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ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf?
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ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf?
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DieterM



Anmeldedatum: 06.03.2005
Beiträge: 26627

Beitrag Antworten mit Zitat
Danke, Gerd, dann hat mich das aus damaliger Suche im Zusammenhang
mit BILL FLAGG resultierendes Billboard-Datum Juni 1956 doch nicht
getäuscht.

Dann scheint Elvis für den Begriff mit "verantwortlich" zu sein, weil er
mit seinen drei Veröffentlichungen "Heartbreak Hotel" (RCA Victor 47-6420;
ab 31. März 1956; Platz 3 bei 13 Wochen Laufzeit), "I Want You, I Need
You, I Love You" (ab 2. Juni 1956; Platz 3 bei 12 Wochen Laufzeit) und
"My Baby Left Me" (beide RCA Victor 47-6540; ab 16. Juni 1956; 4 Wochen
platziert) in den R & B-Charts platziert war.

Country Music in den Rhythm & Blues-Charts im Jahr 1956 - das ging GAR
NICHT! Da musste dann ein neuer, noch unbesetzter Begriff her, den
Billboard am 23. Juni 1956 mit ROCKABILLY umschrieb. Bei Gerd´s Original-Zitaten
kommt allerdings ein bisschen der Verdacht auf, dass Billboard möglicherweise
einen in irgend einer Radiostation verwendeten Begriff aufgesogen hat...

D. h., ROCKABILLY als Begriff
(a) war ein "Schutz" für die schwarzen Künstler und Hörer der R&B-Charts;
(b) war AUCH ein Schutz für die "weißen" Country-Musiker und Hörer,
die aus welchen Beweggründen auch immer NICHT mit den R&B-Charts
in Verbindung gebracht werden wollten. Bestenfalls konnte also ein
unbekannter Begriff für Ruhe sorgen;
(c) Aber auch bei ROCKABILLY-Songs nannten sich manche Country-Musiker
gleich ganz anders (Beispiele: George Jones oder Cowboy Copas).
Do März 10, 2011 9:29 am Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DieterM



Anmeldedatum: 06.03.2005
Beiträge: 26627

Beitrag Antworten mit Zitat
Nachtrag: "Blue Suede Shoes" (Sun 234) von Carl Perkins kam ab
10. März 1956 in die Billboard-R&B-Charts, wo bei 16 Wochen
Platzierung ein Platz 2 für vier Wochen von CARL erreicht wurde.
Damit war CARL vor ELVIS der erste "neue" Interpret in den R&B-Charts.

Wenn man das Obige und die Original-Äußerungen von Billboard
noch eine Sekunde lang weiter spinnt, dann war also als eine
Conclusio ROCKABILLY ein neuer Mischbegriff, der die "weißen"
und "schwarzen" Musikhörer mit GLEICHEN Charts-Hits UND
DEREN INTERPRETEN verband, während es vorher eher nur die
R&B-Songs als oftmals "geglättete" Country-Songs mit ANDEREN
Interpreten geschafft hatten, über die R&B-Charts hinaus gehört zu werden.
Ein paar wenige Beispiele liefen auch umgekehrt: Country-Songs
wurden zu schwarzen R&B-Songs von ANDEREN Interpreten gemacht.

Hitparadenstatistisch dürfte "Blue Suede Shoes" also die erste Hymne
des ROCKABILLY gewesen sein.

Wenn aber alles wie gerade beschrieben von Billboard gemeint war,
dann hat der Begriff ROCKABILLY im Laufe der Jahre danach und bis
heute eine NEUE BEDEUTUNG bekommen, die Dietrich und rockpetrus
oben schön beschrieben haben und albert dann auf den Punkt gebracht hat.



Perkins,Carl01Blue Suede Shoes Sheet Music.jpg
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Perkins,Carl02Blue Suede Shoes Sun 234 Schellack.jpg
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Do März 10, 2011 9:34 am Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Heino Fritz



Anmeldedatum: 08.09.2006
Beiträge: 7628
Wohnort: Hannover

Beitrag Antworten mit Zitat
Hallo Dieter,
ich freue mich über die Beiträge zu „Rockabilly“. Du hast recht, Elvis hat da ganz schön mitgemischt. Ich habe die Auswahl noch etwas ausgeweitet.

