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Carl Mann, der Star bei Phillips International mit etlichen Chart-Hits, Start am 24. August 1959, Begleitmusiker: u.a. Eddie Bush-g, Robert Oatswell-b, Ray Stevenson-b, Bob Moore-b, Charlie Rich-p*, Hargus "Pig" Robbins-p**, W.S. Holland-d, Al Jackson-d***
3539 Mona Lisa (Livingston-Evans)
3539 Foolish One (Mann)
3546 Rocking Love (Mann)
3546 Pretend (Douglas-Parman-LeVere)
3550 Some Enchanted Evening (Hammerstein II-Rogers)
3550 I Can't Forget You (Belew-W.S. Stevenson)
3555 I'm Coming Home (Rich)*
3555 South Of The Border (Kennedy-Carr)
3564 Wayward Wind (Lebowsky-Newman)
3564 Born To Be Bad (Belew)
3569 I Aint Got No Home (Henry)**
3569 If I Could Change You (Mann-Herston)**
3579 Mountain Dew (Belle-Lunsford)***
3579 When I Grow Too Old To Dream (Hammerstein II-Romberg)***
Carl Mann (Carl Richard Mann), * 22. August 1942 in Huntingdon/Tennessee, gehörte zu den legendären Musikern der Memphis-Ära wie Elvis Presley, Jerry Lee Lewis, Carl Perkins, Roy Orbison, Charlie Rich, Johnny Cash u.v.a., die mit ihrem überzeugenden Engagement dazu beitrugen, dass der Rock’n’Roll der 50er Jahre eine Popularität erreichte, die dank ihrer musikalischen Qualität und Originalität bis heute nichts von ihrer Ausstrahlung verloren hat.
Carl wuchs in abgelegenen Waldgebieten auf. Seine Eltern waren erfolgreich im Holz-Geschäft tätig. Er stand schon als 9jähriger auf der Bühne der Grand Ole Opry in Nashville und er sang in Kirchen, Schulen und Talent-Ausscheidungen. Carl erinnerte sich : „Listening to the Grand Ole Opry was a real big deal“. Seine Favoriten hießen Lefty Frizzell, Hank Williams und Carl Smith. 1954 formte er seine erste Band, zusammen mit seinen Freunden Robert Oatswell (auch Oatsvall), Tony Moore als Drummer, Robbie "Footsie" Robinson am Bass und seinem Cousin Jerry Wooters auf der Fiddle. 1955 traten sie als Carl Mann and The Kool Kats bei der Station WHDM auf. Nach einem Jahr stieg der Pianist aus der Band aus, und Carl setzte sich selbst an das Piano und entwickelte seinen eigenen "rolling piano"-Stil.
Seine Profi-Laufbahn begann 1957, als er für Jaxon Records 502 die erste Schallplatte mit seinen Eigenkompositionen “Gonna Rock And Roll Tonight“/“Rockin’ Love“ zusammen mit Eddie Bush-g und Jimmie Martin-d/b aufnahm. Jimmie Martin hatte Carl angesprochen, seine und Carl’s Band zu mischen. Auch vom Gitarristen Eddie Bush erschien Mitte 1957 eine Solo-Schallplatte auf Jaxon Records. Er gehörte vormals zur Haus-Band der Louisiana Hayride und wurde während eines Aufenthaltes in Jackson durch Jimmie Martin überredet, in die Martin/Mann-Band einzutreten. Im späten Jahr 1958 wurde Carl Mann und seine Mannen für "höhere" Aufgaben entdeckt. Jaxon Records war von Jimmie Martin gegründet, hauptsächlich als Sprungbrett für die Mitglieder seiner Combo. Jimmie Martin nutzte für seine Veröffentlichungen den Zugriff auf den Sun-Verlag Hi-Lo.
Auch Kenneth "Kenny" Parchman erhielt 1957 eine Anfrage des Musikers Jimmie Martin, der sein Jaxon-Label in Jackson/Tennessee eingerichtet hatte. Parchman ergriff die Gelegenheit und Jaxon Records veröffentlichte seine Songs “Treat Me Right“ (eine Version aus der 2. Sun-Session) und “Don’t You Know“ auf Jaxon 504. Im letzteren Titel sang Parchman zusammen mit seinem Bruder Ronnie.
