Von BERTELSMANN zu ARIOLA

 
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Re: Von BERTELSMANN zu ARIOLA

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Gepostet: 11.03.2019 - 14:41 Uhr  ·  #9
Zitat geschrieben von Gerd Miller
Hallo Dieter!
Auch wenn ich jetzt pitzlig erscheinen mag, muss ich hier etwas richtigstellen. Bei der von dir gezeigten Schallplatte handelt es sich um eine ganz normale ARIOLA-Übernahme, denn das BERTELSMANN-Label, welches es zu dieser Zeit garnicht mehr gab, konnte in der Regel kaum Auslands-Übernahmen, deutschsprachiger Raum ausgenommen, tätigen (..)
Gerd


Genau das obige Problem (Ariola/Kapp) war auch mein Punkt, diese Kapp-
Clubpressung einzustellen, da auf dem Cover steht "printed in Germany". Also
doch nicht die 'ganz normale' Clubübernahme?
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Re: Von BERTELSMANN zu ARIOLA

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Gepostet: 12.03.2019 - 09:44 Uhr  ·  #10
Hallo Dieter!
Bei Herrn Mohn ist es weniger kompliziert, als es vielleich auf den ersten Blick scheinen mag, denn sowohl der Schallplattenring Bertelsmann, als auch das ARIOLA-Label, welches etwa 1962 die Rechte für KAPP von TELDEC übernahm - für den Labelnamen erst etwa Mitte 1963 - gehörte Herrn Mohn, somit war alles in einer Hand. Eine vertragliche Verbindung eines deutschen Schallplattenringes mit einer Schallplattenfirma aus New York wäre vielleicht theoretisch möglich, aber für mich unvorstellbar. Die rechtlichen Vorgänge liefen einzig und allein über die Schallplattenfirma ARIOLA, da bin ich mir ziemlich sicher. Wie Herr Mohn das dann auf seine Bereiche aufteilte, war ganz allein seine Sache und eventuell die Sache allfälliger Klauseln im Übernahmevertrag. Offenbar gab es aber diesbezüglich keinerlei einschränkenden Klauseln für Herrn Mohn.

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Gerd
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Re: Von BERTELSMANN zu ARIOLA

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Gepostet: 13.03.2019 - 11:01 Uhr  ·  #11
Zitat geschrieben von Gerd Miller
...war ganz allein seine Sache und eventuell die Sache allfälliger Klauseln im Übernahmevertrag


Hallo Gerd,

genau so ist es! Herr Mohn konnte bestimmt nicht machen, was er wollte. Das betrifft nicht nur die Frage, auf welchem Label die Platten in Deutschland erscheinen sollten, sondern auch, ob überhaupt, und falls ja, auf welchem Label Clubausgaben erscheinen durften.

Häufig wurde es so gehandhabt, daß anfangs die Übernahme-Platten auf dem Label des "Übernehmers" (in diesem Fall also Ariola) erschienen und zu einem späteren Zeitpunkt auf das Original-Label umgestellt wurde. Vermutlich wurde das davon abhängig gemacht, ob die Umsätze in der ersten Phase erfolgversprechend waren oder nicht, ob eine längerfristige Zusammenarbeit für beide Teile sinnvoll erschien.

Übigens, damals hatten die Mohn-Unternehmen längst nicht die starke Position wie in späteren Jahren, man bemühte sich um Aufbau eines erfolgversprechenden Repertoires und mußte dabei Wünsche und Vorgaben von Repertoiregebern sicher mehr berücksichtigen als später. Ariola war ja noch eine "kleine Klitsche", ein Neuling im Gefüge der deutschen Plattenfirmen. Daß man dieses Gefüge schon bald durcheinanderwirbeln würde, steht auf einem anderen Blatt...

Ach ja, die Sache Heliodor / United Artists. Vermutlich waren die Gründe für die kurzfristige Umstellung ähnlich.

Gruß, Wolfgang
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