1956 “Heartbreak Hotel“ # 1 Pop, C&W und # 3 R&B RCA Victor 6420
1956 “I Want You, I Need You, I Love You“ # 1 Pop, C&W und # 3 R&B RCA Victor 6540
1956 “My Baby Left Me“ # 13 C&W, 3 R&B RCA Victor 6540
1956 “Hound Dog“ # 1 Pop, C&W, R&B RCA Victor 6604
1956 “Don’t Be Cruel“ # 1 Pop, C&W, R&B RCA Victor 6604
1956 “Love Me Tender“ # 1 Pop, # 3 C&W, R&B RCA Victor 6643
1956 “Anyway You Want Me“# 20 Pop, 12 R&B RCA Victor 6643
1956 “Love Me“ # 2 Pop, # 10 C&W, 7 R&B RCA Victor 992
1957 “Too Much“ # 1 Pop, # 3 C&W, R&B RCA Victor 6800
1957 “All Shook Up“ # 1 Pop, C&W, R&B RCA Victor 6870
1957 “Let Me Be Your Teddy Bear“ # 1 Pop, C&W, R&B RCA Victor 7000
1957 “Jailhouse Rock“ # 1 Pop, C&W, R&B RCA Victor 7035
1958 “Don’t“ # 1 Pop, 2 C&W, 4 R&B RCA Victor 7150
1958 “I Beg Of You“ # 8 Pop, 4 C&W, 5 R&B RCA Victor 7150
1958 “Wear My Ring Around Your Neck“ # 2 Pop, 3 C&W, 1 R&B RCA Victor 7240
1958 “Doncha Think It’s Time“ # 15 Pop, 10 R&B RCA Victor 7240
1958 “Hard Headed Woman“ # 1 Pop, 2 C&W, 2 R&B RCA Victor 7280
1958 “Don’t Ask Me Why“ # 25 Pop, 9 R&B RCA Victor 7280
1958 “One Night“ # 4 Pop, 24 C&W, 10 R&B RCA Victor 7410
1959 “A Fool Such As I“ # 2 Pop, 16 R&B RCA Victor 7506
1959 “A Big Hunk O’ Love“ # 1 Pop, 10 R&B RCA Victor 7600
1959 “My Wish Came True“ # 12 Pop, 15 R&B RCA Victor 7600
1960 “Stuck On You“ # 1 Pop, 27 C&W, 6 R&B RCA Victor 7740

Gerade als Dein Beitrag kam, habe ich mich mit den frühen Elvis-Jahren beschäftigt und mir Gedanken zu den parallelen Chart-Einträgen gemacht:

In der Tabelle der Chart-Notierungen ist abzulesen, dass Elvis aus dem Country-Feld kam. Von 1956 bis zum Ende der 50er Jahre war er neben den Pop-Charts mehrfach und dabei sehr erfolgreich in der C&W-Sparte vertreten. In den 60ern war in dieser Hinsicht Sendepause, erst seit 1969-1971 interessierten sich die C&W-Fans wieder für das Repertoire des King.
In der Ranking-Liste "Kings and Queens of Country" mit 400 Notierungen belegt Elvis Presley anno 1997 # 34. In den Jahren 1956-1958 belegte er unter den "Top 5 Artists" zweimal # 1 und # 5. 1958 belegte Johnny Cash die Spitzenposition.
Oder war es ein "weißer" Schwarzer, den die Liebhaber des Rhythm’n’Blues anhimmelten. Sam Phillips hat die Grundlage geschaffen und sein Wunsch nach einem weißen Sänger mit einem schwarzen Feeling war Wirklichkeit geworden. Auch in den R&B-Charts konnte Elvis punkten und sogar mit 6x auf # 1 (siehe oben in der Tabelle)!

