ästhetik der westeuropäischen Musik.

Django Reinhardt war der erste bedeutende Musiker, den Europa hervorbrachte, und er gilt noch immer als der einflussreichste. Per Definition bringen Innovatoren etwas Neues in ihr Feld; Django leistete einzigartige Beiträge sowohl zum Jazz als auch zur Jazztechnik. Er begann seine musikalische Karriere in den 1920 er Jahren mit dem Spielen französischer Volkslieder und Walzer in den Pariser Kabaretts. Diese Clubs, Restaurants und Bars, die durch das Moulin Rouge verkörpert wurden, waren Clubs, Restaurants und Bars, in denen die Unterhaltung bewusst „rau und modern“ war, eine Ablehnung der konventionellen, bürgerlichen Gesellschaft. Diese Gesellschaft fühlte sich vermutlich Django mit seiner armen Herkunft und den anderen Entertainern und Spielern, mit denen er in seiner Jugend verkehrte, überlegen. Vielleicht aufgrund der ideologischen Möglichkeit, sein Leben lang den Musikstil zu spielen, der Tausende von Meilen über den Atlantik hinweg in ähnlichen Umgebungen gespielt und entwickelt wurde. Vielleicht war es sein Gypsy-Hintergrund, der Django dazu befähigte, etwas Einzigartiges zur Jazz-Musik beizutragen, von der er verzaubert war, als er sie zum ersten Mal hörte. Etwas, das in der Zigeunermusik des Repertoires der Lieder Mittel- und Osteuropas verwurzelt ist, vermischt mit denen der französischen und nordafrikanischen Regionen, in die Django und seine Familie wanderten, als er noch Kind war.

Django Reinhardt hat mit seiner erstaunlichen Beherrschung der Gitarre zahlreiche Generationen von Gitarristen und Jazz-Liebhabern überrascht und begeistert.

Oder vielleicht war es nur Zufall, einer jener Schicksalsschläge, die einem Menschen ein Talent verleihen, das weit über die Träume der weniger Glücklichen hinausgeht. Nur der Besitz einer fast übermenschlichen Entschlossenheit, den Rückschlag zu überwinden, den er erlitt, als ihn in seiner Jugend ein schrecklicher Sturm des Abendlandes der Nutzung zweier seiner Finger beraubte, machte seine Karriere überhaupt möglich. Und vielleicht war es die Überwindung dieses Nachteils, die ihm die einzigartige Gitarrentechnik verlieh, die ihn berühmt machte, und ein Vermögen, das er ebenso leicht wieder verlor, wie er es verdiente. Was auch immer der Grund für sein Talent sein mag, Django Reinhardts Platz in der Geschichte des Jazz ist sicher, und seine Geschichte ist bemerkenswert.

Django entstammte einer alten, durch halb Europa gezogenen, vor allem in Frankreich und Belgien heimischen Sinti-Familie. Er wurde in Belgien geboren und lebte noch, als er in den 30er und 40er Jahren der Star des französischen — und damit im Grunde des europäischen — Jazz war, in dem Wohnwagen seiner Familie. Am 02. November 1928 steht Djangos Wohnwagen in Flammen. Dem schwer verletzten Gitarristen prophezeien die Ärzte, dass er nie wieder werde spielen können. Zwei Finger seiner Griffhand sind verkrüppelt. Allein durch die Kraft des Willens bringt er sich das Gitarrespielen wieder bei, er entwickelt unorthodoxe Fingersätze und erfindet mit seinem "Drei-Finger-System" Ideen, auf die andere Gitarristen selbst mit fünf Fingern nicht gekommen wären.

Django Reinhardt war der erste Musiker, der auf seinem Instrument eine eigene europäische Jazz-Sprache fand. Als er in den 30er Jahren seine großen Soli einspielte, drängte der Sinti-Musiker den europäischen Jazz dazu, sich neu zu erfinden, zwang ihn, eine selbstbewusstere Musik zu werden, die ihre eigene Umgebung und Wurzeln reflektiert. Einer Sinti-Legende nach bedeutet Django: „Ich wache auf.“

In seinem Spiel schwingt das Saitengefühl seines Volkes, ob sie nun — wie in Ungarn — Violin oder — wie die spanischen Gitanos des Monte Sacro — Flamencogitarre spielen. All das — verbunden mit seiner großen Verehrung für Eddie Lang — wurde lebendig in Django Reinhardts berühmtem Hot Club de France-Quintett — nur aus Saiteninstrumenten bestehend: drei Gitarren, Violine und Bass. Es ist die Melancholie der alten Sinti-Tradition, die den Zauber von Djangos Musik ausmacht; bis in seine letzten Jahre hinein — er starb 1953 — fand er seine Größe in Stücken langsamen Tempos. Er komponierte Fragmente von Symphonien, Messen, eine Theatermusik mit Texten von Jean Cocteau und träumerische Tongemälde wie “Nuages“, die von Komponisten aller musikalischen Gattungen bewundert werden. Oft ist schon in den Titeln seiner Kompositionen die ganze verzauberte Atmosphäre der Django Reinhardt-Musik eingefangen: “Douce Ambiance“, “Melodie au Crepuscule“, “Song d'automne“, “Daphné“, “Féerie“, “Parfum“, “Finesse“ u.a.. Im Jahre 1946 nahm niemand Geringerer als Duke Ellington Django Reinhardt auf eine Amerikatournee mit.

Django war auch der erste Europäer, dessen Einfluss ebenso in der amerikanischen Szene spürbar wurde — im Spiel zahlloser Gitarristen. Ja, selbst ein Nichtgitarrist wie der Pianist John Lewis wies darauf hin, dass Django Reinhardt durch die Atmosphäre seiner Musik auf ihn gewirkt babe; Lewis hat mit seiner Komposition “Django“ — einem der erfolgreichsten Stücke seines Modern Jazz Quartet — Django Reinhardt ein klingendes Denkmal gesetzt.

1910:
Django Reinhardt wurde am 23. Januar 1910 in Liberchies, einem kleinen Dorf wenige Kilometer nördlich der Stadt Charleroi in Belgien in das Freiluftleben und das Wanderleben seiner Zigeunereltern hineingeboren. Hier hatte die Reinhardt-Familie ihr Winterquartier aufgeschlagen. Seine Eltern gaben ihm bei der Geburt den Namen Jean Baptiste, der sich bald in „Django“ änderte, den Namen, unter dem ihn die Welt einige Jahre später kennen sollte. Er wurde in eine Zigeunerfamilie hineingeboren und war daher von Anfang seines Lebens von der Kultur der Roma umgeben, und seine Eltern folgten den traditionellen Zigeunermethoden, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Es gibt drei Hauptgruppen oder „Familien“ oder „Stämme“ von Zigeunern, die hauptsächlich in Europa leben: die Manouche, die Gitane und die Siniti. Djangos Familie gehört zur Gruppe der Manouche, obwohl seine Abstammung möglicherweise eine Verbindung zu der Gruppe der Siniti hat, die hauptsächlich mit der deutschen Region verbunden ist. Die Manouche-Gruppe war besonders für ihre kreativen Fähigkeiten, ihr handwerkliches Können und ihr Talent als Entertainer bekannt.

* Anmerkung: Die Stammeszugehörigkeit von Django liest sich in der Literatur teilweise recht widersprüchlich. Während in der englischen Ausgabe von Charles Delaunays Biografie am Anfang angegeben ist, dass das englische Wort "gypsy" im franzözischen Original "manouche" lautet, wird Django an anderer Stelle den Romanes zugeordnet. Dagegen bescheinigen Schmitz/Maier Django eindeutig eine Roma-Herkunft und geben an, dass Djangos Vorfahren aus Rumänien stammen. Was nun definitiv richtig ist, kann ich leider nicht beurteilen. Ich möchte hier jedenfalls auf diesen Widerspruch hinweisen.

Dem Namen Reinhardt nach scheinen die Vorfahren von Django aus Deutschland zu kommen; jedenfalls ist belegt, dass die Großeltern von Django (mütterlicherseits) um 1870 in Straßburg gelebt haben und nach dem Ende des Krieges von 1870 nach Frankreich übersiedelten (das Elsaß war damals deutsch). Djangos Vater war - entgegen der von Charles Delaunay geäußerten Vermutung, es könnte sich hier um einen gewissen Jean Vées handeln - Jean-Baptiste Reinhardt, mit dem Djangos Mutter (Laurence "Négros" Reinhardt) um diese Zeit zusammengelebt hatte. Djangos Mutter hieß La Belle Laurence, die selbst nicht ohne Talent war und als Tänzerin und Akrobatin gefragt war. Sie war eine stolze und unabhängige Frau, Eigenschaften, die Django von ihr geerbt hatte, und weigerte sich, den Vater von Django und seinem Bruder Joseph zu heiraten.

Sein Vater war nach Charles Delaunay ein Mann namens Jean Vées, wie manche sagen, manchmal auch Sped Weiss, wie andere sagen, vielleicht ein Hinweis auf die französischen und deutschen Verbindungen seiner Vorgänger, oder vielleicht einfach, weil viele Informationen und die Zigeunerkultur mündlich und nicht schriftlich weitergegeben wurden. Als Entertainer übernahm Jean Vées die Rolle eines Zirkusclowns, aber er spielte auch Geige und Gitarre, ein Talent, das an Django weitergegeben wurde. Er hatte auch das musikalische Gehör, das Django geerbt hatte, und arbeitete gelegentlich als Klavierstimmer und renovierte verschiedene Arten von Schlaginstrumenten.

Da ihre Mutter nicht mit ihrem Vater verheiratet war, nahmen Django und Joseph ihren Nachnamen vom Familiennamen Reinhardt an, was auf die deutschen Wurzeln der Familie hinweist. Djangos Großeltern lebten 1895, zur Zeit des Krieges zwischen Frankreich und Deutschland, in Straßburg und entschieden sich, nach Ende des Krieges in Frankreich zu leben.

Im Alter von acht Jahren ließ sich der Stamm seiner Mutter in der Nähe des Befestigungsgürtels nieder, der das alte Paris umgab, in der Nähe des Choisy-Tors. Django trug nie einen Anzug oder lebte in einem richtigen Haus, bis er zwanzig Jahre alt war. Diese französischen Zigeuner oder Manouches waren eine Welt für sich, mittelalterlich in ihrem Glauben und misstrauisch gegenüber der modernen Wissenschaft. Django wuchs in dieser Welt der Widersprüche auf, mit einem Fuß in der geschäftigen Großstadt Paris und mit dem anderen im uralten Leben der nomadischen Zigeuner. Obwohl in Armut geboren, hatte Django die Seele eines Adligen und diese natürliche Eleganz in Haltung und Haltung drückte sich in seiner Musik aus.

Die Lebensweise der Roma ist historisch nomadisch, hat ihre Wurzeln in Nordindien, und die Migrationstendenzen führten die Menschen und ihre Kultur in die ganze Welt. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts waren die Zigeuner jedoch besonders stark in Europa und Nordafrika vertreten. Djangos Familie machte keine Ausnahme von diesen Traditionen, und ihre Wanderungen in der kleinen Karawane, in der sie lebten und reisten, führten ihn durch ganz Frankreich, Belgien und Nordafrika.

Der Erste Weltkrieg (1914-1918) durchkreuzte jedoch Djangos Kindheit. Die Familie befand sich 1914 in Nizza, als der Krieg ausbrach. Um dem Konflikt zu entgehen, machten sie sich auf den Weg nach Italien, das zu dieser Zeit neutral war, und machten in Livorno Halt. Dann zogen sie nach Korsika und dann weiter nach Algier.

Paris Monday 2 June 1919, L’Orchestre Scrap Iron Jazzerinos
nimmt zehn Titel für die Compagnie Gramophone du Française (Disque Pour Gramophone) auf. Es wird angenommen, dass es sich um eine afroamerikanische Gruppe handelt, die möglicherweise aus James Reese Europe’s 369 Hellfighters Band stammt?
Amerikanische Militärkapelle (Septett), bestehend aus jungen College-Kollegen des Krankenhauses der Washingtoner Basis 21, die sich während des Ersten Weltkriegs in Rouen, Frankreich aufhielten. Die Band nahm ab 1919 sechs Titel für Pathé und im Juni 1919 zehn Titel für Gramophone auf. Sie spielten bis 1921 in Frankreich (im Pariser Casino und in Versailles) und Belgien.

London Monday 11 August 1919
Die ‘Times‘ berichtet, dass „eine Nigger-Jazzband“ (sic) im Buckingham Palace vor König George V. und Königin Mary auftrat, und fügt hinzu, dass zu den Mitgliedern Sidney Bechet und Arthur Briggs gehörten.

London November 1920, Billy Arnold’s Novelty Jazz Band
nimmt zwei Titel für die Columbia Graphaphone Company auf. Billy Arnold (* 23. Januar 1894 in London; + 08. Januar 1962) leitete in den 1920 er Jahren eine Jazz-Band in London. Er war einer der ersten, der den amerikanischen Jazz-Stil nach Europa brachte. Seine Band hatte einen starken Einfluss auf den klassischen Komponisten Darius Milhaud und zunächst auch auf Django Reinhardt. Arnold kam mit seiner Band im Dezember 1921 nach Paris

1920 - 1927:
Seine frühe Kindheit über reiste Django mit seiner Mutter, die inzwischen von Djangos Vater verlassen worden war, durch verschiedenste Teile Europas, bis hinunter nach Algerien und zurück nach Nizza. Die Familie verbrachte einige Zeit an der Côte d’Azur. Nach Ende des Krieges wechselte Djangos Mutter mit ihren beiden Söhnen (Django hatte der Zwischenzeit noch einen jüngeren Bruder - Joseph, auch "Nin-Nin" genannt - bekommen) nach Paris über, wo seine Mutter einen festen Wohnwagenstellplatz am Stadtrand mietete.

Hier verbrachte Django seine restliche Kindheit und die prägenden Jahre seines Lebens, die nicht nur seine musikalischen Fähigkeiten prägten, sondern auch einige Charakterzüge hervorbrachten, die ihm sein ganzes Leben lang blieben. Da sie praktisch als Außenseiter lebten, hatten die Zigeuner kaum Gelegenheit, ein „konventionelles“ Leben zu führen. Da sie viel Zeit unterwegs waren, gab es kaum Möglichkeiten zur Bildung, und selbst als Django ab dem Alter von acht Jahren sesshaft wurde, erhielt er kaum Unterricht. Die Disziplin der Schule und die Autorität der Lehrer waren für die Jugendlichen, die ihre Tage praktisch nach Belieben verbringen konnten, wenig attraktiv. Django selbst verbrachte anscheinend nur einen Tag in der Schule und konnte daher sein Leben lang kaum lesen und schreiben. Wie viele andere Menschen entwickelte Django nach einer „vergeudeten“ Jugend ein Talent für Billard, vielleicht aufgrund der Geschicklichkeit seiner Hände, die es ihm ermöglichte, später mit einem viel respektableren Zeitvertreib ein Vermögen zu machen. Ein weiteres Talent, das er später entwickelte, war jedoch die Fähigkeit, Geld genauso schnell zu verlieren, wie er es verdiente, häufig durch Glücksspiel, eine weitere Fähigkeit, die er sich in jungen Jahren unter den anderen Musikern aneignete, mit denen er spielen sollte.

Obwohl die Bekanntheit des Zigeunerlebens die Möglichkeiten für eine formale Ausbildung begrenzt hielt, war er bald gezwungen, die Geige zu erlernen, das Instrument, das normalerweise mit „Zigeunermusik“ in Verbindung gebracht wird. Was er jedoch wirklich gern getan hätte, war, im Alter von zehn Jahren das Instrument zu spielen, aber die Kosten machten es ihm unmöglich, eines zu besitzen.

Django fühlte sich schon in jungen Jahren zur Musik hingezogen. Mit zwölf Jahren bekam er sein erstes Instrument, eine sog. "Banjo-Gitarre", das ihm ein Nachbar geschenkt hatte, der sein großes Interesse an Musik bemerkt hatte. Er lernte schnell zu spielen und ahmte die Fingersätze der Musiker nach, denen er zusah. Von da an widmete er seine ganze Zeit dem Beobachten anderer Musikstücke und dem Üben auf seinen Instrumenten. Auf einem frühen Foto von 1923 ist ein damals dreizehnjähriger Django zu sehen, wie er eben diese "Banjo-Gitarre" spielt. Mit seiner Hand brachte er sich schnell das Spielen des Instruments bei, indem er ihre Technik kopierte, und verbrachte dann Stunden damit, seine Fähigkeiten zu perfektionieren. Schon bald verblüffte er die Erwachsenen mit seinem Können auf der Gitarre.

Nachdem er auf diesem Instrument aufgrund seiner musikalischen Begabung (er konnte offenbar Stücke bereits nach einmaligen Anhören auswendig spielen) rapide Fortschritte gemacht hatte, war er schon bald in der Lage, mit älteren und erfahrenen Musikern zusammenzuspielen. Charles Delaunay erwähnt einen Vorfall, bei dem eine außer sich vor Sorge geratene Mutter um drei Uhr morgens einen in einem Café am Place d'Italie spielenden Django vorfindet.

Im Alter von etwa zwölf oder dreizehn Jahren spielte er Banjo-Gitarre in den Innenhöfen der Gebäude, auf der Straße, dann in den Kabaretts und auf Bällen von Paris sowie in den Häusern wohlhabender Leute, wobei er weiterhin hauptsächlich zu seinem eigenen Vergnügen spielte. Er wurde vom Akkordeonisten Vetese Guérino entdeckt, der ihn überredete, ihn zu begleiten. Djangos erste professionelle Engagements fanden noch vor seinem dreizehnten Geburtstag in den lokalen Dance Halls statt, wo er die populären Akkordeon-Spieler der Zeit begleitete, wie den damals populären Akkordeonisten Guérino in einem Tanzlokal in der Rue Monge. Diese lokalen Dance Halls waren jedoch nicht die Unterhaltungszentren der angesehenen Pariser. Obwohl er einige seiner früheren zweifelhaften Bekanntschaften hinter sich gelassen hatte, als er begann, sich seiner Musik zu widmen. Aber die Umgebung seines Arbeitsplatzes war nicht viel besser. Ähnlich wie in den alten Häusern und Bars von New Orleans, wo eine neue Form der Musik aus dem Blues entstand, waren diese Tanzhallen die Orte, an denen Musik die Hintergrundmusik für die Zusammenkünfte der Prostituierten und schäbigen Individuen des Pariser Nachtlebens lieferte. Es gab viele Gelegenheiten für ihn, seine Fähigkeiten als Glücksspieler zu erlernen, damit er das Geld verlieren konnte, das er gerade verdient hatte. Das Muster wurde für sein späteres Leben festgelegt. Er machte seine ersten Aufnahmen ungefähr zu dieser Zeit.

Seine allererste Aufnahme machte er, als er ungefähr vierzehn Jahre alt war, und lieferte eine Banjo-Begleitung für einen Sänger namens Chabel. Kurze Zeit später, im Alter von 17 Jahren, heiratete er zum ersten Mal. Diese Ehe mit Florine "Bella" Mayer war jedoch nicht die formelle Art, die in der Zigeunerkultur anerkannt worden wäre, sondern hatte die Form, die in der Zigeunerkultur als formell akzeptiert wurde.

Bald darauf beeindruckte er die lokale Musik, und innerhalb von zwölf Monaten nach Erhalt des Banjo-Guitars begann er seine professionelle Musikerkarriere, eine Karriere, die ihm seinen Platz in der Geschichte sicherte und mit der er viele andere Musiker der damaligen Zeit und danach beeinflusste.

Paris 1926
Der Fotograf André Schaeffner veröffentlicht das Magazin ‘Le Jazz‘ (Editions Claude Aveline).
Woher kommt der Jazz? Kein „nacktes“ Afrika, sondern ein triumphierendes Afrika. André Schaeffner war der Erste, der das afrikanische Musikphänomen erkannte, konzeptualisierte und theoretisch erfasste. Schon 1926 definierte er die typischen Merkmale des Jazz und anderer afroamerikanischer Musik sowie die verführerischen Qualitäten der Interpretationen, die zu einem wahren Dialog zwischen den Instrumenten führen. Schaeffner legt größten Wert darauf, die Quellen zu identifizieren und fängt so die Essenz des Jazz auf akribische und hervorragende Weise ein.

29 September 1926, New York
Eddie Lang und Joe Venuti nehmen zum ersten Mal gemeinsam für Columbia auf (Matrixnummern 142697–8).

Paris oder Umgebung 1927
Django Reinhardt heiratet Mlle Baumgartner.

1928:
Paris 1928
Die ersten Schallplatten von Louis Armstrong werden in Frankreich auf der Columbia BF-Serie veröffentlicht.

23. Januar 1928, Paris
Django Reinhardts 18. Geburtstag.

1928 begleitete Django Reinhardt auf ersten Schallplattenaufnahmen die Akkordeonisten Jean Vaissade, Maurice Alexander und Victor Marceau.

Seine musikalischen Fähigkeiten entwickelten sich so stark, dass Jean Vaissade von seiner Arbeit so beeindruckt war, dass er Django bat, sich selbst und Francesco Cariolato auf Akkordeon und Xylophon bei einigen weiteren Aufnahmesitzungen im Jahr 1928 zu begleiten.

Jean Vaissade
(* 30. Juni 1911 in Paris; + 01. Juni 1979 ebenda) war ein französischer Akkordeonist und Komponist. Seine Eltern, die ursprünglich aus Recoules-d'Aubrac in der Lozère stammen, waren als Weinhändler in der Rue des Pyrénées in Paris ansässig. 1927 nahm er zum ersten Mal für Excelsior auf, im Jahr darauf für Ideal, dann bei Gramophone. Er nahm auch für La voix de son maître auf. Er ermöglichte dem jungen Django Reinhardt, seine Karriere zu starten, indem er 1928 mit ihm aufnahm. Um 1934 war er Edith Piafs erste Begleiterin. Er war von 1938 bis 1940 mit Rina Ketty verheiratet und komponierte die Melodien für ihre großen Hits wie “Sombreros and Mantilles“. Am 15. April 1947 heiratete er Raymonde Fournial (1911-1978).

20. Juni 1928, Paris, L’Accordéoniste Jean Vissade:
Jean Vaissade - aco; Django Reinhardt - bj; (possibly [?] Baiz or Coeffier)-slide-whistle
Ma Régulière BT 4115-1
Griserie BT 4116-1
Parisette BT 4118-1
La Caravane BT 4119-1
BT 4117 bleibt unauffindbar. Es wird angenommen, dass bei dieser Session weitere sechs Titel aufgenommen und anschließend vernichtet wurden. Einer davon könnte BT 4117 gewesen sein.

Engineer: M F C. Alexander
001 BT 4115-1 Ma Régulière (fox-trot) {2.56}
[78 Gr K-5469] [LP Pat C054 10395/6] [CD Fmx FA301]
002 BT 4116-1 Griserie (waltz) {2.43}
[78 Gr K-5454] [LP Pat C054 16001; Swi 8420267]
[CD Fmx FA301; Swi SW 8419]
003 BT 4118-1 Parisette (one-step) {2.39}
[78 Gr K-5454] [CD Fmx FA301; Swi CDSW8419]
004 BT 4119-1 La Caravane {2.44}
[78 Gr K-5469] [CD Fmx FA301]

Da Django damals weder lesen noch schreiben konnte, erschien sein Name auf diesen Platten als „Jiango Renard“.

Juni 1928 in Paris für Ideal, Jean Vissade:
Jean Vaissade - aco; ”Jiango Renard” - bj; Francesco Cariolato - xyl
Amour De Gitane JD 0999
Aubade Charmeuse JD 1000
Mome À La Gratiche JD 1001
L’ondée JD 1002
La Plus Belle JD 1003
Déception D’amour JD 1004

A contextual bio-discography 3
005 ID 999 Amour De Gitane (valse) {3.05}
[78 Ideal 8543] [CD Fmx FA301]
006 ID 1000 Aubade Charmeuse (valse) {2.45}
[78 Ideal 8544] [CD Fmx FA301]
007 ID 1001 Mome La Gratiche (valse) {2.47}
[78 Ideal 8545] [CD Fmx FA301]
008 ID 1002 L’Ondee (valse) {2.37}
[78 Ideal 8546] [CD Fmx FA301]
009 ID 1003 La Plus Belle (valse) {2.46}
[78 Ideal 8547] [CD Fmx FA301]
010 ID 1004 Déception D’Amour (valse) {3.03}
[78 Ideal 8548] [CD Fmx FA301]

Diese Aufnahmen wurden im Juni in Paris gemacht. Die Titel spiegeln die eher romantische Interpretation der französischen Form und auch seine Zigeunerwurzeln in den Liedern wider, die er verwendete. Zu diesen Titeln gehören “Amour de Gitane“, “Aubade Charmeuse“, “L‘Ondée“ und “Deception d'Amour“. Berichten zufolge erhielt Django für seine Teilnahme an diesen Sessions 500 Francs.

DISQUE IDÉAL
00 ??....8543/8544…. ACCORDÉONISTE JEAN VAISSADE BANJOISTE JIANGO RENARD Et XYLOPHONISTE F. CARIOLATO..
Amour De Gitane/Aubade Charmeuse
00 ??....8545/8546…. ACCORDÉONISTE JEAN VAISSADE BANJOISTE JIANGO RENARD Et XYLOPHONISTE F. CARIOLATO..
Mome Le Gratiche/L’Ondee

Neben Auftritten auf diesen Vaissades-Aufnahmen spielte Django an seiner Seite in Paris und auch während der Sommersaison im französischen Badeort Berk-sur-Mer.

Juni 1928 in Paris, L’Orchestre Alexander:
Maurice Alexander (acc); probably Django Reinhardt (bjo); unknown (traps).
011 H 848-B Parisette


DISQUE HENRY
00 28….848 A/B…. exécuté par l’Orchestre ALEXANDER Accordéon, Saxo et Banjo..Drifting et Dreaning/Parisette*
* mit Django Reinhardt

Juli 1928 in Paris, L’Orchestre Alexander:
Maurice Alexander - aco; Django Reinhardt - bj; ? -slide-whistle
La Pergola H 906-A
Déception D’amour H 906-B

DISQUE HENRY
00 28….906 A/B…. exécuté par l’Orchestre ALEXANDER Accordéon, Saxo et Banjo..La Pergola/Déception D’amour

September-Oktober 1928 in Paris, MM (Victor) Marceau, Accordéoniste Virtuose:
Victor Marceau - aco; “Jeangot” - bj; Erardy – whistle
A Miss Columbia (marche américaine) H 966-A
Au Pays De L’hindoustan H 966-B
Moi Aussi H 968-A
Tarragone H 968-B

012 H-966-A Miss Columbia (marche américaine) {2.10}
[78 Henry 966] [CD Fmx FA301]
013 H 966-B Au Pays De L’Hindustan (fox-trot) {2.37}
[78 Henry 966] [CD Fmx FA301]
4 Jean ‘Django’ Reinhardt: A contextual bio-discography
014 H 968(A) Moi Aussi {2.42}
[78 Henry 968] [CD Fmx FA301; Swi 8419]
015 H 968(B) Tarragone {2.46}
[78 Henry 968] [CD Fmx FA301]

DISQUE HENRY
00 28….966 A/B…. Victor Marceau..Au Pays De L’hindoustan/Miss Colombia
00 28….968 A/B…. Victor Marceau..Moi Aussi/Tarragone

Victor Marceau
ein außergewöhnlicher Akkordeonist, hinterließ mit seinen bezaubernden Musette-Melodien einen unauslöschlichen Eindruck in der Welt der Musik. Obwohl sein Name vielleicht nicht so bekannt ist wie der einiger seiner Zeitgenossen, zeigten seine Zusammenarbeiten, insbesondere mit dem legendären Django Reinhardt, sein enormes Talent und seine Innovationskraft.
1928 begab sich Marceau auf eine musikalische Reise, die die Landschaft der Musette-Musik für immer verändern sollte. In dieser Zeit schloss er sich mit Django Reinhardt zusammen, einem aufsteigenden Stern in der Jazz-Szene.

September-Oktober 1928 in Paris, Chaumel, acc. par l’Orchestre de M. Alexander
[?] Maurice Chaumel (vcl) acc. probably by Maurice Alexander (acc); probably Django
Sur La Place De L’opéra H 962
E Viva La Carmencita H 963

Dies ist möglicherweise der „Chabel“, mit dem Django Reinhardt laut Charles Delaunay seine ersten Aufnahmen gemacht hat.

Reinhardt (bjo).
016 H962-A Sur La Place De L’Opéra
[78 Henry 962]
017 H962-B E Viva La Carmencita
[78 Henry 962]
‘Henry’ recordings are acoustic.

DISQUE HENRY
00 28….962 A/B…. Chaumel acc. par l’Orchestre de Maurice Alexander..Sur La Place De L’opéra
00 28….963 A/B…. Chaumel acc. par l’Orchestre de Maurice Alexander..E Viva La Carmencita

01 November 1928, Paris
Der englische Tanzbandleader Jack Hylton besucht angeblich den Club La Java in Belleville und bietet Django Reinhardt einen Vertrag an, in seinem Orchester zu spielen. Aktuellen Untersuchungen zufolge waren Hylton und sein Orchester zu dieser Zeit jedoch auf Deutschlandtournee, und es erscheint unwahrscheinlich, dass er am 01. November in Paris war. Der wahrscheinlichste Zeitraum für dieses Szenario, falls es überhaupt stattgefunden hat, ist das Frühjahr 1928, als Hylton definitiv in Paris war.

Nachdem Django Reinhardt im Jahre 1928 - achtzehnjährig - bereits seine ersten Schallplattenaufnahmen gemacht hatte (hauptsächlich mit dem Orchester des Akkordeonisten Jean Vaissade), unterbrach ein Vorfall am 02. November desselben Jahres jäh seine Karriere als Musiker.

Ein Rückschlag
Am 02. November 1928 war er in einen Unfall verwickelt, von dem man dachte, er hätte das Leben eines weniger entschlossenen Individuums beendet, noch bevor es begonnen hatte. Django war inzwischen bereits verheiratet - für Zigeuner in diesem Alter keine Seltenheit. Um ein Uhr morgens kehrte der 18-jährige Django von einer Nacht voller Musik in einem neuen Club La Java in den Familienwohnwagen zurück, der nun das Zuhause von ihm und seiner neuen Frau war. Der Wohnwagen war voller Zelluloidblumen, die seine Frau gebastelt hatte, um sie am nächsten Tag auf dem Markt zu verkaufen. Als Django zwischen den Blumen etwas hörte, das er für eine Maus hielt, bückte er sich mit einer Kerze, um nachzusehen. Der Docht der Kerze fiel in die leicht entflammbaren Zelluloidblumen, und der Wohnwagen verwandelte sich beinahe augenblicklich in ein loderndes Inferno. Django hüllte sich in eine Decke, um sich vor den Flammen zu schützen. Irgendwie schafften er und seine Frau es durch den brennenden Raum in Sicherheit nach draußen, aber seine linke Hand, die für Gitarristen so wichtige Griffhand, und seine rechte Seite vom Knie bis zur Hüfte waren schwer verbrannt. Seine Frau, die mit ihrem ersten Kind schwanger war, entkam ohne schwere Verletzungen.

Django verbrachte jedoch achtzehn Monate im Krankenhaus. Zuerst wollten die Ärzte sein Bein amputieren, aber Django weigerte sich. Er wurde in ein Pflegeheim verlegt, wo die Pflege so gut war, dass sein Bein gerettet werden konnte. Während er sich mühevoll von diesem Schicksalsschlag erholte, hatte man ihm - auf Anraten des Arztes - seine Gitarre ins Hospital gebracht. Nun sollte man meinen, dass nach einer solchen Katastrophe seine Karriere als Musiker ein für alle Mal beendet gewesen wäre, aber Django brachte es mit eiserner Disziplin fertig, mit der verletzten Hand, von der lediglich noch Daumen, Zeige- und Mittelfinger voll funktionstüchtig waren, ein völlig neues Fingersystem entwickeln, das um die beiden Finger seiner linken Hand herum gebaut war und volle Beweglichkeit bot. Sein vierter und fünfter Finger der linken Hand waren permanent zur Handfläche hin gekrümmt, da die Sehnen durch die Hitze des Feuers schrumpften. Er konnte sie auf den ersten beiden Saiten der Gitarre für Akkorde und Oktaven verwenden, aber eine vollständige Streckung dieser Finger war unmöglich. Seine Solos spielte er ausschließlich mit Zeige- und Mittelfinger! Filmausschnitte von Django zeigen seine anmutige und präzise Technik, die fast unglaublich ist.
Als Nachwirkung dieses Zwischenfalls hatte er allerdings von nun an eine panische Angst vor Feuer und wurde noch lange von Alpträumen heimgesucht, aus denen er schweißgebadet erwachte.

Bald kam es auch zur Trennung von seiner Frau. Ihr Sohn, Henri Baumgarter, wurde später selbst Gitarrist unter dem Namen Lousson Reinhardt.

Nach der langen Genesungsphase konnte er sein Bein wieder benutzen, aber seine Finger waren noch nicht komplett einsatzfähig. Auch in anderen Bereichen seines Lebens kam es zu Veränderungen; nachdem er das Pflegeheim verlassen hatte, traf er wieder auf Sophie Ziegler, eine Frau, die er schon seit der Zeit vor seiner Hochzeit kannte. Sophie oder Naguine, wie man sie normalerweise kannte, war für den Rest seines Lebens seine Partnerin, obwohl sie erst viele Jahre später eine formelle Ehe eingingen, als er ein berühmter und insgesamt „ehrenhafterer“ Bürger wurde.

In der Zwischenzeit jedoch, entschlossen, seine musikalische Karriere zu vertiefen, widmete er sich wieder dem Gitarrenspiel und entwickelte seine eigene Technik zum Greifen mit der linken Hand. Mit seinem bemerkenswertem Talent überwand er die Einschränkungen und wurde zum einflussreichsten Gitarristen, den Europa je hervorgebracht hatte.

23. Januar 1929, Paris
Django Reinhardts 19. Geburtstag.

April 1929, Paris, Le Moulin de la Galette, Gregor et ses Gregorians:
Pierre Allier, Stéphane Grappelli, Gaston Lapeyronnie, Stéphane Mougin, Sylvio Schmidt and Michel Warlop
nehmen 10 Titel für Edison Bell records (matrix numbers 88853–62).

16. Mai 1929, Paris, Ray Ventura et ses Collégiens:
Philippe Brun, Roger Grasset, Gaston Lapeyronnie and Stéphane Mougin
nehmen 4 Titel für Odéon auf.

Juli 1929, Paris,
Die Veröffentlichung der ersten Ausgabe der ‘Review de Jazz‘, die nach aktuellen Forschungsergebnissen die erste reguläre Publikation zum Thema Jazz weltweit ist, deren Ambition darin bestand, eine Verbindung zwischen Redakteuren, Orchesterleitern und Musikern herzustellen. Sie wurde auf Initiative von Gregor und seinen Musikern gegründet und hatte folgende Mitarbeiter: Stéphane Mougin, Philippe Brun, Stéphane Grappelli und Hughes Panassié.

1930:
23. Januar 1930, Paris
Django Reinhardts 20. Geburtstag.

Die Überprüfungs- und Begründungskommission der Streitkräfte befreit Django Reinhardt im April 1930 vom Militärdienst.

Paris 1930
Django Reinhardt und der Pianist Stéphane Mougin beginnen zusammen zu spielen.

Zu Beginn der 1930 er Jahre kehrte Django zum Spielen in den Bars von Paris zurück. In den zwei Jahren, in denen er den von ihm verwendeten Musikstil wiederentdeckte, war er nicht mehr populär und er interessierte sich viel mehr für Jazz. Anstatt die alten Dance Halls zu besuchen, traf man ihn häufig in den Cafés an, in denen sich die professionellen Musiker versammelten, und er fühlte sich immer mehr zu Hause unter diesen erfahreneren Musikern, die ihre „neue“ Musik spielten. Djangos Bruder Joseph versorgte Django inzwischen auch mit weiterer musikalischer Begleitung auf der Gitarre. Bald jedoch beschlossen Django und Naguine weiterzuziehen, und sie machten sich auf den Weg nach Süden. Auf ihrer Reise gingen sie nach Nizza, Cannes und dann weiter nach Toulon.

Mai 1930, Paris, Gregor et ses Gregorians:
Alex Combelle, (possibly) Guy Paquinet, Sylvio Schmidt und Michel Warlop
nehmen zwei Titel für Columbia auf.

Mai 1930, Paris, Ray Ventura et ses Collégiens:
nehmen zwei Titel für Compagnie Française du Gramophone auf.

11. Dezember 1930, London, Noble Sissle’s Orchestra:
Arthur Briggs and Frank "Big Boy" Goudie
nehmen vier Titel für English Columbia (matrix numbers 10968–71) auf.

Gruß
Heino
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Re: DJANGO REINHARDT

 · 
Gepostet: 11.03.2025 - 17:33 Uhr  ·  #27
Teil 2:

1931:
23. Januar 1931, Paris
Django Reinhardts 21. Geburtstag.

Frühjahr 1931, Toulon
Hier sollte es zu einer Begegnung kommen, die einen musikalischen Wendepunkt in seinem Leben darstellen sollte. Joseph arbeitete mit ihm in den Bars und Cafés von Toulon. Django erscheint im Café de Lion, wo er Emil Savitry trifft, und im Coq Hardi, wo er von Jean Cocteau gesehen wird. Savitry, ein Artist, ein Maler, ein Wanderer und vor allem ein autodidaktischer Gitarrenspieler und Musikfan, war von Djangos Kunst so beeindruckt, dass er die Brüder in sein Zimmer über der Bar einlud, wo er sich eines Abends nach ihrem Auftritt aufhielt und ihnen einige der Schallplatten vorspielte, die er auf seinen Reisen gesammelt hatte. Er führte damit Reinhardt über seine Plattensammlung in den Jazz ein. Diese soll Stücke von Louis Armstrong (wahrscheinlich Ausgaben der Columbia BF-Serie), Joe Venuti und Eddie Lang (wahrscheinlich französische Odéon-Ausgaben) und Duke Ellington (wahrscheinlich französische Brunswick-Ausgaben) enthalten haben.

Wenn man sich etwas näher mit der zurückliegenden Geschichte des Jazz (sprich: des amerikanischen Jazz) beschäftigt, so wird deutlich, dass die Gründung des Quintette du Hot Club de France maßgeblich von zwei amerikanischen Musikern der 20 er Jahre beeinflusst wurde: dem Gitarristen Eddie Lang und dem Geiger Joe Venuti, mit dem Lang als Partner zusammenspielte. Die Parallelen, die sich hier ergeben, sind vielfältig und reichen von der Instrumentierung (Gitarre und Geige) bis hin zu bestimmten Aufnahmen beider Formationen: Der von Lang/Venuti aufgenommene “Tiger Rag“ wurde der Diskographie Delaunays zufolge nicht weniger als sechsmal von Django Reinhardt und Stéphane Grappelli aufgenommen. Eine andere Parallele ist die Bearbeitung von klassischen Kompositionen (“Prelude“ von Rachmaninoff bei Lang/Venuti, J. S. Bach bei Reinhardt/Grappelli), obwohl es fraglich ist, ob dieses letztere ein charakteristisches Beispiel ist, dürfte doch die Verarbeitung klassischer Themen damals wie auch später (beispielsweise durch Glenn Miller und sein ab 1941 bestehendes Army Air Force Orchestra) im Jazz zumindest nicht unüblich gewesen sein.

Lonnie Johnson hat vor allem Eddie Lang, den wichtigsten Gitarristen des Chicago-Stils, beeinflusst und auch mit ihm Duo-Aufnahmen gemacht. Lang stammt aus einer italienischen Familie, und die bei vielen aus Italien stammenden Jazz-Musikern spürbare Tendenz zur Kantilene und zum Melos der italienischen Musiktradition lässt sich auch bei ihm finden. Der andere Chicago-Stil-Gitarrist ist Eddie Condon, stärker von Johnny St. Cyr beeinflusst, reiner Akkordmusiker und bis zu seinem Tode im Jahr 1973 ein unermüdlicher Spiritus Rector der Dixieland- und Chicago-Stil-Szene in New York.

Wer all das gehört hatte, was diese Gitarristen bis in die zweite Hälfte der 30 er Jahre hinein spielten, und sich dann nach Europa versetzte, um dort Django Reinhardt zu hören, kann die Faszination verstehen, die Django auf die amerikanischen Jazz-Musiker ausübte. Er konnte nicht lesen und kaum mehr als seinen eigenen Namen schreiben, aber wenn er musizierte, dann erschloss er der Gitarre Welten, von denen vorher kein Mensch etwas wusste. Seine Soli sprühten vor Überraschungen — wie ein Feuer, in das ein Mensch Holzscheite wirft so viel er kann.

Nachdem Django diese Musiker gehört hatte, war er ein Fan von Jazz und Swing, Einflüsse, die ihn bald zum besten Jazz-Musiker machten, den Europa je hervorgebracht hatte. Am einfachsten ist diese Geschichte darüber, wie Django Reinhardt seine Karriere als Jazz-Musiker begann. Eine andere Version der Ereignisse besagt, dass sein Erwachen kam, als er eine Version von Louis Armstrong‘ “Dallas Blues“ auf einem Markt in New Orleans entdeckte.

Diese neue Musik fand einen Platz tief in Djangos Herz. Sie war das perfekte Medium für sein erstaunliches Improvisationstalent. Django spielte selten, wenn überhaupt, ein Solo zweimal auf die gleiche Weise. Zahlreiche Aufnahmen beweisen dies. Sein kreatives Genie war nicht nur das eines Meisterimprovisators, sondern auch das eines Komponisten, und ihm können zahlreiche Stücke mit wunderschönen Melodien und anspruchsvollen, subtilen harmonischen Strukturen zugeschrieben werden. Django konnte jedoch weder Noten lesen noch schreiben und war daher auf die Gnade anderer angewiesen, die seine Ideen zu Papier bringen konnten.

Es könnte tatsächlich eine Begegnung mit einem der frühen Begründer des Jazz-Stils gewesen sein, da viele der einflussreichen Bands von Amerika nach Großbritannien und Europa kamen, um ihre Popularität beim breiten Publikum zu steigern oder eine kleine Gruppe von Liebhabern anzusprechen. Nach einer gewissen Zeit begann aufregende neue Musik aus Amerika, Europa zu erobern. Schon Reinhardt war mit der sich entwickelnden Musik vertraut und ließ gelegentlich Lieder wie “Dinah“ von Akst/Lewis/Young für die Massen in den großen Dance Halls einfließen, die großzügig respektvoll reagierten. Jazz war in Frankreich nicht unbekannt, wie der Aufstieg des Hot Clubs de France in Paris zeigen sollte.

Wie auch immer er zum ersten Mal mit Jazz in Berührung kam, Djangos Karriere begann in Südfrankreich Gestalt anzunehmen, denn hier, so erzählt ein anderer Bericht, lernte er 1931 Louis Vola kennen.

Louis Vola
(* 06. Juli 1902 in La Seyne-sur-Mer; + 15. August 1990 in Paris) wurde an der Riviera als Sohn eines aus Italien stammenden Schuhmachers geboren. Er spielte zunächst auf dem Akkordeon seines Vaters und lernte dann weitere Instrumente. Besuche bei den Bal Musettes weckten seine Begeisterung für Musik und den Wunsch, Berufsmusiker zu werden, nachdem er kurz den Versuch unternommen hatte, Bäcker zu werden. Vola lernte daraufhin Kontrabass und spielte Tanzmusik.

Bereits seit Frühjahr 1931 spielte Louis Vola mit einem Orchester im Lido Club von Toulon. Als er eines Abends mit der Arbeit fertig war, hörte er anscheinend Django und Joseph am Strand Gitarre spielen und bat sie, am nächsten Tag mit ihm in den Club zu kommen. Vola war von Djangos Talent so beeindruckt, dass sie bald regelmäßig zusammenarbeiteten.

Seit April 1931 spielt Django mit dem Orchester Vola et ses Gars im Lido de Toulon.

Am 29. Mai 1931 entstanden im Grand Théâtre von Toulon Aufnahmen der Volas Gruppe (“Carinosa“) unter dem Namen Louis Vola et Son Orchestre du Lido de Toulon auf denen Django Reinhardt als Solist zu hören war. Zwei Titel, die sie zusammen aufnahmen, sind “Canaria“ und “Carinoso“. Louis und Django wurden von Doubraire am Klavier und Jules Pouzalgues an der Violine begleitet. Stimmlich war Lixvot (?) zu hören.

