Hallo,
Linernotes aus # 16:
Der 01. Dezember 1961 war der Tag, und der Ort war das Glendale College. Was als Konzert geplant war, endete in einem wahren Feuerwerk. Die ganze Wucht dieses Chaos ist auf diesem Album zu hören, aufgenommen mit dem lebendigsten Sound, kurz bevor die Band den ganzen Laden auseinandernahm. Bud, ehemals bei Bud and Travis, tat sich mit seinen beiden Kinsmen (Bernie Armstrong Jr. und Event Herter) zusammen und, tatkräftig unterstützt von Bassist Charles Gonzales, eroberten sie die ganze Welt der Folkmusik – von Burl Ives bis zu den Highwaymen. Jeder Song, den sie zum Besten gaben, war jedoch eindeutig Buds und der Kinsmen eigene Interpretation, bis hin zur Parodie, wie etwa bei “Tom Dooley“. Zwischen ihren Ausflügen in ihre eigenen Versionen dieser Folk-Klassiker nahmen sich Bud und seine Jungs Zeit, die Bühne für ihre Stücke zu bereiten, und die Ansagen des Trios sind genauso Höhepunkte wie ihre Gesangseinlagen. Die Geschichte, dass das Trio als Wanderkomiker begann und das Singen als Hobby entdeckte, ist frei erfunden. Wer die Jungs schon einmal live und mit voller Stimmgewalt erlebt hat, weiß, dass solche Gerüchte nichts als Unsinn sind. Als der Auftritt in Glendale geplant wurde, beschloss man, dass Bud and The Kinsmen ausschließlich die Hits ihrer Kollegen spielen würden. Sie stimmten ihre drei Gitarren auf ihren melodischsten Klang und begaben sich auf die Hitparade der Folkmusik. (Übrigens: Bud behauptet, die Gruppe werde von allen anderen als „Folksänger“ bezeichnet, nur er nicht. Deshalb passt ein Lied wie “I Almost Lost My Mind“ auf dieses Album – es ist ein gutes Lied, und Bud glaubt, dass es mit der Zeit genug Charakter entwickeln wird, um ein „Folksong“ zu werden. Bis dahin singt Bud zufrieden Lieder, die Bestand haben, weil sie gut genug dafür sind.) Die Liste dieser Lieder (mit ihren Original-Interpreten) für diejenigen, die sie nicht genau kennen, lautet: “Tom Dooley“ von The Kingston Trio, “Greenfields“ von The Brothers Four, “Marianne“ von The Easy Riders, “Goodnight Irene“ von The Weavers, “Michael“ von The Highwaymen, “The Whistling Gypsy“ von The Limelighters, Tito Guizars “Guadalajara“, Burl Ives’ “Shenandoah“, Pat Boones “I Almost Lost My Mind“ und ein Trio von Harry Belafonte: “Jamaica Farewell“, “Matilda“ und “Scarlet Ribbons“. Angesichts dieser hochkarätigen Auswahl an Folk-Melodien ist es nicht verwunderlich, dass das Trio bei diesem Konzert alles gab. Und die Kenner, die die kleinen Dynamite-Tonbandgeräte von Warner Bros. entdeckt hatten, ahnten, dass auch sie an diesem Dezemberabend verewigt werden könnten. Denn, wie Bud glaubt, ist Unterhaltung ein Geben und Nehmen. Ein Publikum kann von einem Künstler so viel oder so wenig bekommen, wie es möchte. Am Glendale College wollten sie viel, und sie bekamen viel. Daher gebührt auch dem Publikum Anerkennung für das, was diese Konzertaufnahme letztendlich wird: ein Riesenspaß.
Gruß
Heino