Noch im August 1954 war es der Fachpresse nur eine kurze Notiz wert, dass Elvis Presley einen 2jährigen Plattenvertrag mit Sun Records abgeschlossen hat. Dieser Elvis Presley setzte jedoch schon im September 1954 mit ersten Eintritten in der Memphis Country & Western Singles Charts erste Ausrufezeichen.

Sept. 1954 “That’s Allright Mama“ # 5 Memphis C&W Sun 209
Sept. 1954 “Blue Moon of Kentucky“ # 1 Memphis C&W Sun 209
Nov. 1954 “Good Rockin’ Tonight“ # 3 Memphis C&W Sun 210
Juli 1955 “Baby Let’s Play House“/“I’m Left, You’re Right, She’s Gone“ # 10 Best Sellers in Store/1956 C&W-Charts Sun 217
Aug. 1955 “Baby Let’s Play House“ # 5 C&W-Charts Sun 217
Dez. 1955 “Mystery Train“ # 4 Best Sellers in Store Sun 223
Febr. 1956 “Mystery Train“ # 11 C&W-Charts Sun 223
Febr. 1956 “I Forgot To Remember To Forget“ # 1 C&W-Charts Sun 223

Diese früheren Aufnahmen waren schon dass, was dann Rockabilly werden sollte. Aber wie stellte dann Thorsten fest …. Konnte noch kein Rockabilly sein, weil das Genre als rhythmisch betonter Country-Rock musikalisch zwar schon da war, aber der passende Terminus fehlte noch!!!???

Gruß
Dietrich
Do März 10, 2011 2:30 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gerd Miller



Anmeldedatum: 17.09.2008
Beiträge: 19006
Wohnort: Wien

Beitrag Antworten mit Zitat
Wie ich mit meinem Freund, ich gab ihm den Titel "Wiener Rockabilly König", für diesen Beitrag (siehe oben) darüber diskutiert habe, welche man wohl als die drei besten Rockabilly-Scheiben ansehen kann sind wir natürlich auch auf Elvis gekommen. Aufgrund von Dietrich's Aufstellung ist mir wieder eingefallen, dass wir auch den Titel "I'm Left, You're Right, She's Gone" als einen der schönsten Rockabilly-Nummern in Betracht gezogen haben. Außerdem bin ich darauf gekommen, dass in unserer Jugendzeit Rockabilly und Elvis so gut wie Eins waren. Neben Elvis muß man lange nach solchen Titeln suchen, die es bei uns gegeben hat, nämlich fast so gut wie keine.
Die folgende Auswahl ist und bleibt natürlich subjektiv, aber ich habe keinen Genierer und sage:
"Hier kommt die beste Rockabilly-Scheibe die wir jemals hatten"
Keep Searchin'
Gerd



k-elvis 1.JPG
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Do März 10, 2011 3:53 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DieterM



Anmeldedatum: 06.03.2005
Beiträge: 26627

Beitrag Antworten mit Zitat
Dies passt ja wieder hervorragend und erklärt ein bißchen mehr:
schon um 1900 herum gab es den Begriff "Hillbilly". In der Musik
wurde er gerne in den 40er Jahren auch für "modernere" Klänge
verwendet und ELVIS wurde ja schon zu SUN-Zeiten als
`Hillbilly Cat´ bezeichnet. Hillbilly-Klänge wurden die Songs
genannt, die schwarze und weiße Ursprünge mischten. Es passte
dann nur nicht, den Hillbilly in den R&B-Charts zu beschreiben, weshalb
für diese "weißen" Songs oder Versionen (oben sehen wir, wie oft ELVIS in den
R&B-Charts war..) der Begriff ´Rockabilly´ verwendet wurde.

Umgekehrt verlieren sich in der zweiten Hälfte der 50er Jahre die musikalischen
Spuren des Begriffs ´Hillbilly´ zugunsten des neueren Begriffs ´Rockabilly´.
Bill Haley und andere Künstler hatten schon zu Beginn des Jahrzehnts
ihre HILLBILLY BOOGIES gespielt (Gerd berichtete), die dann aber in der Regel anders
instrumentiert wurden. Jetzt komme ich wieder zu Thorstens
Perspektive: wenn man kulturhistorisch und auch kunsthistorisch
den ´Hillbilly´ beleuchtet, dann kommt man auf die in manchen
Büchern beschriebenen ´Hinterwälder aus den Apalachen´, die aber
m. A. nach nicht unbedingt etwas in jedem Fall mit dem HILLBILLY
als Musikrichtung gemeinsam haben. Wir nähern uns also dem
Umfeld des Begriffs ROCKABILLY und da ist ELVIS sicher ab seiner ersten
kommerziellen Veröffentlichung bei SUN ein Thema.