29. Mai 1931 im Grand Théâtre von Toulon, Louis Vola et son Orchestre du Lido de Toulon:
Louis Vola - aco, bs; Doubraire - pf; Django Reinhardt - g; Jules Pouzalgues - vln; ? - dr; Lixvot - vo;
Engineer: Ernest Gower
018 OG 762-1 Canaria {2.35}
[78 Gr K-6542] [CD Fmx FA301]
019 OG764-1 C’Est Une Valse Qui Chante (valse) {3.04}
[78 Gr K-6339] [CD Fmx FA301]
As above, vocal by Lixbot, without tpt, tbn, saxes, vln or dms.
020 OG 765-1 Carinoso {2.53}
[78 Gr K-6542] [LP Pat C054 16001; Swi SW8420267]
[CD Fmx FA301, Swi CDSW8419]

DISQUE GRAMOPHONE
00 31….K-6542…. Louis Vola et son Orchestre du Lido de Toulon avec Django Reinhardt..Carinosa**/Canaria
** Vocal: Lixvot

Bei dieser Session wurden auch fünf weitere Titel aufgenommen, in denen vermutlich kein Django vorkommt. Die früheste bekannte Matrix, die Gower in Toulon aufnahm, OG750, wurde zwei Tage zuvor, am 27. Mai, erstellt.

Info: Von Lixvot ist eine Schellack-Veröffentlichung auf Parlophone (F) 85.251 bekannt: “Marius épouse Marinette“/“Avec Ma Rosette“.

Für einige Auftritte in einem Club namens Cyro's wurde ein Violin-Spieler in die Besetzung aufgenommen. Der Spieler war Sylvio Schmidt, und dies gab Django einige weitere Erfahrungen im Spielen neben einem Geiger.

Sommer 1931, Palm Beach in Cannes, The Louis Vola orchestra, featuring Django:

Schließlich fanden sie zusammen Arbeit in einem Club namens Palm Beach in Cannes, für den sie sich als Matrosen verkleiden mussten, in einer Kulisse namens “La Boite ti Matelots“. Danach zog die “La Boite ti Matelots“-Performance nach Paris, um ab Dezember 1931 im Pariser Boîte à Matelots aufzutreten.

Vor dieser Premiere spielte Django mit den Gitarristenbrüdern Ferret (Pierre "Baro", Sarane und Matelo) in den russischen Cabarets Casanova und Shéhérazade.

Pierre "Baro" Ferret
Pierre Joseph "Baro" Ferret (* 1908 in Rouen; + 1978[1]) war ein französischer Gypsy-Jazz- und Musette-Gitarrist und Komponist. Der aus Rouen stammende Baro Ferret war der älteste der drei Brüder Ferret, die alle in Frankreich als Gitarristen bekannt waren und durch ihre Onkel wurden. Er trat schon früh mit seinen Onkeln in lokalen Tanzsälen auf und zog 1931 nach Paris. Dort wurde er bald als Banjospieler bzw. Gitarrist bei den Bals Musette bekannt, zunächst mit dem italienischen Akkordeonisten Vétese Guérino, mit dem er auch aufnahm. Baro Ferret spielte die Valse Musette mit Swing-Artikulation und improvisierte dabei in erster Linie mit dem Stilmittel der Akkordzerlegung (Arpeggio).

Er nahm so Teile von Django Reinhardts Stilistik vorweg, mit dem er auch befreundet war. Zwischen 1935 und 1939 war Ferret Mitglied von dessen Quintette du Hot Club de France und war 1940 auch an seinem Projekt Django's Music beteiligt. Er ist auf etwa 80 Einspielungen Reinhardts zu hören.

Als das Engagement im Pariser Boîte à Matelots begann, wurde Sylvio Schmidt an der Violine durch Léon Ferreri ersetzt.

Léon Ferreri
(* um 1905; + unbekannt) war ein französischer Jazz-Musiker (Trompete, Posaune, Geige, Klavier, Komposition). Léon Ferreri, ein Bruder des Jazz-Musikers und Produzenten Albert Ferreri, war ab den späten 1920 er Jahren in der Pariser Musikszene aktiv. Die ersten Aufnahmen entstanden 1930 mit Léo Poll et son Orchestre, in dem er Posaune spielte. In den frühen 1930 er Jahren arbeitete er u.a. mit Jean Sablon (“Le même coup“, mit Ferreri am Piano) und Éliane de Creus, die er bei mehreren Plattensessions u.a. mit Django Reinhardt und Michel Emer begleitete

Wenn man sich die Besetzung dieser Band anschaut, kann man bereits einige der Musiker entdecken, die zwei Jahre später im berühmten Quintette du Hot Club de France mitspielten: Louis Vola [acc], Django Reinhardt [g-solo], Joseph Reinhardt oder Roger Chaput [g-rhythm], ein gewisser Paul Jean-Jean [ts], Rumolino [bs-s], Léon Ferreri [vi], Marco [p] sowie Bart Curtiss [dr].

Die Anwesenheit von Saxophonisten unter den Musikern weist auf den wachsenden Einfluss des Jazz zu dieser Zeit hin, und Django mischte sich nun unter die Jazz-Namen von Paris, von denen viele kamen, um ihn auftreten zu sehen.

Ende 1931, Paris
Die Gründung des Jazz Club Universitaire, aus dem sich der Hot Club de France entwickelte. Schon im Jahr 1928 hatten sich fünf Studenten des Lycée Carnot, Jacques Bureaux, Hugues Panassié, Charles Delaunay, Jacques Auxenfans und Elvin Dirat, zusammengeschlossen, um dem Jazz zuzuhören und später seine Akzeptanz in Frankreich zu fördern. Es ging darum, das Publikum für den Jazz zu sensibilisieren und den Stil gegen alle Widerstände zu verteidigen und zu fördern.

Dezember 1931, Paris
Als “Le Jazz et le disque“ erscheint in der Dezemberausgabe von ‘L’Edition musical‘ eine Schallplatten-Vorstellung durch Arthur Hoeree. Zu den besprochenen Platten gehören:
Gram K 5952 “Moanin’ Low“ by Jack Hylton ‘avec un excellent chorus de trompette Ph. Brun’ (sic),
Pathé X96.046 “Walkin’ My Baby Back Home“ by Billy Arnold,
und zahlreiche Aufnahmen von Louis Armstrong, Duke Ellington, McLennon’s Jazz Devils, den Mound City Blues Blowers, Red Nichols, Luis Russell und anderen.

1932:
23. Januar 1932, Paris
Django Reinhardts 22. Geburtstag.

Bis vor kurzem dachte ich, dass der Hot Club de France einfach der Name der Band war, die in den 30 er und 40er Jahren von Django Reinhardt und Stéphane Grappelli angeführt wurde. Einige scharfsinnige Historiker des frühen Jazz wissen es besser. Aber ein bisschen Recherche hat mich gelehrt, dass der Hot Club de France sein Leben als eine Gruppe von Leuten in Paris begann, die sich versammelten, um 78er eines damals neuen Genres zu hören.
Nach seinen Anfängen im Jahr 1932 als Highschool-Jazzclub, der Tanzveranstaltungen organisieren sollte, wurde der Hot Club formeller und organisierter, als es ihm gelang, Hugues Panassié zu rekrutieren, der für die Zeitschrift ‘Jazz-Tango-Dancing‘ schrieb und auf dem Namen Hot Club de France bestand. Unter der Führung von Panassié und Charles Delaunay erweiterte der Hot Club de France Hörgruppen, sponserte Jazz-Konzerte, gab eine Zeitschrift namens ‘Le Jazz Hot‘ heraus und gründete schließlich sein eigenes Plattenlabel, Swing Records.

Der Hot Club de France (oder HCF) ist eine französische Organisation von Jazz-Fans, die sich der Förderung des "traditionellen" Jazz, Swing und Blues verschrieben hat. Der Club wurde Anfang 1932 von Jazz-Enthusiasten und Amateuren mit dem einzigen Ziel gegründet, die Musik in den Rest der Welt zu tragen. Die Mitglieder schlossen sich zusammen, um die Musik in jeder erdenklichen Form zu fördern, was zu Entwicklungen wie dem ersten von vielen Konzerten im Jahr 1933, der Gründung von ‘Le Jazz Hot‘, der offiziellen Zeitschrift des Clubs, der Gründung des Swing-Musiklabels im Jahr 1937, Konferenzen, Hörsitzungen für seltene Schallplatten, Radiogesprächen und der Geburt regionaler Hot Clubs führte. Diese Amateurorganisation spielte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung und Entdeckung des Jazz in Frankreich und in ganz Europa entstanden Nachahmer-Organisationen, um die Musik in Ländern wie Norwegen und Großbritannien zu verbreiten.

Der gegründete Hot Club de France war eine Gesellschaft zur Förderung des Jazz. Sie hatte ihren Sitz in Montmartre, also im Herzen des Vergnügungsviertels von Paris, wo Künstler, Musiker, Schauspieler, Maler, Grafiker, Barfrauen, Tänzerinnen ihr zuhause und ihre Wirkungsstätte haben. Als solche hatte die Gesellschaft keinen eigenen Veranstaltungsort, sondern mietete Veranstaltungsorte, wenn sie verfügbar waren, um die besten Jazz-Künstler auf die Bühne zu bringen, entweder lokale oder tourende amerikanische oder britische Musiker. Tatsächlich überquerten einige frühe Jazz-Acts schon sehr früh in der Entwicklung des Jazz den Atlantik.

Schon 1917 reiste der Gitarrist Lonnie Johnson im Rahmen einer Revue nach London und blieb zwei Jahre, und im Juni 1919 traten Sidney Bechet und Arthur Briggs beide in London als Teil von Will Marion Cooks Southern Syncopated Orchestra auf. Diese Band war eine der ersten Bands, die Teil des Exodus aus der Mississippi-Delta-Region Amerikas waren, insbesondere aus New Orleans, wo sich der Jazz aus Blues und Ragtime entwickelte und so ins Herz der amerikanischen Kultur und von dort in die ganze Welt gelangte.

Der Hot Club de France sponserte 1933 sein erstes Live-Konzert. Die Besucherzahlen bei den folgenden Konzerten waren durchwachsen. Während dieser Zeit, in der die Konzerte des Hot Clubs auf wackeligen Beinen standen, hatten Django und Stéphane Grappelli einen regelmäßigen Gig im Hotel Clairidge, und es war bei Backstage-Jams im Hotel Clairidge, dass sie ihre Gruppe mit Louis Vola (Bass), Joseph Reinhardt (Djangos Bruder, Gitarre) und Roger Chaput (Gitarre) gründeten.

Cannes 1932
Djangos Beteiligung am Film “Clair De Lune“. Keine Kopie des Films wurde jemals gefunden.
Siehe Delaunay, Seite 218, und die Anmerkungen zu Fmx FA301 für fotografische Beweise.

Juli 1932, Paris
‘Jazz-Tango-Dancing‘ Magazin berichtet über die Veröffentlichung von zwei Platten der belgischen Gruppe The Radiolans:
Personnel: Gus DeLoof (tpt); Bauduin (tpt); Josse Breyre (tbn); Tielmans (tbn); David Bee (sax, cl); Fud Candrix (ts); Lauwers (sax); Lievens (pno); Leo Serluippens (dms); Chas Dolne (gtr).
“Southern Lullaby“/“Who Taught You That“ (Decca F272)
“The Blue Duke“/“Shake Your Hip“ (Decca F273).

August 1932, Paris
Hughes Panassié reviews Robert Goffin’s book “Aux frontières du jazz“ in ‘Jazz-Tango-Dancing‘.
‘Jazz-Tango-Dancing‘ berichtet über Les French Boys:
André Ekyan (sax); Jean Thiland (piano); Didier Mauprey (bjo); Charlie Barnes (dms).
“China Boy“/“Some Of These Days“ (Salabert 3166)

Oktober 1932, Paris
Die erste Ankündigung zur Gründung des Hot-Clubs im Magazin ‘Jazz-Tango-Dancing‘: HOT-CLUB 5 Rue de L’isly–Paris Telefon: EUROPA 35–54

November 1932, Paris
Ein Artikel in ‘Jazz-Tango-Dancing‘ erläutert die Philosophie, Regeln und Ziele des neu gegründeten Hot-Clubs.

Garland Wilson nimmt vier Titel für French Brunswick auf und begleitet bei einer Auswahl die Sängerin Nina Mae McKinney.

22. Dezember 1932, Paris
Django beginnt eine Saison im Le Boîte à Matelot.

1933:
23. Januar 1933, Paris
Django Reinhardts 23. Geburtstag.

Januar 1933, Cannes, Orchestra Jazz Vola
Auftritte im Casino Municipal.

31. Januar 1933 at 9.00pm, Paris
Drei Filme (nègres inédits) werden im Cinéma Falguière, 12 rue Armand- Moissand, Paris 15e, aufgeführt:
“St Louis Blues“ with Bessie Smith;
“Black and Tan Fantasy“ with Duke Ellington and his Orchestra;
“I’ll Be Glad When You’re Dead You Rascal You“, a ‘Betty Boop’ animated short, directed by Max Fleischer and featuring film of Louis Armstrong and his Orchestra. Nina Mae McKinney and Garland Wilson provide live music, and a public debate on the subject of ‘Hot Jazz’ is conducted, led by N J Canetti and Hughes Panassié.

late January/early February 1933, Paris, Gregor et ses Gregorians
im Olympia Théâtre. Das Personal gemäß ‘Jazz-Tango-Dancing‘: Michel Emer and Roger Allier (directors); Stéphane Grappelli (pno); Michel Warlop (vln); Pierre Allier, [?] Pico, [?] Naudine, [?] Wladimir (brass); [?] Tharaud, Alex Combelle, [?] Lamory, André Ekyan [saxes]; [?] Feldman (gtr); Roger Grasset (sb); [?] McGregor (dms).

01. Februar 1933, Paris
Das erste von vielen Konzerten, die vom Hot Club de France gesponsert wurden, fand am 01. Februar 1933 statt und trat mit Garland Wilson und Freddy Johnson im Boîte à Musique auf. Wenige Jahre nach dem ersten Konzert im Jahr 1933 übte der Hot Club eine Art Quasi-Monopol auf die Organisation von Jazz-Konzerten, Schallplatten, Radioprogrammen und allgemeinem Wissen zu diesem Thema in Frankreich aus.

01 March 1933, Paris
Ein Treffen des Hot-Club de France um 21.00 Uhr in der Galerie D’Art Contemporain im Plattenladen Boîte à Musique am Boulevard Raspail 135.

Django arbeitete weiterhin mit heute größtenteils vergessenen Musikern, begann dann aber eine Zusammenarbeit mit dem Chansonnier Jean Sablon, der ihn bei mehreren Aufnahmesitzungen als instrumentalen Begleiter einsetzte. Sablons Schwester Germaine, die oft unter dem Namen Eliane de Creus aufnahm, wurde in dieser Zeit ebenfalls von Django unterstützt. Eine solche Besetzung war das Orchester de Théatre Daunou, wo Django Eliane am Gesang begleitete, Léon Ferreri, der nicht nur Violine spielte, sondern auch Trompete und Posaune zur Aufnahmesitzung beisteuerte, Paul Jean-Jean am Alto-Saxophon, Michel Emer am Klavier und Max Elloy am Schlagzeug. Man kannte sich teilweise schon aus dem Boîte à Matelots-Engagement.

Das Lied mit Djangos Musikern ist “Il N’y En A Pas Deux Comme Moi“, das am 14. März 1933 in Paris aufgenommen wurde.

14. März 1933, Salle Chopin, Paris, Mademoiselle Eliane de Creus, du Théâtre Daunou, Orchestre sous la direction de Jef de Murel:
Eliane de Creus (vcl) (1); Jean Sablon (vcl) (2) acc. by Faustin Jean-Jean (tpt); Léon Ferreri (tpt, tbn and vln); Roger Jean-Jean; (as, cl); possibly Paul Jean-Jean (ts, cl); Russell Goudey (as, bs); Michel Warlop (vln); Django Reinhardt (gtr); Michael Emer (pno, arr); possibly Henry Bruno (sb); Max Elloy (dms).
12As above, without vocals (3).
Engineer: S E Tunn
021 OPG 639-1 Y En N’A Pas Deux Comme Moi (1) {3.11}
[78 Gr K-6862] [CD Fmx FA301]
022 OPG 640-1 Ah! La Beguine! [unissued]
023 OPG 640-2 Ah! La Beguine! (2) {2.44}
[78 Gr K-6861] [CD Fmx FA301]
024 OPG 641-1 Si J’Aime Suzy [unissued]
025 OPG 641-2 Si J’Aime Suzy (3) {2.19}
[78 Gr K-6861] [LP Pat C054 16001] [CD Fmx FA301]

14. März 1933 in Paris, Jean Sablon acc. par l’Orchestre du Théâtre Daunou (direction by Jef de Murel):
Jean Sablon - vo; Léon Ferreri - tp, tb, vln; Faustin Jeanjean - tp; Paul Jean-Jean - as, cl; Paul Jeanjean - ts, cl; Russel Goudey - as, bari; Michel Emer - pf; Django Reinhardt - g; Henri Bruno - bs; Max Elloy – dr
Ah! La Béguine OPG 640-2

14. März 1933, Salle Chopin, Paris, Elaine de Creus et Jean Sablon:
De Creus and Sablon (vcl); Django Reinhardt (gtr); Michel Emer (pno); Max Elloy (dms).
026 OPG 642-1 Parce Que Je Vous Aime [unissued]
027 OPG 642-2 Parce Que Je Vous Aime {3.18}
[78 Gr K-6863] [LP HD CHD134; Swi 8420267]
[CD Fmx FA301; Gal GALE419; Swi CDSW8419]
028 OPG 643-1 Si J’Aime Suzy [unissued]
029 OPG 643-2 Si J’Aime Suzy {2.51}
[78 Gr K-6863] [LP HD CHD 134; Swi 8420267]
[CD Fmx FA301; Gal GALE419; Swi CDSW8419]
Alle bei dieser Session aufgenommenen Melodien waren in der Operette “Dix-neuf ans“ mit Eliane de Creus und Jean Sablon in den Hauptrollen zu hören, die im Théâtre Danou aufgeführt wurde. See also numbers 036 and 037.

GRAMMOPHONE (F)
00 33….K-6863…. Mlle Eliane de CREUS et M. Jean SABLON du Théatre Daunou. Au piano Michek Emer..Parce Que Je Vous Aime/
Si, J’aime Suzy

Jean Sablon
(* 25. März 1906 in Nogent-sur-Marne, Département Val-de-Marne; + 24. Februar 1994 in Cannes) war ein französischer Chansonnier ab den 1930 er Jahren. Sablon, der unter der Bezeichnung "Le Bing" als der französische Bing Crosby galt, interpretierte unter anderen Kompositionen von Mireille Hartuch und trat in Konzertsälen wie dem Olympia in Paris auf.
Er nahm 1933 mit Éliane de Creus und Django Reinhardt auf und war 1935 der erste französische Sänger, der auf der Bühne mit einem Mikrophon auftrat. Sablon integrierte den amerikanischen Swing in das französische Chanson. Dazu arbeitete er mit Alec Siniavine und Django Reinhardt zusammen. Zu seinen bekanntesten Werken gehört die Interpretation des Liedes “J'attendrai“.

Germaine Berthe Sablon
geboren am 19. Juli 1899 in Perreux-sur-Marne und starb am17. April 1985 in Saint-Raphaël, ist eine französische Sängerin und Schauspielerin und Widerstandskämpferin während des Zweiten Weltkriegs. Als Tochter von Charles Sablon (Komponist geboren 1871), Schwester von André Sablon (Komponist), Jean Sablon (Sänger) und Marcel Sablon, dem Direktor der Ballets de Monte-Carlo, begann Germaine Sablon 1915 eine Karriere als Operettensängerin. Ab 1919 spielte sie in Stummfilmen. Sie unterbrachen ihre Karriere in den 1920 er Jahren, um zwei Söhne zur Welt zu bringen. Zweimal verheiratet, 1918 mit Maurice Bloch, dann 1921 mit Charles Legrand, war sie viele Jahre Lebensgefährtin des Schriftstellers Joseph Kessel.

Während der ersten Jahre gab es, außer einer Reihe von Engagements, Tourneen und Plattenaufnahmen auch verschiedene personelle Veränderungen innerhalb des Quintetts. So wurde der Bassist Francis Luca bald durch Louis Vola ersetzt. Eine weitere Veränderung betraf die Rhythmusgitarre; hier kam anstelle von Roger Chaput Pierre "Baro" Ferret in die Gruppe, der - ebenso wie Django und dessen Bruder Joseph - ein Rom war (Rom ist der Singular für Roma, also aus dem östlichen Europa stammende Zigeuner; die Mehrheit der heute in Europa lebenden Zigeuner wird allerdings von den Sinti - französisch: manouches - gestellt).

Im März traf er wieder auf den Akkordeonisten Guérino, mit dem er schon als Jugendlicher zusammenspielen durfte.

19. März 1933 in Paris, Guerino et son Orchestre Musette de la Boîte Matelots
Vatese Guerino - aco;voc; Pierre Pagliano - vln; Pierre "Baro" Ferret - g; Django Reinhardt, Lucien Gallopain - g; "Tarteboulle" - bs; Armando Della Monica - vo;
Brise Napolitaine KI 5902-1
Gallito KI 5905-1
Vito KI 5906-1
Ne Sois Pas Jalouse KI 5907-1

030 KI5902-1 Brise Napolitaine {2.44}
[78 Od 250.418] [CD Fmx FA301]
031 KI5906-1 Vito {2.27}
[78 Od 250.420] [CD Fmx FA301]
032 KI5905-1 Gallito {2.56}
[78 Od 250.418] [CD Fmx FA301]
A contextual bio-discography033 KI 5907-1 Ne Sois Pas Jalouse {2.54}
[78 Od 250.420] [CD Fmx FA301]
034 Ensemble
[78 Od 250.419]
035 Rêve A Printemps
[78 Od 250.419]
Odéon 250.419, probably from the above session, and possibly featuring Django Reinhardt, currently remains unfound. However, some discographers dispute the presence of Django Reinhardt on any recording from this session.

ODEON (F)
00 33….250.420.... Guerino et son Orchestre Musette de la Boîte Matelots..Ne Sois Pas Jalouse/Vito

Vetese Guérino
Echter Name: Pierre Vettese (oder Vetese), * 01. August 1895 (Gallarate, Italien), + 24. Februar 1952 (Sevran, Italien) Französischer (mit italienischen Wurzeln) Akkordeonist, Komponist und Bandleader. Sein Name kann als „Guérino“, „Vettese Guérino“, „Vetese Guérino“, „Guérino Vetese“, „Guérino Vettese“, „V. Guérino“ oder ähnlich erscheinen.

20. März 1933in Paris, Guerino et son Orchestre Musette de la Boîte Matelots
Vatese Guerino - aco; Pierre Pagliano - vln; Pierre "Baro" Ferret - g; Django Reinhardt, Lucien Gallopain - g; “Tarteboulle” - bs; ? - vo;
Ensamble (Marching Along Together) KI 5903-1
Pluie De Printemps KI 5904-1

03. April 1933, Columbia Studios, Paris, Jean Sablon:
Jean Sablon (vcl) acc. by Leone Ferreri (pno, vcl); Michael Emer (cel, vcl); Django Reinhardt (gtr, vcl) (1) Léon Ferreri or Michael Warlop (vln, vcl); Michel Emer (pno, vcl); Django Reinhardt (gtr, vcl); Max Elloy (dms, vcl); Eliane de Creus or Mireille (vcl) (2).
Engineer: Georges Cailly
036 CL 4257-1 Le Même Coup (1) {3.10}
[78 Col DF1191] [LP WRC SH368] [CD Fmx FA301]
037 CL 4258-1 Je Suis Sex-Appeal (2) {2.53}
[78 Col DF1191] [CD Fmx FA301; Gal GALE 419]
Beide Melodien stammen aus “Dix-neuf ans“; siehe auch Nummern 021–029.

Mit dem abgespeckten Gesang von Michel Emer am Klavier, Max Elloy am Schlagzeug und natürlich Django an der Gitarre übernahm Jean Sablon den alleinigen Gesang für “Je Suis Sex-Appeal“ und “Le Meme Coup“, während Léon Ferreri beim ersten Lied die Violine und beim zweiten das Klavier spielten.

17. Mai 1933, Paris
An einem nicht genannten Ort (möglicherweise Galerie d’Art Contemporain) präsentiert der Hot-Club de Paris ein Konzert der folgenden Gruppe:
Arthur Briggs (tpt); Frank "Big Boy" Goudie (ts and tpt); Peter Duconge (as and cl); Freddie (sic) Johnson (pno); Juan Fernandez (sb); Bill Taylor (dms); Moeco (sic) Jefferson (gtr).
14 aufgeführte Titel sind u.a. “China Boy“; “Nobody’s Sweetheart“; “St Louis Blues“; “Chinatown“; “I’ve Found A New Baby“; “Sweet Sue“; ‘Sheik Of Araby“.

31 Mai 1933, Paris, Freddy Johnson, Peter Duconge, Frank "Big Boy" Goudie, Charlie Johnson, Juan Ferndandez, Billy Taylor and Sterling Conaway treten in Paris im ‘Radio L.L.’ auf.
Titel: “Sheik Of Araby“; “I Found A New Baby“; “I’ve Got Rhythm“; “Rockin’ Chair“; “Nobody’s Sweetheart“ and “Stormy Weather“.

Juni 1933, Paris
Ultraphone Records stellt die Veröffentlichung von drei Platten von Gregor et ses Gregorians vor:
AP1005 ‘Fit As A Fiddle’ / ‘Young And Healthy’
AP1007 ‘Wheezy-Anna’ / ‘Ev’ry Day’s A Lucky Day’
AP1008 ‘Daisy’ / ‘Vladivostock’
Die Allier Brothers verlassen Gregor et ses Gregorians.

30. Juni 1933, Paris
Alberta Hunter tritt in Begleitung des Freddy Johnson Orchestra (ein neues Orchester aus 12 schwarzen Musikern) um 21 Uhr im Salle Chopin-Theater auf. Die wahrscheinliche Besetzung dieser Gruppe ist im Eintrag vom Sonntag, 29. Oktober 1933 zu finden.

Juli 1933, Paris
Der umbenannte Newsletter ‘Bulletin Mensuel du Hot-Club Français‘ erscheint in ‘Jazz-Tango-Dancing‘ zum ersten Mal als völlig separater Abschnitt mit eigenem Logo.

Juli 1933, Saint-Jean-de-Luz,
Gregor et ses Gregorians beginnen ihr Engagement in La Pergola.

08 Juli 1933, Paris, Freddy Johnson, Arthur Briggs and their all Star Orchestra:
Die Musiker Sterling Conaway, Juan Fernandez and Frank "Big Boy" Goudie nehmen fünf Titel für French Brunswick (matrix numbers 6458–62bkp) auf.

19. Juli 1933, Paris, Marlene Dietrich,
begleitet von Freddy Johnson et son Jazz nehmen für die Compagnie Gramophone du Française auf. Zu den Musikern gehören Arthur Briggs, Freddy Johnson und Juan Fernandez.

27. – 29. Juli 1933, Paris
Duke Ellington and his orchestra treten in der Salle Pleyel auf. Über die Konzerte wird ausführlich in ‘Jazz-Tango-Dancing‘ von Hughes Panassié berichtet. French Brunswick veröffentlicht acht fortlaufend nummerierte 78-rpm-Platten des Ellington-Orchesters.

August 1933, Paris
Ultraphone Records verkündet: Gregor et ses Gregorians: “Going! Going! Going!“/“Do Love Me“ (SU5004).

September 1933, Paris
‘Jazz-Tango-Dancing‘ verkündet: Freddy Johnson, Arthur Briggs et Their All-Star Orchestra (sic); Brunswick 500.278.

Oktober 1933, Paris
‘Jazz-Tango-Dancing‘ verkündet: Freddy Johnson and His Orchestra; Brunswick A.500.277.

Oktober 1933, Paris
Compagnie Française du Gramophone veröffentlicht “Le Hot Jazz“ Schallplatten:
K6941–3 Louis Armstrong
K6944–8 Duke Ellington
K6949 Henry Allen
K6950 McKinney’s Cotton Pickers
K6951 Mound City Blue Blowers.
Kommentare zu den Aufnahmen in den Anzeigen von Hughes Panassié.

14. Oktober 1933, Paris, Freddy Johnson and His Harlemites:
Arthur Briggs, Sterling Conaway and Juan Fernandez nehmen vier Titel für French Brunswick (matrix numbers 6574–6) auf.

29. Oktober 1933, Paris, Salle Pleyel,
A “Unique Gala d’Art Nègre“ is presented, featuring the screening of three short films: “Black and Tan Fantasy“ (Duke Ellington), “I Heard“ (Don Redman) and “Minnie the Moocher“ (Cab Calloway). These last two films are both “Betty Boop“ animated shorts directed by Max Fleischer and incorporating film of the artists. There is also a presentation of the film Emperor Jones starring Paul Robeson.

Live performance by Freddy Johnson and his Harlemites with Arthur Briggs.
‘Jazz-Tango-Dancing‘ berichtete, dass das Personal des Johnson-Orchesters wie folgt war: Arthur Briggs, Bobby Jones and Theodore Brock (tpts); Herbert Fleming and Henry Burns (tbns); Booker Pittman, Alfred Pratt, Roy Butler and Cle Sadler (saxs); Billie Taylor, Juan Fernandez and Sterling Conaway (rhythm section), mit den Titeln “The Sheik Of Araby“, “Dinah“, “Sophisticated Lady“, “Harlem Bound“, “Tiger Rag“, un ’violent’ “I’ve Got Rhythm“ und ‘un interminable’ “St Louis Blues“.

November 1933, Paris, Ferrari et son Ensemble, featuring Oscar Alemán
record for Sedoem.
‘Jazz-Tango-Dancing‘ kündigt Eddie South et son Orchestre’s “Gotta Go“/“My! Oh My!“ (Gram K.7029) an.

10. November 1933, Freddy Johnson and His Harlemites
Arthur Briggs, Sterling Conaway and Juan Fernandez nehmen zwei Titel für French Brunswick (matrix numbers 6645–46dkp) auf.

10. November 1933, Théâtre Revue Musicale, 132 blvd de Montparnasse, at 9pm,
der Hot-Club präsentiert in Konzert: Freddy Johnson (pno); Alix Combelle (ts); Noël Chiboust (tpt); Michel Warlop (vln) and [?] McGregor (dms). Titles performed include: “Nobody’s Sweetheart“, “Some Of These Days“, “I’ve Got Rhythm“, “Dinah“, “Tiger Rag“, “Confessin’“, “Play, Fiddle, Play“, “You Rascal You“, “Willow, Weep For Me“ and “China Boy“.

Paris December 1933
Garland Wilson nimmt vier Titel für French Brunswick (matrix numbers 5747–50bdp) auf.

08 Dezember 1933, Théâtre Revue Musicale, 132 blvd de Montparnasse, at 9pm
Der Hot-Club präsentiert ein Konzert mit: Arthur Briggs and Garland Wilson. Titel: “Dinah“, “Blues In B Flat“, “Black And Tan Fantasy“, “China Boy“, “I Can’t Give You Anything But Love“, “Chinatown“, “Some Of These Days“, “Mood Indigo“, “Nobody’s Sweetheart“, “But What Can I Do Now I’m In Love?“, “I’ve Found a New Baby“ und “Tiger Rag“.

18. Dezember 1933, Paris, Salle Adler
Der Hot-Club präsentiert: “Festival Big Boy“ featuring Frank "Big Boy" Goudie (tpt/cl); [?] Masse (gtr); Sigismund Beck (sb) and [?] McGregor (dms).
In ‘Jazz-Tango-Dancing‘ wird über den Tod des 29-jährigen Jacques Rosenburg berichtet. Rosenburg war Redakteur für Jazz-Schallplattenkritiken bei ‘Jazz-Tango-Dancing‘ und Leiter des Pariser Büros des Campbell-Connolly-Verlags.

Winter 1933–34, Côte d’Azur
Als Mitglied des Orchesters von André Ekyan tourt Django in Begleitung von Jean Sablon an der Côte d’Azur.

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Heino
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Re: DJANGO REINHARDT

 · 
Gepostet: 11.03.2025 - 17:35 Uhr  ·  #28
Teil 3:

1934:
Das erste Zusammentreffen zwischen beiden Musikern, Django Reinhardt und Stéphane Grappelli, fand auch lt. Charles Delaunay bereits am 16. Januar 1934 statt, als sie beide Mitglieder im Orchester des Saxophonisten und Klarinettisten André Ekyan waren und in den Columbia Studios Jean Sablon bei “Le Jour ù Je Te Vis“, “Un Sous dans la Poche“, “Prenez Garde au Mechant Loup“ und “Pas Sur La Bouche“ begleiteten. André Ekyon spielte das Alto-Saxophon, Eugène d'Hellemmes spielte die Posaune und Michel Emer das Klavier.

16. Januar 1934, Columbia Studios, Paris, Jean Sablon acc. M André Ekyan et son Orchestre Jazz:
Sablon (vcl) acc. possibly by Gaston Lapeyronnie, George Hirst (tpts); Maurice Cizeron, André Ekyan (as); Andy Foster (cl, as); Eugène d’Hellemes (tbn); Stéphane Grappelli (vln); Michel Emer (pno); Django Reinhardt (gtr); Roger Grasset (sb); Maurice Chaillou or Max Elloy (dms).
Engineer: Georges Cailly
Le Jour O Je Te Vis CL 4661-1
Un Sou Dans La Poche CL 4662-1
Prenez Garde Au Méchant Loup L 4663-1
Pas Sur La Bouche CL 4664-1

038 CL 4661-1 Le Jour Ou Je Te Vis (The Day You Came Along) {3.08}
[78 Col DF1406] [LP HD CHD 134, WRC SH368] [CD Fmx FA301,
Gal GALE419, Swi 8419]
039 CL 4661-2 Le Jour Ou Je Te Vis [unissued]
040 CL 4662-1 Un Sous Dans La Poche [unissued]
041 CL 4662-2 Un Sous Dans La Poche [unissued]
042 CL 4663-1 Prenez Garde Au Grand Méchant Loup (Who’s Afraid Of
The Big Bad Wolf?) {2.31}
[78 Col DF1406] [CD Fmx FA301; Gal GALE419]
043 CL 4663-2 Prenez Garde Au Grand Méchant Loup [unissued]
044 CL 4664-1 Pas Sur La Bouche {2.29}
[78 unissued] [CD Fmx FA301]
Dies ist das erste Mal, dass Django Reinhardt und Stéphane Grappelli zusammen aufgenommen haben.

COLUMBIA (F)
00 34….DF-1406…. M. Jean SABLON accompagné par M. André EKYAN et son Orchestre Jazz..Le Jour Ou Je Te Vis/
Prenez Garde Au Grand Méchant Loup

André Ekyan
André Ekyan (* 24. Oktober 1907 in Meudon; + 09. August 1972 bei Alicante) war ein französischer Jazz-Musiker (Klarinette, Saxophon), Komponist und Arrangeur. André Ekyan, als Instrumentalist Autodidakt, begann seine Karriere als Musiker im Club Le Perroquet, wo er mit dem belgischen Saxophonisten Paul Gason und dessen Versatile Orchestra spielte und ein eigenes Orchester leitete.

Er war ein bedeutender Jazz-Pionier in Frankreich und ein autodidaktischer Arrangeur, Bandleader und Jazz-Organisator im Zentrum der Jazz-Entwicklung in Frankreich. Er beteiligte sich tatkräftig an der Entwicklung und Förderung des Jazz in Clubs und Kabaretts, Aufnahmen, Konzerten und Jam-Sessions. Er genoss in den frühen 30 er Jahren in London und Paris große Popularität, dann als Leader und Sideman zwischen 1935 und 1946.

André Ekyan war zweifellos einer der originellsten französischen Jazz-Musiker der 1930 er Jahre, die nach Django an zweiter Stelle stehen. Seine Mutter war Ungarin, sein Vater stammte aus Armenien. Sein offizieller Name war Echkyan. Er wuchs in Frankreich auf und begann schon als Kind Klarinette und Saxophon zu spielen.

Ekyan war ein großes Talent und einer der originellsten Jazz-Stilisten Frankreichs. Er war einer der ganz wenigen Saxophonisten in Europa, der in den 1930 er Jahren unabhängig vom vorherrschenden Coleman-Hawkins-Paradigma einen eigenen Stil entwickelte. Dennoch wurde sein Sound von Coleman Hawkins sehr geschätzt und sie nahmen 1935 und 1937 zusammen auf. Als Altsaxophonist muss Ekyan von den beiden wichtigsten frühen Stilisten des Instruments beeinflusst worden sein: Johnny Hodges und Benny Carter, letzterer Krieg Mitte der 1930 er Jahre einige Jahre in Europa.

Stéphane Grappelli
(* 26. Januar 1908 in Paris; + 01. Dezember 1997 ebenda) war ein französischer Jazz-Geiger. Auf Schallplatten der 1930 er-Jahre wird sein Name mit Grappelly angegeben. Grappelli wurde im Hôpital Lariboisière in Paris als Sohn eines italienischen Marchese und einer Französin aus Saint-Omer geboren und auf den Namen Stefano getauft. Er verlor seine Mutter im Alter von vier Jahren. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde sein Vater in das italienische Heer eingezogen. Der sechsjährige Stefano konnte einige Tanzstunden bei Isadora Duncan nehmen, kam dann aber in ein katholisches Waisenhaus, das er als traumatisierende Erfahrung erlebte, da er dort auf dem Boden schlief und oft hungern musste. Als sein Vater aus dem Krieg verkauft wurde, sorgte er dafür, dass sein Sohn die französische Staatsbürgerschaft erhielt, woraufhin sein Vorname in Stéphane geändert wurde.

Als Jugendlicher brachte sich Grappelli selbst das Violin- und Klavierspiel bei und bestand, ohne jemals einen Lehrer gehabt zu haben, die Aufnahmeprüfung für das Pariser Konservatorium. Hier studierte er zwischen 1924 und 1928. Während dieser Zeit und noch nach seinem Studium verdingte er sich als Musiker in Kinos und in Tanzbands wie Grégor et ses Grégoriens, bis er 1934 Django Reinhardt traf.

Grappelli gründete gemeinsam mit Reinhardt das Quintette du Hot-Club de France, sie nahmen gemeinsam zahlreiche Schallplatten bis 1939 auf, u.a. für das Label Swing, und feierten Konzerterfolge. Als am 01. September 1939 der Zweite Weltkrieg ausbrach, befand sich ihre Band auf Konzerttournee in London. Reinhardt ging gleich nach Paris zurück, doch Grappelli blieb in England.

Anders als Django, der funktionaler Analphabet war, keine Noten lesen konnte und exzessiv das Leben eines Bohemiens pflegte, war Grappelli ein kultivierter, gebildeter und hart arbeitender Mann. Wenn die beiden auch musikalisch ideal zusammen passten: Die Extravaganzen und die Unzuverlässigkeit des Gitarrenstars waren Grappelli zuwider, weshalb die Zusammenarbeit mehrfach zu scheitern drohte.

In England gründete Grappelli eine neue Band mit dem jungen Pianisten George Shearing, die aus Arthur Youngs Swingtette hervorging. Mit Reinhardt arbeitete er erst nach dem Krieg wieder zusammen, ohne jedoch Bandmitglied zu werden.

In den 1950 er Jahren war er als Leader immer weniger aktiv, erst ab der Mitte der 1960 er Jahre wurde seine Karriere durch das wachsende Interesse an der Jazz-Geige wiederbelebt: Am 30. September 1966 brachte Duke Ellington mit dem Konzert “Violin Summit“ die damals vier bekanntesten Violinisten auf die Bühne. In verschiedenen Sets traten neben Grappelli Stuff Smith, Svend Asmussen und Jean-Luc Ponty auf. Gemeinsam spielten sie “It Don’t Mean a Thing (If It Ain’t Got That Swing)“. Nach dem Erfolg des Albums “Violin Summit“ entwickelte sich Grappelli zum einflussreichsten Geiger der Jazz-Szene und machte sein Instrument im Jazz hoffähig.

Grappelli nahm mit vielen großen Jazzmusikern weltweit Schallplatten auf oder ging mit ihnen auf Tournee. 1969 besuchte er die USA, um auf dem “Newport Jazz Festival“ aufzutreten. Außerdem spielte er mit Joe Venuti, Gary Burton und Earl Hines.

Zu Beginn der 1970 er Jahre begann er eine künstlerische Zusammenarbeit mit dem klassischen Geiger Yehudi Menuhin, die zu drei Alben führte, die der Violine weitere Anerkennung als Jazz-Instrument brachten. Bis in den 1990 er Jahren ging er häufig auf Konzerttourneen, zunächst mit Diz Disley, Martin Taylor und Jack Sewing. Er feiert seinen 86. Geburtstag mit Gary Burton, Martial Solal und Jean-Luc Ponty.

Er spielte bis kurz vor seinem Tod Studioaufnahmen (auch mit jüngeren Musikern) ein, so 1975 ein Solo (Gage 300 GBP) für Pink Floyds Album “Wish You Were Here“ und 1979 “Tivoli Gardens, Kopenhagen, Dänemark“ mit Joe Pass und Niels-Henning Ørsted Pedersen.

Er bestand auch trotz erkennbarer Krankheit darauf, auf “Kafka“ von Nigel Kennedy einen Titel mit einzuspielen. Seine letzte, mit einem Ensemble um Martin Taylor 1997 kurz vor seinem Tod eingespielte CD “Celebrating Grappelli“ erschien postum.

Stéphane Grappellis Urne befindet sich im Columbarium des Friedhofs Père-Lachaise in Paris. Grappelli spielte eine Violine des französischen Geigenbauers Pierre Jean Henri Hel.

23. Januar 1934
Django Reinhardts 24. Geburtstag.

04. Februar 1934, Paris
Django Reinhardts erster öffentlicher Auftritt fand in der Salle Lafayette statt. Die vom Hot-Club gesponserte Band, bekannt als Orchestre Sigismund Beck, bestand aus den folgenden Musikern: Frank "Big Boy" Goudie (tpt); Freddy Johnson (pno); Django Reinhardt (von ‘Jazz-Tango-Dancing‘ als "Jungo Rheinart" gemeldet) (gtr); Sigismund Beck (sb); Billy Taylor (dms). Gespielt wurden folgende Stücke: “I’ve Got Rhythm“, “Dinah“, “Some Of These Days“, “China Boy“ (Klaviersolo von Johnson), “Little Joe“, “Sweet Georgia Brown“ (mit einem Klavier-Gitarren-Duett), “Blues In B Flat“ (Trompetensolo), “Nobody’s Sweetheart“ („Rheinart wird begeistert beklatscht und es gibt einen wunderbaren Refrain von Beck“), “I’ve Found a New Baby“ („das beste Solo von Rheinart“), “I Can’t Give You Anything But Love“, “Tiger Rag“, “St Louis Blues“, “China Town“ und “Japanese Sandman“.