Inzwischen war W.S. Holland (Bill "Fluke" Holland), ehemals Carl Perkins’ Schlagzeuger, auch als Drummer und zukünftiger Manager in die Band eingetreten. W.S. Holland hatte natürch gute Verbindungen zu Sun Records und er schwärmte Jack Clement, als Produzent tätig, von seiner neuen Gruppe aus Jackson/Tennessee unter der Leitung eines Eddie Bush etwas vor. Jack wurde hellhörig und organisierte einen Aufnahmetermin. Zur Gruppe gehörte Carl Mann, der sein Demo mit dem Titel “Mona Lisa“ mitgebracht hatte. Cecil Scaife, Nachfolger von Judd Phillips als Promotion-Manager beim Sun-Label berichtete 1959 einmal, dass die Terminvereinbarung dem Gitarriten Eddie Bush galt … 25 Jahre später korrigierte er diese Aussage und berichtete, dass das Vorspielen für den Sänger Rayburn Anthony anberaumt war. Welche Variante der Wahrheit entspricht, soll hier dahingestellt bleiben. Singles mit Ray Anthony (siehe weiter unten) erschienen jedenfalls in den Jahren 1960 und 1962 (Sun 333, 339, 373).
Als der Demo-Titel “Mona Lisa“ im Studio abgespielt wurde, kam zufällig Conway Twitty dazu. Er bat um eine Kopie des Bandes, ging damit zu MGM und produzierte mit “Mona Lisa“ einen großen Hit. Erst danach entschied man sich bei Phillips International, eine Aufnahme mit Carl Mann zu starten. So waren eben die Geschäftsgebaren. Als Twitty’s Fassung auf MGM 12804 in die Charts ging, konnte Sun gar nicht anders, als die Carl Mann-Version am 15. März 1959 ebenfalls zu veröffentlichen. “Mona Lisa“ schoss im Sommer 1959 in die Top 20 und blieb volle 16 Wochen in den Billboard-Charts. Die Besetzung im Studio bei dieser Aufnahme bestand aus Carl Mann-vocal, p, Eddie Bush-g, Robert Oatswell-b und W.S. Holland-d. Weiterhin wurden eine alternative Version von “Mona Lisa“, der Titel der B-Seite “Foolish One“ und “Look At That Moon“ (Co-Autor: Carl Perkins) eingespielt.
Jay Livingston und Ray Evans hatten “Mona Lisa“ für den Film “Captain Carey Of The U.S.A.“ geschrieben und dafür einen Oscar für "Best Song of the year" erhalten. Nat King Cole interpretierte Anfang 1950 die Pop-Version auf # 1 der Charts und Moon Mullican (# 4) und Jimmie Wakely (# 10) coverten den Titel für den Country-Markt.
Carl Mann erhielt durch Phillips einen Vertrag über drei Jahre. In dieser Zeit wurden 7 Single-Schallplatten und die LP “Like, Mann“ mit 12 Titeln von Carl für Phillips International produziert. Darunter gelang ihm auf dem Höhepunkt seiner Karriere im Jahr 1959 mit dem Titel “Mona Lisa“ ein Millionenhit, der typisch für seine Soundrichtung war.
Nachdem sich “Mona Lisa“ zu Hit entwickelte, ging Carl Mann im Juli auf eine Summer Dance Party-Tour. Weitere Interpreten waren dabei Jerry Keller, The Tassels, The Addrissi Bros., Dickey Doo and The Don’ts, Skip and Flip, Jo An Campbell und eine Band für alle. Nach Beendigung der Tour setzte sich Carl Mann im Artisten-Büro von Nashville dafür ein, wieder von seiner Band begleitet zu werden.
Die nächste Veröffentlichung (“Pretend“ auf PI 3546) war nicht mehr so erfolgreich und schaffte nur # 59 in den Charts. Die Aufnahmesitzung dazu hatte am 24. August 1959 stattgefunden.
Die weitere session fand am 12. Oktober 1959 statt und es wurden die Titel für PI 3550 aufgenommen und ebenfalls “South Of The Border“ für PI 3555. Die B-Seite dazu, “I’m Coming Home“, kam erst am 14. März 1960 in den Kasten. Bei dieser Aufnahme saß Charlie Rich, der Komponist, persönlich am Piano und Carl Mann beschränkte sich auf den Gesang.
Seit Anfang 1960 tat sich auch der Gitarrist Eddie Bush mit einigen Kompositionen hervor. Seit August 1960, Session für “Born To Be Bad“ (PI 3564) nahm R.W. "T-Willie" Stevenson den Platz am Bass ein - Robert Oatswell hatte am Gebahren von Sam Phillips Anstoß genommen, jedoch außerhalb der Studio-Arbeit Kontakt zu Carl Mann gehalten. R.W. "T-Willie" Stevenson fuhr im Tagesgeschäft einen Coca Cola-Truck. Der Titel für die A-Seite von PI 3564, “The Wayward Wind“, wartete schon seit der Aufnahme am 16. Oktober 1959 auf eine Weiterverwendung. Der Titel wurde dann durch zwei Overdub Sessions aufgepäppelt: Scotty Moore leitete den Einsatz von drei Violinisten und Gene Lowery brachte seinen Chor zum Einsatz.