Dieses Themas ´Rockabilly´ haben sich dann sehr gerne auch die
oftmals etwas älteren Hillbilly-Musiker angenommen, die in ihrem
Bereich Country kein unbedingtes Publikum mehr hatten und auf
der Suche nach etwas Neuem für ihre Karrieren fündig geworden sind.
Es gab aber auch junge Country-Interpreten, die nun komplett auf den
Zug Rockabilly setzten (zumindest eine Zeitlang) - ich denke da an
die ´Queen Of Rockabilly´, WANDA JACKSON, aber auch an die noch
sehr junge JANIS MARTIN, die schon 1953 Country-Songs mit wilden
Bühnenshows vermischte.

Gab es die Bezeichnung ROCKABILLY also doch schon vor 23.6.1956
(Billboard)? War jemand vor MEARL ALLEN mit dem Begriff als
Plattentitel veröffentlicht worden?


Wir sind auf dem Weg, dies zu beleuchten - danke schon mal vorab Gerd für die
bisherigen tollen Abbildungen sehr rarer Platten!
Do März 10, 2011 4:23 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DieterM



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Beiträge: 26627

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Rockabilly im Titel:

Event E 4273 DANNY & AUDREY HARRISON:
Rock-A-Billy-Boogie (April 1958) vokal: Danny Harrison
Event Records war aus Westbrook, Maine



Rockabilly01Danny u Audrey Harrison Event E 4273.jpg
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Rockabilly01Danny u Audrey Harrison Event E 4273.jpg


Do März 10, 2011 8:23 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Daddy-O



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Beiträge: 1365
Wohnort: Hamburg

Beitrag Antworten mit Zitat
Hallo,

die allgemeine Ahnungslosigkeit in den 50ern, was Rockabilly angeht, belegt der folgende Artikel aus der BRAVO vom September 1957. Hier geht man von einem neuen Trend aus, den der Titel "Rock-a-Billy" von Guy Mitchell angeblich gesetzt hat. Und Elvis - den Pionier des Rockabilly schlechthin! - sieht man künftig von diesem "neuen" Stil profitieren, "denn er hat einmal als Hillbilly-Sänger angefangen."

Aber gehen wir mal nicht zu hart mit unseren Altvorderen ins Gericht - über fünfzig Jahre und jede Menge von musikhistorischen Abhandlungen begleitete Wiederveröffentlichungen später, ist es ja kein Kunststück mehr, den Rockabilly-Experten zu geben.

Die Unterzeile der Doppelseite habe ich nicht mitgescannt bekommen. Sie lautet: "Es lebe der neue Rock, der Rock-a-Billy!"

In diesem Sinne...


MfG, Volker



Bravo_38_1957_Titel.jpg
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Bravo_38_1957_Rockabilly.jpg
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_________________
forever rockin'
So Jun 12, 2011 4:37 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DieterM



Anmeldedatum: 06.03.2005
Beiträge: 26627

Beitrag Antworten mit Zitat
Vielen lieben Dank, Volker. Du hast absolut recht, dass so
eine Diskussion eher aus heutiger Sicht angeleihert werden kann.
Mein Gedanke an der Sache war, dass man etwa ab Ende der 60er
Jahre Begriffe wie "Doo Wop" und auch "Rockabilly" als Gattungs-
bezeichnungen in der Musik verwendete. Daher war also aus
HEUTIGER Sicht meine Frage: wo wurde denn nun der Begriff
zuerst verwendet, für "was" - und wer veröffentlichte die erste Platte
mit dem Begriff.