„Jungo Rhienart. Er war die Offenbarung des Abends. Er ist ein sehr seltsamer Musiker, dessen Stil mit keinem anderen, den ich kenne, vergleichbar ist. Dies hat das Publikum jedoch nicht daran gehindert, ihn sehr gut zu verstehen und seinen Soli zu applaudieren. Dieser weiße Gitarrist geht in seltsamen kleinen Phrasen vor, die er auf merkwürdige Weise mit den Mitteln einer außergewöhnlichen Fantasie zusammenfügt; Phrasen, die scheinbar nichts sind, aber eine Feinheit, Finesse und Taktgefühl besitzen, die seine Zuhörer sprachlos machen. Jeder weiß, dass Gitarrensoli (mit Ausnahme des einen in “Knocking A Jug“ und einigen anderen) oft fad sind, aber das war hier wirklich nicht der Fall! Im Gegensatz zu Big Boys lautem, brutalen und direkten Stil hatte Rheinarts Stil eine köstliche Leichtigkeit und Frische. Jetzt haben wir auch in Paris einen großartigen Improvisator. Dieser Erfindungsreichtum schadet der Einsamkeit seines Rhythmus in den anderen Begleitungen nicht, im Gegenteil! Darüber hinaus ist Rheinart ein charmanter Junge, in dessen Leben dasselbe phantasievolle Licht zu strahlen scheint, das seine Solos erhellt: Bilden Sie sich ein eigenes Urteil; Er hat sich für das Leben in einem Wohnwagen entschieden, was ihm die Möglichkeit bietet, das Land zu erkunden, ohne sein Zuhause zu verlassen. … Wir konnten die Abwesenheit von Rheinharts Bruder und unserem Freund Arthur Briggs auf der Bühne nur bedauern, da beide krank waren.“
Jacques Bureau, ‘Jazz-Tango-Dancing‘, February 1934)

06. Februar 1934, Salle Chopin, Paris, Germaine Sablon et L’Orchestre Michel Warlop:
Germaine Sablon (vcl) acc. by Noël Chiboust (tpt); Marcel Dumont, Isidore Bassard (tbn); André Ekyan (cl, as); Amédée Charles (as); Alix Combelle (ts); Charles Lissée, (as, bs); Stéphane Grappelli (pno); Django Reinhardt (gtr); Roger Grasset (sb); [?] McGregor (dms); Michel Warlop (arr, vln).
Engineer: S E Tunn
045 OPG 1296-1 Un Jour … Sur La Mer {3.16}[78 Gr K-7193] [CD Fmx FA301]
046 OPG 1297-1 Ici L’On Pêche {3.22} [78 unissued] [CD Fmx FA301]
Location and engineer as above Monday 26 February 1934
047 OPG 1297-2 Ici L’On Pêche {3.27} [78 unissued] [CD Fmx FA301]
048 OPG 1298-1 Toboggan [unissued]
049 OPG 1298-2 Toboggan {2.44}
[78 Gr K-7193] [CD Fmx FA301]
050 OPG1362-1 Celle Qui Est Perdue {2.34}
[78 Gr K-7238] [CD Fmx FA301]

Die Big Band des Geigers Michel Warlop, war ein Orchester, das viele der besten jungen französischen Spieler umfasste.

Michel Warlop
(* 23. Januar 1911 in Douai; + 20. März 1947 in Bagnères-de-Luchon, Département Haute-Garonne) war ein französischer Swingviolinist und Bandleader. Er wurde zum "Vater der Jazz-Violine" in Frankreich.
Michel Warlop wurde als Kind der Klavier- und Violinklasse geboren, besuchte das Konservatorium in Lille und die Universität von Paris. Er erhielt hohe Preise und Diplome, begann aber auch eine klassische Konzertkarriere und begann, sich für Jazz-Musiker wie Louis Armstrong, Earl Hines und Bix Beiderbeckes zu interessieren.

06.-12. Februar 1934
Frankreichs Premier Daladier sieht sich mit Aufruhr im Abgeordnetenhaus konfrontiert; Auf dem Place de la Concorde kommt es zu Demonstrationen aller politischen Parteien. Die Polizei versucht, die Demonstranten am Vordringen zum Palais Bourbon zu hindern, woraufhin es zu schweren Unruhen kommt. In der Nacht vom 06. auf den 07. kommen die Unruhen sporadisch weiter, flammen dann am Morgen des 07. erneut auf und beinhalten Plünderungen und Brandstiftungen, offene Kämpfe zwischen verschiedenen Gruppierungen und einige Schießereien, die mehrere Todesopfer fordern. Nach einer Ruhepause am 08., an dem ein Koalitionskabinett gebildet wurde, kam es am 09. erneut zu Unruhen, vor allem im Stadtteil Belleville. Am 12. führten die Sozialisten einen Generalstreik durch, an dem über eine Million Arbeiter teilnahmen. Die Regierung Daladier tritt daraufhin zurück.

26. Februar 1934 in Paris, Germaine Sablon acc. par Michel Warlop et son Orchestre
Germaine Sablon - vo; Nöel Chiboust - tp; Marcel Dumont, Isidore Bassard - tb; André Ekyan, Charles Lisee - cl, as; Amédée Charles - as, ts; Alix Combelle - ts; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Roger Grasset - bs; …McGregor - dr; Michel Warlop - arr, ldr
Ici L’on Pêche OPG 1297-2
Toboggan OPG 1298-2
Celle Qui Est Perdue OPG 1362-1

27. Februar 1934
Freddy Johnson verlässt Paris und wechselt nach Holland.

03. März 1934, “Bal des Elèves de l’Ecole Centrale“, Paris
Ein Konzert des Black Jazz Orchestra, gefördert vom Hot-Club de France. „Es war das Ende auf Erden, als André Ekyan, Jungo [sic] Reinhardt, sein Bruder und Al Romans [sic] sich Big Boys [Goudie] Band anschlossen … es war die Verkörperung des Deliriums, eines Deliriums, das bis in die ganze Nacht anhielt.“
(Unsigniert, ‘Jazz-Tango-Dancing‘ April 1934, zitiert von Delaunay).

Zum Black Jazz Orchestra gehörten Goudie und Garland Wilson. Studierende erhielten 10 Franken Rabatt und „bei Taximangel stünden die ganze Nacht über Transportmöglichkeiten zur Verfügung“. Das Publikum hörte unter anderem “Tiger Rag“, „Dinah“ und “Some Of These Days“ sowie Gesang von Alberta Hunter.

Django und Stéphane arbeiteten ebenfalls mit Warlop. Die Besetzung des Orchesters bestand in der Bläsersektion aus Pierre Allier, Maurice Moufflard und Noel Chiboust an den Trompeten und Marcel Dumont und Isidore Bossard an den Posaunen. Die Rohrblattsektion bestand aus André Ekyon mit Klarinette und Altsax und Alix Combelle am Tenorssax. Ameddée Charles spielte auch Altsax und Charles Lisée spielte Altsax und Baritonsax. Stéphane Grappelli spielte dieses Mal die Rhythmusgruppe am Piano, mit Roger Grasset am Bass und M. McGregor am Schlagzeug, Django natürlich an der Gitarre. In Übereinstimmung mit dem Big-Band-Formel nahm diese Besetzung am 16. März 1934 “Présentation Stomp“ auf, außerdem mit Germaine Sablon am Gesang, “Je ne suis pas un Ange“ und “La Chanson du Large“.

16. März 1934 in Paris, Michel Warlop et son Orchestre:
Pierre Allier, Maurice Moufflard, Nöel Chiboust - tp; Marcel Dumont, Isidore Bassard - tb; André Ekyan - cl, as; Amédée Charles - as; Alix Combelle - ts; Charles Lisée - bari, cl, as; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Roger Grasset - bs; M. McGregor - dr; Michel Warlop - arr, ldr
Prèsentation Stomp OPG 1415-1

051 OPG 1415-1 Presentation Stomp {3.03}
[78 Gr K-7314] [LP El (G) 83035; FELP154; HCLP120;
HMV CLP1249; OCLP7529; Pat C054 16001] [CD Cls 703;
Fmx FA301]
052 OPG 1415-2 Presentation Stomp [unissued]

16. März 1934 in Paris, Germaine Sablon acc. par Michel Warlop et son Orchestre:
Germaine Sablon - vo; Pierre Allier, Maurice Moufflard, Nöel Chiboust - tp; Marcel Dumont, Isidore Bassard - tb; André Ekyan - cl, as; Amédée Charles - as; Alix Combelle - ts; Charles Lisee - bari, cl, as; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Roger Grasset - bs; …McGregor - dr; Michel Warlop - arr, ldr
Je Ne Suis Pas Un Ange OPG 1416-1
La Chanson Du Large OPG 1417-1

053 OPG 1416-1 Je Ne Suis Pas Un Ange
[78 Gr K-7238] [CD Fmx FA301]
054 OPG 1416-2 Je Ne Suis Pas Un Ange [unissued]
055 OPG 1417-1 La Chanson Du Large
[78 Gr K-7256] [CD Fmx FA301; Swi 8419]
056 OPG 1417-2 La Chanson Du Large [unissued]
HMV CLP1249 mistitled as ‘Paramount Stomp’. The same LP also included OLA1995, ‘Paramount Stomp’, correctly titled.

April 1934, London
Coleman Hawkins tritt im Londoner Palladium Theater in einer Show mit dem Titel “In Town Tonight“ auf. ‘Melody Maker‘ berichtet, dass an seiner Garderobe die Namen „Coleman und Hawkins“ hingen.

11. April 1934 AM, Columbia Studios in Paris, Jean Sablon and Trio:
Jean Sablon - vo; André Ekyan - cl; Alec Siniavine - pf; Django Reinhardt - g;
057 CL 4807-1 Je Sais Que Vous Etes Jolie {3.01}
[78 Col BF 404; DF 1506 (F; E) 4191M] [LP HD CHD134;
WRC SH368] [CD Fmx FA302; Gal GALE419]
058 CL 4808-1 Par Correspondance {2.36}
[78 Col BF 404; DF 1506 (F; E) 4191M] [LP WR(E) SH368]
[CD Fmx FA302]

COLUMBIA
00 34….DF-1506…. M. Jean SABLON accompagné par M. André EKYAN et son Orchestre Jazz..Je Sais Que Vous Êtes Jolie/
Par Correspondance

Später sang Germaine mit dem Orchester auch “Tendresse Waltz“ und “J'ai besoin de toi“, und das Orchester ohne Sänger nahm “Blue Interlude“ auf.

11. April 1934 PM, London
Jean Sablon kommt in Begleitung von Django Reinhardt, André Ekyan und Alec Siniavine mit dem Flugzeug aus Paris an, um für etwa drei Wochen im Club Monseigneur am Piccadilly in London aufzutreten. Am selben Abend tritt er auch im Cosmopolitan Cabaret auf, einer London-Regionalradiosendung der BBC. Dies scheint Django Reinhardts erste Radiosendung zu sein.
Sablon war gerade mit dem Flugzeug aus Paris angekommen und hatte einen Pianisten, einen Gitarristen und einen Klarinettisten mitgebracht. Es war wirklich nicht nötig, da sie nichts getan haben, was dies rechtfertigte. Das hat Sablon jedoch auf jeden Fall wieder wettgemacht. Die Reise hat sich gelohnt, und es wurden in einem wunderbar leichten Stil mehrere Nummern auf Französisch und eine, “Mimi“, auf Englisch gesungen.
(Ohne Unterschrift, ‘Melody Maker‘, 21. April 1934)

See Delaunay, pages 62–3, and page 223 for a photo of the musicians at the air-port, ready for departure.

22. April 1934, London
Ein “Melody Maker Konzert“ mit Coleman Hawkins wird kurzfristig abgesagt.

12. Mai 1934, Salle Chopin, Paris, Germaine Sablon acc. par Michel Warlop et son Orchestre:
Germaine Sablon (vcl) acc. by Pierre Allier, Noël Chiboust, Maurice Mouflard (tpts); Isidore Bassart, Marcel Dumont (tbns); Amédée Charles, André Ekyan (as, cl); Alix Combelle (ts); Charles Lissée (bs, as); Michel Warlop (vln, ldr); Stéphane Grappelli (pno); Django Reinhardt (gtr); Roger Grasset (sb); [?] McGregor (dms).
Engineer: Ernest Gower
Tendresse Waltz OPG 1572-1
J’ai Besoin De Toi OPG 1573-1

059 OPG 1572-1 Tendresse-waltz {3.05}
[78 Gr K-7305] [CD Fmx FA302]
060 OPG 1573-2 J’ai Besoin De Toi {3.21}
[78 Gr K-7479] [CD Fmx FA302]

12. Mai 1934 in Paris, Michel Warlop et son Orchestre:
Pierre Allier, Maurice Moufflard, Nöel Chiboust - tp; Marcel Dumont, Isidore Bassard - tb; André Ekyan - cl, as; Amédée Charles - as; Alix Combelle - ts; Charles Lisee - bari, cl, as; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Roger Grasset - bs; …McGregor - dr; Michel Warlop - arr, ldr
061 Blue Interlude OPG 1574-1
062 Blue Interlude - unissued
Der Hinweis „- unissued“ bezieht sich hauptsächlich auf 78er-Veröffentlichungen, die jedoch auf LPs u.a. durchaus erschienen sind.

1934 erwies sich als Django Reinhardts wichtigstes Jahr seines Lebens. Das Quintette du Hot Club de France sollte geboren werden! Der Club-Organisator Pierre Nourry und Charles Delaunay argumentierten, dass der Hot Club eine etablierte, dauerhafte Gruppe haben sollte, die seinen Namen trägt, und Django hatte die Idee, eine Streicher-Besetzung zu bilden, erweiterte die Idee, eine komplett französische Besetzung zu bilden, und bald erreichten beide ihre Ziele mit einem Projekt.

Der Reihe nach:
Eine Band aus vierzehn Musikern, darunter Django, Stéphane, Roger Chaput und Louis Vola, wurde beauftragt, zur Teezeit im Hotel Claridge zu spielen. Die beteiligten Musikanten in diesem Unternehmen waren Django und Roger Chaput an den Gitarren, Francis Luca am Bass, Gaby Bart am Schlagzeug und Marcel Raymond und Pierre Dorsey an den Klavieren, Alix Combelle, Coco Kiehn und Max Blanc bedienten sich der Saxophone und Alex Renard spielte die Trompete. Es gab auch zwei Violinisten, Stéphane Grappelli und Sylvio Schmidt. Bert Marshall war der Sänger.

Wie es das Schicksal wollte, entstand so das Quintette du Hot Club de France durch ein zufälliges Treffen von Django und Stéphane Grappelli. Es war mehr oder weniger zufällig bei Jam-Sessions entstanden. In der Pause suchte sich Django eine Ecke hinter der Bühne und spielte auf seiner Gitarre. Stéphane kam dazu und beide waren so zufrieden mit dem instrumentalen Austausch, dass sie von da an immer häufiger zusammen spielen wollten. In ihrer Freizeit improvisierten Reinhardt und Grappelli mit und ohne Experimente, und zwar mit klassischen Jazz-Stücken und populären Liedern. Bald kam Roger Chaput an seiner Gitarre dazu, und Louis Vola selbst am Schlagzeug. Um einen stärkeren Klang zu erzielen (ein weiteres Rhythmusinstrument war nötig, um Django während seiner Soli zu unterstützen), brachte Djangos Bruder Joseph eine dritte Gitarre mit.

Das Quintette du Hot Club de France wurde mit Hilfe von Pierre Nourry und später mit der vollen Unterstützung des Hot Club gegründet. Im August 1934 bürgte Nourry, damals Sekretär des Hot Clubs, für Django Reinhardt und sein Talent, als er ihn und Nin-Nin Reinhardt in die Publicis Studios holte, ein Tonstudio für Amateurmusiker. Nourry zahlte 80 Franken seines Geldes, um sie aufnehmen zu lassen, und machte sogar einen Bassisten, Juan Fernandez von Martinique, ausfindig, um ein Trio zu vervollständigen.

August 1934, Publicis Studios in Paris, Reinhardt:
Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g
063 Tiger Rag - unissued

August 1934, Publicis Studios in Paris, Trio Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Juan Fernandez - bs;
064 Tiger Rag – private acetate
065 After You’ve Gone – private acetate
066 Confession‘ – private acetate

Die Schallplatten, die während dieser Session entstanden, wurden an Jazz-Kritiker geschickt, um den neuen "Jazz a Cordes"-Stil zu präsentieren. Pierre Nourry und Charles Delaunay wandten sich daraufhin an das Label Odeon, um ein Vorspielen für das gesamte Quintett zu erhalten – zu dem es erst im Oktober kommen sollte.

Am 09. September 1934 sollte es nun zum Vorspielen im Odeon-Studio kommen. Auf Djangos Rat hin holten sie den amerikanischen Sänger Bert Marshall von der Band des Hotel Claridge ins Boot, um eine kommerziellere Aufnahme zu machen. In seiner ursprünglichen Formation bestand das Quintett aus den Gitarristen Django Reinhardt, seinem Bruder Joseph Reinhardt (alias Nin-Nin) und Roger Chaput, Louis Vola am Kontrabass und dem Geiger Stéphane Grappelli. Das Quintett war ein Quartett, bis Django beschloss, dass er zwei Gitarristen haben wollte, die ihn bei seinen Soli unterstützen, um den Klang der Musik gleichmäßiger zu gestalten, wenn er und Stephane sich während der Lieder abwechselten.

Die Gebrüder Reinhardt und Roger Chaput an den Gitarren, Stéphane Grappelli an der Violine, Louis Vola am Bass und Bert Marshall mit Gesang zwei Titel, “I’m Confessin‘“ und “I Saw Stars“, auf.

September 1934, Odeon, Paris, Delaunay’s Jazz:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Roger Chaput - g; Louis Vola - bs; Bert Marshall - vo
067 I Saw Stars 1071
068 I’m Confessin’ 1072

Die Platte wurde von mehreren Hörern als inspirierend bezeichnet, aber von den Führungskräften von Odeon kritisiert. Pierre Nourry, bestürzt, aber unbeirrt von der Ablehnung der Musik des Ensembles durch Odeon als zu "modernistisch", gab seinen Plan jedoch daraufhin nicht auf - siehe weiter unten.

01. Oktober 1934 in Paris, Eliane De Creus et ses Boys:
Eliane De Creus - vo; Michel Warlop - vln; Michel Emer - pf; Roger Grasset – bs; Django scheint nicht dabei zu sein!
Moi J’en Ai Deux OLA 08-1
Mon Coeur A Rencontr Ton Coeur OLA 09-1
La Rumba Da Boum OLA 10-1
La Fille De La Madelon OLA 11-1

Ab November 1934 arbeitete Django im Nachtclub Stage B in Paris am Boulevard du Montparnasse mit Arthur Briggs, Alix Combelle, Stéphane Grappelli und Georges Marion. Das Stage B war der Ort für lokale und Gastmusiker. Dies war der Ort, den Louis Armstrong besuchte, als er in Paris war.

13. November 1934 in Paris, Aim Simon-Girard acc. par Michel Warlop et son Orchestre:
Aim Simon-Girard - vo; ?, ? - tp, ? - tb, ?, ?, ?, Alix Combelle - sax; ? - pf; Django Reinhardt - g; ? - bs; ? - dr
069 Cocktails Pour Deux OLA 148-1

13. November 1934 in Paris, Germaine Sablon acc. par Michel Warlop et son Orchestre:
Germaine Sablon - vo; ?, ? - tp; ? - tb; ?, ?, ?, Alix Combelle - sax; ? - pf; Django Reinhardt - g; ? - bs; ? - dr
070 Deux Cigarettes Dans L’Ombre 149-1
071 Deux Cigarettes Dans L’Ombre 149-2 - unissued
072 L’amour En Fleur OLA 150-1
073 Je Voudre Vivre OLA 151-1

Dezember 1934 in Paris
‘Jazz-Tango-Dancing‘ ändert seinen Namen in ‘Jazz-Tango‘ und erscheint mit einem neugestalteten Front-Cover.

Nach weiteren Proben im Hotel Claridge entwickelte sich die Gründung des legendären Quintette du Hot Club de France. Europas führende Jazz-Besetzung war vor Ort. Zunächst traten sie nur für ihr eigenes Amusement auf. Ende des Jahres 1934 waren sie jedoch bereit, live aufzutreten.

02. Dezember 1934, Ecole Normale de Musique in Paris, Rue Cardinet 78.
Pierre Nourry – da war er wieder - arrangierte am 02. Dezember 1934 ein Eröffnungskonzert für das Quintett. Das Ensemble war jedoch noch so neu, dass es zunächst keinen Namen hatte: Auf Flugblättern für das Konzert wurde es als Un orchestre d'un genre nouveau de Jazz Hot oder Ein Orchester einer neuen Gattung des Hot Jazz unter der Leitung von "Djungo" Reinhardt angekündigt.
In seiner ursprünglichen Formation bestand das Quintett aus den Gitarristen Django Reinhardt, seinem Bruder Joseph Reinhardt (alias Nin-Nin) und Roger Chaput an weiteren Gitarren, Louis Vola am Kontrabass und dem Geiger Stéphane Grappelli. Das Quintett war zunächst ein Quartett, bis Django beschlossen hatte, dass er zwei Gitarristen haben wollte, die ihn bei seinen Soli unterstützen, um den Klang der Musik gleichmäßiger zu gestalten, wenn er und Stéphane sich während der Lieder abwechselten.

Das Konzert wurde ein Erfolg und das Quintett wurde für eine weitere Aufführung zum 16. Februar 1935 verpflichtet. Desweiteren war ein leitender Angestellter der Firma Ultraphone anwesend und stimmte zu, Ende des Monats mit der Gruppe in ihrem Studio am Montparnasse Aufnahmen zu machen.

Der Posaunist Guy Paquinet nahm eine ähnliche Besetzung wie Michel Warlop für eine Handvoll Sessions als Patrick et son Orchestre mit ins Studio.
Als Mitglied von Patrick and his Jazz/Patrick et son Orchestre nahm Django im Dezember 1934 in Paris “Black Panther Stomp“, “I Saw Stars“, “Okey Toots“, “When My Ship Comes In“, “My Carolina Hideaway“ und “From Now On“ auf. Seine Mitmusiker waren der Leader Guy Paquinet, der die Posaune einsetzte, Gaston Lapeyronnie, Alphonse Cox und Noël Chiboust an den Trompeten, Pierre Deck und René Weiss an den Saxophonen dabei. André Ekyan, Alix Combelle, Andy Foster und Charles Lisée sowie Roger Chomer spielten Vibraphon. Django spielte immer an der Gitarre, Jean Chabaud spielte die Klaviertasten, Louis Pecqueux den Bass und der Schlagzeuger, der auch sang, war Maurice Chaillou.

12. Dezember 1934, Pathé Studios in Paris, Patrick et son Orchestre de Danse, direction of Guy Paquinet:
Gaston Lapeyronnie, Alphonse Cox, Nöel Chiboust - tp; Guy Paquinet, Pierre Deck, René Weiss - tb; André Ekyan, Andy Foster,Charles Lisée, Alix Combelle - sax; Jean Chabaud - pf; Django Reinhardt - g; Louis Pecqueux - bs; Maurice Chaillou - dr, vo; Roger Chomer - vib
074 From Now On CPT 1700-1
075 I Saw Stars CPT 1702-1

17. Dezember 1934 Pathé Studios in Paris, Patrick et son Orchestre de Danse, direction of Guy Paquinet:
Gaston Lapeyronnie, Alphonse Cox, Nöel Chiboust - tp; Guy Paquinet, Pierre Deck, René Weiss - tb; André Ekyan, Andy Foster,Charles Lisée, Alix Combelle - sax; Jean Chabaud - pf; Django Reinhardt - g; Louis Pecqueux - bs; Maurice Chaillou - dr, vo; Roger Chomer - vib
076 Black Panther Stomp CPT 1701-1
077 Okay Toots CPT 1703-1
078 When My Ship Comes In CPT 1704-1
079 My Carolina Hide-A-Way CPT 1705-1

Diese erstaunliche Band des Posaunisten Guy Paquinet scheint sowohl im Stil als auch im Repertoire vom Orchester der Dorsey Brothers inspiriert worden zu sein. Ihre beeindruckendste Aufnahme, “Okay Toots“, war ebenfalls nur zwei Monate zuvor von den Dorseys aufgenommen worden.

Guy Paquinet
(* 13. Oktober 1903 in Tours; + 05. Januar 1981 in La Selle-sur-le-Bied, Département Loiret) war ein französischer Jazz-Pianist und Bandleader. 1935 trat er mit Michel Warlop auf und musizierte auch mit dem Warlop Orchestra mit Coleman Hawkins und Django Reinhardt. Unter dem Bandnamen Patrick and his Jazz entstand die flüssige und arrangierte Paquinet-Session vom 03. März 1935 mit Reinhardt und weiteren Musikern, wie etwa Alix Combelle, Noël Chiboust, André Ekyan und Joseph Reinhardt.

26. Dezember 1934, Paris
Pierre Nourry erhielt einen Brief von der Société Ultrophone Francaise in dem die Gagen der Quintett-Musiker festgelegt wurden.

27. bis 31. Dezember, Ultraphone Studios in Paris.
Das Aufnahmestudio der Plattenfirma befand sich zumindest im Jahr 1934 in der Avenue du Maine 13 in Paris, Montparnasse. Dieses Gebäude war eine ehemalige Orgelfabrik. Charles Delaunay beschrieb es in seiner Django Reinhardt-Biografie als „großes Holzgebäude“. Überfüllt mit Bänken, Dekoration und Requisiten ähnelte der Ort eher dem Backstage-Bereich eines provinziellen Varietés als einem Aufnahmestudio. Die Aufnahmegeräte und die Techniker kamen von der deutschen Firma Ultraphon. Und es scheint, dass die technische Zusammenarbeit zwischen der französischen Firma Ultraphone und der deutschen Telefunkenplatte GmbH fortgesetzt wurde, auch nachdem Telefunken das Plattengeschäft von der deutschen Firma Ultraphon übernommen hatte. In den Diskographien von Django Reinhardt werden die beiden Deutschen Willy Kühn und H. Schuller erwähnt, die bei den Aufnahmesitzungen des Quintette du Hot Club de France in den Jahren 1934 und 1935 als Toningenieure wirkten.

Hinweis: Die einzigen ausländischen Firmen, die damals in direkter Beziehung zur deutschen Telefunken standen, waren die französische und die tschechische Ultraphon-Gesellschaft, aus deren Repertoire einige Aufnahmen übernommen wurden und auf Telefunken in Deutschland erschienen, so einige Aufnahmen von "Big Boy" Goudies Combo und Django Reinhardts Quintette du Hot Club de France (Frankreich), dem Hot-Akkordionisten Kamil Behounek und Jaroslav (Jeschek) Jezeks Swingband (Tschechoslowakei), die sämtlich lange vor dem Krieg (1935-1936) erschienen.

Djangos junge Band, Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Roger Chaput, Joseph Reinhardt - g; Louis Vola – bs, spielte in Paris erste Aufnahmen von “Dinah“, “Tiger Rag“, Gershwins “Oh! Lady Be Good“ und “I Saw Stars“ ein.
080 Dinah P 77161
081 Tiger Rag P 77162
082 Lady Be Good P 77163
083 I Saw Stars P 77164

Außer den Musikern waren Panassié, Delaunay und Nourry anwesend und fungierten als "Autoren" oder Regisseure der Session. In einer Diskussion über zwei getrennte Takes eines Songs überzeugte Panassié den Toningenieur und den Produzenten, die Version zu verwenden, in der die Musiker - trotz einiger kleinerer Mängel und Fehler - freier improvisierten, anstatt die perfektere, aber weniger flexible Version zu verwenden. Zwischen dieser ersten Aufnahmesession Ende 1934 und der letzten Vorkriegs-Aufnahmesession im August 1939 nahm das Quintett 140 Seiten auf. Das Quintett blieb von 1935 bis 1939 aktiv, als Grappelli beschloss, in England zu bleiben, und Django die Tournee, auf der sie sich befanden, verließ, um nach Frankreich zurückzukehren. Neue Aufnahmesessions fanden mit der ursprünglichen Gruppe 1946 und von 1947 bis 1948 statt.

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Re: DJANGO REINHARDT

 · 
Gepostet: 11.03.2025 - 17:37 Uhr  ·  #29
Teil 4:

1935:
1935 wurde ein arbeitsreiches Jahr für Django Reinhardt. Nach dem zweiten Konzert des Le Quintette Du Hot Club De France am 16. Februar 1935 und der Veröffentlichung der ersten 78er-Platten durch die kleine französisch-tschechoslowakische Firma Ultraphone beschleunigte sich Djangos Karriere, die sich jedoch nicht nur auf das Quintett beschränkte …………… Natürlich gab es auch weitere Aufnahmen, Django machte nicht nur Aufnahmen mit dem Quintett, sondern bei anderen Gelegenheiten auch mit anderer Musik.

Am Ende entwickelte sich jedoch die Gemeinschaft des Hot Club of France aufgrund der Begeisterung für die Musik, die in der französischen Szene involviert war, von selbst. Als Django Reinhardt und sein Quintett Ende 1934/Anfang 1935 in die Jazz-Szene eindrangen, war der Einfluss auf die Entwicklung der Gitarre kolossal. Er wird immer für seine Leistungen auf der Akustikgitarre in Erinnerung bleiben und das zu Recht. Aber es wird oft vergessen, dass er in den letzten fünf Jahren oder seines Lebens in einer Vielzahl von Umgebungen neben dem berühmten Quintett, einschließlich verschiedener moderner Combos, aufgenommen hat. Seine Aufnahmen in dieser Zeit waren hauptsächlich auf E-Gitarre oder verstärkter Akustik und wurden zu oft ignoriert.

Es gab weitere Aufnahmen mit Jean Sablon, wie beispielsweise “Un Baiser“, wo sie von Garland Wilson am Klavier begleitet wurde.

07. Januar 1935, Columbia, Paris, Jean Sablon:
Jean Sablon - vo; Garland Wilson - pf; Django Reinhardt - g
084 The Continental CL 5176-1 - unissued
085 The Continental CL 5176-2
086 Un Baiser CL 5178-1 - unissued
087 Un Baiser CL 5178-2 - unissued
088 Un Baiser CL 5178-3

COLUMBIA (F)
00 35….DF-1672…. M. Jean SABLON accompagné par MM. Garland WILSON (Piano) et Jungo REINHARDT (Guitare)..The Continental/??

07. Januar 1935, Columbia, Paris, Jean Sablon:
Jean Sablon - vo; Alec Siniavine - pf; Django Reinhardt - g
089 La Dernière Bergère CL 5179-1

COLUMBIA (F)
00 35….DF-1714…. M. Jean SABLON accompagné par MM. Garland WILSON (Piano) et Jungo REINHARDT (Guitare)..Un Baiser/
La Dernière Bergère

Django nahm auch mit Le Petit Mirsha Lieder wie “Maman, Ne Vend Pas La Maison“ und “Petit Homme c'est l'Heure de faire Dodo“ auf, wo sie manchmal vom Michel Warlop Orchestre und einmal von Alec Siniavine am Klavier begleitet wurden.

05. Februar 1935, Gramophone, Paris, Le Petit Mirsha acc. par Michel Warlop et son Orchestre:
Le Petit Mirsha - vo; ?, ? - tp; ?, ?, ? - sax; ? - pf; Django Reinhardt - g; ? - bs; ? - dr
090 Maman, Ne Vend Pas La Maison OLA 300-1 - unissued
091 Petit Homme, C’est L’heure De Faire Dodo OLA 301-1 - unissued

05. Februar 1935, Gramophone, Paris, Le Petit Mirsha:
Le Petit Mirsha - vo; Alec Siniavine - pf; Django Reinhardt - g
092 Vieni, Vieni OLA 302-1

09. Februar 1935 in Paris, Léon Monosson acc. par Alain Romans du Poste Parisien et son Orchestre:
Léon Monosson - vo; Arthur Briggs - tp; Michel Warlop - vln; Alain Romans - pf; Django Reinhardt - g; ? - g
093 Deux Cigarettes Dans L’ombre CL 5220-1
094 Tout Le Jour, Toute La Nuit CL 5221-1

Alain Romans
(* 13. Januar 1905 in Tschenstochau; + 19. Dezember 1988 in Paris) war ein aus Polen stammender, französischer Jazz-Pianist, Komponist, Arrangeur und Bandleader. Alain Romans lernte zunächst Violine und studierte in Leipzig, Berlin und Paris; zu seinen Lehrern gehörte u.a. Vincent d'Indy. Nach seinen Studien wandte er sich dem Jazz zu, wirkte Anfang der 1930 er Jahre in Paris bei der Gründung des Hot Club de France mit und arbeitete mit Josephine Baker und Django Reinhardt.

Arthur Briggs
war einer der bedeutendsten Trompetenspieler seiner Zeit in Europa, sicherlich im Jazz-Bereich, obwohl seine Karriere in den Vereinigten Staaten begann. Geboren 1899, begann er als Trompeter in der United States Marine Band zu spielen. Briggs war noch zu jung, um im Zweiten Weltkrieg in Europa Fuß zu fassen. Im Juni 1919 kam er jedoch mit Will Marion Cooks Southern Syncopoted Orchestra nach Europa. Diese Band war eine der ersten Bands, die als Teil des Exodus aus der Mississippi-Delta-Region Amerikas, insbesondere New Orleans, galten, wo Musik aus Blues und Rockmusik entstand und sich so über die gesamte amerikanische Kultur ausbreitete und von dort in die ganze Welt. Der bahnbrechende Klavierspieler Sidney Bechet war auch Teil seiner Besetzung. Nach seiner Tätigkeit in England und Frankreich kehrte Briggs 1921 nach Amerika zurück, kam jedoch im folgenden Jahr wieder nach Europa und verbrachte den Großteil seines Lebens dort, wobei er seine eigenen Bands und zeitweise eine gemeinsame Band mit dem Klavierspieler Freddie Johnson betrieb.

09. Februar 1935, Ecole Normale de Musique in Paris
Erst beim zweiten offiziellen Konzert der Gruppe in der Ecole Normale de Musique in Paris bekam sie einen Namen; für ihren Auftritt am 16. Februar 1935 wurde die Gruppe offiziell in Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France avec Stéphane Grappelli umbenannt. Es war der Erfolg dieses Konzerts, der den Rest des Hot Clubs schließlich davon überzeugte, das Ensemble offiziell zu sponsern.

Es ist auffällig, wie die Mitte der 30er, Anfang der 40er Jahre stattfindende Wende in der Jazz-Entwicklung nicht nur in den harmonischen, melodischen und rhythmischen Neuerungen der Bop-Musiker zum Ausdruck kommt, sondern auch zu ständig wachsenden Integrationen im Band-Jazz führte.

John Kirby gründete 1938 ein Ensemble, das in jeder Hinsicht Swing-Musik im besten Sinn jener Zeit machte, aber gleichwohl eine Band in jenem Sinne war, wie er sich erst in den fünfziger Jahren von selbst verstand. Sein präziser Ensemblestil nahm in Hinblick auf melodische Finesse und kammermusikalische Brillanz manches vorweg, was erst zwanzig Jahre später zum Inbegriff integrierten Jazz-Musizierens werden sollte.

Mit John Kirby – und darüber hinaus mit dem Nat King Cole-Trio – beginnt eine Linie, die über das Art Tatum-Trio und das Red Norvo-Trio zu allen charakteristischen Bands der 50er und 60er Jahre führt: dem Gerry Mulligan-Quartett, dem Modern Jazz Quartet, dem Jimmy Giuffre-Trio, dem Max Roach / Clifford Brown-Quintett, dem Miles Davis-Quintett, dem Horace Silver-Quintett, Art Blakeys Jazz Messengers, die Charles Mingus-Gruppe, die Ornette Coleman-Gruppe. Der Bassist John Kirby gab in seiner Biggest Little Band in the Land leichte, verbindliche, kultivierte "Rahmenklänge" vor, zwischen denen der Trompeter Charlie Shavers, der Klarinettist Buster Bailey, der Altsaxophonist Russell Procope und der Pianist Billy Kyle schöne, angenehm zu hörende Soli improvisierten. Die Band hatte einen klar erkennbaren Sound. Sie war das erste Ensemble, das als Combo in dem Sinn erfolgreich war wie etwa fünfzehn Jahre später das Gerry Mulligan-Quartett oder das Modern Jazz Quartet.

Viele dieser Bands entstanden an der amerikanischen Westküste, und vielleicht ist es charakteristisch, dass die andere Band, die diese Entwicklung zusammen mit John Kirby eingeleitet hat, ebenfalls dorthin gehört: das Nat King Cole-Trio. Es ist das erste moderne Klaviertrio, in dem sich der Pianist nicht nur von einer Rhythmusgruppe begleiten lässt, sondern alle drei Instrumente eine Einheit bilden.

Das Nat King Cole-Trio entstand 1940 mit Oscar Moore (Gitarre) und Wesley Prince (Bass). Später spielte Nat King Cole mit dem Gitarristen Irving Ashby und dem Bassisten Johnny Miller. Als im Laufe der 40er Jahre der Erfolgs des Sängers King Cole der Pianist zunehmend in den Hintergrund drängte, verzichtete Nat auf sein Klavierspiel und sein Trio und wechselte als Sänger in die Popularmusik.

In Europa lieferte das Quintette du Hot Club de France (1936/37) mit seiner stark saitenbetonten Musik — Gitarre und Violine plus Kontrabass und zwei Rhythmusgitarren – das Modell für ein eigenes Konzept integriert Swingender Band-Musik. Der Gitarrist Django Reinhardt und der Geiger Stéphane Grappelli waren die führenden Solisten des Ensembles. An ihren Auseinandersetzungen – heftige Streitereien über den Namen der Band und um die Führung der Gruppe - wäre das Quintett schnell zerbrochen. Aber kaum musizierten die beiden, waren sie unzertrennlich. Was in dem einen schlummerte, weckte der andere: Django Reinhardt die ungestüme Risikofreude, harmonische Modernität und anarchische Phantasie im Spiel von Grappelli; umgekehrt Grappelli die Eleganz, Kultiviertheit und den Sinn für rationale Details im Spiel von Django Reinhardt. Gemeinsam schufen sie im Quintette du Hot Club de France die ersten Juwelen des europäischen Jazz. Auch ihr Beispiel macht deutlich: Gruppenintegration in einer Jazz-Band entsteht durch ein ständiges Geben und Nehmen - durch permanente musikalische Kommunikation.

ULTRAPHONE U (F)
00 35….AP 1422…. DJUNGO REINHARDT et le quintette du HOT CLUB DE FRANCE avec STÉPHAN GRAPELLY..
Lady Be Good/Dinah
ULTRAPHONE U (Czechoslovakia)
00 35….14286…. DJUNGO REINHARDT et le quintette du HOT CLUB DE FRANCE avec STÉPHAN GRAPELLY..
Lady Be Good/Dinah
ORIOLE (UK)
00 35….14286…. DJANGO REINHARDT et le Quintette du HOT CLUB DE FRANCE..Dinah/Lady Be Good

SUPRAPHONE (Czechoslovakia)
00 35….B 22642…. DJUNGO REINHARDT and the Quintette of the HOT-CLUB de FRANCE..Dinah/Lady Be Good

ULTRAPHONE U (F)
00 35….AP 1423…. DJUNGO REINHARDT et le quintette du HOT CLUB DE FRANCE avec STÉPHAN GRAPELLY..
Tiger Rag/I Saw Stars
ULTRAPHONE U (Czechoslovakia)
00 35….B 14287…. DJUNGO REINHARDT et le quintette du HOT CLUB DE FRANCE avec STÉPHAN GRAPELLY..
Tiger Rag/I Saw Stars
ORIOLE (UK)
00 35….LB. 1001…. DJANGO REINHARDT et le Quintette du HOT CLUB DE FRANCE..Tiger Rag/I Saw Stars

Die ersten aufgenommenen Stücke des Quintetts waren ein solcher Erfolg, dass bald weitere Aufnahmen und Konzerte folgten. Dominierten zu Anfang noch damals moderne Standards wie der besagte “Tiger Rag“ sowie “Oh! Lady, Be Good“ (später ein Vehikel für Lester Young [ts]) oder “I Saw Stars“, so wurden in den folgenden Jahren immer mehr Stücke von Django Reinhardt und Stéphane Grappelli selbst komponiert.

Das Quintett des Hot Club of France war das erste Streichquintett der Welt. Der Sound und die besondere Besetzung dieser innovativen Band setzte Maßstäbe. Vor dem treibenden, unwiderstehlichen Swing der Rhythmusgruppe wechselten sich der virtuose Django und der hoffnungslos romantische Grappelli als Solisten ab.

Was Django Reinhardts Spiel angeht, sind seine ersten Aufnahmen mit dem Quintett viel wichtiger, als alles Mitwirken als Session-Gitarrist davor. Insbesondere “Dinah“ und Gershwins “Lady Be Good“ liefern eine erste wunderbare Illustration des unglaublichen Zusammenspiels mit Stéphane Grappelli.

Trotz der Vorbehalte der Plattenfirma, da die Zeit nicht als für die feine Gesellschaft akzeptabel galt, waren die Platten ein Erfolg und von da an begann ihre Popularität zu wachsen. Bald waren sie offiziell als Quintette du Hot Club de France bekannt und traten außerhalb von Paris auf, d.h. schon am 20. Februar in Nancy im Chambre du Commerce, neben einer lokalen Band, den Hot Serenaders.

22. Februar 1935 in Paris, Le Petit Mirsha acc. par Michel Warlop et son Orchestre:
Le Petit Mirsha - vo; ?, ? - tp; ?, ?, ? - sax; ? - pf; Django Reinhardt - g; ? - bs;
095 Maman, Ne Vend Pas La Maison OLA 330-1 - unissued
096 Maman, Ne Vend Pas La Maison OLA 330-2
097 Petit Homme, C’est L’heure De Faire Dodo OLA 331-1

Ein Zeichen der Anerkennung ihrer Musik wurde durch ihre Zusammenarbeit mit Coleman Hawkins bestätigt, erstmals bei einem Konzert des Salle Pleyel am 23. Februar 1935 und dann in der Aufnahmesession vom 02. März, obwohl tatsächlich nur Django und Stéphane mit Hawkins aufnahmen, gab es zwei Besetzungen für die Zusammenarbeit; die erste mit dem Orchester des Violinisten Michel Warlop.

Die Salle Pleyel war bis zur Eröffnung der Philharmonie de Paris 2015 der einzige große symphonische Konzertsaal der Stadt Paris. Er ist nach dem aus Österreich stammenden Komponisten und Klavierfabrikanten Ignaz Josef Pleyel benannt. Der in der Rue du Faubourg Saint-Honoré 252 im 8. Pariser Arrondissement gelegene Bau entstand 1927 nach Plänen des Architekten Gustave Lyon im Stil des Art déco.

Die Besetzung hatte sich seit ihren Aufnahmen vor einem Jahr erheblich geändert (wie es bei großen Besetzungen der Fall ist); Arthur Briggs, Noel Chiboust und Pierre Allier setzten dieses Mal die Trompeten und Guy Paquinet die Posaune ein. Die Saxophonisten, die Coleman Hawkins auf seinem Tenor begleiteten, waren André Ekyan, Charles Lissée und Alix Combelle. Eugène d'Hellemmes spielte den Bass und Maurice Chaillou spielte das Schlagzeug. Sie nahmen Hart/Rodgers' “Blue Moon“, “Avalon“, eine Komposition von DeSylvo/Jolson/Rose und “What a Diff‘rence a Day Made“, das Lied von Adams/Greaver, auf. Django, Stéphane, Eugène und Maurice begleiteten dann Coleman bei einer Version von “Star Dust“.

Djangos Engagement im Stage B endete zum März und er schloss sich Freddy Taylor and his Swing Men from Harlem im La Villa d’Este an. Später im Mai/Juni berichtet ‘Jazz Hot‘, dass Django von Oscar Allemand (sic) abgelöst wird.

Django Reinhardts erste Aufnahmen mit einem bedeutenden amerikanischen Solisten, Coleman Hawkins, entstanden bei einer Session mit dem Michel Warlop Orchestra am 02. März 1935. Zu den Titeln gehören “Blue Moon“, “Avalon“ und “What a Diff‘rence a Day Made“.

02. März 1935 in Paris, Coleman Hawkins acc. par Michel Warlop et son Orchestre:
Arthur Briggs, Nöel Chiboust, Pierre Allier - tp; Guy Paquinet - tb; André Ekyan, Charles Lisée, Alix Combelle - as; Coleman Hawkins - ts; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Eugène d’Hellemmes - bs; Maurice Chaillou - dr
098 Blue Moon OLA 346-1
099 Blue Moon OLA 346-2 - unissued
100 Avalon OLA 347-1
101 Avalon OLA 347-2 - unissued
102 What A Diff‘rence A Day Made OLA 348-1

02. März 1935 in Paris, Coleman Hawkins:
Coleman Hawkins - ts; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Eugène d’Hellemmes - bs; Maurice Chaillou - dr
103 Star Dust OLA 349-1

DISQUE “GRAMOPHONE“ (F)
00 35…K-7455…. Coleman HAWKINS avec l’Orchestre Michel Warlop et Arthur Briggs..Blue Moon/What a Diff‘rence a Day Made
00 35…K-7527…. Coleman HAWKINS avec l’Orchestre Michel Warlop et Arthur Briggs..Avalon/
Coleman HAWKINS par Guitare Django Reinhardt Piano: Stéphane Grapelley..Star Dust

HIS MASTER’S VOICE (Scandinavien/UK)
00 35…X.4496…. COLEMAN HAWKINS avec l’Orchestre Michel Warlop et Arthur Briggs..Avalon/
Coleman HAWKINS par Guitare Django Reinhardt Piano: Stéphane Grapelley..Star Dust
00 35…X.4497…. COLEMAN HAWKINS avec l’Orchestre Michel Warlop et Arthur Briggs..Blue Moon/What a Diff‘rence a Day Made

ELECTROLA (D)
00 35 (?)….E.G. 3537….
COLEMAN HAWKINS und sein Orchester..Avalon/Blue Moon

Es gab auch eine weitere Zusammenarbeit mit Patrick und seinem Orchester, Aufnahmen fanden am 04. März 1935 statt. Wie im November des Vorjahres wurde die Band immer noch von Guy Paquinet geleitet, diesmal in der Besetzung mit Alex Renard, Gaston Lapeyronnie und Nöel Chiboust an den Trompeten, Guy Paquinet, Pierre Deck und René Weiss an den Posaunen, und die Saxophon-Besetzung besteht aus André Ekyan, Alix Combelle, Andy Foster und Maurice Cizeron. Die Rhythmusgruppe blieb die gleiche wie zuvor, mit der Besetzung durch Joseph Reinhardt an der Gitarre. Diesmal wurden die Songs “Hands Across the Table“, “We Were So Young“, “From You“, “Darling, Je Vous Aime Beoucoup“ aufgenommen. Der Gesang stammte hauptsächlich von Hildegarde Sell.