Am 13. Juni 1961 stand eine nächste Aufnahme-session an, allerdings diesmal in Nashville unter der Produktionsführung von Sam Phillips und Billy Sherrill. Für die Aufnahmen zu PI 3569 wurden dabei selbstverständlich neben Eddie Bush-g die Session-Musiker aus der Nashville-Gilde eingesetzt: Kelton Herston-g, Bob L. Moore-b, Murray M. "Buddy" Harman, Jr.-d, Hargus M. "Pig" Robbins-p und The Anita Kerr Singers. Herston trat dabei auch als Co-Autor in Erscheinung.
Im März 1962 fand die Sitzung für die Titel der letzten Phillips International-Scheibe statt, diesmal wieder in Memphis mit Eddie Bush, R.W. "T-Willie" Stevenson und Al Jackson Jr., einem neuen Drummer. Scotty Moore oblag die Produktionsleitung. Am 30. März 1962 fand eine letzte Sitzung für Sam Phillips statt, die eingespielten Titel blieben in den Regalen.
Die bekanntesten Songs von Carl dürften seine beiden Hits “Mona Lisa“ und eben “Pretend“ aus dem Jahre 1959 sein. Beides waren Pop-Songs, die bereits Jahre zuvor in den Hitparaden verzeichnet waren. Carl "verrockte" diese Songs. Seine weiteren Titel konnte an diese Erfolge nicht heranreichen, obwohl sie von ähnlicher Qualität waren. Aber Carl Mann war mit seiner Band zum falschen Zeitpunkt bei Sam Phillips gelandet, denn der große Umbruch und auch der Abstig des Sun-Labels begann. Das alte Studio in der Union Street wurde geschlossen, im neuen gab es Sound-Probleme. Die großen Stars hatten Sam Phillips verlassen, Jerry Lee machte seine England-Krise durch und das Geld in Sam’s Kasse wurde knapper. Folglich mangelte es an Experimentierfreudigkeit und Carl konnte nur wenig Unterstützung erfahren. Folglich verschwand ein großer Teil seines Material in den Archiven. In GB wurden 1959/60 drei seiner Singles über das London-Label vertrieben.
Neben der Aufnahme-Sessions für seine eigenen Titel wirkte Carl Mann mit seiner Band auch bei Einspielungen für andere Interpreten mit, die vertraglich an sam Phillips gebunden waren. Am 16. Oktober 1959 nahm der Sänger und DJ Rayburn Anthony aus Jackson die Titel “Alice Blue Gown“ und “St. Louis Blues“ auf, die im Dezember 1959 auf Sun 382 veröffentlicht wurden. Für die instrumentale Begleitung sorgten Carl Mann-p, Eddie Bush-g, Robert Oatvall-b und W.S. Holland-d. An einer weiteren Sitzung diese Interpreten im Januar 1960 für die Sun-Single 339 gehörte zu den Studio-Musikern nur Eddie Bush-g.
In späteren Jahren gab es dann immer wieder Veröffentlichungen, die Zug um Zug in das Carl Mann-Gesamtwerk vordrangen. Eine Doppel-LP von Charly Records “The Rocking Mann“ brachte auf den ersten beiden LP-Seiten sämtliche Titel der sieben Singles von Carl Mann, die zwischen 1959 und 1962 veröffentlicht waren. Außerdem ist die im Oktober 1959 produzierte Eddie Bush-Single Phillips International 3558 mit den Titeln “Baby I Don’t Care“ und “Vanished“ enthalten, die Carl Mann als Pianisten verzeichnet, was aber kaum zu hören ist. Auf Seite drei der LP schließen sich die Songs an, die für das Album “Like, Mann“ aufgenommen worden waren. Es folgten dann noch 11 Titel, die ehemals unveröffentlicht geblieben waren, jedoch auch im Laufe der Jahre auf verschiedenen Zusammenstellungen zugänglich gemacht waren, wie z.B. “Kansas City“, “Blueberry Hill“, “Walking The Dog“ und eine zweite Version von “Mona Lisa“. Zum damaligen Zeitpunkt handelte es sich um die definitive Carl Mann-Scheibe, obwohl damit das Phillips International-Programm von Carl Mann noch nicht erschöpfend behandelt war und der Fan wartete ungeduldig auf weitere Veröffentlichungen.
