Polydor

 
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Polydor

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Gepostet: 15.09.2021 - 11:47 Uhr  ·  #1
Hallo, ich bin neu im Forum und kenne mich noch nicht so richtig aus. Ich hoffe, dies ist die richtige Stelle für meine Frage: Warum haben Polydor Singles der 60er Jahre eine S- und eine L-Seite statt A und B? Und was bedeutet S und L?
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Re: Polydor

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Gepostet: 15.09.2021 - 17:25 Uhr  ·  #2
Hallo Barnaby!
Willkommen bei uns.
Für Fragen und Ähnlichem gibt es bei uns den Bereich ”Smalltalk”, der bei "Allgemein" in der Abteilung ”R & R-Ära" untergebracht ist, wohin ich deine Frage auch verschoben habe.
Leider kann ich dir die Frage noch nicht beantworten nur soviel dazu: Die Suffixe L und S gab es meines Wissens nach nur im Jahre 1969 bei der 59 600er-Serie der Österreichischen POLYDOR, aber nur ganz kurz, denn bereits ab 59 612 wurden wieder die Suffixe A und B verwendet.
Zeitmäßig fällt diese Frage in den Bereich der Abteilung ”BEAT - Ära", die mit 1964 beginnt. Vielleicht gibt es in diesem Bereich einen Wissenden, der besser weiterhelfen kann als ich, der sich ausschließlich mit der Zeit bis 1963 befasst.

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Gerd
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Re: Polydor

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Gepostet: 15.09.2021 - 18:17 Uhr  ·  #3
Die seltsame L/S-Seitenkennung - sorry Gerd - war 1969 längst passé, jedenfalls auf den normalen deutschen Polydor-Singles. Dort taucht sie im Herbst des Jahres 1964 auf (ungefähr bei Nummer 52 400), und bei Nummer 52 650 vom Frühjahr 1966 ist der Spuk schon wieder vorbei.

Die "L-Seite" entspricht der "A-Seite", dies wird klar anhand einiger zweiteiliger Potpourris auf EPs derselben Jahrgänge, die als 1. Teil bezeichnete Seite ist jeweils "L" und der 2. Teil ist "S".

Warum dieser Aufwand betrieben wurde, kann ich nur spekulieren. Ich vermute, die Absicht war genau das, was uns allen wohl beim ersten Anblick dieser Buchstaben durch den Kopf ging, nämlich Verunsicherung der Kunden - vor allem der Rundfunkredakteure und der Jukebox-Bestücker - welche Seite die A-Seite ist. Vielleicht wollte man einfach dem Klischee entgegentreten, dass nur die A-Seite hörenswert ist und die B-Seite ein minderwertiges Füllsel. Bei einer Platte "ohne A-Seite" waren die Rundfunkleute womöglich eher geneigt, _beide_ Seiten anzuhören und gelegentlich öffentlich zu spielen, und damit der Platte sozusagen eine doppelte Chance zu geben. Durchgesetzt hat es sich jedenfalls nicht, schon nach weniger als zwei Jahren kehrte Polydor zum bewährten A/B-System zurück, bzw. ab 1970 (siebenstellige Bestellnummern) dann "S.1/S.2" analog zu Philips.

Chris
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Re: Polydor

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Gepostet: 15.09.2021 - 18:39 Uhr  ·  #4
Danke Chris im Namen von Barnaby!
Obwohl das nicht mein Interessensgebiet ist, war ich trotzdem neugierig und habe dadurch die 54 000er-Serie entdeckt, die im Juli 1964 mit 54 001 L/ S begonnen hat, aber bereits anfangs 1965 mit 54 034 A/ B weiterlief. Das passt auffällig auch mit deinen Zeitangaben zusammen.
Meine Angaben über die Östrreichische POLYDOR sind authentisch, da hat man bei uns im Jahre 1969 offenbar diesen „Trick“ nochmals versucht.
Ich habe den Eindruck, dass diese L & S - Sache hauptsächlich bei Volksmusik zu finden ist, aber vielleicht täusche ich mich.

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Gerd
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Re: Polydor

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Gepostet: 15.09.2021 - 19:11 Uhr  ·  #5
Hallo,

soweit ich mich erinnere hatten andere Firmen auch die Kennzeichnung x/y bei Singles, was für mich keine grosse
Bedeutung hatte. Drum kann ich jetzt auch nicht sagen, welche Firmen das waren.

Gruss Billy
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Re: Polydor

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Gepostet: 15.09.2021 - 19:14 Uhr  ·  #6
Die 54000er (darunter viel Volksmusik und "leichte Klassik") waren ja eine Reissue-Serie bestehend aus älteren Aufnahmen, die früher im 22000/23000/24000 Bereich erschienen waren. Es ging dabei um langfristig immer wieder nachgefragtes "Evergreen"-Material (von Lili Marleen bis zum Wolgalied...), das im Katalog dauerhaft und abseits der aktuellen und monatlich wechselnden Schlager- und Poptitel vorgehalten werden sollte. Bei der deutschen 52000er Serie betraf es in dem kurzen Zeitraum 1964 bis Anfang 1966 aber alle Ausgaben, nicht nur die gelegentliche Volksmusik. Ich erinnere mich gut daran, dass ich mich als Bub zuerst bewußt über diese Bezeichnungen gewundert habe anhand der Dorados-Single "Unsre kleine feine Familie", einer meiner allerersten Flohmarktkäufe vor über 40 Jahren, für ganze 10 Pfennige ;) Das waren noch Zeiten!

Chris
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Re: Polydor

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Gepostet: 16.09.2021 - 07:13 Uhr  ·  #7
Ab der Nummer 52407 (die Tahiti Tamourés) gab es die L/S-Buchstaben
hinter der Nummerierung. 52406 ist wohl nicht erschienen und 52405 hatte
noch A/B-Nummerierung.

Hier auch ein wenig:
topic.php?t=12832
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Re: Polydor

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Gepostet: 16.09.2021 - 08:23 Uhr  ·  #8
L/S-Kennzeichnung von Polydor 52407 bis 52652
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Re: Polydor

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Gepostet: 17.09.2021 - 01:42 Uhr  ·  #9
Danke für die genauere Abgrenzung innerhalb der 52000er Serie. "x/y" benutzten Bertelsmann und Ariola bis ca. 1964.
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