04. März 1935 in Paris, Patrick et son Orchestre (dir. Guy Paquinet):
Alex Renard, Gaston Lapeyronnie, Nöel Chiboust - tp; Guy Paquinet, Pierre Deck, René Weiss - tb; André Ekyan, Andy Foster, Maurice Cizeron, Alix Combelle - sax; Jean Chabaud - pf; Stéphane Grapelli, Michel Warlop - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Louis Pecqueux - bs; Maurice Chaillou - dr; Hildegarde Sell - vo
104 Hands Across The Table CPT 1841-1
105 We Were So Young CPT 1842-1
106 From You CPT 1843-1
107 Darling, Je Vous Aime Beaucoup CPT 1844

Anfang März 1935 machte das Quintett, Django, Stéphane, Roger, Joseph und Louis, in Paris einige Aufnahmen, bei denen Jerry Mengo einige Vocals (*) beisteuerte, der später bei mehreren Terminen für das Label Swing Schlagzeug spielte. Obwohl Mengos Gesang harmlos daher kam, sind die folgenden Instrumentalstücke viel einprägsamer. Die aufgenommenen Songs waren “Lily Belle May June“* von Cooker/Harrison, der Harris/Young-Song “Sweet Sue, Just You“*, “Confessin‘“ (Neiburg/Dougherty/Reynolds) und “The Continental“* (Magidson/Conrad).

05./06. März 1935, Ultraphone Studios, Paris, Django Reinhardt et le Quintette Du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Roger Chaput, Joseph Reinhardt - g; Louis Vola - bs; Jerry Mengo - vo
108 Lily Belle May June P 77240
109 Sweet Sue, Just You P 77241
110 Confessin’ P 77242
111 The Continental P 77243

ULTRAPHONE
00 35….AP 1443…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Confession‘/The Continental
00 35….AP 1444…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Lily Belle May June/
Sweet Sue, Just You

Vier Violinisten, darunter Grappelli, Michel Warlop und Sylvio Schmidt, wurden dieser Besetzung hinzugefügt und steuerten zu “Miss Otis Regrets (She's Unable To Lunch Today)“ und “Waltzing with a Dream“ bei.
Die Songs wurden gemäß Wiederveröffentlichungen als Patrick Et Son Orchestre De Danse veröffentlicht.

08. März 1935 in Paris, Patrick et son Orchestre (dir. Guy Paquinet):
Alex Renard, Gaston Lapeyronnie, Nöel Chiboust - tp; Guy Paquinet, Pierre Deck, Ren Meiss - tb; André Ekyan, Andy Foster, Maurice Cizeron, Alix Combelle - sax; Stéphane Grappelli, Michel Warlop, Sylvio Schmidt - vln; Jean Chabaud - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Louis Pecqueux - bs; Maurice Chaillou - dr; Hildegarde Sell - vo
112 Miss Otis Regrets CPT 1857-1
113 Waltzing With A Dream CPT 1858

Hildegarde
wurde in Adell, Wisconsin geboren und wuchs in New Holstein/Wisconsin auf. Ihr Vater, ein Kaufmann, spielte Schlagzeug und Geige und ihre Mutter war Organistin und leitete den Kirchenchor. Als Hildegarde zwölf war, zog die Familie nach Milwaukee, wo sie und ihre beiden Schwestern im Schulchor und Orchester mitwirkten. Ihr erster Wunsch war es, Konzertpianistin zu werden, und sie schrieb sich für eine Weile an der School of Music der Marquette University ein.

Django Reinhardt war dann zwischen März und dem 01. April 1935 auch in Veröffentlichungen von Freddy Taylor and his Swing Men from Harlem eingebunden. Die mit Freddy Taylor aufgenommenen Songs waren “Viper‘s Dream“, “Blue Drag“ (Reinhardt), “Swanee River“ (Trad.) und “How Come You Do Love Like You Do?“.
Hier trafen US-Musiker auf französische Instrumentalisten. Freddie Taylor steuerte den Gesang sowie die Trompeteneinlage bei, Charlie Johnson“ spielte außerdem Trompete. Chester Lanier und Fletcher Allen spielten Klarinette und Saxophon (Chester am Alt und Bariton und Fletcher am Tenor). Django wurde in der Rhythmussektion von Eugène d'Hellemmes am Bass, John Ferrier am Klavier und William Diemer am Schlagzeug begleitet.

April 1935 in Paris, Freddy Taylor and his Swing Men From Harlem:
Freddy Taylor - tp, vo; Charlie Johnson - tp; Chester Lanier - cl,as, bs; Fletcher Allen - cl,ts; John Ferrier - pf; Django Reinhardt - g; Eugène d’Hellemmes - bs; William Diemer - dr
114 Viper’s Dream - unissued
115 Blue Drag - unissued
116 Swanee River - unissued
117 How Come You Do Love Me Like You Do? - unissued

Laut Angaben in Standard-Diskografien wie Brian Rusts “Jazz & Ragtime Records“ und Tom Lords Dito wurde eine weitere Session vom März/April 1935 mit Freddy Taylor and his Swing Men from Harlem aufgenommen, es existieren jedoch nur Testaufnahmen der vier gespielten Stücke. Dabei handelt es sich um “Mama Don't Allow It“, “Blue Drag“, “Swanee River“ und “How Come You Do Me Like You Do?“. Diese Testaufnahmen waren unter Sammlern Gegenstand von Diskussionen, insbesondere hinsichtlich der Frage: Wer war der Gitarrist, der auf “Swanee River“ und “How Come You Do Me Like You Do?“ ein Solo spielt? Laut den Standard-Diskografien wird die Gitarre von Django Reinhardt gespielt (mit dem Taylor 1936 weitere Aufnahmen machen sollte), während andere spezielle Diskografien wie Hans Koerts Online-Diskografie Oscar Alemán als Gitarristen aufführen.

April 1935 in Paris, Freddy Taylor and his Swing Men From Harlem:
Freddy Taylor - tp, vo; Charlie Johnson - tp; Chester Lanier - cl,as, bs; Fletcher Allen - cl,ts; John Ferrier - pf; Django Reinhardt oder Oscar Alemán g; Eugène d’Hellemmes - bs; William Diemer - dr
118 Viper’s Dream
119 Blue Drag
120 Swanee River
121 How Come You Do Love Me Like You Do?

ULTRAPHONE
00 35….AP 1479…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Blue Drag/Swanee River
00 35….AP 1489…. FREDDIE TAYLOR and his Swing Men from Harlem..Blue Drag/Viper’s Dream

ROYALE
00 39….1778 FREDDIE TAYLOR with The Quintette Of The Hot Club Of France..Blue Drag/
ALEX COMBELLE With The Quintette Of The Hot Club Of France..Crazy Rhythm

Es gab Arbeit für Django, Stéphane und Louis Vola am Bass mit dem Sänger Pierre Lord, wo René Ronald Klavier spielte, bei Liedern wie “Simplement“, “Fumée Aux Yeux (Smoke Gets In Your Eyes)“ und “Cocktails Pour Deux (Cocktails for Two)“.

April 1935 in Paris, Pierre Lord:
Pierre Lord - vo; Stéphane Grappelli - vln; René Ronald - pf; Django Reinhardt - g
122 Simplement
123 Fumée Aux Yeux (Smoke Gets In Your Eyes)

ULTRAPHONE
00 35….AP 1485…. PIERRE LORD accompagné par GINO BORDIN et RENNIE RONALD..Chemin Fleuri/
PIERRE LORD accompagné par D. REINHARDT, S. GRAPPELLY et R. RONALD..Simplement

April 1935 in Paris, Pierre Lord:
Pierre Lord - vo; Stéphane Grappelli - vln; René Ronald - pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs
124 Cocktails Pour Deux (Cocktails for Two) P 77350

Es gab weitere Aufnahmen für den Hot Club, der inzwischen seinen eigenen Veranstaltungsort hatte. Danach folgte eine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Grand Ecart oder Nuites Bleues, wie es genannt wurde. Zu dieser Zeit nahm das klassische Quintett Hot Club “Blue Drag“, “Swanee River“ (Trad., Uncredited: Stephen Foster), “Ton Deux Sourire (The Sunshine Of Your Smile)“ (Uncredited: Leslie Leonard Cooke und “Ultrafox“ (Grappelli/Reinhardt)auf.

April 1935, Ultraphone Studios, Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Roger Chaput, Joseph Reinhardt - g; Louis Vola - bs
125 Blue Drag P 77351
126 Swanee River P 77352
127Ton Doux Sourire P 77353
128 Ultrafox P 77354

ULTRAPHONE
05 35….AP 1479…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..
Blue Drag/Sweanee River
05 35….AP 1484…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..
Ton Deux Sourire (The Sunshine Of Your Smile)/Ultrafox

Es gab noch mehr Arbeit mit Jean und Germaine Sablon als Duo, die “Un Amour comme le Notre“ und “La petile Ile“ sangen.

17. Mai 1935, Pathé Studios für Gramophone, Paris, Germaine et Jean Sablon:
Germaine Sablon, Jean Sablon - vo; André Ekyan - cl; Alec Siniavine - pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs, aco
129 Un Amour Come Le Notre OLA 520-1
130 La Petite Ile OLA 521-1

DISQUE “GRAMOPHONE“
00 35….K-7517…. Germaine et Jean SABLON..Un Amour Come Le Notre/La Petite Ile

Mai 1935, Ultraphone Studios in Paris, Nane Cholet:
Nane Cholet - vo; René Ronald - pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs
131 Si J'avais Eté P 77373

Nane Cholet profitierte auch von den pair’s talent auf “Si J‘avais Été“ und “Fièvre (Moonglow)“, aufgenommen im Mai 1935. Sie heiratete Jean Tranchant.

Mai 1935 , Ultraphone Studios in Paris, Nane Cholet:
Nane Cholet - vo; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs
132 Fièvre (Moonglow) P 77374

ULTRAPHONE
00 35….AP 1314…. NANE CHOLET..Si J'avais Eté/Fièvre (Moonglow)

Mit dem Pianisten Emil Stern nahm Nane Cholet zwei weitere Tranchant-Werke auf: “Ainsi Soit-Il“ und “Les Quatre Farceurs“.

Frühjahr 1935 in Paris, Alix Combelle:
Alix Combelle - ts, cl; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Louis Vola - bs; Jerry Mengo – dr, Acetates
133 What A Difference A Day Made - 78er unissued
134 The Sheik of Araby - 78er unissued

Alix Combelle
Trotz der anhaltenden Popularität von Django Reinhardt, Stéphane Grappelli und Gypsy Swing ist Alix Combelle noch nicht weltweit für seine unerschütterlichen Beiträge zur Entwicklung und Etablierung dieser Tradition anerkannt worden. Als versierter Saxophonist, Klarinettist, Arrangeur und Bandleader war Combelle eine wichtige Figur in der Entwicklung des europäischen Jazz in den 1930 er Jahren, der Dutzende von Aufnahmen mit Reinhardt und Mitgliedern des Quintetts des Hot-Club of France machte, und mit Reinhardt begründete er seinen Ruf. Im Gegensatz zu Django hielt Combelle hartnäckig am geradlinigen Swing fest und scheint es nicht für notwendig gehalten zu haben, sich in den Stil und die Methodik des Bop zu modernisieren. Die meisten seiner besten Aufnahmen stammen aus den Jahren 1935-1943 und wurden auf dem passend benannten Label Swing veröffentlicht.

Er wurde am 15. Juni 1912 in Paris als Sohn von François Combelle geboren, einem klassischen Saxophonisten und Solisten der Band der Republikanischen Garde. Alix begann seine Auftrittskarriere als Schlagzeuger in den späten 20 er Jahren und entwickelte seine Holzbläserkünste in den Orchestergräben des Pariser Theaters und mit dem armenischen Bandleader Krikor "Gregor" Kelekian unter dem Mantel von Gregor et Ses Gregoriens in den Jahren 1932-1933.

Im Juni wird in London das Erscheinen der Oriole-Schallplatten angekündigt:
Oriole LV100..Tiger Rag/I Saw Stars
Oriole LV101..Dinah/Lady Be Good
Erscheinen.

04. Juni 1935, Salle Wagram in Paris, Konzert promoted vom Club du Faubourg
13. Juni 1935, Salle Rameau in Paris, Konzert mit Jean Tranchant
16. Juni 1935, Salle Pleyel in Paris, Konzert mit Jean Tranchant

Im Juni 1935 nahm Django erneut mit Patricks großartiger Tanzband auf. Am 16. Juni 1935 wurden in Paris sechs Songs mit Django an der Gitarre eingespielt, die durch Patrick et son Orchestre de France auf dem Pathé-Label veröffentlicht wurden.

16. Juni 17 1935, Pathé Studios in Paris, Patrick et son Orchestre (direction Guy Paquinet):
Gaston Lapeyronnie, Nöel Chiboust, Alex Renard - tp; Guy Paquinet, Pierre Deck, René Weiss - tb; Maurice Cizeron, Max Blanc, André Ekyan, Charles Lisée, “Coco” Kiehn - sax; Jean Chabaud - pf; Django Reinhardt - g; Louis Pecqueux - bs; Maurice Chaillou - dr, vo; Roger Chomer - vib
135 You And The Night And The Music CPT 2142
136 I Get A Kick Out Of You CPT 2143-1
137 Seagulls CPT 2144-1
138 Anything Goes CPT 2145-1
139 Easter Parade CPT 2146
140 I’m Gonna Wash My Hands Of You CPT 2147-1

PATHÈ
00 35….PA 667…. Patrick et son Orchestre de France..You And The Night And The Music*/Easter Parade**
00 35….PA 668…. Patrick et son Orchestre de France..Seagulls/I’m Gonna Wash My Hands Of You**
00 35….PA 669…. Patrick et son Orchestre de France..I Get A Kick Out Of You*/Anything Goes
* Vocal: Maurice Chaillou, ** Vocal: Guy Paquinet

Diese äußerst seltenen Pathé-Platten wurden nie wieder aufgelegt und werden für die meisten Sammler neu sein!

Im Juli 1935 wurde das Quintett um Arthur Briggs, Alphonse Cox und Pierre Allier an der Trompete und Eugène d'Hellemmes an der Posaune erweitert, für Aufnahmen von “Avalon“, “Smoke Rings“, “Clouds“ und “Believe It, Beloved“. “Avalon“ und “Smoke Rings“ erschienen als Arthur Briggs Acc. By Quintette Du Hot Club De France.

Juni 1935, Ultraphone Studios in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Arthur Briggs and Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Arthur Briggs, Alphonse Cox, Pierre Allier - tp; Eugène d’Hellemmes - tb; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Pierre "Baro" Ferret - g; Louis Vola - bs
141 Avalon P 77434
142 Smoke Rings P 77435

Juni 1935, Ultraphone Studios in Paris, Stéphane Grappelli et le Quintette du Hot Club de France, avec Django Reinhardt:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Pierre "Baro" Ferret - g; Louis Vola - bs
143 Clouds P 77440
144 Believe It, Beloved P 77441

ULTRAPHONE
00 35….AP 1511…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Clouds/Believe It, Beloved
00 35….AP 1512…. Arthur Briggs Acc. By Quintette Du Hot Club De France..Avalon/Smoke Rings

DECCA (USA)
00 35….23002 A/B…. THE QUINTET OF THE HOT CLUB OF FRANCE with DJANGO REINHARDT (guitar) and
STÉPHANE GRAPPELLY (Violin)..Avalon/Clouds

Sowohl “Avalon“ als auch “Smoke Rings“ enthalten Einsätze des Trompeters Arthur Briggs. Dieser hervorragende kanadische Musikerer lebte die meiste Zeit seines Lebens in Frankreich und starb 1991 in Paris.

30. Juni 1935, Salle Rameau in Paris, Konzert der Mills Brothers in Begleitung des Quintetts.
05. Juli 1935, Salle Lafayette in Paris, der Hot Club de France veranstaltet ein freies Konzert mit dem Quintett
13. Juli 1935, Salle Hertz in Paris, Konzert des Quintetts

Ein weiterer amerikanischer Auswanderer, Frank "Big Boy" Goodie, der von 1925 bis 1940 in Frankreich lebte, spielt im Quintett auf zwei Seiten Klarinette, Trompete und Tenorsaxophon. Im August 1935 stand die Aufnahme von zwei Titeln für Frank "Big Boy" Goudie, begleitet von Stéphane Grappelli am Piano, Django und Joseph an Gitarren, Louis Vola am Double Bass, Jerry Mengo am Schlagzeug an.

Juli/August 1935, Ultraphone Studios in Paris, Frank "Big Boy" Goudie avec Section Rythmique:
Frank "Big Boy" Goudie - tp, ts, cl; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinnardt - g; Sigismond Beck - bs; Jerry Mengo - dr
145 I’ve Found A New Baby P 77468
146 Saint-Louis Blues P 774

Frank "Big Boy" Goudie
(* 13. September 1899 in Youngsville/Louisiana; + 09. Januar 1964 in San Francisco/Kalifornien) war ein US-amerikanischer Jazz-Klarinettist, Tenorsaxophonist und Sänger des New Orleans Jazz und des Swing. Frank Goudie begann seine Karriere als Trompeter und arbeitete in den 1910 er und frühen 1920 er Jahren in New Orleans, wo er in der Tuxedo Jazz Band von Papa Celestin spielte.

Danach verbrachte er ab 1925 fünfzehn Jahre in Europa, wo er zunächst mit Sam Wooding auftrat und 1930 in London mit Noble Sissle ins Studio ging. 1933 spielte er in Paris bei Freddy Johnson und Arthur Briggs.

Im August 1935 entstanden in Paris zwei Aufnahmen unter eigenem Namen mit Django Reinhardt (die Rhythmusgruppe bestand aus Joseph Reinhardt, Sigismond Beck und Jerry Mengo).

ULTRAPHONE
00 35….AP 1527…. FRANK "BIG BOY" GOUDIE..I've Found A New Baby/St-Louis Blues

Gruß
Heino
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Re: DJANGO REINHARDT

 · 
Gepostet: 11.03.2025 - 17:39 Uhr  ·  #30
Teil 5:

August 1935 in Paris, Arthur Briggs et son orchestre:
Arthur Briggs - tp; Stéphane Grappelli - vln, pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Louis Vola - bs
146a Bright Eyes - unissued

So faszinierend ihre Aufnahmen mit dem Quintett auch sind, diese beiden zeigen erneut, dass solche Paarungen die unglaubliche musikalische Partnerschaft zwischen Django Reinhardt und Stephane Grappelli eher behinderten als förderten. Folglich machte das Quintett in den nächsten Jahren keine weiteren Aufnahmen mit Gast-Instrumentalisten.

Im Juli/August nehmen Django und Stéphane kurzzeitig eine Auszeit voneinander: Stéphane tritt mit Lud Glykson’s Orchestra im Casino de la Foret/Paris auf, während Django in Saint-Jean-de-Luz mit Marco’s Orchestra spielt.
In Paris

August 1935, Columbia Studios in Paris, Jean Sablon:
Jean Sablon - vo; Stéphane Grappelli - p; Django Reinhardt - g
147/148 Cette Chanson Est Pour Vous - unissued
149/150 Darling, Je Vous Aime Beaucoup - unissued
151 Dernière Chanson - unissued

Alix Combelle schloss sich dem Quintett für Aufnahmen von “Crazy Rhythm“, dem Lied von Kohn/Meyer, und “The Sheik of Araby“, der Komposition von Smith/Snyder, im September an, und im Laufe des Monats gab es einige Aufnahmen mit einigen neuen Namen.

20. August 1935, Ultraphone Studios in Paris, Alix Combelle et le Quintette du Hot Club de France:
Alix Combelle - ts, cl; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Louis Vola - bs
152 Crazy Rhythm P 77522
153 The Sheik Of Araby P 77523

September 1937
Das erste reguläre Nightclub-Engagement als Django Reinhardt, Stéphane Grapelly and their Virtuosos (sic) wird im Aux Nuit Bleues Cabaret in Paris angekündigt.

Im September 1935 folgte eine 4 Titel-Session durch Django Reinhardt et le Quintette Du Hot Club De France mit Stéphane Grappelly, Louis Vola am Bass, Django, Joseph Reinhardt und Pierre Feret an den Gitarren.
Pierre "Baro" Ferret an der Gitarre schloss sich im September ebenfalls dem eigentlichen Quintett für “Chosing Shadows“, “I've Had My Moments“, “Some of These Days“ und Djangos eigenes “Djangology“ an.

02. September 1935, Ultraphone Studios in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Pierre "Baro" Ferret - g; Louis Vola - bs
154 Chasing Shadows P 77537
155 I’ve Had My Moments P 7738
156 Some Of These Days P 77539
157 Djangology P 77540

ULTRAPHONE
00 35….AP 1547…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Chasing Shadows/I’ve had My Moments
00 35….AP 1548…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Some of These Days/Djangology

DECCA (USA)
00 35….23003 A/B…. STÉPHANE GRAPPELLY And His HOT FOUR with DJANGO REINHARDT..Djangology/Ultra Fox
00 35….23004 A/B…. STÉPHANE GRAPPELLY And His Hot Four with Django Reinhardt..Lily Belle May June/Some Of These Days

September 1935, Paris, Nane Cholet:
Nane Cholet - vo; Stéphane Grappelli - vln; Emil Stern - pf; Django Reinhardt – g**; Jean Tranchant – vo*
** evtl. erstmals eine Maccaferri guitar
158 Ainsi Soit-Il P 77541
159 Les Quatre Farceurs P 77542*

Django und Stéphane waren Teilnehmer des Hot Trio of Nitta Rette (Django, Emil Stern, Nitta (Nina?) Rette, Stéphane Grappelli) und nahmen “Points Roses“, “Un Instant d'lnfini' und “Mon Coeur Reste près de Toi“ auf.

06. September 1935, Polydor Studios in Paris, Nina Rette et son trio “Hot“:
Nina Rette - vo; Stéphane Grappelli - vln; Emil Stern - pf; Django Reinhardt - g
160 Points Roses 1968-3/1 HPP - unissued
161 Points Roses 1968-3/2 HPP - unissued
162 Points Roses 1968-3/3 HPP - unissued
163 Points Roses 1968-3/4 HPP
164 Un Instant D’infini 1969-4/1 HPP - unissued
165 Un Instant D’infini 1969-4/2 HPP - unissued
166 Un Instant D’infini 1969-4/3 HPP - unissued
167 Un Instant D’infini 1969-4/4 HPP
168 Mon Coeur Reste Près De Toi 1970-HPP

September 1935, Polydor Studios in Paris, Arthur Briggs:
Arthur Briggs - tp; Stéphane Grappelli - vln, pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs
169 Tiger Rag - unissued
170 Sweet Georgia Brown - unissued
171 Who - unissued
172 There’ll Be Some Changes Made - unissued

In dieser Zeit kam es auch zu Begleitaufnahmen für den kanadischen Bariton-Sänger Bruce Boyce für die Songs “Run, Mary, Run“ und “Oh, Didn't It Rain“, bei denen Django mit Gitarre und Stéphane an der Violine beteiligt waren

27. September 1935, Ultraphone Studios in Paris, Bruce Boyce avec Django Reinhardt et Stéphane Grappelli:
Bruce Boyce - vo; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g;
173 Run, Mary, Run/Oh Didn’t It Rain P 77574-1

ULTRAPHONE
00 35….AP 1567…. Bruce Boyce avec Django Reinhardt et Stéphane Grappelli..Run, Mary, Run/Oh Didn’t It Rain


Bruce Boyce
(* 1910, + 11. Mai 1996) war ein bekannter in Kanada geborener amerikanischer Bariton-Sänger, der Opern, Oratorien und Lieder sang. Nach dem Krieg machte er in Großbritannien Karriere und wurde Professor an der Royal Academy of Music.
Bruce Boyce wurde als John Bruce McClaren in London/Ontario als Sohn eines kanadischen Tierarztes geboren. Sein Vater war nicht musikalisch, aber seine Mutter sang und förderte ihn früh. In jungen Jahren zog seine Familie nach Superior/Nebraska, im Mittleren Westen der USA, wo sein Gesang einem Lehrer auffiel, der sich für Schauspiel interessierte.

30. September 1935, Polydor Studios in Paris, Stéphane Grappelli and his Hot Four:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Pierre "Baro" Ferret - g; Louis Vola - bs
174 St-Louis Blues 2009 HPP
175 Chinatown, My Chinatown 2010 HPP

Anschließend nahmen Grappelli and His Hot Four, das das Quintett mit Pierre Ferret als Ersatz für Roger Chaput bildete, einige klassische Lieder auf, darunter Braham/Furbers “Limehouse Blues“.

October 1935, Decca, Paris, Stéphane Grappelli and his Hot Four:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Pierre "Baro" Ferret - g; Louis Vola - bs;
176 Limehouse Blues 2035 HPP
177 I Got Rhythm 2036-1/2 HPP
178 Chinatown, My Chinatown 2037 HPP - unissued

13. Oktober 1935 in Paris, André Pasdoc acc. par Louis Vola et son Orchestre:
André Pasdoc - vo; Stéphane Grappelli, Michel Warlop - vln; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs;
179 Pourquoi, Pourquoi? 2038 HPP – unissued, evtl. ohne Django
180 Vivre Pour Toi 2039 HPP - unissued
181 Mirages 2040 HPP - unissued

André Pasdoc
A.k.a. Dmitry André De Salkoff, * 29. September 1908 (St. Petersbourg, Russland), + 22. oder 23. Mai 1984 (Toulon, Frankreich) André Pasdoc (alias André Pasdoc de Salkoff) war der Künstlername von Dimitri de Salkoff. Er war ein französischer Schauspieler, Komponist und Sänger. Er besaß auch ein Kabarett namens L'Échanson.

13. Oktober 1935 in Paris, Yvonne Louis acc. par Louis Vola et son Orchestre:
Yvonne Louis - vo; Stéphane Grappelli, Michel Warlop - vln; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs;
Mirage 2040 HPP

Django und Stéphane arbeiteten mit Jean Sablon an einigen weiteren französischen Titeln zusammen, darunter “Cette Chanson est pour Vous“, “Darling Je Vous Aime Beaucoup“ und “Dernière Chanson“.

18. Oktober 1935, Columbia Studios in Paris, Jean Sablon:
Jean Sablon - vo; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g;
182 Cette Chanson Est Pour Vous CL 5487-1;-2
183 Darling Je Vous Aime Beaucoup CL 5488-1;-2
184 Dernière Chanson CL 5489-1 - unissued

21. Oktober 1935, Polydor Studios in Paris, Stéphane Grappelli and his Hot FOUR (Quintette du Hot-Club de France):
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Pierre "Baro" Ferret - g; Tony Rovira - bs;
185 I’ve Found A New Baby 2079 HPP
186 It Was So Beautiful 2080 1/2HPP
187 China Boy 2081 HPP
188 Moon Glow 2082 HPP
189 It Don’t Mean A Thing 2083 HPP

DECCA (USA)
00 35….23021 A/B…. STÉPHANE GRAPPELLY And His Hot Four with Django Reinhardt..Limehouse Blues/I've Found A New Baby
00 35….23031 A/B…. STÉPHANE GRAPPELLY And His Hot Four with Django Reinhardt..China Boy/Moonglow
00 35….23032 A/B…. STÉPHANE GRAPPELLY And His Hot Four with Django Reinhardt..St. Louis Blues/It Don't Mean A Thing

Am 25. November 1935 nahm Django mit Bill Coleman an Trompete und Gesang, George Johnson an Klarinnette und Altsaxophon und June Cole am Bass als Garnet Clark and His Hot Club Four auf, wobei Garnet Clark das Klavier für Versionen von “Rosetta“, dem Hines/Wood-Song, und “Stardust“, dem Carmichael/Parish-Song, einsetzte.

25. November 1935, Studio Albert in Paris, Garnet Clark and his Hot Club’s Four:
Bill Coleman - tp, vo; George Johnson - cl, as; Garnet Clark - pf; Django Reinhardt - g; June Cole - bs;
190 Rosetta OLA 730-1
191 Stardust OLA 731-1
192 Stardust OLA 731-2 - unissued
193The Object Of My Affection OLA 732-1

H.M.V.
00 36….K-7618…. Garnet Clark and His Hot Club Four..Rosetta/The Objekt Of Ma Affection*
* Vocal: Bill Coleman
00 36….K-7645…. Garnet Clark and His Hot Club Four..Stardust/??

Dies war Clarks einzige Session als Leiter, und sein hervorragendes Piano-Spiel steht dem von Bill Colemans großartiger Trompete in nichts nach. Ein paar Wochen zuvor war Bill aus den Vereinigten Staaten gekommen, um der Freddy Taylor-Band beizutreten, und dies sind die ersten von vielen herausragenden Aufnahmen, die er im Vorkriegsfrankreich machen konnte, sehr oft in Begleitung von Django Reinhardt.

Garnet Clark
ein Wunderkind aus Washington D.C., nahm 1934 erstmals mit Alex Hills Big Band auf. Ob Garnet Clarks Spiel hier bereits durch eine Geisteskrankheit beeinträchtigt war, ist ungewiss, aber bald darauf wurde Clark in eine Irrenanstalt eingewiesen, wo er 1938 im Alter von 24 Jahren starb.

“Relaxin' at Camarillo“ wäre der passendste Titelsong für die kurze, tragische Karriere dieses Jazz-Pianisten, dessen Vorname je nach Großzügigkeit des Schriftsetzers mit einem oder zwei Buchstaben "t" am Ende versehen ist. Der Komponist dieses Songs, Charlie Parker, ist einer von mehreren Jazz-Musikern, die in psychiatrische Anstalten eingewiesen wurden. Das ist Clark passiert, aber leider kam er nie wieder heraus und verbrachte die restlichen Jahre seines Lebens in einer französischen Nervenheilanstalt.

Bill Coleman
Anders als sein Trompetenkollege Arthur Briggs, der von Amerika nach Europa kam, zog Bill Coleman 1927 von Europa nach Amerika. 1904 in Paris geboren, ging er nach New York, um Cecil und Lloyd Scott zu begleiten. Danach arbeitete er mit Luis Russell und Charlie Johnson, bevor er 1933 als Mitglied von Lucky Millinder nach Europa zurückkehrte. Millinders Band, eine weitere erfolgreiche amerikanische Band, besuchte die europäischen Küsten. Coleman leitete häufig seine eigenen Bands in Europa.

06. December 1935, L’Ecole Normale de Musique, Paris
Konzert von Garnet Clark and his Orchestra, Musiker: Pierre Allier, Roger Chaput, Georges Marion und Jerry Mengo

07. December 1935, Columbia Studios in Paris, Jean Sablon, avec acc. D‘Orchestre:
Jean Sablon - vo; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Louis Vola - bs;
194 Cette Chanson Est Pour Vous CL 5487-3
195 Rendez-Vous Sous La Pluie CL 5518-1

COLUMBIA (F)
00 35….DF-1847…. M. Jean SABLON avec accompanement d’orchestre..Cette Chanson Est Pour Vous/Rendez-Vous Sous La Pluie
COLUMBIA (UK)
00 35….D.F. 1847…. M. Jean SABLON avec accompanement d’orchestre..Cette Chanson Est Pour Vous/Rendez-Vous Sous La Pluie

December 1935, unknown, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; ?, ? - g; ? - bs;
Tiger Rag

Die Popularität des Quintetts ließ vermuten, dass Auslandstourneen nicht möglich waren. Im Januar 1936 ging die Band nach Barcelona, wo sie mit Benny Carter and the Orquestra de Hot Club de Barcelona, dem großen amerikanischen Bandleader und Sax-Player, im Cinema Coliseum auftrat, und große Anerkennung bekam. Es gab weitere Begegnungen in Cabarets von Montmatre, dem Monico und Brick Top.

early 1936, Radio Program “Micro de la Redoute“, Paris, Jean Tranchant:
Jean Tranchant - vo, pf; Stéphane Grappelli - pf, vln; Django Reinhardt - g
Introducing The Program 2116
197 Les Baisers Prisonniers 2117
198 Mon Bateau Est Si Petit 2118
199 Quand Il Est Tard 2119
200 Le Piano Mecanique 2120
201 Ici L’on Peche 2121
Die Aufnahmen erschien aud der CD Fmx FA304

Jean Tranchant
* 04. Februar 1904 in Paris, + 08. April 1972 in Paris, ist ein französischer Singer-Songwriter, Plakatkünstler und Maler. Er ist der Sohn von Jean Tranchant, einem Anwalt und selbst Singer-Songwriter und Émilie Guitton. Er schrieb zunächst Lieder für Lucienne Boyer (“La Barque d'Yves“, “Moi j'crache dans l'eau“), dann für Marianne Oswald (“Appel“, “La Complainte de Kesoubah“, “Sans repentir“), Marlène Dietrich (“Assez“) und Lys Gauty (“Départ“). Er heiratete Nane Cholet.

22. Februar 1936, Pathé Studio in Paris, Jean Tranchant acc. par Michel Emer et son Orchestre:
Jean Tranchant - vo; Michel Warlop - vln; Michel Emer - pf; Django Reinhardt - g; other unknown
196 L’amour En VoyageCPT 2428-1

29. Februar 1936 in Jean Sablon’s home, Paris, Jean Sablon and friends:
Jean Sablon - vo; André Ekyan - cl; Django Reinhardt - g; Sophie Zeigler (Naguine Reinhardt) - vo
202 La Jambe De Bois
203 Miss Otis Regrets/Blue Drag No. 1
204 Blue Drag No. 2
Elle Avait Une Jambe De Bois
Spanish Fantasy

12. März 12 1936, Polydor Studio in Paris, Yvonne Louise:
Yvonne Louise - vo; Django Reinhardt – g
205 Au Grand Large (Chanson De Marins)

Abgesehen von einer weiteren Session am 17. April 1936 mit dem Michel Warlop Orchestra sind auf den verbleibenden Stücken Django Reinhardt und Stéphane Grappelli mit dem Quintett in mehreren unvergesslichen Aufnahmen zu hören.

POLYDOR
00 36….F 512736…. Michel WARLOP & son orchestre..Cloud Castle/Magic Strings
00 36….F 512737…. Michel WARLOP & son orchestre..Sweet Serenade/Crazy Strings
00 36….F 512738…. Michel WARLOP & son orchestre..Novel Pets/Buddling Dancers

17. April 1936, Polydor Studio in Paris, Michel Warlop et son Orchestre:
Maurice Cizeron - fl, ts; Alix Combelle - ts; Emil Stern - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Louis Vola - bs
206 Cloud Castles 2422 HPP
207 Magic Strings 2423 HPP
208 Sweet Serenade 2424 HPP
209 Crazy Things 2425 HPP
210 Novel Pets 2426 HPP
211 Budding Dancers 2427 1/2HPP

1936 wurden viele Aufnahmen des Quintetts des Hot Club of France veröffentlicht, zusammen mit Pierre Ferret anstelle von Chaput und Lucien Simoens am Bass, Freddy Taylor übernahm den Gesang. Dazu gehörten “I’se a Muggin‘“, das von Smith geschriebene Lied, “I Can’t Give You Anything But Love“, “Oriental Shuffle“ und “Are You In The Mood?“, Django und Stéphanes eigene Kompositionen, “After You’ve Gone“, das Lied von Cramer/Layton, “Limehouse Blues“, “Georgia on My Mind“ von Carmichael/Garrel und “In the Still of the Night“ von Carmichael.

Am 04. Mai 1936 spielte das Quintett weitere Songs ein, die für His Master’s Voice erschienen:

04. Mai 1936, Studio Albert in Paris, Quintette du Hot Club de France:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Pierre "Baro" Ferret - g; Lucien Simoens - bs; Freddy Taylor - vo
212 I’se A Muggin’ OLA 1057-1
213 I’se A Muggin’ OLA 1057-2 - unissued
214 I Can’t Give You Anything But Love OLA 1058-1
215 I Can’t Give You Anything But Love OLA 1058-2 - unissued
216 Oriental Shuffle OLA 1059-1
217 After You’ve Gone OLA 1060-1
218 After You’ve Gone OLA 1060-2 - unissued
219 Are You In The Mood? OLA 1061-1
220 Limehouse Blues OLA 1062-1

H.M.V.
00 36….K-7704…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..I’se a Muggin‘*/Oriental Shuffle
00 36….K-7706…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..
I Can’t Give You Anything But Love*/Limehouse Blues
00 36….K-7707…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..
After You’ve Gone*/Are You In The Mood?
* Vocal: Freddy Taylor

Im Sommer 1936 gab es eine Saison mit Beschäftigung in St. Jean-de-Luz.

Oktober 1936 in Paris: Louis Vola ersetzte Lucien Simoens am Bass.

15. Oktober 1936, Studio Albert in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Pierre "Baro" Ferret - g; Louis Vola - bs; Freddy Taylor - vo
221 Nagasaki OLA 1290-1
222 Nagasaki OLA 1290-2 - unissued
223Swing Guitars OLA 1291-1
224 Georgia On My Mind OLA 1292-1
225 Georgia On My Mind OLA 1292-2 - unissued
226 Shine OLA 1293-1
227 In The Still Of The Night OLA 1294-1
228 Sweet Chorus OLA 1295-1

H.M.V.
00 37….K-7790…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Georgia On My Mind*/Shine*
00 37….K-7843…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Nagasaki*/Sweet Chorus
00 37….K-7898…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Swing Guitars/In The Still Of The Night
* Vocal: Freddy Taylor

GRAMOPHONE
00 36….B-8463…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Limehouse Blues
00 36….B-8479…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Oriental Shuffle/After You’ve Gone
00 36….B-8518…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Nagasaki/
00 36….B-8532…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Swing Guitars/
00 36….B-8534…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Shine/

VICTOR
00 36….25511…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Limehouse Blues/
00 36….25558…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Nagasaki/Shine
00 36….25601…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Swing Guitars/
00 36….26506…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Are You In The Mood?/
00 36….26578…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Georgia On My Mind/
In The Still Of The Night
ELECTROLA (D)
00 36….EG-3717…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Limehouse Blues/
00 36….EG-3776…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Oriental Shuffle/
00 36….EG-3882…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France Avec Stéphane Grappelly..Nagasaki/

22. Oktober 1936, Pathé Studio in Paris, Jean Tranchant:
Jean Tranchant - vo, pf, celeste; Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g;
229 Mademoiselle Adeline CPT 2931-1
230 Le Roi Marc CPT 2932-1

12. November 1936, Pathé Studio in Paris, Nane Cholet acc. par Stéphane Grappelli et son Ensemble “Hot and Sweet”:
Nane Cholet - vo; Stéphane Grappelli - vln, pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Louis Vola - bs
231 Terrain A Vendre CPT 2969-1
232 Ainsi Soit-Il CPT 2970-1

Danach beschloss Django, zu verschwinden und wieder zu reisen. Er verpasste einen Auftritt im November in Zürich, kehrte aber mit dem Quintett für ein Winter-Engagement des Veranstaltungsortes Don Juan zurück.

Die Verbindung endete dann mit „musikalischen Differenzen“, mit Konflikten zwischen Django und Grappelli, einer schwierigen Beziehung aufgrund ihrer Meinungsverschiedenheiten und einigen Konflikten zwischen Django und Joseph. Joseph begann sich schließlich über seine unterwürfige Position gegenüber seinem Bruder zu ärgern. Es waren nur Trennungen auf Zeit.

1937:
Gegen 1937 stellten diese Eigenkompositionen schließlich das Gros der unter dem Namen Quintette du Hot Club de France veröffentlichten Aufnahmen dar.

Swing-Label
Der Hot Club de France, der von Charles Delaunay vorangetrieben wurde, sponserte Aufnahmesessions auf dem Swing-Label. Aufgrund ihrer Arbeit wurden unter anderem Coleman Hawkins und Dicky Wells (beide 1937), Bill Coleman (1937–1938) und Benny Carter (1938) für das Label aufgenommen.
Das Plattenlabel Swing war eines der ersten Plattenlabels, das sich ausschließlich dem Jazz widmete. Es wurde 1937 von Delaunay in Paris gegründet. Künstler und Repertoire wurden unter die gemeinsame Leitung von Charles Delaunay und Hugues Panassise gestellt. Die Aufnahmen wurden über den französischen Zweig von EMI vertrieben.
Die Kontrolle über das Label Swing ging 1948 an die Vogue über, der Charles Delaunay als "Manager von Künstlern und Repertoire" beigetreten war, während EMI den Backkatalog von Swings Aufnahmen behielt. In den 1950 er Jahren veröffentlichte die Vogue weiterhin Platten unter dem Label Swing.

1937 erwies sich als eines der besten Jahre für den französischen Jazz der Vorkriegszeit. Das neu gegründete Label Swing begann, viele amerikanische Musiker aufzunehmen, die zu Besuch kamen, sowie diejenigen, die bereits in Europa lebten. Darüber hinaus konnte Django Reinhardt, der entweder bei diesen Aufnahmen zugegen war oder zusammen mit Stéphane Grappelli das Quintette du Hot Club de France leitete, endlich auf einer beachtlichen Anzahl von Titeln prominent vertreten sein. Er spielte selten besser als 1937!

Die erste Aufnahme der Band für das vom Hot Club gegründete Plattenlabel Swing Records fand im April 1937 statt. Insgesamt hat das Quintette über 130 Titel bei den Labels Ultraphon und Swing aufgenommen und veröffentlicht, aber auch bei Decca, HMV, Odeon und anderen Labels.

Innerhalb einer einzigen Woche, am 21., 22., 26 und 27. April, nahm die Band nicht weniger als 18 Stücke auf, die heute den Kern des Erbes der Djangos bilden. Es wurden weitere Klassiker mit Vola zurück am Bass, Pierre Ferret und Marcel Bianchi anstelle von Joseph Reinhardt an den Gitarren aufgenommen. Dazu gehören “Ain‘t Misbehavin‘“, Green/Heymans “Body And Soul“, “Runnin‘ Wild“, “In a Sentimental Mood“ und “The Sheik of Araby“. Sowohl Reinhardt und Grappelli als auch das Rhythmus-Team sind in großartiger Form, ihr Zusammenspiel ist einfach atemberaubend, egal ob bei ihren eigenen Originalen oder bei amerikanischen Standards.

21. April 1937, Columbia, Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Pierre "Baro" Ferret, Marcel Bianchi - g; Louis Vola - bs
233 Exactly Like You.OLA 1702-1
234 Charleston OLA 1703-1
235 You’re Driving Me Crazy OLA 1704-1
236 Tears OLA 1705-1
237 Solitude OLA 1706-1

Das Quintett schaltet einen Gang zurück und spielt auch auf “Solitude“ großartig.

22. April 1937, Columbia, Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Pierre "Baro" Ferret, Marcel Bianchi - g; Louis Vola - bs
238 Hot Lips OLA 1707-1
239 Ain’t Misbehavin OLA 1708-1
240 Rose Room OLA 1709-1
241 Body And Soul OLA 1710-1
242 When Day Is Done OLA 1711-1

26. April 1937, Columbia, Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Pierre "Baro" Ferret, Marcel Bianchi - g; Louis Vola - bs
243 Runnin’ Wild OLA 1712-1
244 Chicago OLA 1713-1
245 Liebestraum #3 OLA 1714-1
246 Miss Annabelle Lee OLA 1715-1
247 A Little Love, A Little Kiss OLA 1716-1
248 Mystery Pacific OLA 1717-1
249 In A Sentimental Mood OLA 1718-1

27. April 1937 in Paris, Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g
251 I’ve Found A New Baby OLA 1738-1
Alabamy Bound OLA 1741-1

27. April 1937, Columbia, Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Pierre "Baro" Ferret, Marcel Bianchi - g; Louis Vola - bs
250 The Sheik Of Araby OLA 1737-1
251 I’ve Found A New Baby

Ebenfalls am 27. April 1937 nahm Django Reinhardt zwei Solo-Titel auf. Djangos zwei komplett improvisierte Soli mischen erfolgreich verschiedene musikalische Einflüsse und gelten zu Recht als Meisterwerke. Vielleicht kein Hot Jazz, aber vor allem “Parfum“, zeitlose Musik! Bei “Alabamy Bound“ dominiert Stéphane.