Ist mir klar, dass damals in Amerika sich beinahe niemand
"fachliche" Gedanken über die Bezeichnung machte (aus heutiger
Sicht aber die Frage, warum gerade diese Bezeichnung damals
verwendet wurde). Deutschland hinkte dann nochmals Jahre
hinterher, wie eindrucksvoll Deine BRAVO belegt.
Mo Jun 13, 2011 9:51 am Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Daddy-O



Anmeldedatum: 24.08.2008
Beiträge: 1365
Wohnort: Hamburg

Beitrag Antworten mit Zitat
Hallo Dieter,

Deine Worte kann ich 100%ig unterschreiben - kurioserweise fand auch in Dtl. irgendein blindes Huhn bei der Deutschen Grammophon mal ein Korn (oder eher ein Nugget) und betitelte zwei Johnny-Burnette-Trio-EPs (die ich leider nicht besitze) adäquat "Rock-a-Billy Tonight".

Hier im Forum die Vol. 1 unter folgendem Link:

http://www.rocknroll-schallplatten-forum.de/viewtopic.php?t=1652



MfG, Volker

_________________
forever rockin'
Mo Jun 13, 2011 9:58 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
hans peter chromy



Anmeldedatum: 11.08.2007
Beiträge: 1274
Wohnort: wien-österreich

Beitrag ROCKABILLY ? WANN ? WIESO ? Antworten mit Zitat
Liebe forummitglieder+mit den thema rockabilly ist mir einiges nicht klar+ nachdem ich bereits
ab mitte der 50 ziger mit den schallplatten sammeln begonnen habe, ist mein spectrum
rock n roll sehr gross- meine frage: wer hat oder ab wann wurde der eine oder andere
sänger als rockybilly mann bezeichnet+ long tall sally von marty robbins wurde seinerzeit
als country oder hillbilly bezeichnet-dann sagte man zu carl perkins das ist keine rock n roller
sondern ein rockabilly man+einige sagten ja schau dir die beseztung an guitarre bass- schlagzeug
das ist rockabilly aber vielen dieser sogenannten rockabilly leute ist auch ein saxophon und klavier dabei+ viele bezeichnen alles was von sun records kam - ganz einfach als rockabilly- das kann
doch nicht alle so sein ?ronnie selfs -bop a lena - wilder rock n roll oder schon rackabillys-
wer hat dies getrennt oder erfunden? johnny burnette spielte auch mit dem rock n roll trio+
so steht es auf den platten- wenn damals es schon die zuordnung gab dann müsste doch rockabilly trio stehen +es ist mir schon klar das rockabilly eine stilart des rock n roll ist, und das hier das sunstudio als einer der pioniere dieser musik war, aber alle weissen sunmusiker über einen
kamm zu scheren ist auch nicht richtig+sind das sammler-dealer-us musikproduzenten die
auf einmal einen klienen weissen musiker zum absoluten geheimfavoriten und star des rockabillys
machten da hier auf einmal sich eine gute käuferschicht anbot ? rock n roll sänger war hier zu
einfach-das brachte zu wenig geld+
ich kenne selber einige sammler/dealer die ende der 60 ziger anfang der 70 ziger mit diesen geschichten begonnen haben und stars geboren haben - wegen des geldes+ also liebe freunde und spezialisten des rockabilly- wie ist eure antwort+
grüse hans peter
Do Sep 27, 2012 2:05 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Gerd Miller



Anmeldedatum: 17.09.2008
Beiträge: 19006
Wohnort: Wien

Beitrag Antworten mit Zitat
Hallo Hans Peter!
Wie so oft und besonders in "unserer" Ära gab es Musikrichtungen wie Doo-Wap, Rockabilly etc. die sich zwar in dieser Ära entwickelten, aber meist lange Zeit namenlos blieben. Die diversen Bezeichnungen gab es sicher auch schon damals aber tatsächlich konkret verwendet wurden sie erst Jahrzehnte später. Das einmal ganz allgemein.

