ARNO FLOHR/ADDY ANDRIGO

 
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ARNO FLOHR/ADDY ANDRIGO

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Gepostet: 12.12.2012 - 12:06 Uhr  ·  #1
Hallo,

ein weiterer aus der Berliner Schule mit einem Pseudonym:

FLOHR, ARNO * 31.10.1925 in Berlin, + 20. November 2008 in Baden-Baden, Musiker, Dirigent, Komponist u. Arrangeur,
ein akustischer Architekt-musikantischer Frühentwickler,
hantiert als 2 jähriger auf der Mundharmonika,
spielt mit 5 Jahren Akkordeon,

ab 1935 neben schulischer Ausbildung Stipendium an der Musikhochschule Berlin bis zum Abitur 1942,
Einberufung zur Marine,
1945 Entlassung,

weiteres Studium an der Berliner Musikhochschule,
Auftritte in den Clubs der amerikanischen Armee,
ab 1948-54 Zusammenarbeit mit WERNER MÜLLER, der 1950 offiziell das RIAS-Tanzorchester vorstellte, ARNO, Gitarrist, wurde der 2. Dirigent u. Arrangeur,
Assistent bei den Film-Projekten von MICHAEL JARY,
seit 1954 als freischaffender Dirigent, Komponist u. Arrangeur u.a. für EDELHAGEN, LEHN, KUHN u. MÜLLER (maßgeblich an den Plattenerfolgen in Japan unter MÜLLER’s Pseudonym RICARDO SANTOS beteiligt) tätig,
seit 1958 mit Orchester tätig unter dem Pseudonym ADDY ANDRIGO,
konzipiert die Arrangements für die Instrumentals der Starbegleitungen, arrangierte für CATERINA VALENTE, war mit ihr zusammen in der Perry Como-Show (erster deutscher Arrangeur, der in den USA tätig sein konnte),
arbeitete eine Zeitlang in Südamerika,

Orchesterleiter als ADDY FLOR bei Decca u. Telefunken,
1958 auf Heliodor,
als ARNO FLOR für Philips,
Zusammenarbeit mit dem Komponisten MARIO PANAS (LEO LEANDROS),

Kompositionen u. musikalischen Betreuungen für die Filme u.a. "Die Große Chance"-1957, "Wir Wollen Niemals Auseinandergehn"-1960, "Schneewittchen Und Die Sieben Gaukler"-Dez. 1962,
seit 1967 TV-WDR-Serie "Varieté-Zauber",

1969 erkrankt KURT EDELHAGEN u. ARNO FLOHR übernimmt vorübergehend die Leitung des Orchesters in Köln,
hinter dem Instrumentalsound der "Big Band Europe" verbirgt sich seit 1961 A. FLOHR,
Weltvertrag mit der US Schallplattenfirma Monument Records,
Produzent beim Monopol-Schallplattenverlag,

FLOR, ADDY (ARNO FLOHR) * 31.10.1925 in Berlin,
1957 mit Großem Streichorchester auf Heliodor,
Orchesterleiter u. Arrangeur für Decca mit Schallplattenaufnahmen u.a. für CATERINA VALENTE-1962, GERT TIMMERMAN-1963, DETLEF ENGEL-1963, WYN HOOP-1963, HARALD JUHNKE-1963, GERD BÖTTCHER, WERNER HASS, PIRKO MANOLA, RIA SOLAR, VERA LYNN u. GESCHWISTER HOFMANN) u. Telefunken mit JOHN LAMERS-1962, TEDDY PALMER, CHRISTA WILLIAMS u. GITTA LIND

FLOR, ARNO (ARNO FLOHR) * 31.10.1925 in Berlin,
Orchesterleiter u. Arrangeur für Philips mit Schallplattenaufnahmen u.a. für HEIDI BRÜHL, MICHAEL MAIEN, DORTHE u. NANA MOUSKOURI, Zusammenarbeit mit dem Komponisten MARIO PANAS (LEO LEANDROS),
1963 LP "Wenn Andere Schlafen ... Melodien Zum Tanzen Und Träumen" für Hör Zu (NANA GUALDI & FRED WEYRICH, Arrangements u. Orchester ARNO FLOR u. WERNER LANG)

ANDRIGO, ADDY (ARNO FLOHR) * 31.10.1925 in Berlin, Arrangeur,
seit 1958 Orchesterleiter auf Decca/Telefunken (Hit auf 55122 "Nick Nack Song (Der Kindermarsch)"/"Happiness Melody"-1959 & HARRY GABRIEL-solo-tp, weitere 55041 "Mitternachtsblues"/"Melodien der Sehnsucht", 55044 "Melodien der Sehnsucht (Potpourri), Teil 1"/"Melodien der Sehnsucht (Potpourri), Teil 2", 55054 "Das Aktuelle Potpourri Nr. 1"/"… Und Abends In Die Scala")