27. April 1937 in Paris, Django Reinhardt:
Django Reinhardt – g; Stéphane Grappelli - vln
252 Improvisation #1 OLA 1739-1
253 Parfum OLA 1740-1
254 Alabamy Bound OLA 1741-1

H.M.V. (UK)
00 37….B-8587…. Django Reinhardt..Improvisation #1/Parfum

H.M.V. (UK)
00 37….B-8598…. Django Reinhardt et le Quintette Du Hot Club De France..Body And Soul/A Little Love, A Little Kiss
00 37….B-8614…. Django Reinhardt et le Quintette Du Hot Club De France..Runnin‘ Wild/Miss Annabelle Lee
00 37….B-8629…. Django Reinhardt et le Quintette Du Hot Club De France..Exactly Like You/In A Sentimental Mood
00 37….B-8669…. Django Reinhardt et le Quintette Du Hot Club De France..Solitude/When Day Is Done
00 37….B-8690…. Django Reinhardt et le Quintette Du Hot Club De France..Hot Lips/Ain’t Misbehavin‘
00 37….B-8718…. Django Reinhardt et le Quintette Du Hot Club De France..Tears/Rose Room
00 37….B-8737…. Django Reinhardt et le Quintette Du Hot Club De France..Liebestraum No. 3/The Sheik Of Araby

Inzwischen war der amerikanische Einfluss vollständig dominant, die Stücke waren alle auf Englisch und größtenteils klassische Stücke, es wurden keine französischen Titel verwendet. Zu dieser Zeit arbeiteten er und Grappelli mit Coleman Hawkins, Benny Carter, André Ekyan und Alix Combelle. Ein Spiegelbild davon ist der Name eines neuen Clubs, der in der Rue Pigalle eröffnet wurde, wo Django lange mit vielen anderen großen Musikern aus Amerika und Europa spielte, dem Big Apple.

Coleman Hawkins and His All-Star Jam Band bestand aus Benny Carter und und André Ekyan an den Alto-Saxophonen, Coleman und Alix Combelle an den Tenor-Saxophonen, Grappelli am Klavier, Django an der Gitarre, Eugène d'Hellemmes am Schlagzeug und Tommy Benford am Schlagzeug. In Paris, am 28. April 1937, nahm seine Besetzung “Honeysuckle Rose“ von Razaf/Waller, “Crazy Rhythm“, Green/Heymans “Out of Nowhere“ und “Sweet Georgia Brown“ von Bernie/Casey/Pinkcard auf. Für die zwei letzten Songs spielte Benny Carter Trompete und Alix Combelle wechselte vom Saxophone zur Trompete.

28. April 1937, Pathé Studio in Paris, Coleman Hawkins and his All Star Jam Band:
Benny Carter - as, tp; André Ekyan - as; Coleman Hawkins - ts; Alix Combelle - ts, cl; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Eugène d’Hellemmes - bs; Tommy Benford - dr
255 Honeysuckle Rose OLA 1742-1
256 Crazy Rhythm OLA 1743-1
257 Out Of Nowhere OLA 1744-1
258 Sweet Georgia Brown OLA 1745-1

SWING (F)
00 37….2…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France..Charleston/Chicago

“Charleston“ swingt härter als alle ihre früheren Platten und enthält ein unglaubliches Solo von Django, das Grappelli dazu inspiriert, in der zweiten Hälfte dieses Juwels dasselbe zu tun! Zusammen mit dem ebenso großartigen “Chicago“ war dies die zweite Ausgabe des Swing-Labels.

GRAMMOPHONE (F)
00 37….K-8396…. Django Reinhardt Et Le Quintette Du Hot Club De France..You’re Driving Me Crazy/Mystic Pacific

Arthur Honeggers “Pacific 231“ wird von Django und Stéphane als “Mystery Pacific“ gewürdigt. Eine mitreißende Imitation eines Schnellzugs.

29. Mai 1937, Broadcast from Paris for the British Broadcasting Corporation (BBC), “Swing That Music“, Le Quintette du Hot Club de France:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Pierre “Baro” Ferret - g; Louis Vola - bs
259 Pennies From Heaven
260 Exactly Like You
261 In The Still Of The Night
262 Fat

29. Mai 1937, Broadcast from Paris for the British Broadcasting Corporation (BBC), Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g
263 Improvised guitar solo No. 1
264 Improvised guitar solo No. 2

13. Juni 1937, C.B.S. “Saturday Night Swing Club” Broadcast, The Big Apple in Paris, Stéphane Grappelli and his Hot Four:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Louis Gaste - g; Louis Vola - bs
265 Djangology - unissued
266 Limehouse Blues - unissued
267 Bricktop - unissued

Im Juli nahm Django mit Dicky Wells and His Orchestra auf. Die Besetzung bestand aus Bill Dillard, Bill Coleman und Shad Collins an den Posaunen, Dicky Wells selbst an der Posaune, Django als Gitarrist, Richard Fullbright am Bass und Bill Beason als Schlagzeuger.

Am 07. Juli nahm die oben aufgeführte Besetzung den Meyers/Schoebel-Song “Bugle Call“, Arlen/Koehlers “Between the Devil and the Deep Blue Sea“, die gemeinsame Komposition der Gershwins “I Got Rhythm“, sowie Bill Dillard und Shaod Collins “Sweet Sue“, “Hangin‘ Around Boudon“ (ein Wells-Song) und “Japanese Soandman“ (ein Egon/Whiting-Song) auf. Diese Aufnahmen enthalten einige der bemerkenswerten Solos von Dicky Wells, insbesondere “Sweet Sue“ und “Hangin‘ Around Boudon“, was wiederum schöne Beispiele für Djangos eigene Arbeit darstellt.

07. Juli 1937, Pathé Studio in Paris, Dicky Wells and his Orchestra:
Bill Dillard, Shad Collins, Bill Coleman - tp; Dicky Wells - tb; Django Reinhardt - g; Richard "Dick" Fullbright - bs; Bill Beason - dr
268 Bugle Call Rag OLA 1884-1
269 Between The Devil And The Deep Blue SeaOLA 1885-1
270 I Got Rhythm OLA 1886-1
271Sweet Sue OLA 1887-1
272 Hangin’ Around Boudon OLA 1888-1
273 Japanese Sandman OLA 1889-1

Dicky Wells
Kurze Zeit danach, 1938, erlangte Dicky Wells mit Count Basie noch größeren Ruhm, aber er war zu dieser Zeit bereits ein großer Name im Swing. 1907 in Tennessee geboren, arbeitete er mit Lloyd O'Connell, Cecil Scott, Spike Hughes, Benny Carter und vor allem Fletcher Henderson. Es geschah während der Arbeit mit Teddy Hill, als er nach Europa kam und mit seinem eigenen Orchester aufnahm.

Ebenfalls am 03. Juli ergab sich zwischendurch eine Duett-Einspielung von André Ekyan am Alt-Saxophon und Django. Auch Djangos Darbietungen für den Altisten André Ekyan sind ganz außergewöhnlich. Obwohl dessen Spiel nicht immer ganz überzeugend ist.

07. Juli 1937, Swing, Paris, André Ekyan – Solo de Saxophone:
André Ekyan - as; Django Reinhardt - g
274 Pennies From Heaven OLA 1890-1
275 Tiger Rag OLA 1891-1

SWING (F)
07 37….4…. ANDRÉ EKYAN – (alto sax, solo). acc. DJANGO REINHARDT (guitare)..Pennies From Heaven/Tiger Rag

Ebenso gab es im Juli 1937 eine Tournee durch die Niederlande, bei der sie mit Coleman Hawkins, Benny Carter und Freddy Johnson gespielt haben.

In kleiner Besetzung mit Philippe Brun, Stéphane am Klavier und Django an der Gitarre, begleitet von Philippe an der Trompete, Louis Gaste als zweitem Gitarrenspieler, Eugène d'Hellemmes am Schlagzeug und Maurice Chaillou am Schlagzeug.

09. September 1937, Swing, Paris, Philippe Brun:
Philippe Brun - tp; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Louis Gaste - g; Eugène d’Hellemmes - bs
276 Whoa Babe OLA 1950-1 - unissued
277Whoa Babe OLA 1950-2
278 P.B. Fat Blues OLA 1951-1

Philippe Brun
Der Trompeter dieser Session, Philippe Brun, war einer der besten Trompeter Europas, obwohl er sich das selbst beigebracht hatte, spielte ursprünglich Geige und war sicherlich Frankreichs bester. Er trat regelmäßig mit Alix Combelle und André Ekyan auf, und während der Jahre des Zweiten Weltkriegs arbeiteten Brun und Ekyan in Neuschottland zusammen, wo sie sich nach ihrer Flucht aus der besetzten Frankreich trafen.

Gruß
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Re: DJANGO REINHARDT

 · 
Gepostet: 11.03.2025 - 17:41 Uhr  ·  #31
Teil 6:

Am 09. September 1937 nahm das Trio aus Django, Louis Gaste und Eugène d'Hellemmes “St-Louis Blues“ und “Bouncin' Around“ auf.

09. September 1937, Swing, Paris, Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g; Louis Gaste - g; Eugène d’Helemmes - bs
279 St-Louis Blues OLA 1952-1
280 Boucin’ Around OLA 1953-1

Das erste Mal am 29. September für das Violin- und Gitarrenduett “Eddie’s Blues“, ein Lied, das als gemeinsame Komposition von Reinhardt und South gilt, gefolgt von der Aufnahme mit Ergänzung durch Wilson Myers am Bass “Sweet Georgia Brown“.

29. September 1937, Swing, Paris, Eddie South:
Eddie South - vln; Django Reinhardt - g
281 Eddie’s Blues OLA 2145-1

H.M.V. (UK)
00 37….B.8778…. EDDIE SOUTH (Violine Solo) Acc. By DJANGO REINHARDT (Guitar)..Eddie’s Blues/
EDDIE SOUTH (Violine Solo) Acc. By Django Reinhardt (Guitar) & Wilson Myers (Bass)..Sweet Georgia Brown

Eddie South
Der amerikanische Geigenspieler Eddie South war einer der vielen Musiker, die im Big Apple auftraten und mit Django spielten und Aufnahmen machten. Als brillanter Geigenspieler wurde er am Chicogo Music College konzertiert. Geboren wurde er 1904 in Louisiana/Missouri. Er wurde jedoch zwangsläufig Opfer des in Amerika vorherrschenden Rassismus und wandte sich der Musik zu, als er keine konzertierte Anstellung bekommen konnte. 1928 kam er nach Europa und studierte am Paris Conservatoire. Bei seinem Besuch in Osteuropa war er von Zigeunermelodien fasziniert, und als er 1937, sechs Jahre nach seiner Rückkehr nach Chicogo, Paris wieder besuchte, um mit Django und Stéphane aufzunehmen, nahm Eddie South in dieser Zeit mehrere Male mit Django auf.

29. September 1937, Swing, Paris, Eddie South:
Eddie South - vln; Django Reinhardt - g; Milson Myers - bs
282 Sweet Georgia Brown OLA 2146-1

29. September 1937, Swing, Paris, Trio de Violons:
Eddie South, Michel Warlop, Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Roger Chaput - g; Wilson Myers - bs
Oh! 283 Lady Be Good OLA 2147-1

29. September 1937, Swing, Paris, Duo de Violons:
Eddie South, Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Roger Chaput - g; Wilson Myers - bs
284 Dinah OLA 2148-1
285 Daphné OLA 2149-1

29. September 1937, Swing, Paris, Duo de Violons:
Michel Warlop, Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Roger Chaput - g; Wilson Myers - bs;
286 You Took Advantage Of Me OLA 2150-1

29. September 1937, Swing, Paris, Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g
287 I’ve Found A New Baby OLA 1738-2

10. Oktober 1937 in The Hague, Quintette du Hot-Club de France:
288 Swing Guitars

26. Oktober 1937 in Paris, Micheline Day et son Quatour Swing:
Micheline Day - vo; Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Emil Stern - pf; Louis Vola - bs
Y A Du Soleil Dans La Boutique
Cheri, Est-Ce Que Tu M’aim

In der Combo von Bill Coleman (mit Django Reinhardt) entstanden am 19. November 1937 in Paris die Titel “Big Boy Blues“, “I Ain’t Got Nobody“, “Swing Guitars“ und “Baby Won’t You Please Come Home“. Zu den Musikern gehörten Frank "Big Boy" Goudie am Klavier für seine eigene Komposition “Big Boy Blues“ und auf den Tenorsaxophon für “I Aint Got Nobody“, das Lied von Graham/Williams “Baby Won't You Please Come Home“, Williams Solo-Komposition und “Swing Guitars“, ein gemeinsam von Grappelli und Reinhardt geschriebenes Lied. Bill und Django haben am selben Tag ein Duett von Bills Lied “Bill Coleman Blues“ aufgenommen.

19. November 1937, Pathé Studio in Paris, Bill Coleman and his Orchestra:
Bill Coleman - tp; Christian Wagner - cl, as; Frank "Big Boy" Goudie - cl, ts; Emil Stern - pf; Django Reinhardt - g; Lucien Simoens - bs; Jerry Mengo - dr
289 I Ain’t Got Nobody OLA 1979-1
290 Baby Won’t You Please Come Home? OLA 1980-1
291 Baby Won’t You Please Come Home? OLA 1980-2 - unissued
292 Big Boy Blues OLA 1981-1
293 Swing Guitars OLA 1982-1

19. November 1937, Pathé Studio in Paris, Bill Coleman, Trompete Solo:
Bill Coleman - tp; Django Reinhardt - g
294 Bill Coleman Blues OLA 1983-1

Das Quintett bestand auf der Aufnahmebühne bis zum Ende von 1937 aus acht Mitgliedern, sowohl als Hot Club Quintet als auch in weiterer Zusammenarbeit mit Eddie South und Michel Warlop.
Eddie South arbeitete auch beim Komponieren mit Django und Stéphane zusammen; zusammen schrieben sie “Fiddle Blues“. Im Oktober gab es ein Konzert in Brüssel.

23. November 1937, Pathé Studio in Paris, Eddie South:
Eddie South - vln; Django Reinhardt - g
295 Somebody Loves Me OLA 1984-1

23. November 1937, Pathé Studio in Paris, Eddie South:
Eddie South - vln; Django Reinhardt - g; Paul Cordonnier - bs
296 I Can’t Believe That You’re In Love With Me OLA 1985-1

23. November 1937, Pathé Studio in Paris, Eddie South and Stéphane Grappelli:
Eddie South, Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g
297 Interprétation Swing Du 1er Mouvement Du Concerto En R Mineur De J.s. Bach OLA 1986-1

Am 25. November 1937 folgten “Minor Swing“ und “Viper's Dream“.

25. November 1937, Pathé Studio in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées - g; Louis Vola - bs
298 Bricktop OLA 1987
299 Speevy (Spivy) OLA 1988
300 Cavalerie OLA 1989 - unissued
301 Minor Swing OLA 1990-1
302 Viper’s Dream OLA 1991-1

23. November 1937, Pathé Studio in Paris, Eddie South and Stéphane Grappelli:
Eddie South, Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Paul Cordonnier - bs
303 Fiddle’s Blues OLA 1992-1

23. November 1937, Pathé Studio in Paris, Eddie South and Stéphane Grappelli:
Eddie South, Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g
304 Improvisation Sur Le 1er Mouvement Du Concerto En R Mineur De J.s. Bach OLA 1993-1

07. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Le Quintette du Hot Club de France, avec Michel Warlop:
Michel Warlop, Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Louis Vola - bs
305 Swinging With Django LA 1994-1
306 Paramount Stomp OLA 1995-1

14. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Le Quintette du Hot Club de France, les Cuivres et les Cordes:
Philippe Brun, Gus Deloof, André Cornille - tp; Guy Paquinet, Josse Breyère - tb; Maurice Cizeron - fl; Michel Marlop, P.Bartel, Swetschin - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées - g; Louis Vola - bs
307 Boléro X2 LA 1996-1
308 Boléro X2 LA 1996-2 - unissued

14. Dezember 1937, Swing, Paris, Quintette du Hot Club de France:
Philippe Brun, Gus Deloof, André Cornille - tp; Guy Paquinet, Josse Breyère - tb; Maurice Cizeron - fl; Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées - g; Louis Vola - bs
309 Mabel X2 LA 1997-1 - unissued
310 Mabel X2 LA 1997-2

14. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Quintette du Hot Club de France:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées - g; Louis Vola - bs
311 My Serenade OLA 1998-1


21. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Michel Warlop et son Orchestre:
A. Pico - tp; André Lamory, Jean Magnien, Charles Schaaf - reeds; Michel Warlop - vln; Pierre Zeppilli - pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs; Paquay - dr, fl
312 Serenade For A Wealthy Widow OLA 1999-1
314 Organ Grinder’s Swing OLA 2214-1

21. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Michel Warlop et son Orchestre:
André Lamory, Jean Magnien, Charles Schaaf - reeds; Michel Warlop - vln; Pierre Zeppilli - pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs
313 Taj Mahal OLA 2000-1

21. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Django Reinhardt – solo de guitarre:
Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs
315 You Rascal You OLA 2215-1
316
21. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Michel Warlop:
Michel Warlop - vln; Django Reinhardt - g
Tea For Two OLA 2216-1

21. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Michel Warlop:
Michel Warlop - vln; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs
317 Christmas Swing OLA 2217-1

27. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Stéphane Grappelly – solos de violon:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g
318 Stephen’s Blues OLA 2218-1
319 Sugar OLA 2219-1

27. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Django Reinhardt – solos de guitarre:
Django Reinhardt - g; Stéphane Grappelli - pf
320 Sweet Georgia Brown OLA 2220-1

27. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g
321 Tea For Two OLA 2221-1

27. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Philippe Brun – solo de trompette:
Philippe Brun - tp; Stéphane Grappelli - celeste; Django Reinhardt - g
322 Blues OLA 2222-1

27. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Philippe Brun et son “Swing Band”:
Philippe Brun, Gus Deloof, André Cornille - tp; Guy Paquinet, Josse Breyère - tb; Max Blanc, Charles Lisee - as; Jacques Hélian, Alix Combelle - ts; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs; Maurice Chaillou - dr
323 Easy Going OLA 2223-1
324 Easy Going OLA 2223-2 - unissued
325 College Stomp OLA 2308-1
326 College Stomp OLA 2308-2 - unissued
327 I Wonder? OLA 2309-1
328 Harlem Swing OLA 2310-1

27. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Philippe Brun “Jam Band”:
Philippe Brun - tp; Alix Combelle - cl, ts; Michel Warlop - vln; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs; Maurice Chaillou - dr
329 It Had To Be You OLA 2311-1

28. Dezember 1937, Pathé Studio in Paris, Michel Warlop – solos de violon:
Michel Warlop - vln; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs
330 Sweet Sue (Just You) OLA 2312-1

1938:
Das Jahr 1938 brachte für den Jazz und Swing fast nur Negatives in Deutschland. Es war das Jahr der berüchtigten "Kristallnacht" und des regulären "Nichtarier-Verbotes" in Kunst und Musik. In Frankreich ging das Leben zunächst weiter, bis zum Frühjahr 1940.

05. Januar 1938, Columbia Studio in Paris, Jacotte Perrier acc. par the Quintette du Hot Club de France:
Jacotte Perrier - vo; Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Sigismond Beck - bs;
331 Les Salades De L’oncle Francois CL 6502-1
332 Les Salades De L’oncle Francois CL 6502-2 - unissued
333 Ric Et Pussy CL 6503-1
334 Ric Et Pussy CL 6503-2 - unissued

In den Jahren 1938 und 1939 - vor Grappellis Aufenthalt in London nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und dem Beginn seiner Solokarriere mit George Shearing und anderen - gab das Quintett, Stéphane Grappelli-v, Django, Roger Chaput, Eugene Vees-g, Louis Vola-b, verschiedene Gastauftritte in der britischen Hauptstadt.

Aufbauend auf dem Erfolg und dem Ruf des Hot Club reiste die Gruppe im Januar 1938 nach England und trat am 30. des Monats im Cambridge Theatre in London auf.

Auf diese Konzertveranstaltung folgte am nächsten Tag eine Aufnahmesession. Am 31. Januar 1938 wurden in London acht Songs aufgenommen. Dabei handelte es sich um “Honeysuckle Rose“, “Night and Day“, “My Sweet“, “Sweet Georgia Brown“, “Souvenirs“, “Daphné“, “Black And White“, “Stomping At Decca“ und am 01. Februar Duett-Aufnahmen von “If I Had You“, “Nocturne“ und “Tornerai (J‘Attendrai)“. Die Musik, die Django an der Gitarre und Stéphane an der Violine begleitete, stammte von Roger Chaput und Eugène Vées an der Gitarre und Louis Vola am Schlagbass.

31. Januar 1938, Decca Studios in London, Quintette du Hot Club de France avec Django Reinhardt et Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Djanqo Reinhardt - g; Roger Chaput, Eugène Vées - g; Louis Vola - bs
335 Honeysuckle Rose DTB 3523-1
336 Sweet Georgia Brown DTB 3524-1
337 Night And Day DTB 3525-1
338 My Sweet DTB 3526-1 - unissued
339 My Sweet DTB 3526-2
340 Souvenirs DTB 3527-1
341 Daphné DTB 3528-1
342 Black And White DTB 3529-1
343 Stompin‘ At Decca DTB 3530-1

Dort hat das Ensemble zwischen den Konzertauftritten einen ähnlichen Querschnitt an Schellackplatten für die Decca-Plattenfirma aufgenommen, darunter die Grappelli/Reinhardt-Nummern “Stompin' At Decca“, “Souvenirs“ und “Black And White“, sowie ein mittlerweile vertrautes eklektisches Repertoire wie “Sweet Georgia Brown“ (Mateo Pinkard, 1925), “Honeysuckle Rose“ (Fats Waller und Andy Razaf, 1929) und Cole Porters “Night And Day“ (1932) und dem damals brandneuen “Tornerai (J‘Attendrai)“ (1935), ein Kabarett-Thema von Dino Olivieri, das 1945 mehrere Wiederaufführungen erlebte.

DECCA (F)
00 38….F.6.616…. QUINTETTE DU HOT CLUD DE FRANCE
avec Django REINHARDT (guitare) et Stèphane GRAPPELLY (violon)..Stomping at Decca/Night And Day
00 38….F.6.639…. QUINTETTE DU HOT CLUD DE FRANCE
avec Django REINHARDT (guitare) et Stèphane GRAPPELLY (violon)..Souvenirs/Honeysuckle Rose
00 38….F.6.675…. QUINTETTE DU HOT CLUD DE FRANCE
avec Django REINHARDT (guitare) et Stèphane GRAPPELLY (violon)..Sweet Georgia Brown/Black And White

01. Februar 1938, Decca Studio in London, Django Reinhardt – guitar solo:
344 Django Reinhardt - g; Stéphane Grappelli - pf
Tornerai (J’attendrai) DTB 3531-1
345 If I Had You DTB 3532-1

Grappelli kann man auch im Duett mit Django in seiner Doppelfunktion als Keyboarder in “It Had To Be You“ (Isham Jones, 1924), “If I Had You“ (Ted Shapiro, Jimmy Campbell und Reg Connelly, 1928) und “Nocturno“ genießen. Die Aufnahmen dazu waren am 01. Februar 1938 in London erfolgt.

01. Februar 1938, Decca Studio in London, Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - pf, vln; Django Reinhardt - g
346 It Had To Be You DTB 3533-1
347 Nocturne DTB 3534-1

DECCA (F)
00 38….F.6.721…. QUINTETTE DU HOT CLUD DE FRANCE
avec DJANGO REINHARDT (guitare) et STÈPHANE GRAPPELLY (violon)..Tornerai (J‘Attendrai)/If I Had You/
00 38….F.7.009…. QUINTETTE DU HOT CLUD DE FRANCE
avec DJANGO REINHARDT (guitare) et STÈPHANE GRAPPELLY (violon)..It Had To Be You/Nocturno

DECCA
00 38….23065…. Sweet Georgia Brown/ Souvenirs
00 38….23066…. Honeysuckle rose/Stompin' at Decca
00 38….23067…. Night and day/Black and white
00 38….23077…. Lambeth walk/Why shouldn't I care?/
00 38….23079…. Tornerai/If I Had You
00 38….23098…. If I Had You/Nocturne
00 38….23152…. Daphné
00 38….23261…. Appel indirect
00 38….23262…. Them there eyes
00 38….23263…. Billet doux
00 38….23264…. Three little words

04. März 1938, Pathé Studio in Paris, Ray Ventura et son Orchestre:
Philippe Brun, Gus Deloof, André Cornille - tp; Guy Paquinet, Josse Breyère - tb; Max Blanc, John Arslanian, André Lluis - as; Adrien Marèze, Alix Combelle - ts; Bob Vaz - pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs; Maurice Chaillou - dr; Gregoire “Coco” Aslan - perc, vo; André Dassary - vo
348 Un Sourire En Chantant CPT 3836-1
349 Siffler En Travaillant CPT 3837-1

Am 07. März 1938 nahm Django mit Benny Carter und seinem Orchester auf. Alle verwendeten Alt-Saxophone und Alix Combelle und Bertie King verwendeten Tenor-Saxophone. York de Souza saß am Klavier und begleitete Django im Rhythmusbereich, Len Harrison verwendete Bass und Robert Montmarche spielte Schlagzeug. Bei dieser Gelegenheit wurden Heywoods “I’m Coming, Virginia“, Mares/Schoebels “Farewell Blues“ und Carters “Blue Light Blues“ aufgenommen.

07. März 1938, Pathé Studio in Paris, Benny Carter and his Orchestra:
Benny Carter - as, tp; Fletcher Allen - as; Bertie King - ts, cl; Alix Combelle - ts; York de Souza - pf; Django Reinhardt - g; Len Harrison - bs; Robert Montmarché - dr
350 I’m Coming Virginia OSW 04-1
351 Farewell Blues OSW 05-1
352 Blue Light Blues OSW 06-1

08. März 1938, Pathé Studio in Paris, Philippe Brun et son “Swing Band”:
Philippe Brun, Gus Deloof, André Cornille - tp; Guy Paquinet, Josse Breyère - tb; Max Blanc, Charles Lisée - as; Nöel Chiboust, Alix Combelle - ts; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs; Maurice Chaillou - dr
353 Boucin’ Around SW 07-1
354 Riding’ Along The Moscowa OSW 08-1
355 Gotta A Date In Louisiana OSW 09-1
356 Gabriel’s Swing OSW 10-1

08. März 1938, Pathé Studio in Paris, Philippe Brun “Jam Band”
Philippe Brun - cor; Alix Combelle - cl; Nöel Chiboust - ts; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Louis Vola - bs; Maurice Chaillou - dr
357 Doin’ The New Low Down OSW 11-1

22. April 1938, Broadcast for the BBC, “Swing Music From The Continent“ from Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées - g; Roger Grasset - bs
358 Djangology
359 Daphné

April/Mai 1938 in Paris (?), Quintette du Hot Club de France:
360 J’attendrai (1)
361 J’attendrai (2)

Mai 1938 in Paris, Léo Marjane acc. Par Wal Berg et son Orchestre:
362 Bei Mir Bist Du Schon (in Englisch) OLA 2513-1
363 Bei Mir Bist Du Schon (in Französisch) OLA 2514-1

Léo Marjane
(* 27. August 1912 in Boulogne-sur-Mer; + 18. Dezember 2016 in Barbizon; gebürtig Thérèse Maria Léonie Gendebien) war eine französische Sängerin und Schauspielerin. Den Höhepunkt ihrer Karriere feierte Marjane in den späten 1930 er und frühen 1940 er Jahren. Seit Beginn der 1930 er Jahre trat sie in Cabarets in Paris auf und wurde dort schnell wegen ihrer Kontra-Alt-Stimme und ihrer klaren Aussprache bekannt. 1936 bekam sie ihren ersten Plattenvertrag bei Pathé Records. Zu ihren bekanntesten Liedern zählen französischsprachige Versionen von “Begin the Beguine“ oder “Night and Day“.

Am 31. Mai 1938 wurden die ersten Aufnahmen mit dem Produzenten Larry Adler gemacht. Das klassische Hot Club Quintet in der Besetzung der Gebrüder Reinhardt, Grappelli, Eugène Vées und Roger Grosset nahm “Body and Soul“, das Lied “Lover Come Back to Me“ von Hammerstein/Romberg, “My Melancholy Baby“ von Burnett/Norton und “I Got Rhythm“ mit Larry auf.

31. Mai 1938, Columbia Studio in Paris, Larry Adler avec acc. D’orchestre “swing“:
Larry Adler - mh; Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées - g; Roger Grasset - bs
364 Body And Soul CL 6716-1
365 Body And Soul CL 6716-2 - unissued
366 Lover Come Back To Me CL 6717-1
367 Lover Come Back To Me CL 6717-2
368 My Melancholy Baby CL 6718-1
369 My Melancholy Baby CL 6718-2 - unissued
370 I Got Rhythm CL 6719-1
371 I Got Rhythm CL 6719-2

Die Aufnahmen, die Adler mit Django und Stéphane machte, gelten als seine bedeutendsten in der Musik. Er ist bekannt dafür, das Spielen mit der Harmonica als „legitimes“ Instrument in einer Vielzahl von Musikstilen, die von Klassik bis Popmusik reichen, einschließlich Musik für Filme und Fernsehen, eingeführt zu haben.

Die in Paris beheimatete fünfköpfige Besetzung, die gelegentlich personelle Veränderungen durchlief (hier: Stéphane Grappelli-v, Django, Roger Chaput, Eugene Vees-g, Roger Grasset-b), nahm am 14. Juni 1938 ein abwechslungsreiches Repertoire auf, das Grappelli-Reinhardt-Kompositionen wie “Appel Indirect“, “Billets Doux“ und “Swing From Paris“ umfasste, sowie “Three Little Words“ von Harry Ruby aus dem Jahr 1930).

14. Juni 1938, Polydor Studios in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées - g; Roger Grasset - bs
372 Billet Doux 4209-1/2 HPP
373 Swing From Paris 4210 HPP
374 Swing From Paris 4210-1/2 HPP - unissued
375 Them There Eyes 4211 HPP
376 Them There Eyes 4211-1/2 HPP - unissued
377 Three Little Words 4212 HPP
378 Three Little Words 4212-1/2 HPP - unissued
379 Appel Indirect 4213 HPP
380 Appel Indirect 4213-1/2 HPP - unissued

DECCA (F)
00 38….F.6.875…. QUINTETTE DU HOT CLUB DE FRANCE
avec DJANGO REINHARDT (guitare) et STÈPHANE GRAPPELLY (violon)..Three Little Words/Appel Indirect
00 38….F.6.899…. QUINTETTE DU HOT CLUB DE FRANCE
avec DJANGO REINHARDT (guitare) et STÈPHANE GRAPPELLY (violon)..Them There Eyes/???
00 38….F.7.586…. QUINTETTE DU HOT CLUB DE FRANCE
avec DJANGO REINHARDT (guitare) et STÈPHANE GRAPPELLY (violon)..Billets Doux/????

30. Juni 1938, “La Nuit du Jazz,” Moulin de la Galette, Paris, Quintette du Hot Club de France:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées - g; Roger Grasset - bs
381 Medley: Daphné/Limehouse Blues/Swing Guitar

30. Juni 1938, “La Nuit du Jazz,” Moulin de la Galette, Paris, Valaida Snow:
Valaida Snow - tp, vo; Django Reinhardt - g
382 Bei Mir Bist Du Schon

30. Juni 1938, “La Nuit du Jazz,” Moulin de la Galette, Paris, Michel Warlop und Django Reinhardt:
Michel Warlop - vln; Django Reinhardt - g
383 Sweet Sue

Am 30./31. August 1938 ersetzte Joseph Reinhardt an der Gitarre Roger Chaput und Roger Grosset ersetzte Louis Vola am Bass für “Lambeth Walk“, ein Gay/Furber-Lied, das in London aufgenommen wurde, zusammen mit “The Flat Foot Floogie“ und “Why Shouldn't I Care“.

30. August 1938, Decca Studios in London, Quintette du Hot Club de France:
Stéphane Grapelli - vln; Django Reinhart - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées - g; Roger Grasset- bs
384 The Flat Foot Floogie DR 2878-1
385 Lambeth Walk DR 2879-1
386 Why Shouldn’t I Care? DR 2880-1

DECCA (F)
00 38….F.6.776…. QUINTETTE DU HOT CLUD DE FRANCE
avec DJANGO REINHARDT (guitare) et STÈPHANE GRAPPELLY (violon)..The Flat Foot Floogie/Lambeth Walk

Auch in London, im September 1938 trat Django, begleitet von Stéphane am Klavier, dieses Mal für Duette in Erscheinung. Diese waren: am ersten des Monats für “I've Got My Love To Keep Me Worm“, ein Lied von Berlin, und “Please Be Kind“ (Kahn/Chaplin), und am Ende für “Louise“, ein Lied von Robin/Whiting.

01..September 1938, Decca Studios in London, Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g; Stéphane Grapelli - pf
387 I’ve Got My Love To Keep Me Warm DR 2903-1
388 I’ve Got My Love To Keep Me Warm DR 2903-2
389 Please Be Kind DR 2904-1

10. September 1938 in London, Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g; Stéphane Grapelli - pf
390 Louise DR 2907-1

Ebenfalls am 10. September nahm Django sein eigenes Solostück auf, das den Titel “Improvisation Nr. 2“ erhielt.

10. September 1938 in London, Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g
391 Improvisation #2 (Part 1) DR 2908-1
392 Improvisation #2 (Part 2) DR 2908-2

Nach seiner viermonatigen Tournee durch England, wo die Band populärer als in ihrem Heimatland wurde, kehrten sie nach Frankreich zurück.

1939/40:
Im Februar 1939 ging Django erneut auf Tournee, diesmal in Scandinavien, was großen Erfolg hatte.

Wieder in Paris gab es weitere Aufnahmen. Das Hot Club Quintet, die Besetzung dieses Mal Stéphane und Django mit Joseph und Pierre Ferret an den Gitarren und Emmanuel Soudieux am Bass nahm am 21. März 1939 mehrere Stücke auf, darunter “Hungaria“, “Jeepers Creepers“, “Swing 39“, “Time On My Hands“ und “Twelfth Year“.

21. März 1939, Polydor Studio in Paris, Quintette du Hot Club de France:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Pierre "Baro" Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs
393 Hungaria 4967 HPP
394 Hungaria 4967-1/2 HPP
395 Jeepers Creepers 4968 HPP
396 Jeepers Creepers 4968-1/2 HPP
397 Swing 39 4969 HPP - unissued
398 Swing 39 4969-1/2 HPP
399 Japanese Sandman 4970 HPP
400 Japanese Sandman 4970-1/2 HPP - unissued
401 I Wonder Where My Baby Is Tonight? 4971 HPP CA
402 I Wonder Where My Baby Is Tonight? 4971-1/2 HPP

DECCA (F)
00 39….F.7.027…. QUINTETTE DU HOT CLUD DE FRANCE
avec DJANGO REINHARDT (guitare) et STÈPHANE GRAPPELLY (violon)..Jeepers Creepers/Swing 39
00 39….F.7.100…. QUINTETTE DU HOT CLUD DE FRANCE
avec DJANGO REINHARDT (guitare) et STÈPHANE GRAPPELLY (violon)..I Wonder Where My Baby Is Tonight?/
Time On My Hands
00 39….F.7.135…. QUINTETTE DU HOT CLUD DE FRANCE
avec DJANGO REINHARDT (guitare) et STÈPHANE GRAPPELLY (violon)..Japanese Sandman/Twelfth Year

DECCA
00 39….23152…. I wonder where my baby is tonight
00 39….23262…. Swing 39/My melancholy baby
00 39….23263…. Japanese sandman
00 39….23264…. Twelfth year

22. März 1939, Polydor Studio in Paris, Quintette du Hot Club de France:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Pierre "Baro" Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs
403 Tea For Two 4972 HPP - unissued
404 Tea For Two 4972-1/2 HPP - unissued
405 My Melancholy Baby 4973 HPP C
406 My Melancholy Baby 4973-1/2 HPP - unissued
407 Time On My Hands 4974 HPP - unissued
408 Time On My Hands 4974-1/2 HPP
409 Twelfth Year 4975 HPP
410 Twelfth Year 4975-1/2 HPP
411 Hungaria 4976 HPP - unissued

04. April 1939, Studio Albert in Paris, Jean Sablon acc. par Wal Berg et son Orchestre:
412 Sérénade Sans Espoir (Penny Serenade) OLA 3017-1

Es gab eine Session für Django mit Rex Stewart und Barney Bigard, die mit Rex Stewarts Feetwarmers arbeiteten und am 05. April 1939 aufnahmen. Rex Stewart spielte Kornett, Barney Bigard spielte Klarinette (und Schlagzeug auf einem Rock), Billy Taylor spielte den Bass. Die aufgenommenen Stücke waren “Montmartre (Django's Jump)“, “Solid Old Man“ und “Low Cotton“, alle Kompositionen von Stewart, “Finesse“, ein Taylor-Song, “I Know, That You Know Me“, das Lied von Caldwell/Harbach/Youmans.

05. April 1939, Pathé Studio in Paris, Rex Stewart and his Feetwarmers:
Rex Stewart - cor; Barney Bigard - cl, dr; Django Reinhardt - g; Billy Taylor - bs
413 Monmartre OSW 63-1
414 Low Cotton OSW 64-1
415 Low Cotton OSW 64-2 - unissued
416 Finesse OSW 65-1
417 Finesse OSW 65-2 - unissued
418 I Know That You Know OSW 66-1
419 I Know That You Know OSW 66-2 - unissued
420 Solid Old Man OSW 67-1
421 Solid Old Man OSW 67-2 - unissued

SWING
00 39….SW.56 A/B…. REX STEWART AND HIS FEETWARMERS
Rex STEWART (cornet) - Barney BIGARD (clarinette) – Django REINHARDT (guitare) - Billy TAYLOR
(contrebasse)..Montmartre/Solid Old Man
00 39….SW.70 A/B…. REX STEWART AND HIS FEETWARMERS
Rex Stewart, trompette - Barney Bigard, clarinette et batterie – Django Reinhardt, guitare, Billy Taylor contrebasse..Finesse
REX STEWART AND HIS FEETWARMERS
Rex Stewart, trompette - Barney Bigard, clarinette – Django Reinhardt, guitare, Billy Taylor contrebasse..
I Know, That You Know Me
00 46….SW.203 A/B….
LÉO CHALIAC et son ORCHESTRE..Hot Club Parade
REX STEWART AND HIS FEETWARMERS
Rex Stewart (cornet), Barney Bigard (clarinette), Django Reinhardt (guitare), Billy Taylor (contreb.)..Low Cotton

Rex Stewart
und Barney Bigard waren Mitglieder von Duke Ellingtons Orchester, zwei der meistgespielten Instrumentalisten, die Ellington einsetzte. Beide könnten als Mitglieder der prägenden Periode des Jazz gelten, wobei Stewart in den 1920 er Jahren mit Fletcher Henderson und Bigard während dieser Zeit mit Kingsley zusammenarbeitete. Stewart war berühmt für seinen Kornettstil, der zwei wesentliche Aspekte umfasste; einer war die Verwendung von „Half-Valve“-Effekten (d. h. das Herunterdrücken der Valve auf nur half-way) und der andere die Verwendung von Klängen, die an Lachen, Schreien oder Weinen des Instruments erinnerten. Bigard hatte eine sehr melodische Flöte und er hatte einen unverwechselbaren Klarinettenstil, er wurde als Tenorsaxophonist nur hinter Coleman Hawkins eingestuft. Er komponierte zusammen mit Ellington auch “Mood Indigo“. Stewart war auch dafür bekannt, dass er mehrere kleine Besetzungen mit anderen Stücken aus Ellingtons Orchester für Aufnahmen zusammenstellte; diese Zusammenarbeit gilt als eine der bemerkenswertesten. Im April zog der Hot Club in neue Räumlichkeiten in der Rue Chaptal um, und die Eröffnungszeremonie wurde von Duke Ellington besucht, ein Ereignis, das zweifellos Djangos Wunsch befeuerte, in Amerika zu arbeiten. Allerdings zeichneten sich in Europa Ereignisse ab, die bedeuteten, dass Djangos erträumte Reise nach Amerika mehrere Jahre lang nicht möglich sein würde.

Im Mai 1939 war Django im Studio in Paris beschäftigt, wo er mit dem Hot Club Quintet und mit André Ekyan zusammenarbeitete. Im Mai bestand die siebzehnte Quintett-Besetzung natürlich aus Django und Stéphane, wobei Joseph und Pierre Ferret als Gitarristen fungierten. Emmanuel Soudieux spielte bei dieser Gelegenheit am Bass und nahm neue Versionen von “My Melancholy Baby“, “Japanese Sandman“ (von Richard A. Whiting stammt aus dem Jahr 1920), “Hungaria“, “Tea for Two“ und “I Wonder Where My Baby Is Tonight“ von Walter Donaldson aus dem Jahr 1925 auf.

17. Mai 1939, Polydor Studios in Paris, Quintette du Hot Club de France:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Pierre "Baro" Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs
422 My Melancholy Baby 5080 HPP
423 Japanese Sandman 5081 HPP
424 Tea For Two 5082 HPP
425 I Wonder Where My Baby Is Tonight? 5083 HPP
426 Hungaria 5084 HPP

Mit Ekyan arbeitete er sowohl in Orchesterbesetzung als auch in kleineren Formaten. Die Orchesterbesetzung bestand aus Frank Goudie an Trompete und Tenorsaxophon, Joe Turner am Klavier, Lucien Simoens am Schlagzeug und Tommy Benford am Schlagzeug, Ekyan spielte am Alt-Saxophon und Django war der alleinige Gitarrist. Aufnahmen von “The Sheik“, “Darktown Strutter’s Ball“ und “Blues of Yesterdays“ wurden gemacht.

24. Mai 1939, Pathé Studio Paris, André Ekyan et son Orchestre:
André Ekyan - as; Frank "Big Boy" Goodie - tp, ts; Django Reinhardt - g; Joe Turner - pf; Lucien Simoens - bs; Tommy Benford - dr
427 The Sheik OSW 72 – unissued

Das Trio aus Django, André und Lucien Simoens nahm “Dream Ship“ auf und Goskill/McHughes “I Can't Believe That You're In Love With Me“ auf.

24. Mai 1939, Swing, Paris, André Ekyan – Solo de Clarinet and Saxophone:
André Ekyan - cl, as; Django Reinhardt - g; Lucien Simoens - bs
428 Dream Ship OSW 73-1
429 I Can’t Believe That You’re In Love OSW 74-1

24. Mai 1939, Pathé Studio Paris, André Ekyan et son Orchestre:
André Ekyan - as; Frank "Big Boy" Goodie - tp, ts; Django Reinhardt - g; Joe Turner - pf; Lucien Simoens - bs; Tommy Benford - dr
430 Darktown Strutter’s Ball OSW 75 - unissued
431 Blues Of Yesterday OSW 76 - unissued

Eugène Vées an der Gitarre nahm Joseph Reinhardts Position im Hot Club Quintet ein, das “Stockholm“ und “Younger Generation“ aufnahm.

30. Juni 1939, Swing, Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Eugène Vées, Pierre "Baro" Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs;
433 Stockholm OPG 1719-1
434 Younger Generation OPG 1720-1

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Heino
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Re: DJANGO REINHARDT

 · 
Gepostet: 11.03.2025 - 17:42 Uhr  ·  #32
Teil 7:

Eine dreiköpfige Besetzung mit Pierre Ferret, Emmanuel Soudieux produzierte “I'll See You in My Dreams“.

30. Juni 1939, Swing, Paris, Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g; Pierre "Baro" Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs
435 I’ll See You In My Dreams OPG 1721-1

Django machte Soloaufnahmen von “Echoes of Spain“ und “Naguine“.

30. Juni 1939, Swing, Paris, Django Reinhardt – solo de guitare:
Django Reinhardt - g
436 Echoes Of Spain OPG 1722-1

Ein Duo mit Stéphane produzierte “Out of Nowhere“ und “Baby“.