Wir wissen, dass man im Internet sehr vorsichtig sein muß. Ich habe aber ein Wikipedia gefunden und durchgelesen, dass meiner Meinung nach sehr kompetent deine Fragen teilweise (oder vielleicht sogar zur Gänze?) beantworten kann. Ich finde diese Abhandlung (links klicken) ist für dieses Theme sehr empfehlenswert.
Keep Searchin'
Gerd
Do Sep 27, 2012 3:10 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Rock And Roll Daddy-O



Anmeldedatum: 26.01.2010
Beiträge: 23

Beitrag Antworten mit Zitat
Sorry, etwas spät...

Buddy Jones - Rockin' Rollin' Mama von 1939 ist nach Aussage von Al Turner die erste Rockabilly Aufnahme (reportedly The 1st Rockabilly Tune from 1939)

Für mich persönlich besteht der pure Rockabilly Sound aus 3 Instrumenten (guitar, lead guitar + fiddle bass) und hat den Ursprung '54 in den SUN Studios.

Spätere Ergänzungen durch drums, piano, sax mit und ohne Chorus würde ich eher als Rocker oder Rock & Roll einstufen.

Da Begriffe Rockabilly/Rock&Roll populäre Verallgemeinerungen sind, wurden dazu auch nie Standards gesetzt, demnach kann jeder für sich entscheiden was er für Rockabilly hält.

_________________
Rockin'
TomKat
Fr Sep 27, 2013 10:05 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Alleycat68



Anmeldedatum: 03.06.2010
Beiträge: 205
Wohnort: BÄrlin

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Thema ist schon etwas älter, aber da wollt ich meine Meinung trotzdem gerne Vertreten.

Bill Flagg und das Label TETRA nutzen den Begriff das erstemal öffentlich 1956 als Stil/Musikrichtung.
Damals noch fälschlicherweise: Rockbilly geschrieben (~ohne A~ auf dem Label), vermutlich da es ein Abweichung des Hillbillys ist und in diesem Wort kein -a- steckte !!


Die Spielart selbst begann ab den frühen 50ern.
Musikhistoriker heben da Bill Haley & The Saddlemans Cover Version "Rock The Joint" besonders als erstes Rockabilly Stück hervor !
Aber da kann man denke ich bis ins unendliche diskutieren und streiten, welcher Song das alllller erste Rockabilly Stück war.

Im allgemeinen schließe ich mich R&R Daddy-O an: Rockabilly (meist als Trio) = Gitarre, Schlagzeug, Kontra Bass und Gesang, alles andere ist Auslegungssache ! Klavier und Saxophone in einem Rockabilly Stück geht eigentlich gar nicht (da hier der Ursprung aus Hillbilly stammt und sich mit dem Rock & Roll vermischte) aber bitte schön ... !!

Ich denke der Takt dieser Musikrichtung tut auch noch sein bestes dazu, um Rockabilly von Rock & Roll oder anderen Musikrichtungen zu unterscheiden !

Was das SUN Label angeht:
SUN Künstler haben nicht durchgehend, oder ausschließlich Rockabilly gespielt !
Die Anfänge sind sehr Rockabilly lastig, ja ... aber ansonsten findet man auf diesem Label auch viel Country und Rock & Roll.

_________________
I am On Rock & Roll - No Way To Stop Me

http://rock-a-bop-records.jimdo.com
http://www.youtube.com/user/rockaboprecords
Fr Jan 10, 2014 10:09 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Heino Fritz



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Beiträge: 7628
Wohnort: Hannover

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Hallo,
über die Definition "Rockabilly" haben wir hier im Forum schon debattiert.

Das Magazin Rockin' Fifties hat sich in der Ausgabe # 84 aus Juni 2002 mit dem Thema befasst und geht dabei bis zu den Wurzeln.

Gerd Alzen hat sich in den Memory Hits (DLF) in einer Folge mit dem Rockabilly beschäftigt, allerdings nicht so komplex wie vorstehend erwähnt.

