Die 45rpm

 
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Re: Die 45rpm

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Gepostet: 07.09.2013 - 17:51 Uhr  ·  #17
Bei der DEUTSCHEN GRAMMOPHON tue ich mir mit ihrem ersten im Deadwax gestempelten Datum etwas schwer. Mit dem Press-Code, den es ab Juni 1954 gab, tue ich mir wesentlich leichter.

Bei dieser POLYDOR-Single, deren Daten ich nach Sichtung erfasste -
02 54....22 007 A....Friedel Hensch und die Cyprys mit Instrumentalbegleitung..Die Försterlieserl/ B..Ein ganzes Leben lang

- gibt es im Deadwax den Datumstempel 12.3.53.
Da sich das Veröffentlichungs-Datum November 1953 lt. Folders, diversen Ankündigungen etc. immer wieder wiederholt, kann ich mit dem gestempelten Datum wenig anfangen. Meine älteste POLYDOR, die ich hier gescannt habe, hat etwa das gleiche Veröffentlichungs-Datum aber den Datumstempel 13.8.53 im Deadwax. Ich hoffe, man kann den Stempel am Scan sehen.
Keep Searchin'
Gerd
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Re: Die 45rpm

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Gepostet: 07.09.2013 - 18:06 Uhr  ·  #18
Danke, Gerd.
Am 15. November 1953 spielte Renée Franke "Ding Dong Boogie"
ein und die Platte erreichte im Februar 1954 die Charts. Ob es
schon Polydor NH 22052 war - oder doch Polydor H 49122 - vermag
ich nicht zu sagen.
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Re: Die 45rpm

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Gepostet: 10.09.2013 - 12:55 Uhr  ·  #19
Ich möchte versuchen, bzgl. der Dead-Wax-Datumsstempel bzw. der sog. Presscodes bei DGG/Polydor mit einem Mißverständnis aufzuräumen...

Erstens: Der "Presscode" hat den Datumsstempel irgendwann im Jahr 1954 abgelöst - beide sind aber in ihrer Bedeutung gleich.

Zweitens: Datumsstempel bzw. "Presscode" belegen den Tag (bzw. den Monat), an dem der allererste Schritt zur Plattenpressung erfolgte - nämlich die Überspielung vom Band auf Lackfolie. Mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung hat das nichts zu tun! (Der Begriff "Presscode" ist also irgendwie irreführend - woher stammt der eigentlich, weiß das jemand?)

Natürlich kann man von diesem Datum gewisse Schlüsse auf den Veröffentlichungstermin ziehen... im allgemeinen kann "Monat plus Null" bis "Monat plus 2" als realistisch angesehen werden. Aber hundertprozentig zuverlässig ist das nicht, es gibt viele Ausnahmen. Es ist immer wieder passiert, daß die Veröffentlichung einer Platte aus unterschiedlichen Gründen verzögert wurde, mal war das Cover erst verspätet fertig, mal wurde die B-Seite ausgetauscht, auch kann es rechtliche Probleme gegeben haben, die erst geklärt werden mußten.

In meiner Lehrzeit bei DGG hatte ich Gelegenheit, einer solchen Überspielung beizuwohnen und die ganze Apparatur (mit wahnsinnigen Abhörlautsprechern) bewundern zu dürfen. Der diensthabende Tontechniker beantwortete mir bereitwillig meine Fragen, so hatte ich meine Informationen aus erster Quelle erhalten. :)

Bei den ersten 45ern wird man die Lackfolien schon frühzeitig hergestellt haben, um alles zusammen zu haben für den ersten Veröffentlichungs-Schwung. Insofern ist das Stempeldatum gerade in diesem Fall für die Historiker nicht wirklich hilfreich...

Übrigens, wenn eine Platte in so hoher Stückzahl hergestellt wurde, daß auch der "Vater" nicht mehr brauchbar war, mußte eine neue Lackfolie geschnitten werden, und die trug dann das neue Datum... noch mehr, was den Sammler und Forscher verwirren kann. So habe ich kürzlich (aus dem Klassik-Bereich) eine LP gekauft, die definitiv 1968 erschienen war, sie hatte auch die originale 643er Nummer, war keine Reissue, hatte aber "Presscodes" aus 1971 bzw. 1972... :roll:

Gruß, Wolfgang
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Re: Die 45rpm