30. Juni 1939, Swing, Paris, Stéphane Grappelli – solos de violon:
Stéphane Grapelli - vln; Django Reinhardt - g
437 Out Of Nowhere PG 1723-1
438 Baby OPG 1724-1

30. Juni 1939, Swing, Paris, Django Reinhardt – solo de guitare:
Django Reinhardt - g
439 Naguine OPG 1725-1

Im August 1939 kehrte das Hot Club Quintet nach London zurück, um auf Tour zu gehen. Am 16. des Monats machten sie noch ein paar Aufnahmen für BBC television.

20. August 1939 Berlin, London, Paris
Die polnische Krise, die zur Kriegserklärung führen wird, beginnt.

Am 25. des Monats machte das Quintett noch ein paar Aufnahmen für die Decca-Plattenfirma in London, was Reinhardts letzte Aufnahmen für das ursprüngliche Quintett und deren endende Zeiten ihrer Existenz bedeuten würde.

Vier Tracks wurden eingespielt, Reinhardt und Grappellis eigenes “H. C. Q. Strut“, bei dem Eugène Vées und Joseph Reinhardt mitwirkten, Django an den Gitarren und Stéphane an der Violine, mit Emmanuel Soudieux am Bass. Für Bei “Undecided“ (ein Song von Shavers/Robin) nahm er die Violine zurück, während Beryl Davis für den Gesang sorgte. Beryl steuerte mehr Gesang bei als bei “Don't Worry 'Bout Me“ (von Bloom/Koehler), bei dem Stéphnne innerhalb weniger Minuten die Violine gegen das Piano tauschte.

25. August 1939 in London, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées, Pierre "Baro" Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs; Beryl Davis - vo
440 Undecided DR 3861-1
441 H.C.Q. Strut DR 3862-1

Bei “The Man I Love“ der Gershwin-Brüder tauschte Stéphane seine Violine gegen das Piano.

25. August 1939 in London, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France, avec Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées, Pierre "Baro" Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs; Beryl Davis - vo
442 Don’t Worry ’Bout Me DR 3863-1
443 The Man I Love DR 3864-1

The War Years
Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hatte widersprüchliche Auswirkungen auf den Hot Club. Delaunay verließ Paris, um sich seinem Artillerieregiment anzuschließen, und kurz darauf folgte die Besetzung von Paris durch die Nazis. Die kämpfenden Hot Club-Hörgruppen erlebten während des Krieges einen Anstieg der Besucherzahlen, darunter nicht nur französische Jazz-Begeisterte, sondern auch deutsche Soldaten, und Django selbst war ein regelmäßiger Besucher. Zurück in Paris schloss sich Delaunay der französischen Résistance an, und mehr als ein Treffen der Résistance fand auf einer Hot Club Listening Party statt.

Das Jahr 1939 brachte, bedingt durch den Kriegsausbruch im September, einen gravierenden Einschnitt, der das Ende des Quintette du Hot Club de France - jedenfalls in dieser Form - bedeutete.
Am 03. September 1939 erklärten Großbritannien und Frankreich den Krieg gegen Germany. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in Deutschland senkte sich der Vorhang vor dem Tor von Djangos Leben.

1939 tourte das Quintett durch England, als der Krieg ausbrach. Während Django sofort nach Paris zurückkehrte (wo er auch während des Krieges bleiben sollte, wenn man von verschiedenen Tourneen absieht), blieb Stéphane Grappelli bis zum Ende des Krieges in London. Nach dem Krieg schloss sich ihm Stéphane wieder an, und sie spielten und nahmen wieder auf.

03. September 1939, Paris
Als Folge der Kriegserklärung an Deutschland werden die Theater in Paris geschlossen, nur um am nächsten Tag wieder zu öffnen.

03. September 1939
Django Reinhardt verlässt London und kehrt nach Paris zurück. Der Rest der Gruppe folgt ihm, lediglich Grapelli verbleibt für weitere Zeit mit eigenen Aktivitäten auf der Insel.

Gebuchte Engagements werden abgesagt:
04. September 1939, Shakespeare Theatre, Liverpool
05. September 1939, London Palladium
13. September 1939, Chiswick Empire, London
18. September 1939 Tivoli Theatre, Aberdeen

September 1939, London
Stéphane Grapelli schließt sich Hatchett’s Swingtette unter der Direktion von Arthur Young an. Auftritte in Hatchett’s Restaurant, Piccadilly.
29. Dezember 1939
Stéphane Grapelli nimmt für Decca zusammen mit Arthur Young and Hatchett’s Swingtette auf.

Zurück in Frankreich versuchte Django jedoch, seine Karriere unter den Bedingungen des Krieges wieder aufzunehmen. Zunächst war dies der Fall, weil er nur Musiker einsetzen konnte, die nicht in den formellen Dienst eingetreten waren. Bei seiner Rückkehr zur Musik des Akkordeons arbeitete Django in einer Trio-Besetzung mit Gus Viseur am Akkordeon und Emmanuel Soudieux am Bass. Am 12. Januar 1940 nahmen sie eine Version von “Daphné“ auf.

12. Januar 1940, Emission radio (Studio du Poste Parisien), Paris, Gus Viseur:
Gustave "Gus" Viseur - aco; Django Reinhardt - g; Emmanuel Soudieux - bs
444 Daphné

Am selben Tag wurde “It Had To Be You“ mit Emmanuel Soudieux, Gus Viseur und Django sowie Philippe Brun an der Trompete aufgenommen.

12. Januar 1940, Emission radio (Studio du Poste Parisien), Paris, Gus Viseur:
Gus Viseur - aco; Philippe Brun - tp; Django Reinhardt - g; Emmanuel Soudieux - bs
445 It Had To Be You

Gus Viseur
Joseph Gustave "Gus" Viseur (* 15. Mai 1915 in Lessines; + 25. August 1974 in Paris) war ein belgischer Musette-Akkordeonist, der sowohl im Gypsy-Jazz als auch als Begleiter im französischen Chanson erfolgreich war. Viseur lernte ab dem achten Lebensjahr Knopfakkordeon in Suresnes bei Paris und spielte ab 1929 in der Gruppe seines Vaters, eines Amateurmusikers. Nach dem frühen Tod seines Vaters verdiente er sich zunächst seinen Lebensunterhalt als Straßenmusiker vor den Pariser Cafés, bevor ihn Médard Ferrero als zweiter Akkordeonisten in seinem Musette-Ensemble aufnahm. Er begleitete auch Louis Ferrari, bevor er durch René "Charley“ Bazin mit dem Hot Jazz vertraut wurde und im Duo auftrat.

1934 trat er bei Jamsessions mit Joseph und Django Reinhardt auf. 1935 gründete er ein eigenes Ensemble, mit dem er auch Javas, Foxtrott und Swingstücke spielte und bereits erste Platten aufnehmen konnte (“Dinah“).

23. Januar 1940
Djangos 30. Geburtstag

Im Februar arbeitete Django mit Arthur Briggs und seinem Swing-Team. Neben Arthur an der Trompete spielten Christian Wagner an der Klarinette, Alix Combelle am Altsax und Tenorsaxophon, Ray Stokes am Klavier und Django an der Gitarre. Am 15. nahmen sie “My Melancholy Baby“, “Braggin’the Briggs“, “Sometimes I’m Happy“ (ein Lied von Caesor/Grey/Youmons) und “Scatterbrain“ (geschrieben von Henderson/Woods) auf.

15. Februar 1940 in Paris, Arthur Briggs et son Orchestre:
Arthur Briggs - tp; Christian Wagner - cl; Alix Combelle - as, ts; Ray Stokes - pf; Django Reinhardt - g; Tony Rovira - bs
446My Melancholy Baby OSW 95-1
447 Braggin’ The Briggs (Part 1) OSW 96-1
448 Braggin’ The Briggs (Part 2) OSW 97-1
449 Sometimes I’m Happy OSW 98-1 - unissued
450 Scatterbrain OSW 99-1

Später im Monat waren sie zurück in der Swing-Stimmung. Django spielte die Gitarre mit Alix Combelle and his Swing-Band, bei der Alex Renard, Pierre Allier, Al Piguillem und Philippe Brun an den Trompeten saßen. Guy Paquinet spielte Posaune und Alix Combelle steuerte das Saxophon bei, Charlie Lewis spielte Klavier; Django und Joseph Reinhardt spielten die Gitarren. Marceau Sarbib spielte den Bass und H. P. Chadel spielte Schlagzeug.

Zu den Songs, die an diesem 20. Februar aufgenommen wurden, gehörten “Jumpin‘ at the Woodside“, “Week-End Stomp“ und “Rockabye Basie“.

20. Februar 1940, Studio Albert in Paris, Alix Combelle and his Swing Band:
Alex Renard, Pierre Allier, Al Piguilhem, Philippe Brun - tp; Guy Paquinet - tb; Alix Combelle - ts; Charlie Lewis - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Marceau Sarbib - bs
451 Jumpin’ At The Woodside OSW 104-1
452 Week-End Stomp OSW 105-1
453 Nerves And Fever OSW 106-1
454 Fast, Slow Medium Tempo OSW 107-1
455 Panassié Stomp OSW 108-1
456 Rock-a-bye Basie OSW 109-1

Am 22. Februar ging der Swing weiter mit Philippe Brun und seinen Jam Band-Aufnahmen “Boogie Woogie“, “Blue Skies“ und “Stomp“. Zusammen mit Philippe Brun und Django spielten Guy Paquinet und Alix Combelle. Charlie Lewis spielte Klavier, Marceau Sarbib war der Musiker am Bass und H.P. Chadel bediente das Schlagzeug. Django war bei dieser Gelegenheit der alleinige Gitarrenspieler.

22. Februar 1940, Studio Albert in Paris, Philippe Brun and his Jam Band:
Philippe Brun - tp; Guy Paquinet - tb; Alix Combelle - cl; Charlie Lewis - pf; Django Reinhardt - g; Marceau Sarbib - bs; H.P. Chadel - dr
457 Boogie Woogie (Part 1) OSW 110-1
458 Boogie Woogie (Part 2) OSW 111-1
459 Blue Skies OSW 112-1
460 Stomp OSW 113-1

Auf der anderen Seite des Tages spielte die zweite, kleinere Besetzung von André Ekyan, Django und Joseph Reinhardt und Emmanuel Soudieux die Aufnahmen “Rosetta“, “A Pretty Girl Is Like A Melody“ und “Margie“.

22. Februar 1940, Studio Albert in Paris, André Ekyan - saxophone solo:
André Ekyan - as; Django Reinhardt - g; Pierre "Baro" Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs
461 Rosetta OSW 114-1
462 Sugar OSW 115-1
463 A Pretty Girl Is Like A Melody OSW 116-1
464 Margie OSW 117-1

Im folgenden Monat, am 22. März 1940, versammelt sich eine große Menge für die Aufführung des von Djangos arrangierten “Tears“. Die Star-Besetzung wurde für seinen Auftritt als Django‘s Music bezeichnet, darunter Philippe Brun, Pierre Allier, Alex Renard und Al Piguillem an den Trompeten, Guy Paquinet, Gaston Moat und Pierre Deck an den Posaunen, Alix Combelle am Baritonsaxophon, Charlie Lewis am Klavier, Django Reinhardt und Pierre Ferret als Gitarristen und Emmanuel Soudieux am Bass. André Ekyan am Alt-Saxophon kam dann für “Limehouse Blues“ dazu, und die verkleinerte Besetzung nahm “At The Jimmy’s Bar“ auf, eine Hommage an den Club, in dem sie damals spielten.

22. März 1940, Studio Albert in Paris, Django’s Music
Philippe Brun, Pierre Allier, Alex Renard, Al Piguillem - tp; Guy Paquinet, Gaston Moat, Pierre Deck - tb; Alix Combelle - ts; Charlie Lewis - pf; Django Reinhardt - g; Pierre "Baro" Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs
465 Tears OSW 118-1

22. März 1940, Studio Albert in Paris, Django’s Music:
Philippe Brun, Pierre Allier, Alex Renard, Al Piguillem - tp; Guy Paquinet, Gaston Moat, Pierre Deck - tb; André Ekyan - as; Alix Combelle - ts; Charlie Lewis - pf; Django Reinhardt - g; Pierre "Baro" Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs
466 Limehouse Blues OSW 119-1

22. März 1940, Studio Albert in Paris in Paris, Philippe Brun:
Philippe Brun, Alex Renard, Pierre Allier - tp; Guy Paquinet - tb; André Ekyan - as; Alix Combelle - ts; Charlie Lewis - pf; Django Reinhardt - g; Pierre "Baro" Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs
467 Daphné OSW 120-1

22. März 1940 in Paris, Philippe Brun:
Philippe Brun, Alex Renard - tp; Alix Combelle - cl; Charlie Lewis - pf; Django Reinhardt - g; Pierre "Baro" Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs
468 At The Jimmy’s Bar OSW 121-1

März 1940, At Jimmy’s Bar in Paris, Django Reinhardt et L’Orchestre de Chez Jimmy:
469 Sweet Sue (Just You) – unissued
470 Appel Indirect - unissued

Als die Invasion des Nordens begann, hielten Django und viele seiner französischen Mitbürger jedoch an der Hoffnung fest, dass die französische Armee die Invasoren besiegen könnte. Nach dem im Juni 1940 unterzeichneten Friedensvertrag kehrte Django in das besetzte Paris zurück. Ironischerweise läutete dies eine Zeit des Erfolgs in seinem Heimatland ein, wie er ihn noch nie erlebt hatte, da es in Paris natürlich keine amerikanische oder englische Musik gab, die auftrat. Wenn Live-Musik gewünscht wurde, musste sie von französischen Musikern geboten werden. Dies war auch die Zeit des Höhepunktes der Popularität der Swing-Musik, insbesondere des amerikanischen Glenn Miller-Stils, und zwangsläufig führte die Einführung dieser Musik dazu, dass sie in einigen Teilen der Community Anklang fand. Aufgenommene Stücke zeigen jedoch eine Rückkehr zu den französischen Liedern.

Bedingt wohl durch den Wegfall von Stéphane Grappelli, der wohl schwerlich durch einen anderen Geiger zu ersetzen gewesen wäre, entstand ein neues Quintett mit abgewandelter Instrumentation, die im wesentlichen bis zum Tode von Django Reinhardt im Jahre 1953 beibehalten werden sollte.
Django spielte und nahm während der Kriegsjahre auf, wobei er Stéphanes Violine durch Hubert Rostaings Klarinette ersetzte und ein neues Quintett konnte starten. Diese Besetzung bestand aus Django und Joseph Reinhardt an den Gitarren, Rostaing an der Klarinette, Pierre Fouad am Bass und Francis Luca am Schlagzeug. Ab Oktober fanden weitere Aufnahmen und Auftritte statt und Djangos Kern war einmal mehr in der Blütezeit. Es gab Aufnahmen des Hot Club, aber auch Zusammenarbeiten mit größeren Besetzungen.

Hubert Rostaing
selbst war ein begeisterter Musiker, aber sein Beitrag zum Jazz besteht hauptsächlich aus seiner Arbeit mit Django. Davor arbeitete er in Algier mit einer Band namens The Red Hotters. Nach seiner Zusammenarbeit mit Django leitete er einige Besetzungen, wandte sich aber schließlich der klassischen Musik und dem Schreiben von Filmmusik zu.
Hubert Rostaing, eine relativ unbekannte Figur in der Jazz-Geschichte, wird immer als Stéphane Grappellis Nachfolger bei Django Reinhardts Quintett des Hot Club of France in Erinnerung bleiben. Er arbeitete früh in Algier mit den Red Hotters und zog 1939 nach Paris. Rostaing spielte zwischen 1940 und 1948 immer wieder mit Reinhardt und war auf vielen Aufnahmen zu hören, darunter auch einige, auf denen Django die elektrische Gitarre verwendete und seinen Stil an den Bebop anpasste. Irgendwie arbeitete die Band während der Besatzungsjahre des Zweiten Weltkriegs ziemlich regelmäßig zusammen. Rostaing nahm zwischen 1940 und 1950 auch viele Stücke als Bandleader auf, außerdem Alben in den Jahren 1958 und 1962, wobei letzteres ein Set war, das den Twist betonte! Hubert Rostaing verbrachte die meisten seiner späteren Jahre damit, außerhalb des Jazz zu arbeiten, Filmmusik zu komponieren und klassische Musik zu spielen.

Die Besetzung des Quintetts des Hot Club of France, das am 01. Oktober 1940 aufgenommen wurde, bestand aus Django und Joseph Reinhardt an den Gitarren, Hubert Rostaing an der Klarinette, Francis Luca am Bass, Pierre Fouad am Schlagzeug und Josette Daydé mit Gesang. Aufnahmen waren “Nuages“, einer von Djangos bekanntesten Kompositionen, “Rhythm Futur“, “Begin the Beguine“, “Blues“ und “Cou-Cou“. Hubert Rostaing tauschte bei “Indecision“ die Klarinette gegen das Tenorsaxophon aus.

01..Oktober 1940, Studio Albert in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot-Club de France:
Hubert Rostaing - cl; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Francis Luca - bs; Pierre Fouad - dr; Josette Daydé – vo**
471 Nuages OSW 127-1
472 Rythme Futur OSW 128-1
473 Begin The Beguine OSW 129-1
474 Blues OSW 130-1
475 Cou-Cou OSW 131-1**
476 Indécision (Undecided) OSW 132-1

Josette Daydé
(* 28. März 1923 in Perpignan; + 03. April 1995 in Brüssel) war eine französische Sängerin (Lied, Operette, Swing) und Bühnenschauspielerin. Im Oktober 1940 nahm sie “Cou-Cou“ mit dem Quintett des Hot-Club de France von Django Reinhardt auf. 1942 sang sie mit den Orchestern von Alix Combelle und Raymond Legrand.

Nachdem die Sängerin Josette Daydé für kurze Zeit Mitglied des Quintetts geworden war, was sich aber nicht als glückliche Wahl herausstellte, war die Instrumentierung während der kommenden vierzehn Jahre folgende: Django Reinhardt [solo-g]; meist Joseph Reinhardt [rhytm-g]; Klarinette anstelle einer Geige, in den Fünfzigerjahren auch Altsaxophon: hier zuerst Hubert Rostaing, der später durch verschiedene andere Klarinettisten wie Gérard Lévêque abgelöst wurde; Kontrabaß (diverse; darunter Francis Luca sowie Emanuel Soudieux); und, eine Neuerung: Schlagzeug (hier zuerst: Pierre Fouad).

Das populärste Stück, das diese Formation aufnahm, sowie die populärste Django-Reinhardt-Komposition überhaupt, war “Nuages“ aus dem Jahre 1940 - der Wirkung halber in der endgültigen Fassung mit zwei Klarinetten aufgenommen (Hubert Rostaing sowie Alix Combelle).

In den folgenden Jahren schrieb Django eine ganze Reihe von Kompositionen für diese neue Besetzung, darunter solche Klassiker wie “Lentement Mademoiselle“, von dem es auch eine spätere, sehr schöne Version mit dem jungen Pianisten Eddie Bernard gibt. Mit diesem neuen Sound bewegte sich das Quintett in eine neue Richtung, weg von dem Klangbild des "alten" Quintetts. Auch formal gesehen wurden die Kompositionen von Django freier, wie z.B. in dem meiner Meinung nach sehr schönen “Nympheas“ ("Seerosen") von 1942 in größerer Besetzung (u.a. zwei Posaunen) und, wie der 1937 aufgenommene “Bolero“, komplett durcharrangiert. In größerer Besetzung wurden auch unter dem Namen Django's Music 1940 das sehr stimmungsvolle “Tears“ aufgenommen (das Arrangement stammt lt. der Diskografie von Delaunay von Django selbst). In dieser Aufnahme wird deutlich, daß Django zwar auch effektiv für Big Band arrangieren konnte, im Grunde jedoch kein ausgesprochener "Big-Band-Arrangeur" war, wie dies spätestens im Vergleich zu den 1945/46 eingespielten Aufnahmen mit der ATC Big Band [ATC steht für "Air Transport Command"] unter Seargent Jack Platt deutlich wird, deren Arrangements von Lonnie Wilfong deutlich mehr "sophisticated" sind. Dies tut natürlich der Stellung von Django als Künstler keinen Abbruch, sei hier aber doch der Vollständigkeit halber erwähnt.

Größere Besetzungen umfassten wieder Alix Combelle, den Tenorsaxophonisten Noel Chiboust und den Trompetenspieler Aimé Barelli, von denen alle die Besetzungen der Stücke leiteten. Weitere beteiligte Musiker waren Christian Bellest und Severin Lupino, die die Trompeten spielten, Eugène d’Hellemmes an der Posaune, Max Blanc und Marcel Coestier an den Alt-Sxophonen, Raymond Wrascoff am Klavier, Francis Luca am Bass und Pierre Fouad am Schlagzeug. Am 21./22. Oktober wurden “Tiger Rag“, “Deux Pieds Gauches“, “Serenade d‘Hiver“ und eine andere Version von “Indecision“ aufgenommen.

21.Oktober 1940, Studio Albert in Paris, Alix Combelle et son Orchestre:
Aim Barelli, Christian Bellest, Séverin Luino - tp; Eugène d’Hellemmes - tb; Max Blanc, Marcel Coestier - cl, as; Nöel Chiboust, Alix Combelle - ts; Raymond Wrascoff - pf; Django Reinhardt - g; Francis Luca - bs; Pierre Fouad - dr
477 Tel Quel OSW 133-1
478 Deux Pieds Gauches OSW 134-1
479 Joyeuse Fumée OSW 135-1
480 Tiger Rag OSW 136-1
481 Quatre Tickets OSW 137-1

22.Oktober 1940, Studio Albert in Paris, Noël Chiboust et son Orchestre:
Aim Barelli - tp; Max Blanc - cl, as; Nöel Chiboust, Alix Combelle - ts; Raymond Wrascoff - pf; Django Reinhardt - g; Francis Luca - bs; Pierre Fouad - dr
482 Sérénade D’hiver OSW 138-1
483 Sérénade D’hiver OSW 138-2 - unissued
484 Le Sheik OSW 139-1
485 Le Sheik OSW 139-2 - unissued
486 Noel Blues OSW 140-1
487 Margie OSW 141-1
488 Margie OSW 141-2 - unissued
489 Bijou OSW 142-1

22.Oktober 1940, Studio Albert in Paris, Hubert Rostaing, Aime Barelli et Leur Orchestre:
Aim Harelli, Christian Bellest - tp; Hubert Rostaing, Alix Combelle - ts; Raymond Wrascoff - pf; Django Reinhardt - g; Francis Luca - bs; Pierre Fouad - dr
490 Indécision OSW 143-1
491 Oui, C’est Ca OSW 144-1

Etwa zu dieser Zeit trat die Besetzung von The Quintet of the Hot Club of France unter der kleinen Besetzung Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club of France auf.
Zu den vielen Songs, die in dieser Zeit aufgenommen wurden, gehörten “Swing 41“, “Fantaisie sur une Danse Norvègienne“, “Mabel“, “Sweet Sue“, “Swing de Paris“, “Les Yeux Noirs“, “Swingin‘ the Blues“, “Ninouche“, “Festival Swing“, “Stockholm“, “Swing 42“, “Nympheas“, “Féerie“, “Nuages“ und “Djangology“.

13. Dezember 1940, Studio Albert in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France:
Hubert Rostaing - cl; Alix Combelle - cl, ts, chime; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Tony Rovira - bs; Pierre Fouad - dr
492 Swing ‘41 OSW 145-1
493 Nuages OSW 146-1
494 Pour Vous (Exactly Like You) OSW 147-1
495 Fantaisie Sur Une Danse Norvegiénne OSW 148-1
496 Vendredi 13 OSW 149-1
497 Liebesfreud OSW 150-1
498 Mabel OSW 151-1
499 Petis Mensonges (Little White Lies) OSW 152-1
500 Les Yeux Noirs OSW 153-1
501 Sweet Sue (Just You) OSW 154-1

17. Dezember 1940, Studio Albert in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France:
Hubert Rostaing - cl; Alix Combelle - cl, ts, chime; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Tony Rovira - bs; Pierre Fouad - dr
502 Swing De Paris OSW 155-1
503 Oiseaux Des Iles OSW 156-1
504 All Of Me OSW 157-1

18. Dezember 1940, Studio Albert in Paris, Trio de Saxophones Alix Combelle:
Christian Wagner - as, cl; Hubert Rostaing, Alix Combelle - ts; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Tony Rovira - bs; Pierre Fouad - dr
505 Cascades OSW 162-1
506 Reflets OSW 163-1
507 Onze Heures Vingt OSW 164-1
508 Sur Les Bords De L’alamo (On The Alamo) OSW 165-1

HEITZ
18. Dezember 1940, Studio Albert in Paris, Christian Wagner et son Orchestre:
Christian Wagner - cl; Alix Combelle - as; Hubert Rostaing - ts; Django Reinhardt - g; Tony Rovira - bs; Pierre Fouad - dr
509 Pour Terminer OSW 166-1
510 Pour Commencer OSW 167-1

Christian Wagner
(* um 1910; + nach 1943) war ein französischer Jazz-Musiker (Klarinette, Altsaxophon), der vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Django Reinhardt in Erinnerung bleibt.
Wagner spielte Ende der 1920 er-Jahre in Berlin in den Swing-Orchestern von Bernard Etté und Teddy Kline; Aufnahmen entstanden in dieser Zeit auch mit Klines Formation The Cassidy’s New Rhythmists (“Mean to Me“). In den frühen 1930 er-Jahren zog er nach Paris, wo er u.a. 1936 bei John Ellsworth and His Orchestra gespielt (“East of the Sun (and West of the Moon)“, mit Adelaide Hall). Im November 1937 nahm er mit Django Reinhardt, Bill Coleman und Frank „Big Boy“ Goudie den “Big Boy Blues“ auf, in dem Wagner ein Klarinettensolo im dritten Chorus spielte; 1938 entstand ein Rundfunk-Mitschnitt mit Coleman, Goudie und Alix Combelle (“Daphné“).

In den frühen 1940 er Jahren spielte Wagner in Paris bei Arthur Briggs and His Swing Band, außerdem im Trio de Saxophones mit Alix Combelle, (“Cascades“/“Reflets“) in dem Christian Wagner an der Seite von Hubert Rostaings und Combelles spielte, begleitet von Django und Joseph Reinhardt, Tony Rovira (Bass) und Pierre Fouad (Schlagzeug).

Am 18. Dezember 1940 nahm er unter eigenem Namen (Christian Wagner et son orchestre) die Titel “Pour terminer“ und “Pour beginr“ für das Label Swing auf (#SW102); Zu Wagners Studioband gehörten Alix Combelle, Hubert Rostaing, Django Reinhardt, Tony Rovira und Pierre Fouad an. Am 26. Dezember 1940 kam es zu einer erneuten Studiobegegnung Wagners mit Reinhardt. Zu hören sind die beiden in den Bigband-Nummern “Festival Swing 1941“ (mit Charles Delaunay als Ansager) und “Stockholm“.

1941 nahm er mit Noël Chiboust (“Tigasso“) und Alex Renard (“Mon homme“) auf; am 16. April spielte Wagner zwei weitere Titel (“Ella n'a pas tres bon caractere“, “Ne le perdez pas“) für Swing ein (#SW-114); In seiner Band spielen dabei Alex Renard, Roger Fisbach, Hubert Rostaing, Coco Kiehn, Noël Chiboust, Charlie Lewis, Louis Gasté, Tony Rovira und Pierre Fouad.

Mit Barellis Orchester nahm er 1942 erneut mit Reinhardt auf (“Nympheas“, “Feerie“); Am 25. Juni 1942 spielte Wagner zwei weitere Titel (“Studio Albert“, “Redemption“) mit Willy Kett (Vibraphon), Ivan Meyer (Klavier), Harry Kett (Gitarre), Lucien Simoëns (Bass) und Jean Prince (Schlagzeug) ein.

Im Bereich des Jazz war er zwischen 1928 und 1943 an 29 Aufnahmesessions beteiligt, zuletzt im Herbst 1943 mit Combelle (“Ca c'fait pas“) und Michel Warlop (“Michou“).

Wagner unterrichtete in den 1920 er-Jahren den späteren Jazz-Kritiker Hugues Panassié auf dem Saxophon und brachte ihn, der zuvor lediglich die Tanzmusik Jack Hyltons und Paul Whitemans sowie ihre französischen Entsprechungen gekannt hatte, den Hot Jazz von Bix Beiderbecke, Frank Trumbauer und Fletcher Henderson nahe.

18. Dezember 1940, Studio Albert in Paris, Pierre Allier et son Orchestre:
Pierre Allier, Martineau, Heutschel - tp; Wallez Coutard - tb; Hubert Rostaing - cl, ts; Charles Lisee - as; Michel Donnay - ts; Paul Collot - pf; Django Reinhardt - g; Belloni - bb; Pierre Fouad - dr
511 Les Yeux Noirs OSW 168-1
512 Begin The Beguine OSW 169-1
513 Swingin’ The Blues OSW 170-1

18. Dezember 1940, Studio Albert in Paris, Pierre Allier:
Pierre Allier - tp; Charles Lisée - as; Hubert Rostaing - cl, ts; Paul Collot - pf; Django Reinhardt - g; Pierre Fouad - dr
514 Petite Lili OSW 171-1
515 Ninouche OSW 172-1

Es gab auch die Festival Swing-Besetzungen (“Festival Swing 41“ und “Festival Swing 42“), weitere Django‘s Music-Besetzungen, Django Reinhardt and His Orchestra und zahlreiche Zusammenarbeiten mit den Orchestern von Christian Wagner, Pierre Allier und mit Charles Trenet und Stan Brenders.

26. Dezember 1940, Studio Albert in Paris, Festival Swing 41:
Pierre Allier, Christian Bellest, Severin Luino, Aim Barelli - tp; Maurice Gladieu, Guy Paquinet - tb; Christian Wagner - cl; Max Blanc - as; Nöel Chiboust, Georges Jacquemont, Alix Combelle – ts, acc. par QUINTETTE du HOT CLUB de FRANCE: Hubert Rostaing - cl; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Tony Rovira - bs; Pierre Fouad - dr; Charles Delaunay - mc
Festival Swing OSW 173-1516

26. Dezember 1940, Studio Albert in Paris, Django’s Music:
Pierre Allier, Christian Bellest, Severin Luino, Aim Barelli - tp; Maurice Gladieu, Guy Paquinet - tb; Christian Wagner, Max Blanc - as; Nöel Chiboust, Georges Jacquemont, Alix Combelle - ts; Hubert Rostaing - cl; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Tony Rovira - bs; Pierre Fouad - dr
517 Stockholm OSW 174-1

1941:
Winter 1940, “Radio Cité”, live from the Jimmy’s Bar in Paris, Django’s Music:
Philippe Brun - tp; Hubert Rostaing - ts; Charlie Lewis - pf; Django Reinhardt - g; Henri Salvador & André Salvador - g; Emmanuel Soudieux - bs
Appel Indirect
Sweet Sue

12. März 1941, Columbia Studios, Paris, Charles Trenet acc. par Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France:
Charles Trenet - vo; Léo Chauliac - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Tony Rovira - bs; Pierre Fouad - dr
518 Un Rien Me Fait Chanter CL 7419 - nédit
519 La Cigale Et La Fourmie CL 7420-1

COLUMBIA (F)
00 41….DF 2886…. CHARLES TRENET Accompagé par Django REINHARDT et le Quintette du Hot Club de France..
La Cigale Et La Fourmie/??

11. September1941, Studio Albert in Paris, André Ekyan (solo de saxophone alto):
520 Hungaria OSW 225-1
521 De Nulle Part (Out Of Nowhere) OSW 226-1

11. September1941, Studio Albert in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France:
Hubert Rostaing - cl; Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; Pierre Fouad - dr
522 Dinette OSW 227-1
523 Crépuscule OSW 228-1
524 Swing ‘42 OSW 229-1

26. September 1941 in Paris, Festival Swing 1942 Part 1:
Aim Barelli, Alex Caturegli, Christian Bellest - tp; Guy Paquinet, Maurice Gladieu -tb; Hubert Rostaing, Christian Wagner - cl, as; Georges Jacquemont, Charles Hary - ts; Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; Pierre Fouad - dr
525 Festival Swing 1942 Part 1 OSW 235-1

26. September 1941 in Paris, Festival Swing 1942 Part 2:
526 Festival Swing 1942 Part 2 OSW 235-1 - unissued

1942:
Sein Erfolg erlaubte ihm inzwischen, in einem Luxusresort auf dem prestigeträchtigen Champs-Elysdes zu leben. Weitere Tourneen folgten, sowohl in Frankreich als auch in den Nachbarländern.

31. März 1942, Studio Albert in Paris, Hubert Rostaing et son Orchestre:
Aim Barelli - tp; Hubert Rostaing - cl, as; Nöel Chiboust - ts; Paul Collot - pf; Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; André Jourdan - dr
527 Premiere Idée D’eddie OSW 261-1
528 Premiere Idée D’eddie OSW 261-2 - unissued

31. März 1942, Studio Albert in Paris, Django’s Music:
Aim Barelli, Alex Caturegli, Severin Luino - tp; Maurice Gladieu, Pierre Remy - tb; Hubert Rostaing - cl, as; Maurice Cizeron - fl, as; Christian Wagner - as; Nöel Chiboust - ts; Paul Collot - pf; Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; André Jourdan - dr
529 Nympheas OSW 262-1
530 Nympheas OSW 262-2 - unissued
531 Féerie OSW 263-1
532 Féerie OSW 263-2 - unissued

31. März 1942, Studio Albert in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France:
Hubert Rostaing - cl; Django Reinardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; André Jourdan - dr
533 Belleville OSW 265-1
534 Lentement Mademoiselle OSW 266-1

Brüssel wurde erneut besucht, wo weitere Aufnahmen gemacht wurden (“Nuages“ und “Djangology“ wurden am 08. Mai 1942 in Brüssel aufgenommen).

16. April 1942, Sobedi Studios in Brüssel, Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g, vln; Ivon de Bie - pf
535 Vous Et Moi 16189
536 Distraction 16190
537 Blues En Mineur 16191
538 Studio 24 16192

Im Frühjahr 1942 konnte er in Belgien einige Aufnahmen, u.a. mit den Orchestern Fud Candrix und Stan Brenders für das Label Rhythme einspielen. Die letzte Formation mit einer großen Orchesterbesetzung umfasste auch eine fünfköpfige Streichersektion.

16. April 1942, Sobedi Studios in Brüssel, Django Reinhardt et son Grand Orchestre (Fud Candrix et son Orchestre):
Maurice Giegas, Janot Morales, Luc Devroye - tp; Nic Frerar, Lou Melon - tb; Bobby Naret, Lou Logist - as; Uictor Ingeveldt, Benny Pauwels, Fud Candrix - ts; Ivon de Bie - pf; Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Enmanuel Soudieux - bs; André Jourdan - dr
539 Place De Brouckère 16194
540 Seul Ce Soir 6195
541 Mixture 16196
542 Bei Dir War Es Immer So Schön 16197

08. Mai 1942, Sobedi Studios in Brüssel, Django Reinhardt - Stan Brenders et son Grand Orchestre:
Paul d’Hondt, George Clais, Raymond Chantrain - tp; Jean Damm, Sus Van Camp - tb; Louis Billen, Jo Magis - cl, as; Jeff van Herswingels - ts; Arthur Saguet - cl, ts, bari; Jack Demany - ts, vln; Jean Douillez, Walter Féron, Emile Deltour, Chas Dolne - vln; John Ouwerx - pf; Django Reinhardt - g; Jim Vanderjeught - g; Arthur Peeters - bs; Josse Aerts - dr; Stan Brenders - cnd
543 Divine Beguine 16218
544 Nuages 16219
545 Djangology 16220
546 Eclats De Cuivres 16221
547 Django Rag 16222
548 Dynamisme 16223
549 Tons D’ébène 16224
550 Chez Moi Six Heures 16225

Gruß
Heino
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Re: DJANGO REINHARDT

 · 
Gepostet: 11.03.2025 - 17:44 Uhr  ·  #33
Teil 8:

07. Juli 1942 in Paris, Studio Albert, Lucienne Dalyle et Orch. dir. Jacques Météhen:
Nuages

COLUMBIA (F)
00 42….DF 2899…. LUCIENNE DALYLE Orch. dir. Jacques MÉTÉHEN..Nuages/Un toit qui penche

Lucienne Delyle
(* 16. April 1913, + 10. April 1962) war eine französische Sängerin. Nach dem Erfolg von “Mon amant de Saint-Jean“ (“Mein Geliebter aus Saint-Jean“) im Jahr 1942 wurde Lucienne Delyle eine der beliebtesten französischen Sängerinnen der 1950 er Jahre.

Für Djangos Ensemble führten 1942 Tourneen durch Südfrankreich und Nordafrika.

John McLaughlin wurde 1942 in einem kleinen Dorf in Yorkshire/England geboren. Als er fünfzehn war, ging ich jeden Sonntag mit seiner Gitarre und einem kleinen Verstärker zum örtlichen Jazz-Club. Er bat die Musiker: „Bitte, lasst mich ein Stück mit euch spielen.“ Sie sagten: „Okay. Komm her.“ Und dann spielten sie wahnsinnig schnell und machten mich voll fertig, ich kam einfach nicht mit, aber es war eine gute Schule. Ich begriff, wie viel ich noch zu lernen hatte.“
„Um diese Zeit fing ich an, Django Reinhardt und Tal Farlow zu hören. Sie waren auf der Gitarre meiner Heroen. Sie sind das noch heute. Vielleicht mag ich deshalb Geigen so gern, weil ich damals das Zusammenspiel von Django Reinhardt auf der Gitarre und Stéphane Grappelli auf der Violine so liebte. Mit sechszehn Jahren machte ich meine erste Tournee: mit einer traditionellen Jazzband, den Professors of Ragtime. Dadurch kam ich nach London, und das war natürlich das große Jazz-Zentrum. Es gab zwei Clubs: das Marquee und das Flamingo. Jeder traf jeden dort, und jeder konnte mit jedem spielen. Genau das tat ich. Ich erinnere mich an Jamsessions mit all den englischen Musikern, die später bekannt wurden.“

Der Hot Club und die Résistance
Während des Zweiten Weltkriegs bot der Hot Club der französischen Résistance eine großartige Tarnung, um Informationen über deutsche Truppen und Verteidigungsanlagen zu erhalten, die sie nach Paris zurückschickte und schließlich nach England weiterleitete. Charles Delaunay benutzte den Hot Club als Tarnung, um Informationen über die Deutschen an die englischen Truppen weiterzugeben. Er reiste durch Frankreich und organisierte unter der offiziellen Genehmigung der Propagandaabteilung Konzerte für den Hot Club, nutzte seine Reisen aber als Mittel, um Kontakte mit dem Untergrund zu knüpfen. Sein Codename innerhalb der britischen Special Operations Executive war "Benny" und sein Netzwerk war "Cart", zu Ehren des Saxophonisten Benny Carter. 1943 hatten die Deutschen seine Geheimdienstarbeit erkannt. Sie überfielen den Hot Club und nahmen Delaunay und seine Sekretärin Madeleine Germaine zum Verhör mit. Delaunay wurde nach fünfeinhalb Stunden Verhör freigelassen, aber sowohl seine Sekretärin als auch der Leiter der Marseiller Filiale des Hot Clubs wurden zu Konzentrationslagern verurteilt, wo sie umkamen.

Jacques Bureau, Mitbegründer des Clubs, begann ebenfalls für die Résistance zu arbeiten. 1944 kehrte er mit Hilfe der Briten nach Frankreich zurück und schloss sich der Macchia an, um sein Land zu verteidigen. Bald darauf wurde er von der Gestapo gefangen genommen und verbrachte sechs Monate im Gefängnis von Fresnes bei Paris.

Django Reinhardts Lied “Nuages“ wurde zu einer der Hymnen der französischen Résistance; es wurde am 01. Oktober 1940 mit dem Nouveau Quintette du Hot Club de France aufgenommen. Mehr als 100.000 Exemplare der 78 wurden nach ihrem Debüt in der Salle Pleyel verkauft.

1943:
1942 und 1943 festigte er seine Position trotz der schwierigen Situation. Am 17. Februar 1943 nahmen Django Reinhardt und das Quintett des Hot Club of France “Manoir de mes Reves“ auf, eine von Djangos beliebtesten Kompositionen. Diese Hauptbesetzung bestand aus Django und Eugène Vées an den Gitarren, André Lluis und Lévêque an den Klarinetten, Jean Storne am Bass und Gaston Léonard am Schlagzeug.

Eine wichtige personelle Veränderung stellte 1943 das Ersetzen von Hubert Rostaing [cl] durch Gérard Lévêque dar. Lévêque wird in einer Session vom 17. Februar 1943 erstmals genannt. Aufgenommen wurde damals u. a. “Manoir De Mes Rèves“, ein Fragment aus der von Django zu dieser Zeit komponierten Zigeunermesse, bei der ihm Gérard Lévêque assistierte, indem er Djangos Ideen notierte. Lt. Delaunay enthielt diese Messe teilweise so gewagte Harmonien, dass sie sogar für Jo Boullion, der das Orchester dirigieren sollte, erhebliche Probleme aufwarf. Die Partitur verschwand jedoch; ob sie zwischenzeitlich wieder aufgetaucht ist, ist hier nicht bekannt.
Die auf einer Kirchenorgel durch Léo Chauliac eingespielte Messe wurde aber erst weit später veröffentlicht. Lévêque notierte auch eine sinfonische Komposition Reinhardts.

17. Februar 1943, Studio Pelouze in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot-Club de France:
Gérard Lévêque, André Lluis - cl; Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Jean Storne - bs; Gaston Léonard - dr
551 Douce Ambiance OSW 322-1
552 Manoir De Mes Rêves OSW 323-1
553 Oui SW 324-1
554 Cavalerie OSW 325-1

26. Februar 1943, Studio Pelouze in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France:
Gérard Lévêque - cl; Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Jean Storne - b; Gaston Léonard - dr
555 Vette OSW 326-1
556 Fleur D’ennui OSW 327-1

26. Februar 1943, Studio Pelouze in Paris, Django Reinhardt, solo de guitare:
Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Jean Storne - bs; Gaston Léonard - dr
557 Blues Clair OSW 328-1

26. Februar 1943, Studio Pelouze in Paris, Django Reinhardt, solo de guitare:
Django Reinhardt - g
558 Improvisation #3 (Part 1) OSW 329-1
559 Improvisation #3 (Part 2) OSW 329-2

12. März 1943, Studio Albert in Paris, Django Reinhardt et son Orchestre (Fud Candrix et Son Orchestre):
Maurice Giegas, Janot Morales, Lucien Devroye - tp; Nick Frérar, Louis Melon - tb; Bobby Naret, Guy Plum - cl, as; Benny Pauwels - fl, cl, ts; Fud Candrix - cl, ts; Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; Pierre Fouad - dr
560 Belleville OSW 330-1
561 Oubli OSW 331-1
562 Zuiderzee Blues OSW 332-1
563 ABC OSW 333-1

07. Juli 1943, Studio Pelouze in Swing, Paris, Django Reinhardt et son Orchestre:
Alex Renard, Alex Caturégli, Maurice Moufflard - tp; Maurice Gladieu, Pierre Rémy - tb; Max Blanc, Robert Merchez, Robert Mavounzy - as; André Lluis, Charles Hary - ts; Michel Warlop, Paulette Izoard, Sylvio Schmidt, Raymond Goutard - vln; Django Reinhardt - g; Eugène Vees - g; Jean Storne - bs; Pierre Fouad - dr; Nelly Kay - vo
564 Gaiement OSW 356-1
565 Mélodie Au Crepuscule OSW 357-1
566 Blues D’autrefois OSW 358-1
567 Place De Brouckère OSW 359-1

1943 war auch das Jahr, in dem er schließlich Naguine, seine legale Frau, Ende Juli heiratete.