1993 war es dann soweit und es erschien eine 4 CD-Box mit 108 Titel von Carl Mann und 4 weiteren seines Gitarristen Eddie Bush. Die Box gliedert sich in zwei Teile: Teil 1 (CD 1 & 2) enthält die Aufnahmen von Carl Mann und Eddie Bush auf Jaxon Records und aus dem Sun-Studio, Teil 2 (CD 3 & 4) beginnt 1966 mit den Aufnahmen für Monument Records (siehe weiter unten) und schließt 1977 mit bis dato unveröffentlichten Demo-Aufnahmen.
Nun glaubte man, das ultimative Werk von Carl Mann aus den Jahren 1957-1977 zu besitzen. Dem war nicht so. Im Frühjahr 1995 kam der Hinweis auf eine weitere CD (Stomper Time CD STCD 5), die damit Reklame machte, 10 vorher unveröffentlichte Stücke aus den 50ern zu enthalten. Dabei handelte es sich um Titel wie den Webb Pierce-# 1-Hit “Even Tho’“ (1954 live im Studio C der Grand Ole Opry Radio Station WSM in Nashville aufgenommen) und weitere erstmals veröffentlichte Jaxon-Titel, Balladen, ein mittelschnelles Rock’n’Roll-Stück, zwei gute Hillbilly-Songs und die Rockabillies “Mona Lisa“, in der Urfassung, und “Satellite No. 2“. Weiteres wurde mit Live-Aufnahmen vervollständigt.
Man warf Mann unfairerweise oft vor, er würde lediglich Standards rockiger gestalten, doch er konnte viel mehr als nur Nat Cole-Hits schneller spielen (“Mona Lisa“ war bereits 1950 ein # 1-Hit für Cole), z.B. seine ultimative Sun-Einspielung des Charlie Rich-Rockers “I'm Coming Home“. Auch Elvis erkannte die außergewöhnliche Qualität dieser Aufnahme, denn er übernahm Carls Arrangement 1:1 für seine nächste LP im Jahr 1960. Ein Höhepunkt auf Carls Originalaufnahmen ist die explosive Gitarrenarbeit von Eddie Bush, viele halten ihn für einen der besten Gitarristen, die je für Sun gearbeitet haben (die Konkurrenten sind Scotty Moore, Carl Perkins und Roland Janes), und sein geradezu besessener Stil ist bei vielen Aufnahmen präsent, genau wie das treibende Spiel vom Schlagzeuger W.S. Holland, der auch schon die besten Sun-Aufnahmen von Carl Perkins veredelt hatte.
Durch Differenzen ausgelöst, trennte sich Carl Mann 1962 von Phillips International. Carl Mann spielte bei diversen Aufnahmen (u.a. “Let Me Be The On“, “Big Taxes“) von Carl Perkins Piano, als dieser sich von Columbia Records gelöst hatte.
Nach einem kurzen Militär-Einsatz nahm Carl Mann am 05. Juli 1966 eine Single für Monument Records auf: “Serenade Of The Bells“/“Down To My Last Dime“. Die Produktion im Fred Foster Sound Studio in Nashville leitete Ray Stevens. Der Titel “Down To My Last Dime“ auf Mo 45-974 ist eine Komposition von Eddie Bush.
In diesen Jahren gab es auch immer wieder Zeiträume, in denen Carl seine Auszeiten nahm, die wohl auch in Alkoholproblemen begründet waren.
Während sich alle früheren Band-Mitglieder um Carl Mann zwischenzeitlich verabschiedet hatten, bzw. durch andere Musiker ersetzt wurden, blieb der Bassist Robert Oatswell bis 1964 mit Carl Mann zusammen, bis dieser zum Militär einberufen wurde. Einige Zeit verbrachte Car Mann dabei in Deutschland. Oatswell ging später nach Parsons/Tennessee und spielte einige Jahre bei Little David Wilkins. Danach wechselte er in eine Band, die in Biloxi/Mississippi ansässig war.
1968 heiratet Carl Mann und seine Frau Cathy schenkte ihm drei Kinder. In den Folgejahren hatte er, wie auch sein Gitarrist Eddie Bush, mit Alkoholproblemen zu kämpfen. 1969/70 und 1973/74 nahm Carl Mann in Nashville eine Reihe von Demo-Versionen auf, die erst 1993 im CD-Zeitalter veröffentlicht wurden.