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Gepostet: 13.09.2013 - 11:41 Uhr  ·  #20
Kleiner Nachtrag zum Thema:

bin gerade dabei, einige meiner Singles zu katalogisieren, und versuche dabei, das Veröffentlichumngsdatum so exakt wie möglich zu ermitteln, u.a. unter Zuhilfenahme des allseits bekannten "45cat". Dies ist im allgemeinen eine sehr gute und zuverlässige Informationsquelle. Bei alten Polydor-Singles allerdings fällt mir auf, daß sehr oft der "Preßcode" als VÖ-Datum angesehen wird... zu oft für meinen Geschmack! Natürlich kann es vorkommen, daß die Lackfolie erst quasi "im letzten Moment" erstellt wird, also im Monat der Veröffentlichung, aber allzu oft ist das nicht vorgekommen. Die größte Wahrscheinlichkeit hat die Formel "Monat des Preßcodes plus Eins"...

Das nur für so pingelige Leute wie mich, die es danz genau wissen wollen... :lol:

Gruß, Wolfgang
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Re: Die 45rpm

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Gepostet: 02.10.2013 - 09:14 Uhr  ·  #21
Hier noch Polydor NH 22.001 vom Großen Polydor-Blasorchester
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Re: Die 45rpm

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Gepostet: 02.10.2013 - 16:01 Uhr  ·  #22
Hallo,

alles sehr interessant. In meiner großen Cyprys-Sammlung ist vermerkt, dass "Die Försterliesel" im Januar 1953 erschienen ist. Ob es die Schellack (48884 H) oder die Single 22 007 NH vermag ich nicht zu sagen.

Gruß
Dietrich
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Re: Die 45rpm

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Gepostet: 03.10.2013 - 10:56 Uhr  ·  #23
Die einzig sicheren Informationen, die der Datumscode gibt, sind:

1. Das Masterband ist am Tage der Codierung bereits fertig gewesen,
2. Die vorliegende Platte wurde nach dem eincodierten Datum gepreßt.

Als Faustregel kann man das Aufnahmedatum als "Datumscode minus 14 Tage (bzw. bei den Monatscodes minus 1 Monat)" einschätzen. Normalerweise wurde nämlich recht zügig nach Einspielung einer Aufnahme eine Lackfolie erstellt, um Musterplatten zum internen Gebrauch herzustellen: Handliche Tonbandgeräte oder Cassettenrecorder gab es ja noch nicht, also bekamen alle Mitarbeiter, die es anging, die Muster der Neuaufnahmen in Plattenform. Wenn eine Aufnahme für gut befunden wurde, diente dieselbe Matrize dann i.d.R. auch zur Pressung der regulären Erstauflage.

Dass die Codes kein VÖ-Datum darstellen, wird schon allein daraus klar, dass Testpressungen von Platten, die niemals veröffentlicht wurden (auch interne technische Tests, Privataufnahmen usw., die niemals zur VÖ vorgesehen waren), ebenfalls solche Codes tragen.

Logischerweise muß allerdings der früheste für einen bestimmten Titel vorliegende Code einige Wochen vor dem VÖ-Datum liegen, denn sonst hätten ja an diesem Datum keine Platten in den Läden stehen können. Die Zeitspanne zwischen Code und VÖ ist aber ungewiß, und durch die gelegentlichen Nachüberspielungen gibt es auch manchmal Exemplare mit deutlich "zu späten" Codes lange nach der Erstveröffentlichung.

Bei "verspäteten" Codes sollte man übrigens immer mal einen genauen Hörvergleich machen, denn es kam schon mal vor, dass für die neue Lackfolie ein anderer Take der Aufnahme verwendet wurde (selten), oder dass die Aufnahme ganz anders abgemischt/gemastert wurde - spätere Umschnitte sind z.B. oft deutlich lauter und mit mehr Höhen überspielt als die Erstmatrizen, entsprechend den Fortschritten in der Wiedergabetechnik. Exemplare mit identischem Code sind dagegen mit großer Sicherheit auch inhaltlich identisch.

Chris
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Re: Die 45rpm

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Gepostet: 03.10.2013 - 11:57 Uhr  ·  #24
Chris,
für mich noch mal zur Klarheit: d.h. z.B., dass eine deutsche London-
Single mit Code 2/19xx an diesem Datum ein möglicherweise aus UK
besorgtes Masterband hat, aber in Deutschland durchaus im selben Jahr im
März/April/Mai/Juni... veröffentlicht worden sein kann? (ich hatte bisher an-
genommen, dass die UK-London-Singles in etwa zeitgleich auch in
Deutschland erschienen sind, wenn sie denn vö wurden)...
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