In einem ereignisreichen Jahr 1943 versuchte Django Reinhardt in die Schweiz zu gelangen, wurde aber an der Grenze zurückgewiesen. Als man ihn dazu aufforderte, ein Konzert in Berlin zu geben, floh er im November 1943 in die Schweiz. Dort verweigerte man ihm jedoch den Status als Flüchtling und er wurde wieder abgeschoben. Nachdem er nach Paris zurückgekehrt war, bewahrte ihn seine Berühmtheit und die Beliebtheit seiner Musik bei der französischen Bevölkerung (und auch bei einigen Besatzungsoffizieren, etwa Dietrich Schulz-Köhn, auch seit 1935 Mitglied im HCF als Dietrich Schulz) davor, wie viele seiner Verwandten als Zigeuner verfolgt und in ein Konzentrationslager umgebracht werden. Irgendwie entging er dem Schicksal vieler seiner Verwandten, die in den Konzentrationslagern der Nazis umkamen. Bis zur Befreiung blieb er unbehelligt in Paris, hielt sich aber bedeckt und mied die Öffentlichkeit in der Hauptstadt, wie Dietrich Schulz-Köhn berichtete. Mit Ausbruch des Krieges war Schulz-Köhn zum Reisenden in Sachen Jazz-Musik durch die von Deutschland besetzten Gebiete. Bereits 1943 moderierte er bei Radio Nimes eigene Rundfunksendungen über Django Reinhardt in französischer Sprache und organisierte über Mittelsmänner eine Art „Großeinkauf“ von Schallplatten, bevorzugt der Aufnahmen, die unter dem Swing-Label erscheinen. Bekannt wurde er in den Nachkriegsjahren zunächst als Radiomoderator Dr. Jazz, beginnend 1948 beim Nordwestdeutschen Rundfunk mit dem “Jazz-Almanach“, einer Sendung, die „deutlich Hot Jazz orientiert“ war und bis 1952 Bestand hatte.

Später im Jahr begannen die Alliierten mit der Befreiung Frankreichs und Ende August war Paris frei.

1944:
Am 08. Juni 1944 brachte Naguine einen Jungen zur Welt, Djangos zweiten Sohn, der Chien-Chien hieß, oder Bobik. Bobik, wie Djangos erster Sohn Henri, wurde auch Bobik später selbst Gitarrist.

03. November 1944, Studio Pelouze in Paris, Nöel Chihoust et son Orchestre:
Christian Bellest, Alex Caturegli, Roger Hubert - tp; Pierre Rémy, Librecht - tb; Hubert Rostaing - cl; Roger Jean-Jean, Désir Duriez, André Lluis - as; Gaston Rahier, Nöel Chiboust - ts; Yves Raynal - bari; Léo Chauliac - pf; Django Reinhardt - g; Roger Chaput - g; Lucien Simoens - bs; Jerry Mengo - dr
568 Welcome (Part 1) OSW 398-1
569 Welcome (Part 2) OSW 399-1

03. November 1944, Studio Pelouze in Paris, Django’s Music:
Christian Bellest, Alex Caturegli, Roger Hubert - tp; Pierre Rémy, Librecht - tb; Gérard Lévêque - cl; Yves Raynal - bari; Léo Chauliac - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Lucien Simoens - bs; Jerry Mengo - dr;
569 I Can’t Give You Anything But Love OSW 400-1
570 Artillerie Lourde OSW 401-1

November/Dezember 1944, La Capelle de L’Institut des Jeunes Aveugles, Paris
571 Interview with Django

1945:
Amerikanische Truppen füllten die Straßen von Paris und Djangos transatlantische Ambitionen wurden neu entfacht. Mit der Befreiung von Paris kamen viele amerikanische GIs in die Clubs, um Django Reinhardt zu hören, und teilweise auch, um mit ihm zu spielen.

Die Aufnahmen trugen wieder englische Titel und im Januar 1945 spielte er in einer Besetzung mit einigen Musikern von Glenn Millers Army Air Force Band als Jazz Club Mystery Hot Band. Die Besetzung für diese Session war Bernie Previn an der Trompete, Peanuts Hucko an Klarinette und Tenorsaxophon, Mel Powell am Klavier, Josz Schulman am Bass und Ray McKinley am Schlagzeug. Die Aufnahmen waren “How High the Moon“, “If Dreams Come True“, “Hallelujah“ und “Stompin‘ of the Savoy“. Hier spielte Django mit einigen der größten Sidemen Amerikas, die er Glenn Miller und Amerikas Beteiligung am Zweiten Weltkrieg verdankte.

Glenn Miller hatte die Aufgabe erhalten, die Musiker der amerikanischen Streitkräfte zu organisieren, damit sie Auftritte gaben, um die Moral der Truppen aufrechtzuerhalten und Geld zu sammeln. So konnte er Musiker für seine Army Air Force Band rekrutieren, die er für seine zivile Swingband nicht hätte rekrutieren können, da sie für rivalisierende Gruppen spielten.

Peanuts Hucko spielte Tenorsaxophon bei Will Bradley, Charlie Spivak und Bob Chester, bevor er Millers Klarinettenspieler wurde. Mel Powell war ein großartiger Klavierspieler und bereits im Alter von 18 Jahren Arrangeur für Benny Goodman, bevor er zu Raymond Scotts C.B.S.-Orchester wechselte, und Ray McKinley hatte mit dem Dorsey Brothers‘ Orchestra und dann Jimmy Dorseys Orchester seine Karriere. Anschließend spielte er mit Will Bradley, bevor er Teil von Millers Army Air Force Band wurde.

23. Januar 1945, Djangos 35. Geburtstag

Im Januar 1945 war Django Reinhardt mit den Glenn Miller All Stars im Plattenstudio.

25. Januar 1945, Jazz Club Française auditorium, Paris, Jazz Club Mystery Hot Band:
Bernie Privin - tp; Peanuts Hucko - ts; Mel Powel - pf; Django Reinhardt - g; Joe Schulman - bs; Ray McKinley - dr
572 How High The Moon ST 1227-2
574 If Dreams Come True ST 1228
575 Hallelujah ST 1229-2
576 Stompin’ At The Savoy ST 1230

July 1945, “Championnat de France de Jazz”, Paris, Django Reinhardt et son Orchestre (du “Bal Tabarin”):
Maurice Moufflard, Alphonse Marlier, Charles Suire - tp; Maurice Gladieu, Pierre Rémy - tb; Gérard Lévéque - cl, as, ts; André Lamory - bari; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; ? - bs; Armand Molinetti - dm;
577 Haevy Guns
578 Good Morning Blues

In den nächsten Monaten gab Django viele Auftritte für alliierte und französische Truppen und leitete Aufnahmen unter dem Titel Django Reinhardt and the Air Transport Command Band. Diese Big Band bestand aus einer vierköpfigen Trompetengruppe mit Herb Bass, Jerry Stéphane, Robin Gould und Lennie Wilfong. Die Posaunengruppe bestand aus Bill Decker, Don Gardner, Shelton Heath und John Kirkpatrick. Jim Hayes spielte Klarinette und Altsaxophon, während Joe Moser Altsaxophon spielte. Bernie Cavaliere und Bill Zickefoose spielten Tenorsaxophone. Ken Lowther kümmerte sich um das Baritonsaxophon. Larry Mann spielte Klavier, Bob Decker spielte Klavier und Bill Bethel spielte Schlagzeug. Gemeinsam nahm diese Besetzung “Djangology“, “Swing Guitars“, “Manoir de Mes Reyes“ und “Are You in The Mood“ auf, eine weitere Grappelli/Reinhardt-Gemeinschaftskomposition.

Von Oktober bis Dezember 1945 übernahm Django mit der amerikanischen Air Transport Command Band (A.T.C.) unter der Leitung von Sgt. Jack Platt (Arrangements: Lonnie Wilfong) eine Reihe von Stücken auf, darunter die Reinhardt-Komposition “Djangology“ und den “Uptown Blues“. Bei diesen Aufnahmen handelt es sich um Live-Mitschnitte für den AFN, die später auf Platte veröffentlicht wurden.

26. Oktober 1945, A.F.N. Radio Program, Paris, Django Reinhardt and the Air Transport Command Band (A.T.C.):
Herb Bass, Jerry Stephan, Robin Gould, Lonnie Wilfong - tp; Bill Decker, Don Gardner, Shelton Heath, John Kirkpatrick - tb; Jim Hayes - cl, as; Joe Moser - as; Bernie Cavaliere, Bill Zickefoose - ts; Ken Lowther - bari; Larry Mann - pf; Django Reinhardt - g; Eugène Weiss - g; Bob Decker - bs; Bill Bethel - dr
579 Djangology
580 Honeysuckle Rose
581 Belleville
582 Uptown Blues
583 Moten Swing

06. November 1945, Studio Albert in Paris, Django Reinhardt and the Air Transport Command Band (A.T.C.) – sous la direction de Jack Platt:
Herb Bass, Jerry Stephan, Robin Gould, Lonnie Wilfong - tp; Bill Decker, Don Gardner, Shelton Heath, John Kirkpatrick - tb; Jim Hayes - cl, as; Joe Moser - as; Bernie Cavaliere, Bill Zickefoose - ts; Ken Lowther - bari; Django Reinhardt - g; Eugène Weiss - g; Larry Mann - pf; Bob Decker - bs; Bill Bethel - dr
584 Djangology OSW 408-1
585 Djangology OSW 408-2 - unissued
586 Swing Guitars OSW 409-1
587 Swing Guitars OSW 409-2 - unissued
588 Manoir De Mes Rêves OSW 410-1
589 Manoir De Mes Rêves OSW 410-2 – unissued
591 Are You In The Mood? OSW 411-2 - unissued

01..Dezember 1945, A.F.N. “Beaucoup de Musique” emission de radio. Studios Parisiens, Paris, Franco-American Quartette (Django Djaims: The A.T.C. Small Group):
Django Reinhardt - g; Les Lieber - as; Larry Mann - pf; Bob Decker - bs; Red Lacky - dr
592 Don’t Be That Way
593 Honeysuckle Rose
594 Sweet Sue, Just You

01..Dezember 1945, A.F.N. “Beaucoup de Musique” emission de radio. Studios Parisiens, Paris, Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g
595 Improvisation #6

08. Dezember 1945, NBC radio program A.F.N. Studios Parisiens, Paris, Django Reinhardt and the Air Transport Command Band (A.T.C.):
Herb Bass, Jerry Stephan, Robin Gould, Lonnie Wilfong - tp; Bill Decker, Don Gardner, Shelton Heath, John Kirkpatrick - tb; Jim Hayes - cl, as; Joe Moser - as; Bernie Cavaliere, Bill Zickefoose - ts; Ken Lowther - bari; Larry Mann - pf; Django Reinhardt - g; Eugène Weiss - g; Bob Decker - bs; Bill Bethel - dr;
596 Belleville
597 Moten Swing

16. Dezember 1945, Salle Pleyel in Paris, Django Reinhardt and the Air Transport Command Band (A.T.C.):
Herb Bass, Jerry Stephan, Robin Gould, Lonnie Wilfong - tp; Bill Decker, Don Gardner, Shelton Heath, John Kirkpatrick - tb; Jim Hayes - cl, as; Joe Moser - as; Bernie Cavaliere, Bill Zickefoose - ts; Ken Lowther - bari; Larry Mann - pf; Django Reinhardt - g; Eugène Weiss - g; Bob Decker - bs; Bill Bethel - dr
598 Introduction and Djangology
599 Moten Swing
600 Are You In The Mood?
601 Uptown Blues
602 Apple Honey

Bei einem von Djangos Konzerten vom Salle-Pleyel wurde er gleichzeitig von der American Forces Network, der britischen Broadcosting Corporation und dem französischen National Radio übertragen. Djangos Gefolgschaft ist nun wirklich weltweit.

1946:
Return in England
Nachdem der Zweite Weltkrieg vorüber war, hatte Django die Gelegenheit, die Verbindung zu seinem alten Kollegen Grappelli, der immer noch in England war und den er sechs Jahre lang nicht gesehen hatte, wiederherzustellen. Sie gründeten das Hot Club Quintet neu und organisierten eine weitere Reise nach England. Im Januar 1946 brach Reinhardt nach England auf. Die ursprüngliche Besetzung wurde nie wiederbelebt, jedoch machten Django und Stéphane einige Aufnahmen und Radio-Auftritte, darunter in London, für beide, Decca - und Swing-Label mit drei englischen Musikern.

Die Musiker, die Stéphane an der Violine und Django an der Gitarre am 31. Januar 1946 begleiteten, waren die Gitarristen Jack Llewellyn und Alan Hodgkiss sowie Coleridge Goode am Bass. Zu den aufgenommenen Songs gehören “Liza (All the Clouds‘ll Roll Away)“, eine Co/Komposition von Gershwin und Kahn sowie “Love’s Melody“ und “Nuages“ sowie einige Songs von Reinhardt. Am vorigen Tag hatte die Band “Coquette“ aufgenommen, “Django’s Tiger“, “Embraceable You“ und “Echoes of France“.

Bevor die Songs fertiggestellt werden konnten, wurde Django jedoch krank und ins Krankenhaus gebracht, wo festgestellt wurde, dass er operiert werden musste. Er kehrte für diesen einen Tag nach Frankreich zurück, und die Pläne für die Arbeit in Britain wurden aufgegeben.

31. Januar 1946, EMI Studios, London, Django Reinhardt and le Quintette du Hot-Club de France:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Jack Llewellyn, Allan Hodgkiss - g; Coleridge Goode - bs
603 Coquette OCF 25-1
604 Django’s Tiger OCF 26-1
605 Embraceable You OCF 27-1
606 Echoes Of France (La Marseillaise) OCF 28-1

01..Februar 1946, Decca Studios, London, Django Reinhardt and Stéphane Grappelli:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Jack Llewellyn, Allan Hodgkiss - g; Coleridge Goode - bs
607 Love’s Melody DR 10026-1 - unissued
608 Love’s Melody DR 10026-2
609 Belleville DR 10027-1 - unissued
610 Belleville DR 10027-2
611 Nuages DR 10028-1
612 Nuages DR 10028-2
613 Liza (All The Clouds’ll Roll Away) DR 10029-1

Obwohl Django bald wieder in Paris arbeitete und Aufnahmen machte, kehrte er zunächst nicht wieder nach England zurück.

Die Paris-Aufnahmen im Mai 1946 waren “Swingtime in Springtime“, “Yours and Mine“, “On The Sunny Side of the Street“ und “I Won't Dance“. Die Besetzung seiner besonderen Form im Quintett des Hot Club of France war Hubert Rostaing an der Violine und dem Alt-Saxophon, Jacques Diéval am Klavier, Lucien Simoens am Schlagzeug und Arthur Motta am Schlagzeug.

15. Mai 1946, Swing, Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot-Club de France:
Hubert Rostaing - as, cl; Jacques "Jack" Diéval - pf; Django Reinhardt - g; Lucien Simoens - bs; Arthur Motta - dr
614 Swingtime In Springtime OSW 416-1
615 Yours And Mine OSW 417-1
616On The Sunny Side Of The Street OSW 418-1
617 I Won’t Dance OSW 419-1

America
In Frankreich gab es jedoch keine weitere Arbeit, und Django verlor zunehmend die Freude an Auftritten, und er entdeckte neue Interessen. Trotzdem hielt der Rest der Welt an seinem Engagement fest. Das Interesse an Django und die lang erwartete Reise nach Amerika wurden immer wahrscheinlicher. In der Zwischenzeit gab es im Sommer 1946 eine kleine Tournee durch die Schweiz und kurzfristige Auftriite in London. Nach den Konzerten verschwand er erneut für zwei Wochen, während der alle verzweifelt versuchten, ihn für die Amerikareise zu finden. Er tauchte in letzter Minute wieder auf und es begann Djangos lang erwartete Reise in die Staaten, auf der er mit Duke Ellington tourte. Am 03. November 1946 traf Django in New York ein.

Das erste Konzert fand am 04. November 1946 in der Music Hall von Cleveland/Ohio statt.
Nach Reinhardts Debüt in Cleveland rezensierte der ‘Plain Dealer‘ das Konzert. Die Schlagzeile der Geschichte zeigt perfekt die Reaktion der Stadt auf den belgischen Gitarristen, obwohl sie ihn als Franzosen bezeichneten. Ein anderer Journalist schrieb: „Duke Ellington kam ohne großes Aufsehen nach Cleveland und bereitete seinen Fans hier das größte Vergnügen in den Annalen des lokalen Jazz, als er in diesem Land zum ersten Mal den heißesten Gitarristen der Welt vorstellte.“ Quelle: ‘Cleveland Plain Dealer‘ Datum: 05. November 1946

Photo Django Reinhardt und Duke Ellington, 1946

Ellington wurde zitiert, dass Reinhardt „der kreativste Jazz-Musiker ist, der irgendwo außerhalb der Vereinigten Staaten hervorgeht“. Als Reinhardt zu Ellington für die Tournee kam, zahlte Ellington für die Reise des Gitarristen. Obwohl die Tour in der Jazz-Geschichte extrem wichtig war, war sie nicht ohne Probleme. Die Sprachbarriere zwischen den beiden legendären Musikern war ein Problem, da Ellington sehr wenig Französisch sprach und Reinhardt, der extrem begrenzt Englisch sprach. Quelle: Library of Congress, Sammlung Gottlieb: 1946.

Die Tournee umfasste Chicago, wo einige Aufnahmen gemacht wurden, sowie St. Louis, Detroit, Kansas und Pittsburgh. Die Besetzung von Duke Ellingtons Orchestra, das Django bei “Honeysuckle Rose“ begleitete, bestand aus Ellington selbst am Klavier, Oscar Pettiford am Bass, Sonny Greer am Schlagzeug und Harry Carney am Altsaxophon. Die Trompeten wurden von Shelton Hemphill, Harold Baker, Francis Williams, Ray Nance und Cat Anderson gespielt. Die dreiköpfige Posaunengruppe bestand aus Lawrence Brown, Wilbur de Paris und Claude Jones. Johnny Hodges spielte Altsaxophon zusammen mit Russell Procope und Jimmy Hamilton und Al Sears spielten Tenorsaxophone. Diese Aufnahme fand am 10. Mai 1946 in Chicago statt.

10. November 1946, Civic Opera House, Chicago, Django Reinhardt with Duke Ellington and his Orchestra:
Shelton Hemphill, Harold Baker, Taft Jordan, Ray Nance, Cat Anderson - tp; Lawrence Brown, Wilbur de Paris, Claude Jones - tb; Russell Procope, Johnny Hodges - as; Jimmy Hamilton, Al Sears - ts; Harry Carney - bari; Duke Ellington - pf; Django Reinhardt - g; Oscar Pettiford - bs; Sonny Greer - dr
618 Improvisation On Tiger Rag
619 Blues Riff
620 Honeysuckle Rose
621 Improvisation #2
Ride, Red, Ride

Von dem Auftritt am 10. November im Civic Opera House in Chicago sind vier Aufnahmen erhalten, die als “The Great Concerts: Duke Ellington: Chicago 1946“ auf Doppel-CD veröffentlicht wurden.

Django hatte seine Selmer-Gitarre in Paris zurückgelassen, da er annahm, dass die amerikanischen Gitarrenhersteller es sich zur Ehre gereichen lassen würden, ihm ein Instrument zu schenken - eine Annahme, die sich leider als Irrtum herausstellte. So wurde die Tournee eher zu einer Enttäuschung, wenn sie auch wesentliche Impulse für Djangos Musik lieferte: Er spielte zum ersten Mal elektrisch verstärkte Gitarre, und er kam mit dem gerade populär gewordenen Bebop in Berührung. Wurde Django nie zu einem ausgesprochenen "Bop-Gitarristen", so wirkte sich der Bebop-Einfluss doch auf sein Spiel aus, das harmonisch deutlich komplexer wurde.

Der letzte Veranstaltungsort war die Carnegie Hall in New York, wo zwei Abende gebucht waren, der 23. und 24. November. Danach blieb er in New York, wo er den neuen Jazz kennenlernte - den Bebop. Er begann in den kleinen Clubs der 52. Straße, als dieser an Popularität gewonnen hatte, und zog dann im Dezember 1946/Januar 1947 in größere Clubs wie das Café Society in Uptown. Hier trat Django mit einer amerikanischen elektrischen Gitarre auf, begleitet vom Edmond Hall Orchestra. Obwohl er vom Publikum im Café Society gut aufgenommen wurde, war Django in Amerika nicht glücklich.

1947:
24. Januar 1947 New York: Djangos 37. Geburtstag

Der amerikanische Traum hatte seine Erwartungen nicht erfüllt. Er fühlte sich mit dem Bebop unwohl, mochte die elektrische Gitarre nicht und sehnte sich im Allgemeinen danach, nach Frankreich zurückzukehren. Anstatt einige Konzerte an der Westküste zu spielen, machte er sich auf den Heimweg und kam am 13. Februar 1947 in Paris an.

Innerhalb weniger Wochen hatte Django einige Musiker um sich versammelt und spielte und nahm in unterschiedlich großen Besetzungen auf. Im März spielte er im Duett mit Eddie Barnard am Klavier für den französischen Rundfunk “Rendez-Vous In Paris“.

März 1947, Studio RDF in Paris, Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g; Eddie Bernard - pf
622 No Name Blues (Minor Swing)
623 Love’s Melody (Mélodie Au Crépuscule)
624 Castle Of My Dreams (Manoir De Mes Rêves)

19. März 1947 – Stéphane Grappelli kehrt nach Paris zurück.
20. März 1947 – Michel Warlop stirbt im Alter von 36 Jahren.

Wiedervereinigungen
Im März nahmen sie wieder auf, und “Lover Man“ war einer der aufgenommenen Titel. Diese Besetzung bestand aus Django und Joseph Reinhardt, Stéphane Grappelli wieder an der Violine, Jean Ferrret spielte die dritte Gitarre und Emmanuel Soudieux am Bass.
Ab 1947 spielte Django Reinhardt hauptsächlich elektrisch verstärkte Gitarre, wobei die Melodielinien z.T. deutlich bop-orientierter wurden. 1947 nahm er – mit akustischer Gitarre – auch wieder mit Stéphane Grappelli eine Reihe von Titeln auf (u. a. “How High the Moon“).

26. März 1947, Studio Pelouze in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot-Club de France:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Jean “Matelot” Férret - g; Emmanuel Soudieux - bs
625 R-Vingt Six OSW 449-1
626 How High The Moon OSW 450-1
627 Lover Man OSW 451-1
628 Blue Lou OSW 452-1
629 Blues OSW 453-1

Neben einer Reihe von Sessions mit elektrisch verstärkter Gitarre – u.a. für Eddie Barclays Label Blue Star – wäre die herausragende Aufnahmesitzung von Djangos Big Band Django’s Music vom 16. April 1947 zu nennen. Während der von Gérard Levêque arrangierte “Minor Blues“ in voller Big-Band-Besetzung aufgenommen wurde, nahm ein aus Mitgliedern der Big Band bestehendes Sextett (Django Reinhardt, Sologitarre; Michel de Villers [cl, as] sowie der Rhythmusgruppe der Big Band bestehend aus Eddie Bernard [p], Joseph Reinhardt [rg], Willy Lockwood [b], Al Craig [d] vier Titel (“Peche A La Mouche“, “Clair De Lune“, “Lentement Mademoiselle“ und “Melodie Au Crêpuscule“) auf. Diese Stücke (insbesondere die mit Klarinette) dokumentieren einen mit ungewöhnlicher Intensität improvisierenden Django und gehören für mich mit zu seinen schönsten Aufnahmen überhaupt.

16. April 1947, Technisor Studios in Paris, Django’s Music (Django Reinhardt et son Orchestre du “Boeuf sur le toit”):
Vincent Casino, Louis Menardi, Jo Boyer - tp; André Lafosse, Guy Paquinet - tb; Michel de Villers - as; Jean Claude Fohrenbach - ts; Eddie Bernard - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Willy Lockwood - bs; Al Craig - dr
630 Minor Blues ST 1984-2

16. April 1947, Technisor Studios in Paris, Django Reinhardt and le Quintette du Hot-Club de France:
Michel de Villier - cl, as; Eddie Bernard - pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Willy Lockwood - bs; Al Craig - dr
631 Clair De Lune ST 1985
632 Lancer Léger (Pêche À La Mouche) ST 1986
633 Lentement Mademoiselle ST 1987
634 Lover’s Melody (Mélodie Au Crépuscule) ST 1988

Es gab eine Tournee durch Belgien und einige Aufnahmen in Brüssel im Mai, für die das alte Quintett, bestehend aus ihm selbst und seinen alten Freunden Hubert Rostaing, Emmanuel Soudieux, Eugène Vées und Pierre Fouad, wieder zusammenkam. “Babik“, eine Komposition von Reinhardt, war einer der Titel (in zwei takes), die am 21. Mai in Brüssel aufgenommen wurden.

HEITZ
21. Mai 1947, Studio Fonior in Brüssel, Django Reinhardt et son Quintette du Hot-Club de France:
Hubert Rostaing - cl; Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; Pierre Fouad - dr
635 Porto Cabello (Il Mexicano) Fo 1782-R - unissued
636 Porto Cabello (Il Mexicano) Fo 1782-RB
637 Duke And Dukie Fo 1783-R
638 Duke And Dukie Fo 1783-RB
639 Songe D’automne Fo 1784-R - unissued
640 Songe D’automne Fo 1784-RB - unissued
641 Songe D’automne Fo 1784-RC
642 Babik (Bi-Bop) Fo 1785-R
643 Babik (Bi-Bop) Fo 1785-RC - unissued
644 Babik (Bi-Bop) Fo 1785-RB
645 Del Salle Fo 1786-R
646 Del Salle Fo 1786-RB
647 Just One Of Those Things Fo 1787-R - unissued
648 Just One Of Those Things Fo 1787-RB - unissued
649 Just One Of Those Things Fo 1787-RC

Das Streichquartett wurde neu formiert und Djangos Begeisterung für seine Musik kehrte zurück, obwohl er sich inzwischen ernsthaft für seine Malerei interessierte. Er hatte Anfang 1947 eine Ausstellung gegeben und es auch genoss, beim Angeln allem zu entfliehen. Trotzdem arbeitete Django den Sommer und Herbst über ununterbrochen.

Dies geschah in Form von zwei Arrangements: Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France und einem Format namens Souvenirs of Django Reinhardt.

Während dieser Zeit konnten einige andere Musiker neben Europas größtem Gitarristen spielen, darunter der Bassist Ladislas Czabanyck und der Schlagzeuger André Jourdan, die mit ihm unter anderem “Blues for Barclay“ und “Folie à Amphion“ aufnahmen. Jacques Martinon steuerte Schlagzeug zu “Swing Guitars“ und “Babik“ sowie zu “Nuages“ und “Viper’s Dream“ bei, die alle am 25. August 1947 aufgenommen wurden und zu denen Maurice Meunier die Klarinette beisteuerte.
Gérard Léveque spielte Klarinette bei “Peche à la Mouche“, einem einer Reihe von Liedern, die zwischen dem 08. und 13. November aufgenommen wurden. Andere sind “St. Louis Blues“, “Belleville“ und “September Song“. Fred Ermelin spielte Schlagzeug bei “Ol' Man River“, aufgenommen am 21. November, und war auch auf einer anderen Version von “Swing Guitars“ zu hören, die am selben Tag für eine französische Radiosendung von R.T.F. aufgeführt wurde.

06. Juli 1947, Studio Technisor in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France:
Hubert Rostaing - cl; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Ladis1as Czabanyck - bs; André Jourdan - dr
650 For Sentimental Reasons ST 2086-1 - unissued
651 For Sentimental Reasons ST 2086-2
652 Danse Norvégienne ST 2087-1
653 Blues For Barclay ST 2088-1
654 Blues For Barclay ST 2088-2
655 Folie A Amphion ST 2089-1 - unissued
656 Folie A Amphion ST 2089-2 - unissued
657 Folie A Amphion ST 2089-3
658 Vette ST 2090-1
659 Aniversary Song ST 2091-1
660 Swing 48 ST 2092-1

18. Juli 1947, Studio Technisor in Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot Club de France:
Hubert Rostaing - cl; Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; André Jourdan - dr
661 September Song ST 2104-1
662 September Song ST 2104-2
663 Brazil ST 2105-1
664 I’ll Never Smile Again ST 2106-1
665 I’ll Never Smile Again ST 2106-2
666 New York City ST 2107-1
667 New York City ST 2107-2
668 New York City ST 2107-3
669 Django’s Blues ST 2108-1
670 Love’s Mood ST 2109-1
671 I Love You ST 2112

Im Sommer, Juli/August, 1947 gab es eine Tournee durch US-Militärbasen in Deutschland.

25. August 1947, Radio Diffusion-Television Française, Paris, Django Reinhardt dans “Surprise Partie“:
Maurice Meunier - cl; Eddie Bernard - pf; Django Reinardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; Jacques Martinon - dr
672 Swing Guitars
673 Babik
674 This Kind Of Friend
675 Nuages
676 Viper’s Dream
677 Blues Clair

Gruß
Heino
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Re: DJANGO REINHARDT

 · 
Gepostet: 11.03.2025 - 17:45 Uhr  ·  #34
Teil 9:

29. August 1947, Radio Diffusion-Television Française, Paris, Django Reinhardt dans “Surprise Partie“:
Maurice Meunier - cl; Django Reinardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; André Jourdan - dr
678 Minor Swing
679 Swing ‘39
680 Swing ‘41
681 Del Salle
682 Les Yeux Noirs (Dark Eyes)

07. September 1947, Paris, Django Reinhardt dans “Surprise Partie“:
Hubert Rostaing - cl; Django Reinardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; André Jourdan - dr
Quelquefois (Pour Que Ma Vie Demeure) accetate
683 Louise
684 Django’s Dream
685 Swingtime In Springtime
686 Stockholm
687 Féerie
688 Vendredi
689 Sweet Chorus
690 Crépuscule
691 Songe D’Automne
692 I Love You For A Sentimental Reasons
693 Just One Of Those Things

15. September 1947, Radio Diffusion-Television Française, Paris, Django Reinhardt dans “Surprise Partie“:
Hubert Rostaing - cl; Django Reinardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; André Jourdan - dr
694 Billet Doux
695 Porto Cabello
696 Swing Dynamique
697 Lover Man
698 Rythme Futur


04. Oktober 1947, Studio Lutetia in Paris. Django Reinhardt et le Quintette du Hot-Club de France:
Hubert Rostaing - cl; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt - g; Emmanuel Soudieux - bs; André Jourdan - dr
699 Topsy 4763-1
700 Moppin’ The Bride - Micro - 4764-1
701 Insensiblement 4765-1
702 Mano 4766-1
703 Blues Primitif 4767-1
704 Gipsy With A Song (2) 4768-1
705 Gipsy With A Song (1) 4769-1

08./13. Oktober 1947, Radio Diffusion-Television Française, Paris, Django Reinhardt dans “Surprise Partie“:
Gérard Lévéque - cl; Django Reinhardt - g; Eugène Vées - g; Emmanuel Soudieux - bs; André Jourdan - dr
706 Artillerie Lourde
707 Peche A La Mouche
708 Belleville
709 Douce Ambiance
710 Swing De Paris
711 September Song
712 I Can’t Give You Anything But Love
713 Blues En Mineur
714 It Had To Be You
715 Manoir De Mes Rêves
716 Dinette
717 Mélodie Au Crépuscule
718 Folie A Amphion
719 Place De Brouckère
720 Symphonie
721 Improvisation Sur La Danse Norvégienne
722 Saint-Louis Blues

Eine zweite Aufnahmesitzung in der alten, lediglich aus Saiteninstrumenten bestehenden Besetzung mit Stéphane Grappelli, fand am 14. November stattfand.

14. November 1947, Swing, Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot-Club de France:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées - g; Fred Ermelin - bs
723 What Is This Thing Called Love OSW 482-1
724 Ol’ Man River OSW 483-1
725 Si Tu Savais OSW 484-1
726 Eveline OSW 485-1
727 Diminushing OSW 486-1

21./28. November 1947, Radiodiffusion-Television Française, Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot-Club de France:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Eugène Vées - g; Fred Ermelin - bs
How High The Moon
728 Ol’ Man River
729 R-Vingt-Six
730 How High The Moon
731 Swing Guitars
732 I Love You
733 Tiger Rag
734 Tears
735 Dinah
736 Them There Eyes
737 How High The Moon
738 Improvisation ‘47
739 Daphné
740 Manoir De Mes Rêves
741 Danse Nuptiale
742 Crazy Rhythm

Django nahm im Dezember 1947 auch mit Rex Stewart auf. “Night and Day“ und “Confessin“ wurden aufgenommen und Ladislas Czabanyck spielte wieder Bass. Das andere Mitglied des Rex Stewart Quintet neben Django an der Gitarre und Rostaing an der Klarinette war der Schlagzeuger Ted Curry.

10. December 1947, Blue Star, Paris, Rex Stewart Quintet:
Rex Stewart - cor; Hubert Rostaing - as; Django Reinhardt - g; Ladislas Czabanyck - bs; Ted Curry - dr
743 Night And Day ST 2220-1 - unissued
744 Night And Day ST 2220-2
745 Night And Day ST 2220-3
746 Confessin’ (That I Love You) ST 2221-1 - unissued
747 Confessin’ (That I Love You) ST 2221-2 - unissued
748 Confessin’ (That I Love You) ST 2221-3

Alles in allem kann man das Jahr 1947 als ein sehr reiches Jahr bezeichnen, während dessen Django das Gros seiner Aufnahmen mit elektrischer Gitarre einspielte.

1948:
Das folgende Jahr war von einer ganzen Reihe von Aufnahmen geprägt, die Django - zurück in Paris - hauptsächlich mit elektrisch verstärkter Gitarre aufnahm, die eine neue Qualität in sein Spiel brachte. Die Besetzung bestand dabei in der Regel aus Django [g-solo], einem oder zwei Rhythmusgitarristen (seinem Bruder Joseph und/oder Eugène Vées ), Klarinette, Baß und Schlagzeug.

Django trat mit Dizzy Gillespie auf, als Dizzy mit seiner Big Band nach Paris kam, und beim “Nice Jazz Festival“ Anfang 1948, wo er neben seinem Bruder Joseph, Stéphane Grappelli, Challin Ferret als zusätzlicher Gitarrenspieler und Emmanuel Soudieux am Bass. Die Aufführungen von “Nuages“ und “Swing 42“ wurden am 28. Februar von R.T.F. ausgestrahlt.

28. Febrary 1948, Nice, Festival de Jazz de Nice:
Stéphane Grappelli - vln; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Challin Ferret - g; Emmanuel Soudieux - bs
749 Nuages
750 Swing ‘42

Am 10. März 1948 nahmen Django Reinhardt und das Quintett des Hot Club of France erneut gemeinsam auf, wobei die vollständige Besetzung aus Django und Stéphane, Joseph Reinhardt und Challin Ferret, ebenfalls an der Gitarre, und Emmanuel Soudieux am Bass bestand. Aufgenommen wurden hier “Mike“, “Lady Be Good“, “Festival 48“, “Fantaisie“, “Brick Top“ und “Just for Fun“. Stéphane tauschte für “To Each His Own - Symphony“ die Geige gegen das Klavier.

10. März 1948, Swing, Paris, Django Reinhardt et le Quintette du Hot-Club de France:
Stéphane Grappelli - vln, pf; Django Reinhardt - g; Joseph Reinhardt, Challin Ferret - g; Eamanuel Soudieux - bs
751 Mike OSW 500-1
752 Lady Be Good OSW 501-1
753 Festival 48 OSW 502-1
754 Fantaisie OSW 503-1
755 Brick Top OSW 504-1
756 Just For Fun OSW 505-1
757 To Each His Own – Symphony (1) OSW 506-1

Im laufenden Jahr war wohl mit das wichtigste zu erwähnende Ereignis ein Konzert des Quintetts im Théâtre des Galeries in Brüssel. Im Dezember 1948 wurde ein Konzert des Quintetts im Théâtre des Galeries in Brüssel mit Hilfe eines von Django Reinhardt gekauften Tonbandgeräts mitgeschnitten. Die Besetzung: Django Reinhardt (Sologitarre), Hubert Rostaing (Klarinette), Henri "Lousson" Baumgartner, Djangos Sohn aus erster Ehe (Rhythmusgitarre), Louis Vola (Bass) und Arthur Motta (Schlagzeug). Dieses Konzert wurde später auf Schallplatte (Vogue 530217) veröffentlicht.

Im Dezember gab es einen weiteren Auftritt in Brüssel. Zwei Songs, die hier gespielt wurden, waren “Cadillac Slim“ und “Bolero“. “Artillerie Lourde“ und “Place de Brouckère“ wurden auch im Theatre des Galeries in der belgischen Hauptstadt aufgenommen.

Dezember 1948, Théâtre des Galeries, Brüssel, Quintette du Hot Club de France 1948:
Hubert Rostaing - cl; Django Reinhardt - g; Henri "Lousson" Baumgartner - g; Louis Vola - bs; Arthur Motta - dr
758 Artillerie Lourde
759 Moppin‘ The Bride
760 Troublant Boléro
761 Cadillac Slim
762 Nuages
763 Place De Brouckère
764 Improvisation Sur Une Danse Norvégienne
765 Festival ‘48
766 Minor Swing
767 Symphonie

Den Rest des Jahres 1948 verbrachte er auf einer Tournee durch Italien, wo er später viele Aufnahmen in Rom machte (im Januar und Februar 1949).

Der Hot Club de France war verantwortlich für die Gründung mehrerer Jazz-Festivals. Wenige Jahre nach dem ersten Konzert im Jahr 1933 übte der Hot Club eine Art Quasi-Monopol auf die Organisation von Jazz-Konzerten, Schallplatten, Radioprogrammen und allgemeinem Wissen zu diesem Thema in Frankreich aus.

Das “Internationale Jazzfestival in Nizza“ wurde von Hugues Panassié gegründet und dauerte vom 22. bis 28. Februar 1948. Es bot ein Repertoire aus traditioneller Jazz-, Swing- und Bop-Musik und war das erste internationale Jazz-Festival.
Es traten unter anderem Louis Armstrongs All-Stars auf. Louis Armstrong eröffnete als Ehrenpräsident (der den Titel 1936 durch Abstimmung des Hot Clubs erhalten hatte) das Festival. Warren "Baby" Dodds trat ebenfalls auf diesem Festival auf und war dafür bekannt, dass er sein Schlagzeug auf die verschiedenen Klaviere stimmte, mit denen er während der dort gegebenen Auftritte jammen sollte. Es ist wahrscheinlich dieses Festival, das zugunsten der Förderung des “Festival International de Jazz“ von 1949 aufgelöst wurde, um eine Spaltung des Künstlerpools zu vermeiden und die Ressourcen zu vereinen.
Das “Festival International de Jazz“ (im Volksmund “Pariser Jazzmesse“) wurde 1948 ins Leben gerufen und vom Hot Club veranstaltet. Charles Delaunay war der Gründer. Die Jazzmesse wurde 1952 und 1954 erneut aufgeführt. Beim ersten Festival traten unter anderem Coleman Hawkins, Kenny Clarke, John Lewis, Erroll Garner und Howard McGhee auf. Beim Festival 1949 traten Sidney Bechet und das Charlie Parker Quintett mit Miles Davis auf, zusammen mit Dizzy Gillespie, Thelonious Monk, Mary Lou Williams, Gerry Mulligan, Tadd Dameron und Lips Page.
1952 beendete ein Auftritt von Jazz at the Philharmonic das Festival. Dieses Festival war eine Feier alter und junger Musiker, die dazu beitrug, verschiedene Aspekte der sich entwickelnden Musik zu fördern und Musikern wie Miles Davis zu ermöglichen, eine andere Seite der Musik und ihrer Fans zu sehen.

1949:
Anfang 1949 wurde Sidney Bechet von Charles Delaunay angesprochen, ob er beim “Festival International de Jazz“ auftreten wolle. Diese Einladung kam wahrscheinlich zustande aufgrund seiner Arbeit mit Bands in Amerika, die von Hugues Panassie und Mezz Mezzrow gegründet wurden, und dem Angebot von Hugues Panassie aus dem Jahr 1948 über 1.500 Dollar für eine einwöchige Tournee in Frankreich. Diese Tournee wurde aufgrund französischer Währungsbeschränkungen nie geplant und die Möglichkeit für Bechet, in einer Gruppe mit Mezz Mezzrow beim vom Hot Club gesponserten “Nice Jazz Festival“ 1948 aufzutreten, war durch seinen Vertrag mit Jazz, Ltd. ausgeschlossen; Bob Wilber reiste an seiner Stelle.

Beinahe wäre Bechet nicht für das Festival unter Vertrag genommen worden, das es auch fast nicht gegeben hätte; Nicole Barclay, Mitarbeiterin eines konkurrierenden Jazz-Festivals, mit dem Hugues Panassié verbunden war, hätte den Star fast überzeugt, für ihr Festival zu spielen. Charles Delaunay überzeugte Barclay und ihre Mitarbeiter, ihre Kräfte zu bündeln, um ein größeres Festival ins Leben zu rufen, für das sie Bechet einen höheren Lohn geben konnten. Dies ist nur eine der vielen Episoden, die aufgrund des Zerwürfnisses zwischen Panassie und Delaunay in der Nachkriegszeit entstanden sind.

Das Festival fand vom 08. bis 16. Mai 1949 statt und bot mehrere Headliner-Künstler, die von verschiedenen Bands auf den Hauptbühnen unterstützt wurden, sowie Jam-Sessions mit verschiedenen Künstlern; Sidney Bechet spielte am ersten und zweiten Tag des Festivals mit mindestens fünf Gruppen, darunter Claude Luter's Band und eine Band, die aus Lips Page, Russell Moore und einer französischen Rhythmusgruppe bestand.

Das “Festival de Jazz a Montauban“ wurde ab 1982 vom Hot Club organisiert, aber der Club hörte in späteren Jahren auf, sich an diesem Festival zu beteiligen.

Im Januar/Februar 1949 nahm Reinhardt und Grappelli in Rom mit einer dreiköpfigen Rhythmusgruppe (Gianni Safred, Klavier; Carlo Pecori, Bass; Aurelio de Carolis, Schlagzeug) über sechzig Titel auf, von denen einige zum Besten gehören, was Django Reinhardt aufgenommen hat (“Troublant Boléro“ mit einer einzigartigen Improvisation Djangos, “Nagasaki“, “Vous qui passez sans me voir“). Die Diskographie von Delaunay listet insgesamt 67 Titel auf, wobei von “Micro“ (“Mike“) zwei Takes veröffentlicht wurden. Diese Aufnahmen bilden in ihrer Geschlossenheit eine Sonderstellung im Werk von Django Reinhardt. Von diesen Aufnahmen wurde ein Teil "digitally remastered" auf Schallplatte veröffentlicht. Diese Aufnahmen zeichnen sich allerdings durch ausgesprochen "knallige" Höhen aus. Wenn möglich, würde ich dann doch die konventionellen analogen Aufnahmen (falls noch erhältlich) bevorzugen.

In Rom waren die Musiker Django und Stéphane mit Gianni Safred am Klavier, Carlo Pecori am Bass und Aurelio De Carolis am Schlagzeug. “Dream Of You“, ein Song von Lunceford/Moran/Oliver, war einer der vielen gespielten Titel. Stéphane und Django nahmen dann ein Duett von “Manoir de mes Reves“ auf.

January-Febrary 1949, RAI Studios, Rome, Django Reinhardt and Stéphane Grappelli
Django Reinhardt - g; Stéphane Grappelli - vln; Gianni Safred - pf; Marco Pecori - bs; Aurelio de Carolis - dr
768 Over The Rainbow CW 18
769 Night And Day CW 19
770 Minor Blues CW 20
771 Nature Boy Blues CW 21
772 The World Is Waiting For The Sunrise CW 22
773 Vous Qui Passez Sans Me Voir CW 23
774 Hallelujah CW 24
775 Nagasaki CW 25
776 I’ll Never Be The Same CW 26
777 Swing ‘39 CW 27
778 Clopin Clopant CW 28
779 Honeysuckle Rose CW 29
780 All The Things You Are CW 30
781 Djangology CW 31
782 Liza CW 32
783 For Sentimental Reasons CW 33
784 Daphné CW 34
785 Beyond The Sea (La Mer) CW 35
786 Sweet Georgia Brown CW 36
787 Lover Man CW 37
788 Marie CW 38
789 Stormy Weather CW 39
790 Minor Swing CW 40
791 To Each His Own CW 41
792 What Is This Thing Called Love CW 42
793 Ou Es-Tu Mon Amour? (Where Are You My Love) CW 43
794 Undecided CW 44
795 Improvisation #4 CW 45
796 I’m In The Mood For Love CW 46
797 Swing ‘42 CW 47
798 I Surrender Dear CW 48
799 After You’ve Gone CW 49
800 Mam’zelle CW 50
801 I Got Rhythm CW 51
802 I Saw Stars CW 52
803 Artillerie Lourde CW 53
804 It’s Only A Paper Moon CW 54
805 Time On My Hands CW 55
806 Brick Top CW 56
807 Improvisation On Tchaikowsky’s Starry Night CW 57
808 My Blue Heaven CW 58
809 Menilmontant CW 59
810 Swing Guitars CW 60
811 My Melancholy Baby CW 61
812 Truckin’ CW 62
813 Webster CW 63
814 Micro (Mike) CW 64
815 Micro (Mike) CW 65
816 Dream Of You BL 108
817 Begin The Beguine BL 109
818 How High The Moon BL 110
819 Nuages (No 1) BL 111
820 I Can’t Get Started BL 112
821 I Can’t Give You Anything But Love BL 113
822 Manoir De Mes Rêves BL 114
823 Nuages (No 2) BL 115
824 The Man I Love WL 208
825 The Peanut Vendor WL 209
826 Just A Gigolo WL 210
827 Troublant Boléro WL 211
828 Rosetta WL 212b
829 Blues Skies WL 213
830 It Might As Weel Be Spring WL 214
831 Blue Lou WL 215
I’ll Never Be The Same WL 216 - untraced
832 Brazil WL 217
833 What A Difference A Day Made WL 218
834 Pigalle WL 219
835 Body And Soul WL 220
836 Que Reste-Il De Nos Amours? WL 221

Laut Delaunay war Django mit der italienischen Rhythmusgruppe nicht sehr zufrieden, die nicht den Drive des alten Quintetts von 1934 bis 1939 hatte, ihre Aufgabe aber doch effektiv bewältigte. Auch war diese Rhythmusgruppe im Hinblick auf den Mitte der Vierzigerjahre populär gewordenen Bop nicht auf der Höhe der Zeit. Trotzdem befinden sich unter den veröffentlichten Aufnahmen wirklich ein paar wunderschöne Stücke, ohne die eine Django-Reinhardt-Sammlung m.E. nicht komplett ist.