1974-76 wurde er wieder aktiv für die Schallplattenfirma ABC-Dot und nahm Titel für insgesamt fünf Singles auf. 1974/75 fanden die Aufnahmen im Woodland Sound Studio in Nashville statt. Carl Mann war wieder mit seinen Kompositionen vertreten. Eine letzte Session, u.a. für seine Version des alten Platters-Hits “Twilight Time“, fand am 11. Februar 1976 in Murfreesboro/Tennessee statt. Weiteres unveröffentlichtes Material wurde bis Mitte 1977 aufgenommen und damit endete die Epoche für Carl Mann.
1977 nahm Bert Rockhuizen, Chef des holländischen Labels Rockhouse Records, Kontakt zu Carl Mann’s Manager in Nashville auf, mit dem Ergebnis neuer Produktionen und einer ersten Europa Tour von Carl Mann. Das passte in das Rockabilly-Revival. Die Tour führte 1978 nach Belgien, Holland, England und in die Hamburger Markthalle. Dabei wurde er von Dave Travis’ Bad River Band begleitet. Die durch Bert Rockhuizen produzierte LP “Gonna Rock’n’Roll Tonight“ (LP 7806) enthielt 16 Titel, die live beim 10th International Rock’n’Roll Meeting am 11. März in Tilburg/Holland aufgenommen waren. 1981 erschien das Album “In Rockabilly Country“, sozusagen als Teil 2 der Aufnahmen des Meetings in Tilburg. Beide vorgenannten LPs wurden von Rockhouse auf einer CD zusammengefasst, die ca. 1994 erschienen sein muss.
Im Oktober 1984 kehrte Carl Mann für einige Shows nach Europa zurück. 2005 wurde er als Mitglied in die Rockabilly Hall of Fame aufgenommen. Am 16. September 2006 wurde durch den Bürgermeister von Huntingdon offiziell der "Carl Mann Day" ausgerufen. Desweiteren hat Carl Mann auf Dove Olive Brand Records (in Little Rock/Arkansas) eine erste Gospel-CD “Legacy“ heausgebracht und 2007 eine Country-CD “Legendary Country Influences“ mit 13 Tracks, u.a. Remakes von Hank Williams-, Lefty Frizzell- und Brook Benton-Titeln.
W.S. "Fluke" Holland * 22. April 1935 in Saltillo/Tennessee ist ein amerikanischer Schlagzeuger und war Mitglied in den Begleitbands dvon Johnny Cash, Carl Perkins und Carl Mann.
Seine Musikkarriere begann 1954 beim Plattenlabel Sun Records als Schlagzeuger des Country-Musikers Carl Perkins. Er spielte bei jeder Veröffentlichung von Perkins bei Sun Records das Schlagzeug, so auch bei Perkins' Hit “Blue Suede Shoes“. Die letzte Aufnahme-Session für Carl Perkins-Aufnahmen fand im Dezember 1957 statt. Carl Perkins wechselte zu Columbia Records nach Nashville. W.S. Holland blieb in Memphis und stieg seit 1958 bis Frühjahr 1960 bei Carl Mann ein.
Holland tourte in den 50er Jahren mit Musiklegenden wie Elvis Presley, Roy Orbison und Jerry Lee Lewis. Er war auch Drummer bei der legendären Million Dollar Quartet-Session im Dezember 1956.
Ende 1960 wurde Holland neben Gitarrist Luther Perkins und Bassist Marshall Grant das dritte Mitglied der Begleitband von Johnny Cash, den Tennessee Two, die sich von diesem Zeitpunkt an Tennessee Three nannten. Johnny Cash war seit 1959 bei Columbia Records unter Vertrag.
Johnny Cash soll zu Holland gesagt haben: „I want you to work with me every show I play for as long as I’m in the business“ (etwa „Ich will, dass du in meiner Band spielst, solange ich im Geschäft bin“). Dies tat W.S. Holland bis 1997, dem Jahr, in dem Johnny Cash aus gesundheitlichen Gründen das Touren aufgeben musste.
Für das An All-Star-Tribute to Johnny Cash-Konzert kehrte er 1999 zusammen mit Marshall Grant ein letztes Mal gemeinsam mit Johnny Cash in New York auf die Bühne zurück. Cash starb 2003.
Noch heute ist W. S. Holland mit Bob Wootton, der Gitarrist Luther Perkins nach dessen Tod ersetzte, aktives Mitglied der Tennessee Three.
Gruß
Dietrich