In Vol. 5 der memory hits-Serie "20 Years of Rock’n’Roll-Radio" versucht Gerd Alzen in Worten und mit Musik-Beispielen den Rock’n’Roll-Stil zu erläutern:

Einstimmung mit dem Titel “Rock-A-Billy“-1957 - Guy Mitchell (kein Rockabilly-Interpret, aber eine flotte Melodie)

"Rockabilly" heißt die neue Stilrichtung in der Mitte der 50er Jahre. Die Country-Music hat eine lange Tradition in den Staaten-diese Musik ist der Blues der Weißen. Die Country-Music aus Ende der 40er/Anfang der 50er inspirierte die Rock'n'Roll-Interpreten wie z.B. Bill Haley. Dazu vermischten sich die schwarzen Elemente des Rhythm'n'Blues.

Vermehrt werden in den 50ern auch Country-Titel für den breiten Pop-Markt produziert mit einer breiten Resonanz beim pop-orientierten Publikum.
Beispiele: “Tennessee Waltz“,“High Noon“-# 1, “The Yellow Rose Of Texas“-# 1, “Sixteen Tons“-# 1

Es entwickelt sich aus der Verquickung von Country- und Rockelementen die Synthese "Country-Rock" oder "Rockabilly". Hier wird wiederum unterschieden zwischen

den pop-orientierten Interpreten wie Jimmie Rodgers oder Ricky Nelson,
den reinen Country-Sängern wie Johnny Cash oder Bobby Helms ("Fraulein") und
den rock-orientierten Sängern wie Buddy Holly (“That'll Be The Day“), den Everly Brothers (“Til I Kissed You“) oder Jerry Lee Lewis (“Breathless“) und
den vielen Mischformationen oder talentierten Sängern wie das Johnny Burnette Trio (“Rockabilly Boogie“) und Dale Hawkins.
“Rockabilly Boogie“ - Johnny Burnette Trio

Die Aufnahmen von Johnny Burnette’s Rock’n’Roll Trio gelten generell als beste Rockabilly-Schallplatten aller Zeiten. Seit heute über 50 Jahre verehren Rock’n’Roll-Fans die Aufnahmen des Trios. Inzwischen gibt es Cover-Aufnahmen u.a. von den Yardbirds, Paul McCartney und Rod Stewart.
“Heaven“ - Dale Hawkins

Die Legende von Sam Phillips und seinem Sun-Label (1955) aus Memphis/Tennessee trug zur Entwicklung des Rockabilly bei.
That's Allright, Mama - Elvis Presley auf Sun 209
Anfänge von Elvis (1955): seine Vorbilder sind Big Boy Crudup u. Big Bill Broonzy. Weitere Interpreten aus dem Sun-Stall:
“Mystery Train“ - Elvis Presley
“Blue Suede Shoes“ - Carl Perkins ("pure Rockabilly")
“That's The Way I Feel“ -
“Whole Lotta Shakin Goin On- Jerry Lee Lewis
“You're Gonna Cry“ - Roy Orbison
“Candy Doll“ - Ray Smith (Story von Börks)
Einflüsse auf Buddy Holly & The Chrickets (“Oh Boy“), Buddy Knox (“Party Doll“) oder
“I'm Sticking With You“ - Jimmy Bowen
Wirkung auch auf Tom & Jerry (später Simon & Garfunkel)
“Hey School Girl“ - Tom & Jerry
Travis & Bob ("Tell Him No") u.v.a.
“She's Mine“ - Conway Twitty
“Leroy“-1959 - Jack Scott

Schließlich kommt es zu den "polierten" Country-Hits von Johnny Horton (“Battle Of New Orleans“), Connie Francis (“Everybody Somebody's Fool“), Marty Robbins (“A White Sport Coat“) und
“Waterloo“ - Stonewall Jackson
“Lotta Lovin'“ - Gene Vincent

Gruß
Dieter
Fr Jan 10, 2014 11:29 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DieterM



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Beiträge: 26627

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Hier also beide Schubladen zusammengefügt. Macht mehr Sinn und
erübrigt auch einige neu aufgeworfene Punkte, die schon diskutiert
wurden.


Zuletzt bearbeitet von DieterM am Sa Jan 11, 2014 9:42 am, insgesamt einmal bearbeitet
Sa Jan 11, 2014 7:19 am Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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