Februar 1949, “This is Paris”, Maurice Chevallier Radio Program, Paris, Django Reinhardt acc. par Paul Baron et son (french) Orchestre:
Django Reinhardt - g; other personnel unknown
Night And Day

25. Oktober 1949, Radio Geneve, Django Reinhardt:
André Ekyan - cl, sax; Francois Vernette - pf; Django Reinhardt - g; Jean Bouchery - bs; Gaston Léonard - dr
Nuages
837 Dream Of You
838 Place De Brouckère
839 Black Night
840 Nuages
841 Micro
842 Sur Une Danse Norvegienne
843 C Jam Blues
844 Manoir De Mes Rêves

Doch kurze Zeit später hatte Django wieder genug von der Musik und zog in seinen Wohnwagen, wo er die nächsten Monate blieb, unterbrochen durch gelegentliche Konzerte in Südfrankreich, obwohl er behauptete, es nicht wirklich interessant gefunden zu haben.

Ende 1949, Paris, Paul Baron and his Orchestra:
Unbekanntes Personal, Django Reinhardt – g
845 Night and Day

1950:
Anfang 1950 war er wieder in Rom, wo zwischen April und Mai insgesamt 30 Stücke aufgenommen wurden.

Bei den Aufnahmen als Django Reinhardt et le Quintette du Hot-Club de France bestand die Besetzung diesmal aus Django an der Gitarre, André Ekyan am Altsaxophon und der Klarinette, Raph Schécroun am Klavier, Alf Masselier am Bass und Roger Paraboschi am Schlagzeug. Zu den aufgenommenen Titeln gehören “Anniversary Song“, “Stormy Weather“, “Russian Songs Medley“ und “Jersey Bounce“. Es gab “Darktown Strutter's Ball“, “House of My Dreams“, “Double Whisky“ (ein von Reinhardts Kompositionen) und “St. James Infirmary“.

April-Mai 1950, RAI Studios, Rome, Django Reinhardt et le Quintette du Hot-Club de France:
André Ekyan - as, cl; Raph Schécroun - pf; Django Reinhardt - g; Alf. Masselier - bs; Roger Paraboschi - dr
846 Anniversary Song CW 01
847 Stormy Weather CW 02
848 Russian Songs Medley CW 03
849 Jersey Bounce CW 04
850 Dinette CW 05
851 Sophisticated Lady CW 06
852 Micro (Mike) CW 07
853 Dream Of You CW 08
854 Nuages CW 09
855 Darktown Strutter’s Ball CW 10
856 Danse Norvégienne CW 11
857 A-Tisket A-Tasket CW 12
858 Manoir De Mes Rêves CW 13
859 Place De Brouckère CW 14
860 September Song CW 15
861 Royal Garden Blues CW 16
862 St-Louis Blues CW 17
863 Sweet Goergia Brown BL 101
864 Minor Swing BL 102
865 Double Whiskey BL 103
866 Artillerie Lourde BL 104
867 St-James Informary BL 105
868 C Jam Blues BL 106
869 Honeysuckle Rose BL 107
870 Stompin’ At The Savoy WL 201
871 Reverie WL 202
872 Impromptu WL 203
873 Black Night WL 204
874 Boogie Woogie WL 205
875 Boléro WL 206

Es gab auch eine Version von W. C. Handys “Saint Louis Blues“, aber “Double Whisky“ erhielt im Juli 1950 eine weitere Verwendung, als es von Radio Luxembourg als Teil einer Aufführung von Django mit Jacques Helian et son Orchestra gesendet wurde.

Juli 1950, Radio Luxemburg broadcast, Paris, Django Reinhardt avec Jacques Helian et son Orchestre:
Ernie Royal, Fred Gerard, Fernand Verstraete, André Cornille, Almone – tp; Gaston Moat, Henri Taillourd, Gabriel Villain – tb; Georges Cloud, André Rolland – as; Jacques Nasslet, Gaston Etienne – ts; Gérard Lévêque – bari; Django Reinhardt – g; Pierre Guyot – pf; Ladislas Czabanyck – bs; Christian Garros – dr; Jacques Hélian – ldr
876 Double Whiskey

Mehrere Mitglieder dieses Orchesters begleiteten Django bei “I Got Rhythm“ für die Sendung; Ernie Royal spielte Trompete, Ladislas Czabanyck spielte Bass und Christian Garros spielte Schlagzeug.

Juli 1950, Radio Luxemburg broadcast, Paris, Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g; Ernie Royal - tp; Pierre Guyot - pf; Ladislas Czabanyck - bs; Christian Garros - dr;
877 I Got Rhythm

Danach kehrte er wieder in seinen Wohnwagen zurück und führte ein ruhiges Leben, und selbst ein Treffen mit Benny Goodman in Paris konnte ihn nicht dazu bewegen, nach Amerika zurückzukehren.

1951:
Der Januar 1951 brachte ein Ereignis, das für mich in der gesamten Django-Reinhardt-Diskographie einmalig ist, nämlich eine denkwürdige Live-Aufnahme von Djangos eigenem “Troublant Boléro“ mit dem l‘Orchestre Symphonique Nationale unter der Leitung eines gewissen Wal-Berg (Voldemar Rosenberg). Allein die Einleitung ist den Kauf der gesamten Platte oder CD wert, werden hier doch in kongenialer Weise die Klangmöglichkeiten eines Symphonieorchesters (Streicher und Holzbläser) mit denen des Jazz (gestopfte Trompeten) verschmolzen. Meiner Ansicht nach ist diese Aufnahme eine der Perlen in der gesamten Diskographie Django Reinhardts.

Januar 1951 Radio Luxemburg broadcast, Paris, Django Reinhardt et l’Orchestre Symphonique National:
Django Reinhardt - g; Wal-Berg - dir
878 Troublant Boléro

In den ersten Monaten des Jahres 1951 entdeckte er seine Begeisterung für Bebop neu und machte im Februar und Mai einige Aufnahmen. Eine Gruppe junger, deutlich vom amerikanischen Bebop beeinflusster Musiker hatte Django in seine Band geholt, darunter die Gebrüder Hubert [as] und Raymond Fol [p], Bernard Hullin [t], Pierre Lemarchand [d] sowie den Bassisten Pierre Michelot, der später im französischen Jazz eine wichtige Rolle spielen sollte. Vor ihrer Zusammenarbeit mit Django arbeiteten die Fol Brothers in einer Gruppe namens Bebop Minstrels. Django hatte keine Probleme, mit den jungen Bebop-Musikern zu spielen, und sie hatten auch keine Probleme, Djangos Fähigkeiten zu schätzen.

Das erste Konzert unter dem Namen Django Reinhardt et son Quintette fand im Februar im berühmten Pariser Club Saint-Germain-des-Prés statt. Hervorheben möchte ich hierbei das von Django komponierte und in einem furiosen Tempo gespielte “Impromptu“, das ihn und die Gruppe in Bestform zeigt. Zu den aus dem Club weiteren gesendeten Liedern gehörten “Lover“, “Nuages“ und “Margie“.

10.Februar 1951, Club Saint Germain-des-Prés, rue St-Benoit, Paris, Django Reinhardt au club Saint-Germain:
Bernard Hullin - tp; Hubert Fol - as; Raymond Fol - pf; Django Reinhardt - g; Pierre Michelot - bs; Pierre Lemarchand - dr
879 Lover
880 Nuages
881 Impromptu
882 Margie
883 Diminushing Blackness

Pierre Michelot wird normalerweise als Bebop- oder Hard-Bop-Musiker kategorisiert und hat mit vielen der Bop-Musikern gespielt, darunter Stan Getz, Buddy Powell, Kenny Clarke und Miles Davis. Er war erst 23 Jahre alt, als er bei dieser Gelegenheit mit Django spielte. Er war u. a. der Bassist im späteren Jacques Loussier Trio, das versuchte, ähnlich wie etwa das Modern Jazz Quartett, klassische Musik - hier: Bach - und Jazz zu verschmelzen.

20. Februar 1951, Club Saint Germain-des-Prés, rue St-Benoit, Paris, Django Reinhardt au club Saint-Germain:
Hubert Fol - as; Maurice Vander - pf; Django Reinhardt - g; Pierre Michelot - bs; Pierre Lemarchand - dr
884 Dream Of You
885 Manoir De Mes Rêves
886 I Can’t Give You Anything But Love
887 Jumping With Symphony Sid

April 1951, Film Soundtrack “Nuits de St. Germain des Prés“. Paris, Django Reinhardt:
Django Reinhardt - g
Nuages 7 TLA 1587

April/Mai 1951, Paris, Django Reinhardt:
888 Belleville 7 TLA 1586
889 Nuages 7 TLA 1587

Am 11. Mai nahm dieselbe Besetzung “Double Whisky“, “Dream of You“, “Impromptu“ und “Vamp“ auf. “Impromptu“ und “Vamp“ sind beides Kompositionen von Reinhardt.

11. Mai 1951, Decca, Paris, Django Reinhardt et son Quintette:
Bernard Hullin - tp; Hubert Fol - as; Raymond Fol - pf; Django Reinhardt - g; Pierre Michelot - bs; Pierre Lemarchand - dr
890 Double Whiskey P 851
891 Dream Of You P 852
892 Impromptu P 853
893 Vamp P 854

DECCA
00 51….28145…. DJANGO REINHARDT AND HIS QUINTET..Double Whiskey/Impromptu

In den darauffolgenden zwei Jahren ist eine verstärkte Hinwendung zum zeitgenössischen Jazz zu verzeichnen, was meiner Meinung nach freilich auf Kosten der Einmaligkeit von Djangos Musik ging. In diesem Zeitraum wurden nur noch vergleichsweise wenige Aufnahmen eingespielt.

1952:
Am 20. Januar 1952 trat er erneut in Brüssel auf und wagte sich am 30. Januar für einige Aufnahmen nach Paris, wo er Ende November desselben Jahres erneut auftrat. Für die Januar-Aufnahme hatte Roger Guerin die Trompetenrolle im Quintett übernommen und Barney Spieler den Bass. Diese Besetzung nahm “Keep Cool“ auf, das Fol zugeschrieben wird, sowie “Flèche d'Or“, “Troublant Bolero“ und “Nuits de St. Germaine Des Près“, alles Reinhardt-Kompositionen.

30. Januar 1952, Decca, Paris, Django Reinhardt et son Quintette:
Roger Guérin - tp; Hubert Fol - as; Raymond Fol - pf; Django Reinhardt - g; Barney Spieler - bs; Pierre Lemarchand - dr
894 Keep Cool P 1179
895 Keep Cool P 1179-3
896 Flèche D’or P 1180
897 Troublant Bolero P 1181
898 Nuit De Saint-Germain-Des-Pres P 1182

(unknown date) 1952 in Paris, Django Reinhardt et son Quintette:
Hubert Fol - as; Sadi Lallemand - vib; Maurice Vander - pf; Django Reinhardt - g; Pierre Michelot - bs; Pierre Lemarchand - dr
899 Nuit De Saint-Germain-Des-Pres

Im November 1952 spielte er zusammen mit Aimé Barelli et son Orchestre in einer weiteren Radiosendung. Die Orchesterbesetzung enthielt einige bekannte Gesichter für Django; Barelli selbst spielte Trompete mit Alex Caturegli, Jean Mauclaire, Georges Gay und Marcel Simino. Paul Jean-Jean spielte Altsaxophon mit Jean Aldegon und André Jourdan spielte Schlagzeug. Die anderen beteiligten Musiker waren die Posaunisten Benny Vasseur und Nat Peck, die Tenorsaxophonisten Jean Fourmanoir und Louis Soen; Armand Miggiani spielte das Baritonsaxophon. Pierre Foucault spielte Klavier und Antoine Giaccardo spielte Bass. Leo Petit sorgte für die Gitarrenbegleitung. Danach gab es eine improvisierte Aufführung von “Blues“ von Django, Barelli an der Trompete, Michel Attenoux am Sopransaxophon, Benny Vasseur an der Posaune und Hubert Fol am Altsaxophon.
Aimé Barelli war mit der Chansonette Lucienne Delyle (* 16 April 1913, + 10 April 1962) verheiratet.

November 1952, “Jazz Variétés”, ORTF broadcast, Paris, Django Reinhardt acc. par Aimé Barelli et son Orchestre:
Django Reinhardt - g; Aim Barelli, Alex Caturégli, Jean Mauclaire, Georges Gay, Marcel Simino - tp; Benny Vasseur, Nat Peck - tb; Jean Aldegon, Paul Jean-Jean - as; Jean Fourmanoir, Louis Soen - ts; Armand Miggiani - bari; Pierre Foucault - pf; Léo Petit - g; Antoine Giaccardo - bs; André Jourdan - dr; Jos Bartel - conga
900 Yesterdays
901 Lover
902 Blues

1953:
Im Januar 1953 traf er den US-Promoter Norman Granz und es gab Pläne für eine Tournee durch Amerika und Japan sowie weitere Konzerte in Europa.

Am 30. Januar 1953 gab es eine neue Besetzung von Django Reinhardt und seinem Quintett. Diesmal war die Besetzung Maurice Vander und Hubert Fol am Klavier, Roger Guérin an der Trompete, Pierre Michelot am Bass und Pierre Lemarchand am Schlagzeug. “Crazy Rhythm“ und “Fine and Dandy“, eine Komposition von James/Swift, wurden aufgenommen. Roger Guérin fehlte für “Anouman“, und Hubert Fol fehlte auch für “D. R. Blues“. Beide Songs wurden von Reinhardt geschrieben.

30. Januar 1953, Decca, Paris, Django Reinhardt et son Quintette:
Roger Guèrin - tp; Hubert Fol - as; Maurice Vander - pf; Django Reinhardt - g; Pierre Michelot - bs; Pierre Lemarchand - dr;
903 Crazy Rhythm P 1616
904 Anouman P 1617
905 D. R. Blues P 1618-2
906 Fine And Dandy P 1619-1

Im Februar und März 1953 gab es auch eine Reihe von Auftritten und Aufnahmen. “Time After Time Blues“ wurde am 01. Februar für eine andere RTF-Radiosendung aufgeführt, und am 10. März wurden einige Titel als Django Reinhardt et ses Rythmes aufgenommen, in dieser Besetzung mit Maurice Vander am Klavier, Pierre Michelot am Bass und Jean-Louis Vide am Schlagzeug. Es wurden mehrere Songs aufgenommen, darunter “Brazil“ und “Blues for Ike“. Es gab auch Versionen von “Confessin' Manoir de mes Roves“, “Night and Day“ und “Nuages“.

01..Februar 1953, “Jazz Variétés”, ORTF broadcast, Paris, Django Reinhardt avec Tony Proteau et son Orchestre:
Django Reinhardt - g; Bernard Hulin, Jean Liesse, Roger Guérin, Fernan Verstraete - tp; Nat Peck, Guy Paquinet, André Paquinet - tb; Jack Ary, Robert Cuinet - as; Daniel Dallolmo, André Ross - ts; Henri Aspar - bari; André Persiany - pf; Charlie Blareau - bs; Gérard Pochonnet - dr
907 Time After Time
908 Blues
909 Fine And Dandy – in einer Jam-Session

Ende Februar 1953 trat Django erneut mit Hubert Fol in Brüssel auf, wo er Dizzy Gillespie traf.

10. März 1953, Blue Star, Paris, Django Reinhardt et ses Rythmes:
Django Reinhardt - g; Maurice Vander - pf; Pierre Michelot - bs; Jean-Louis Viale - dr
910 Brazil 17282
911 September Song 17277
912 Confessin’ (That I Love You) 17283
913 Manoir De Mes Rêves 17280
914 Night And Day 17278
915 Blues For Ike 17276
916 Nuages 17281
917 Insensiblement 17279

Die allerletzte Session datiert vom 08. April 1953, bei der er einfach als Django Reinhardt auftrat, wurde er von "Fats" Sadi Lallemand am Vibraphon, Martial Solal am Klavier, Pierre Michelot am Bass und Pierre Lemarchand am Schlagzeug begleitet für “Chez Moi“, ein Lied, das Misraki zugeschrieben wird, “Le Soir“, “Deccaphonie“, zwei weitere Kompositionen von Reinhardt, und “I Cover The Waterfront“, ein Lied, das Green zugeschrieben wird.

Djangos letzte Aufnahmesitzung produzierte letzte vier Juwelen. Es beginnt mit dem kontemplativen “Le Soir“, aber “Chez Moi“ nimmt das Tempo mit einem glücklichen Glücksgefühl in die Höhe und “I Cover the Waterfront“ zeigt wieder seine Beherrschung der modernen Ballade. Djangos letzte Aussage, die dem Wachsen verschrieben wurde, war “Deccaphonie“, eine Uptempo 12-Bar-Improvisation, die nach heutigen Maßstäben modern ist. Vielleicht ein passendes Epitaph.

08. April 1953, Decca, Paris, Django Reinhardt:
"Fats" Sadi Lallemand - vib; Martial Solal - pf; Django Reinhardt - g; Pierre Michelot - bs; Pierre Lemarchand - dr
918 Le Soir P 1723-1
919 Chez Moi P 1724-1
920 I Cover The Waterfront P 1725-1
921 Deccaphonie P 1726-1
922 Deccaphonie P 1726-2 - unissued

Anfang Mai 1953 tourte Django zwei Wochen durch die Schweiz, litt jedoch unter schweren Kopfschmerzen. Er weigerte sich, einen Arzt aufzusuchen und kehrte am 15. Mai in sein Haus in Samois-Sur-Seine zurück. Django hatte auch bemerkt, dass ihm seine Finger nicht mehr richtig gehorchten, und auch sonst hatte er laut Delaunay das Gefühl, dass das Glück ihn verlassen hatte. Er arbeitete jedoch weiter.

Zurück in Samois-sur-Seine, wo er nun wohnte, widmete sich Django dem Angeln. Nachdem er am 15. Mai ein paar angenehme Stunden beim Angeln verbracht hatte, erlitt er plötzlich eine Hirnblutung. Er wurde umgehend ins Krankenhaus von Fontainebleau gebracht, konnte jedoch nicht mehr gerettet werden. Django Reinhardt starb am 16. Mai, nur 43 Jahre alt, und wurde in Samois beigesetzt. In Erinnerung an ihn wird dort inzwischen alljährlich ein Festival abgehalten, das als der Treffpunkt schlechthin für alle gilt, die sich für seine Musik interessieren.

Seine Musik ist heute noch genauso lebendig und aufregend wie zu seinen Lebzeiten, ein Vermächtnis der Freude für alle zukünftigen Generationen, die das Genie des belgischen Zigeuners Django Reinhardt wiederentdecken.

Gruß
Heino
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Re: DJANGO REINHARDT

 · 
Gepostet: 11.03.2025 - 17:48 Uhr  ·  #35
Teil 10:

Familie
Viele Familienangehörige Reinhardts sind noch musikalisch aktiv. Djangos Sohn aus seiner zweiten Ehe mit Sophie "Naguine" Ziegler, Babik Reinhardt, entwickelte sich zu einem eigenständigen Jazz-Gitarristen. Djangos Großneffe, der Geiger und Komponist Schnuckenack Reinhardt, trug viel zur Pflege und Fortentwicklung der vom Quintette du Hot Club de France begründeten musikalischen Fehlerschaften bei. Djangos erster Sohn aus seiner Ehe mit Florine "Bella" Mayer (später verheiratete Baumgartner), Henri "Lousson" Baumgartner (* 1929, + 1992), war ebenfalls Musiker, mit sehr eigenständigem Profil. Auch in der dritten Generation erhält sich diese Tradition: Djangos Enkel David Reinhardt ist ebenfalls Gitarrist. Er ist 2010 beim “Umbria Jazz Festival“ in Perugia aufgetreten – hauptsächlich mit Kompositionen seines Großvaters.

Einflüsse
Trotz wenig vielversprechender Anfänge entwickelte sich Django Reinhardt zum ersten bedeutenden Jazz-Musiker, den Europa hervorgebracht hat. Er ist bis heute einer der einflussreichsten, wobei möglicherweise nur Stéphane Grappelli selbst und der österreichische Jazz-Fusion-Keyboarder Joe Zawinul die einzigen anderen Europäer sind, die behaupten können, so viel Innovation in die europäische Musik gebracht zu haben. Zawinul war praktisch der einzige, der elektronische Keyboards, Jazz, Rock und Weltmusik in einer einzigen Form vereinte.

Es gibt viele Musiker, die von Django Reinhardt beeinflusst wurden, und dieser Einfluss erstreckt sich über viele Jahrzehnte. Zu den frühen, prominenten Musikern in den 1930 er Jahren zählen Charlie Christian, der sich mit der Verwendung der elektrischen Gitarre im Swing-Idiom einen Namen machte, und Les Paul, der ein beliebter Swing-Gitarrist war, bevor sein Name mehr mit elektrischen Gitarreneffekten und Mehrspuraufnahmen in Verbindung gebracht wurde. Später zählten die Jazz-Rock- und Fusion-Gitarrenvirtuosen Al DiMeola und John McLaughlin, die in den 70 er Jahren bekannt wurden, zu seinen vielen anderen Einflüssen, und noch heute gibt es Bar-Bands, die begeisterte Massen für möglichst originalgetreue Interpretationen von Djangos Liedern und dem anderen von ihm gecoverten Material anziehen.

Django's Jazz
Jazz wird oft als amerikanische Musik beschrieben und Django Reinhardt als Europas größter Jazzmusiker. Doch wie bei der „Kunst“ kann niemand Jazz wirklich definieren, obwohl jeder denkt, er kenne ihn. Und das ist vielleicht der Grund für die anhaltende Popularität des Jazz. Er war und ist eine Musik, die davon lebt, neue Einflüsse aufzunehmen und sich aus früheren Einflüssen zu entwickeln, aber dennoch Aspekte zu bewahren. Die größten Jazz-Musiker waren schon immer diejenigen, die entweder durch das Glück, mit einem „Gehör“ für die komplexen Harmonien und Rhythmen des Jazz geboren zu sein, oder durch das Studium seiner Theorie über eine Skizze improvisieren und ihre eigenen, einzigartigen Einflüsse einbringen konnten und gleichzeitig immer weiter gehen und nach neuen Dingen suchen wollten, die man hineinbringen kann. Und natürlich muss es immer noch diesen Swing haben, sonst hat es keinen …! Django hatte ein enormes angeborenes Talent, ein Ohr für Musik. Wie hätte er angesichts der Einflüsse seines Hintergrunds keinen großen Einfluss auf die Musik haben können, die sich langsam von ihren Anfängen im amerikanischen Süden nach Europa ausbreitete? Django Reinhardt wird manchmal auch als baskischer Gitarrist beschrieben, was eine Verbindung zu dem Gebiet Europas nahelegt, das sowohl Frankreich als auch Spanien um den Golf von Biskaya und die Pyrenäen umfasst. Es ist eine interessante, wenn auch vielleicht phantasievolle Idee, sich vorzustellen, dass der Jazz in Europa ankam und einen unterbewussten Funken in Djangos Geist entzündete, als ob er irgendwie zu seinen tiefsten Wurzeln zurückkehrte, ein Kreis, der sich schloss, bevor Djangos Einfluss ihn wieder nach außen strahlen ließ, um sich noch weiter auszubreiten. Denn in einem sehr realen Sinne waren die Vorläufer des Jazz nicht in Amerika oder Afrika, sondern in Frankreich und Spanien. Der Geburtsort des Jazz, New Orleans, entstand als Ergebnis der Kolonialisierungstätigkeiten dieser beiden Länder.

Django‘s Songs
Eine Reihe der Songs, die Django und seine Kollegen in seinen erfolgreichsten Jahren spielten, waren Jazz-Versionen der populären Songs der Zeit und Songs aus populären Shows. Einige dieser Songs wurden von großen Songwritern komponiert, deren Namen so bekannt waren wie die Musiker und Sänger, die sie sangen; Namen wie Hoagy Carmichael, Cole Porter und George und Ira Gershwin. Viele Songs dieser Zeit kamen aus der Tin Pan Alley, dem Namen des Viertels am New Yorker Broadway, wo Songwriter und Song-Plugger in den Büros der Songverleger wie wild Songs produzierten und aufnahmen ließen. Dies war ein Versuch, die fast unersättliche Nachfrage des Publikums nach Musik zu befriedigen, und einige der Songs waren vielleicht nicht von überragender Qualität. Viele der Acts dieser Zeit hatten mit diesen Songs großen Erfolg, ohne nennenswerte eigene Songs herauszubringen. Doch Django war nicht nur der führende europäische Jazz-Musiker, ein großartiger und einzigartiger Gitarrist, der Leiter einer weltberühmten Jazz-Besetzung und trat mit den größten Jazz-Musikern der Welt auf und nahm mit ihnen auf, sondern produzierte auch viele seiner eigenen großartigen und unvergesslichen Kompositionen. Die Musik, die er aufnahm, bleibt ein Beweis für das Genie von Django Reinhardt.

Musikstil
Das Neue und Besondere an der Musik Reinhardts war die Mischung aus drei verschiedenen Musikstilen. Er schuf aus dem beliebten New-Orleans-Jazz der 1920 er Jahre, den französischen Walzern (valses musettes) und der traditionellen Spielweise der Sinti („Zigeunermusik“) einen neuen Musikstil, den Zigeuner- oder Gypsy Swing. Dieser ist neben der jazz-gemäßen Rhythmik durch Akkordeffekte und Stimmungen gekennzeichnet, wie sie in der modernen Klassik etwa für Claude Debussy oder Maurice Ravel typisch sind. Ab 1937, seit der Aufnahme von “Chicago“, war er ohne Zweifel der beste europäische Jazz-Musiker. Sein harmonisches Verständnis, seine bemerkenswerte Technik und sein rhythmischer Sinn machen ihn schon zu Beginn seiner Karriere zu einem hervorragenden Begleiter. Er entwickelte sich aber auch zu einem einzigartigen Solisten mit einem besonderen Flair für die vielfältige Gestaltung eines Konzerts, ohne dessen stilistische Einheit zu gefährden. Reinhardts Gitarrenspiel hat einen großen Wiedererkennungswert; Dies liegt u.a. eine Reihe von immer wiederkehrenden Spieltechniken, die besonders in seinen Soli deutlich hervortreten. Diese Techniken sind zum Teil durch die Behinderung seiner Greifhand bedingt; Hier gelang es Reinhardt auch, aus der Not eine Tugend zu machen. Reinhardts Handicap brachte ihn dazu, das Griffbrett eher vertikal als horizontal zu nutzen. Außerdem nutzte er die Technik des Downstroke-Sweepings, bei der Töne auf benachbarten Saiten mit einer einzigen schnellen Bewegung angeschlagen werden. Mitreißend ist in der Gitarrenmusik der letzten Jahre gerade wieder sehr modern geworden (im Jazz z.B. bei Frank Gambale). Daneben hat Reinhardt Läufe aus Oktav-Doppelgriffen in den Jazz eingeführt. Dabei werden Tonbewegungen mit der ganzen Hand ausgeführt, hier war Reinhardts Behinderung kein Nachteil. Ein weiterer für Oktavspiel bekannter Jazz-Musiker war Wes Montgomery; Da dieser aber die Saiten mit dem Daumen anschlug, klingen sie bei ihm sanfter als beim Plektrum-Spieler Reinhardt. Ein weiteres Markenzeichen Reinhardts ist das Tremolo-Picking, das in einer schnellen Auf- und Abwärtsbewegung der Anschlagshand besteht. Reinhardt setzte diese Technik sowohl bei Akkorden als auch bei Single Notes ein. Letzteres realisierte Reinhardt meist als schnellen chromatischen Lauf, indem er synchron zur Bewegung der rechten Hand mit der linken über das Griffbrett rutschte („Tremolo-Glissando“). Auch dies ist wiederum eine Technik, bei der die Verkrüppelung seiner linken Hand keine Behinderung darstellt. Einen guten Eindruck von Django Reinhardts technischen Fähigkeiten bzw. seiner Virtuosität vermittelt die 1937 aufgenommene “Improvisation Nr. 1“, eine Improvisation für Sologitarre. Obwohl Django selbst keine Noten lesen konnte, komponierte er – teils in Zusammenarbeit mit Grappelli – eine Reihe von Stücken, die zu Jazz-Standards wurden: etwa “Nuages“, “Daphné“, “Manoir de mes rêves“ oder “Minor Swing“. Auch heute noch wird seine Musik von zahlreichen Sinti und Nicht-Zigeunern gehört und gespielt. Seine nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entstandene verjazzte Fassung der Marseillaise, “Echos of France“, wurde vom französischen Kultusministerium zensiert und „als Beleidigung der französischen Nation“ für zehn Jahre verboten. Das von John Lewis komponierte Stück “Django“ des Modern Jazz Quartet, eine Hommage an Django Reinhardt, baut in seinen ersten Takten auf dem Anfang von Django Reinhardts “Improvisation No. 5“ auf.

Seit den achtziger Jahren bekannten und bekennen sich immer mehr Gitarristen zu Reinhardt — in den USA etwa Earl Klugh, David Grisman und Larry Coryell, in Europa die Franzosen Christian Escoude, Boulou Ferre, Bireli Lagrene, Mark Fosset, Stochelo Rosenberg und Romane (die alle sechs ebenfalls aus Roma- und Sintifamilien stammen) und der großartige, ganz und gar eigenständige Belgier Philip Catherine. Letzterer wurde, nicht zuletzt wegen seines Sounds, von Charles Mingus als "Young Django" bezeichnet.

Das Phänomen Django Reinhardt ist oft bestaunt worden. Wie war es möglich, dass in dieser unserer europäischen Welt ein solcher Musiker auf-tauchte? Vielleicht gibt es nur eine soziologische Erklärung dafür. Offensichtlich dürfte sein, dass sich die Sinti und Roma auf unserer Seite des Atlantiks etwa in der gleichen Situation befinden, in der die Afroamerikaner in den USA sind. Immer wieder waren es ja diskriminierte ethnische Minoritäten, aus denen große Jazz-Musiker hervorgegangen sind — in den USA nächst den Schwarzen Juden und Italiener und auch im Europa der 30er und 40er Jahre viele Juden und im Jazz der Gegenwart Migranten aus Asien, Afrika und Lateinamerika. Auch hier wird wieder deutlich, dass Jazz — authentischer, nicht vom Musikbusiness diktierter Jazz —, in welcher ethnischen Umgebung (und in welchem Stil) auch immer, ein Schrei nach Freiheit ist.

Der Außenseiterstellung Django Reinhardts entspricht ein wenig die von Laurindo Almeida, einem brasilianischen Musiker vom Rang der großen Konzertgitarristen — eines Andres Segovia oder Vincente Gomez. Almeida hat die spanische Gitarrentradition auf den Jazz angewandt — zunächst in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre als Mitglied des Orchesters von Stan Kenton. Die Soli, die er auf manchen Aufnahmen Kentons spielt, strömen so viel Wärme aus wie wenig anderes in der kalt glitzernden Musik jener Phase der Kenton-Entwicklung. In den 70er und 80er Jahren war er — zusammen mit dem Altsaxophonisten Bud Shank, dem Bassisten Ray Brown und dem Schlagzeuger Jeff Hamilton — Mitglied der L.A.4, die mit ihrer Mischung aus Klassik, brasilianischer Musik und Jazz erfolgreich wurde.

Ein weiterer Gitarrist einer solchen Mischung ist der 1999 verstorbene Charlie Byrd: die ganze Skala dessen, was "gitarristisch" ist, souverän beherrschend — von Bach bis zum Bossa Nova Brasiliens.

Noch überzeugender gelang die Verbindung der iberischen Gitarrentradition des Barock mit der modernen Zeit (und zusätzlich einem west-afrikanischen, aus der Yoruba-Tradition stammenden Rhythmusgefühl!) den großen Gitarristen Brasiliens. Die fünf bekanntesten sind Baden Powell, Bola Sete, Egberto Gismonti, Vinicius Cantuaria und Romero Lubambo.

Powell ist der ursprünglichste, rhythmisch vitalste von ihnen. Der seit 1960 in den USA lebende Sete hat mit Dizzy Gillespie gespielt und nennt einerseits Django Reinhardt, andererseits Andres Segovia als seine wichtigsten Einflüsse.

Der Autodidakt Gismonti, der bei Amazonas-Indianern studiert hat und der auf seine 10-saitige Gitarre auch schon mal Angelschnüre spannte, entwirft eine innovative futuristische Musik aus dem Geist der reichen brasilianischen Folklore. In den 70er Jahren ist er zusammen mit dem norwegischen Saxophonisten Jan Garbarek und dem amerikanischen Bassisten Charlie Haden aufgetreten — mit einer Musik, die stilistische und regionale Grenzen transzendiert und "Weltmusik" im besten Sinne dieses Wortes ist. Als Komponist und Pianist hat er eine Kammermusik geschaffen, in der er seine afrobrasilianischen Wurzeln betont und mit Klassik in virtuoser, brillanter Weise zusammenfließen lässt.

Bossa, Jazz und Rockmusik sind für Vinicius Cantuaria „drei Planeten, die in ein und demselben Orbit kreisen“. Erst in der Fremde, erst in New York, habe er sein ganzes brasilianisches Musikpotential entfalten können, meint der Sänger und Gitarrist. Im Kontakt mit Noise-Musikern wie Arto Lindsay und Jazz-Musikern wie Bill Frisell schuf Cantuaria urbane Jazz-Bossas, die den Stempel des Kosmopolitischen tragen. Cantuaria stammt aus dem Amazonas, er ist erst recht spät mit den afrobrasilianischen Formen der Musica Popular Brasileira in Kontakt gekommen, und deshalb reflektiert er in seinen schwebenden Songs und zarten, leicht angeschrägten Melodien stärker die indianischen Wurzeln.

Romero Lubambo hat mit Dizzy Gillespie, Paquito D'Rivera und der Sängerin Diane Reeves gespielt. Er ist ein betont orchestraler Improvisator, der Elemente der Bossa Nova-Gitarre bis in den neuen Jazz der New Yorker Downtown-Szene getragen hat.

Aber zurück zu Django Reinhardt (bei dem es ja, in ganz anderer kultureller Umgebung, aber in einem ähnlichen Akkulturationsprozess ebenfalls viel Iberisch-Spanisches gab). Die Melodielinien, die er zunächst auf der unverstärkten Gitarre spielte, schienen geradezu zu schreien nach den technischen und ausdrucksmäßigen Möglichkeiten, die die elektrisch verstärkte Gitarre brachte.

Charlie Christian hat der elektrischen Gitarre jenen Widerhall verschafft, durch den um die Wende der 30er in die 40er Jahre die Gitarristen fast schlagartig von der unverstärkten zur elektrisch verstärkten Gitarre wechselten. Gleichwohl ist Christian nicht der Erste gewesen, der verstärkte Jazz-Gitarre gespielt hat. Das waren George Barnes und der Arrangeur Eddie Durham, Posaunist und Gitarrist im Jimmie Lunceford- und gelegentlich auch Count Basie-Orchester. Das früheste auf Schallplatte dokumentierte elektrische Gitarrensolo, das wir kennen, spielte Durham 1935 in einer Aufnahme des Lunceford-Orchesters: “Hittin' The Bottle“. In “Time Out“ der Basie-Band von 1937 ist der Kontrast zwischen der Rhythmusgitarre Freddie Greens und der Solo-Gitarre Durhams reizvoll zu hören.

Auch in neuerer Zeit haben Gitarristen immer wieder den Kontrast zwischen der verstärkten und der unverstärkten Gitarre ausgenutzt - Tal Farlow etwa in den 50er, John McLaughlin in den 70er, Pat Metheny in den 80er oder Bill Frisell in den 90er Jahren. Was Durham und Barnes freilich betrifft, so wussten sie im Grunde mit der elektrischen Gitarre noch nichts anzufangen. Sie spielten sie weiter, als sei sie das alte akustische Instrument, lediglich mit elektrischer Verstärkung – wie ja auch in den 40er Jahren viele Pianisten das elektrische Piano zunächst weitergespielt haben, als sei es das alte Klavier lediglich mit elektrischem Klang.

Akustische Gitarren
Reinhardt verwendete bis 1947 überwiegend von dem italienischen Gitarrenbauer Mario Maccaferri konstruierte und in Paris gebaute Akustik-Gitarren der französischen Firma Selmer. Diese Gitarren zeichnen sich auch dank eines zusätzlich eingebauten Resonanzkörpers im Inneren durch eine große Lautstärke aus. Nachdem Maccaferri Selmer 1933 verlassen hatte, wurden die Gitarren in einigen Details verändert: Der zusätzliche Resonanzkörper wurde weggelassen und der Übergang zwischen Korpus und Hals wird von dem 12. auf den 14. Bund verschoben. Außerdem war das – bisher D-förmige („grande bouche“) – Schallloch nun mehr oval („petite bouche“). Diese modifizierte Maccaferri-Konstruktion wurde zu Reinhardts Hauptinstrument. Ab 1947 spielte er überwiegend elektrisch verstärkt, nahm aber verschiedentlich noch mit seinem unverstärkten Selmer auf, so anlässlich einer Session 1947 mit Stéphane Grappelli und – wieder mit Grappelli und einer italienischen Rhythmusgruppe – 1949 in Rom. Django Reinhardts letzte Selmer-Gitarre – ein Modell von 1940 mit der Seriennummer 503 – befindet sich inzwischen in der Instrumentensammlung der Cité de la Musique in Paris. Die berühmten Fotos von William P. Gottlieb, die Django Reinhardt mit einer Archtop-Gitarre zeigen, entstanden 1946 während der USA-Tournee. Diese Gitarre ist eine unverstärkte schwedische Levin Deluxe. Sie gehörte Fred Guy, dem damaligen Gitarristen des Duke Ellington Orchestra.

Elektrische Gitarren
Nach seiner US-Tournee, auf der er (ob erstmals, ist nicht ganz sicher) verschiedene elektrisch verstärkte Archtops benutzt hatte, spielte Django Reinhardt ab 1947 hauptsächlich elektrisch verstärkt. An Gitarre ist hier vor allem seine Epiphone[29] mit der Seriennummer 3442 zu erwähnen, die er aus den USA mit nach Frankreich gebracht hatte (dem amerikanischen Gitarristen Joe Sinacore behauptet, dass er sie von Epiphone geschenkt bekommen hat). Diese Epiphone „Zephyr“ wurde 1967 von Babik Reinhardt, Djangos zweitem Sohn, dem amerikanischen Gitarristen Fred Sharp geschenkt, der sie restaurierte und teilweise umbaute (u. a. Cutaway). Neben der Epiphone ist Django Reinhardt auf Fotos mit folgenden elektrisch verstärkten Archtops zu sehen: Gretsch Synchromatic 400, die dem amerikanischen Gitarristen Artie Narvaez vom Artie Shaw Orchestra gehörte Gibson ES-300 einer Archtop der Schweizer Marke „RIO“ einer italienischen Mogar mit Pick-up (bei den Sessions in Rom 1950) Daneben spielte Django Reinhardt seine akustische Selmer Modell 807 teilweise mit einem Stimmer-Pick-up. Als Verstärker benutzte Django Reinhardt (Fotos nach zu schließen): einen Stimer M10-Verstärker einen Electar-Verstärker von Epiphone einen Gibson EH150-Verstärker (Club St. Germain)

Nachleben
Nach Reinhardt benanntes Festival in Samois, 30. Jubiläum 2009 In Samois-sur-Seine findet mittlerweile alljährlich Ende Juni zu Ehren von Reinhardt ein Festival statt, das weltweit als der Treffpunkt für alle gilt, die sich für seine Musik interessieren. Auch in seiner belgischen Geburtsstadt Liberchies gibt es jährlich im Mai ein “Django Reinhardt Jazz Festival“. In Nordamerika gibt es an der Westküste der Vereinigten Staaten eine Reihe von legendären Django-Festivals. In Deutschland finden alljährlich im Mai im Parktheater Augsburg-Göggingen das “Django Reinhardt Memorial“ sowie im Juli in Hildesheim das “Festival Django Reinhardt“ statt.

Film
1932-33
CLAIR DE LUNE. Spielfilm, größtenteils in der Bucht von Cannes von Diamant-Berger gedreht, mit Blanche Montel und Claude Dauphin in den Hauptstars. Es wurde keine Kopie gefunden.

1938
1938 in Paris gedrehter Kurzfilm mit dem Streichquintett, das drei Stücke spielt, darunter „J’attendrai“.

1951/1952
LA ROUTE DU BONHEUR. Spielfilm, französisch-italienische Produktion. Regisseure: Maurice Labro und Giorgio Simonelli. Django Reinhardt tritt in einer kurzen Sequenz des Films als Zigeuner verkleidet mit Hubert Fol in einem Einzelstück auf. (Vertrieb durch Fernand Rivers.

1958
DJANGO REINHARDT. Kurzfilm von Paul Paviot über das Leben von Django Reinhardt, über die Musik seiner Platten, unter Verwendung von Fotodokumenten und einer aus „News“ entlehnten Sequenz.

Sergio Corbucci hat den Titelhelden seines Italo-Westerns “Django“ nach Reinhardt benannt.

Im Film “Swing Kids“ ist Django Reinhardt eines der großen Vorbilder der Protagonisten. Nach der Verstümmelung seiner Hand durch die Nationalsozialisten bringt sich der Jugendliche Arvid, angespornt durch sein Idol, das dreifingrige Spiel bei.

In dem Film “Sweet and Lowdown“ (1999) von Woody Allen ist Django Reinhardt das Idol der Hauptfigur, des fiktiven Jazzgitarristen Emmett Ray. Reinhardt tritt in dem Film nur kurz in einer Szene auf, verkörpert vom Schauspieler Michael Sprague.

Der Zeichentrickfilm “Das große Rennen von Belleville“ (2003) beginnt mit einer musikalischen Szene mit Bühnenauftritten von Fred Astaire, Josephine Baker und Django Reinhardt (alle drei in gezeichneter Form).

Der 2008 entstandene Dokumentarfilm “Djangos Erben“ von Suzan Şekerci über die Nachfahren Reinhardts wurde 2009 bei den Grimme-Preisen ausgezeichnet.

2017 eröffnete der französische Spielfilm “Django – Ein Leben für die Musik“ von Étienne Comar die 67. Internationalen Filmfestspiele Berlin, in dem Reda Kateb die Rolle von Django Reinhardt gewann.

Aufnahme in den Ruhmeshallen
Django Reinhardt wurde unter anderem in folgenden Ruhmeshallen aufgenommen:
Hall of Fame der International Academy of Jazz Big Band
Jazz Hall of Fame Amerikanische Jazz Hall of Fame

Gruß
Heino
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Re: DJANGO REINHARDT

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Gepostet: 14.03.2025 - 12:13 Uhr  ·  #36
zuerst mal DANKE, DANKE, DANKE ...für Deine Wahnsinns-Arbeit und das tolle Resultat. Ich werd wohl Tage lang immer wieder ein Stück lesen, nach dem ersten "Querlsesn" heute.
Vergessen wird man diese Musik und den wichtigsten Gitarristen hoffentlich nie.
Heute diesen Stil gut gespielt live zu hören, ist hier in D nicht leicht; mit Joscho Stephan gibt es einen hervorrageden und international anerkannten Gitarristen, der häufig auch in seiner Heimat Deutschland auftritt. Nur als kleinen Tipp.
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