Abb. 3 mit Caterina Valente
Abb. 2 mit den Rosy Singers

Gruß
Dietrich
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Re: ARNO FLOHR/ADDY ANDRIGO

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Gepostet: 16.12.2012 - 15:57 Uhr  ·  #2
xx
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Re: ARNO FLOHR/ADDY ANDRIGO

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Gepostet: 22.08.2016 - 14:03 Uhr  ·  #3
Hallo,

Das mit den Pseudonymen, hier: Addy Andrigo, hatte schon seinen Sinn: Denn hinter Phantasienamen konnten sich ernstzunehmende Musiker verbergen, wenn sie einmal der kommerziellen Verlockung nicht widerstehen konnten, Dinge unter ihrem Niveau zu machen. Manchmal waren auch vertragliche Zwänge für einen Decknamen verantwortlich. Arno Flohr (* 31. Oktober 1925) aus Berlin nannte sich auch Addy Flor und nahm als Addy Andrigo Orchester auf. Schon als Kind hochmusikalisch, studierte er nach dem Kriegsdienst in der Marine an der Berliner Musikhochschule. Die Namen der Orchester, die er durchlief, gehören zur Crème der Nachkriegsmusikszene: Werner Müller, Kurt Edelhagen und Erwin Lehn. Mit Michael Jary arbeitete er bei Filmprojekten und begleitete Caterina Valente in die USA bei ihrem Ausflug in die “Perry Como Show“ als Arrangeur.

Einen Hit konnte das Orchester mit einer Melodie landen, die auf dem britischen Kinderlied “Nick Nack Paddy Whack“ basierte. Der “Nick Nack Song“ war in mehrerlei Hinsicht eine sichere Bank im Musikmarkt jener Zeit. Das Stück stammt aus dem Film “Die Herberge zur sechsten Glückseligkeit“, mit Ingrid Bergmann und Curd Jürgens in den Hauptrollen. Das Thema: Eine Engländerin (Bergmann) rettet chinesische Kinder mit einem Marsch durch den Dschungel vor japanischen Truppen. Schon wegen des "normannischen Kleiderschrankes" Curd Jürgens war der Film in den hiesigen Kinos ein Renner. Der “Nick Nack Song“, der einen entfernten Anklang an den “River Kwai March“ von Mitch Miller aus “Die Brücke am Kwai“ hatte, wurde von den Kindern auf ihrer Flucht gesungen. In den USA konnte Mitch Miller ihren Marsch als “The Children’s Marching Song“ – wie schon das “River-Kwai-Lied“ – in den Charts plazieren. Das mußte bei uns auch klappen! Schließlich kam der Marschrhythmus den Hörgewohnheiten der Deutschen immer noch entgegen. Die Kinderstimmen klangen obendrein, als seien die Schöneberger Sängerknaben im Dschungel unterwegs.

Der einzige Risikofaktor war es, einen vernünftigen Text zu finden. Und das ging nun voll daneben. Textautor Ernst Bader glaubte, mit seinen aneinandergereihten Klischees die kindliche Mentalität zu treffen. Da laufen sie „über Stock und über Stein” und verkünden: „Blumen blüh’n, Sterne glüh’n und die Wälder sind so grün...” Solche ewigen Wahrheiten konnte man der Schlagergemeinde bieten, aber hier war es wohl insbesondere Melodie und Rhythmus, die beim Publikum ankamen. Und das Ganze garnierte der Schreiber auch noch mit einer Alltagsphilosophie, die ihm eigentlich die Schamröte ins Gesicht hätte treiben müssen: „Heute so, morgen so, einmal traurig, einmal froh... freu dich über jeden Tag, dann bleibt auch das Glück dir treu.” Dabei konnte Bader auch ganz anders, wie er mit “Heimweh“, “Am Tag, als der Regen kam“ und “Milord“ bewiesen hat. Dass auch Arno Flohr, der einst auf Mundharmonika und Akkordeon begonnen hatte, andere Qualitäten hatte, konnte er nachweisen, als er 1969 in Köln den erkrankten Orchesterleiter Kurt Edelhagen vertrat und schließlich einen Weltvertrag mit dem amerikanischen Label Monument Records abschloss.

(aus: Schlager im Spiegel der Zeit 1959, bfr)

Gruß
Heino
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Re: ARNO FLOHR/ADDY ANDRIGO

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Gepostet: 06.10.2017 - 22:20 Uhr  ·  #4
Im Music-Business und Tantiemendschungel mangelt es ja kaum an Kuriosem, aber bei "Melodien der Sehnsucht" wird ein Kuriosum auf die Spitze getrieben. Bei einem Potpourri, welches aus drei Film-Walzern besteht, die auch in deutscher Sprache gesungen werden, aber hier in Instrumental-Version zu hören sind, sind alle drei Verfasser der deutschen Texte angeführt.

Ois Texta griagst a daunn dei Geaschtl, wenn dei Text goanet gsunga wiad. Ah ned schlecht!

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Gerd
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