Forum durchsuchen:
Erweiterte Suche »


Navigation
Home »
Foren-Übersicht »
Letzte Beiträge »
Kalender »
Karte »
Links »
Mitgliederliste »
Benutzergruppen »
FAQ »
Private Nachrichten »
Statistik »

R & R - Ära
Ankündigungen
Allgemein
Schallplatten-Label
Elvis Presley
Engl.-sprachig & Instrum.
ORIGINAL & Dt.- VERSION
The Legendary Joe Meek
Phil Spector
Cliff & The Shadows
The Spotnicks
Tauschecke
Tipps & Tricks

BEAT - Ära
YEAH, YEAH, YEAH
BEATLES & MERSEYBEAT
BEACH BOYS & SURF
ROLLING STONES
TAMLA MOTOWN
ENGL-SPRACHIG & INSTRUM.

POP
50er JAHRE INTERPRETEN - nicht englisch
60er JAHRE INTERPRETEN - nicht englisch
GRAND PRIX

DOWNLOADS
Downloads




Foren-Übersicht
Impressum  |  Registrieren  |  Fotogalerie  |  Login
ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf?
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Weiter
 
Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Musikstile, Trends, regionale Besonderheiten etc Vorheriges Thema anzeigen
Nächstes Thema anzeigen
ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf?
Autor Nachricht
DieterM



Anmeldedatum: 06.03.2005
Beiträge: 25471

Beitrag ROCKABILLY - wann und wo tauchte dieser Name zuerst auf? Antworten mit Zitat
Back To The Roots - Gerd schrieb es schon. Ich mag im
Karneval Willy Millowitsch und steuerte auch viele Beiträge
ins Forum, die mit dem Zeitgeist wunderbar zu erklären sind und
dieses Forum dann auch einzigartig gegenüber den "Schubladenforen"
aus USA machen, jedoch nicht unbedingt Hardcore-Rock´n´Roll sind.
Ich stehe dazu, ohne Frage.

Es gibt dann Foren über "Rockabilly", aber der "Doo Wop"
wird völlig außen vor gelassen - es gibt "Doo Wop" - aber der "Rockabilly" und
"Rock´n´Roll" werden völlig außen vor gelassen. Es gibt Unverbesserliche, für
die nur irgendwelche Originalversionen zählen, die möglicherweise auch nur
Transkriptionen aus Zeiten vor den beginnenden Aufzeichnung (W. C. Handy
war hier ein Unhold, der zahllose bestehende Kompositionen einfach mit
seinem Copyright Anfang des letzten jahrhunderts eintragen ließ) sind.

Lange Rede - und hoffentlich viel Sinn: es gibt zahlreiche Diskussionen im
Netz und in Büchern darüber, woher der Begriff "Rockabilly" kommt, wann er
das erste Mal verwendet wurde, wer eigentlich "Rockabilly" gemacht hat
und woher die Wurzeln kommen (viele "dumme" Bücher geben hier unterschiedliche
Wurzeln an).

Vielleicht schaffen wir es, uns mal "näher" mit dem Thema zu beschäftigen - wir
haben ja Zeit: was sind schon Jahre für unsere Beiträge. Alles wächst langsam:
(a) woher kommt der Ausdruck "Rockabilly"?
(b) Welcher Titel war wirklich die erste Aufnahme?
(c) In welchem Song kam das Wort zuerst vor?
(d) woher kommen die Ursprünge bzw. was genau sind die Ursprünge? (Bitte
nicht mein Buch zitieren, da ich auch nur die gängigen 70er Jahre-Meinungen
aus den USA zusammengefasst habe und heute denke, dass es so zu "einfach"
dargestellt ist).

Puh, wenn es zu schwierig wird, lassen wir es. Aber für unser Forum könnte es eine
Ehre sein, mal genauer zu schauen. Ich halte mich mal zu Anfang bewußt zurück...
So März 06, 2011 9:59 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Heino Fritz



Anmeldedatum: 08.09.2006
Beiträge: 7535
Wohnort: Hannover

Beitrag Antworten mit Zitat
Hallo Dieter,
da hast Du ja ein interessantes Thema aufgegriffen. Hier von mir ein erster Beitrag, der auch nicht groß von Deinen ehemaligen Beiträgen abweicht:

Einer der Spielarten des Rock’n’Roll ist der "Country Rock" oder auch "Rockabilly". Die Wurzeln liegen hier in der weißen Country- und Hillybilly-Musik und der schwarzen Rhythm’n’Blues-Musik. Charakteristisch ist neben dem Gesangstil die hauptsächliche Verwendung von Saiteninstrumenten, Blasinstrumente fehlen gänzlich. "Country Rock" entwickelte sich ab 1954 mit dem Zentrum in Memphis ebenfalls in den Südstaaten, er wurde hauptsächlich nur von weißen Interpreten und Musikern gesungen und gespielt, allerdings klangen afroamerikanische Einflüsse durch. Im Gegensatz zum Stil aus New Orleans fehlten bei den Arrangements des Rockabilly die Saxophone und Background-Chöre. Desweiteren zeichnet sich der Rockabilly durch seinen Rhythmus aus, der vielfach wichtiger schien als eine tragende Melodie. Der Erfolg dieser Stilart ist auf Sam Phillips zurückzuführen.
In den Anfängen arbeitete Sam Phillips noch mit den schwarzen Interpreten des Memphis Blues wie B.B. King, Little Junior Parker und Rufus Thomas zusammen. Doch bald folgte die Garde der weißen Rock’n’Roll-Größen wie Elvis Presley, Carl Perkins, Roy Orbison, Johnny Cash, Conway Twitty, Charlie Rich und Jerry Lee Lewis. Vielfach konnte beobachtet werden, dass Country-Sänger dem Rockabilly verfielen.
Neben der Dominanz von Sun Records leisteten sich auch die großen Label wie Mercury (mit Conway Twitty, Big Bopper), Decca (mit Johnny Carroll), CBS Columbia (mit Johnny Horton), Imperial (mit Johnny Burnette), MGM (mit Marvin Rainwater) und Capitol ihre Rockabilly-Interpreten.

Im Terminus „Rockabilly“ sind die Wortteile „Rock“ und „Billy“ (von Hillbilly) enthalten.

Songtitel-Beispiele habe ich nur aus 1957 gefunden:

Rockabilly Baby Johnny Duncan-1957
Rock-A-Billy Guy Mitchell-1957
Rock Billy Boogie Johnny Burnette Trio-1957

Eine grobe Einteilung innerhalb des Rockabilly könnte ich mir so vorstellen:
· Pop orientiert: Jimmie Rodgers/Ricky Nelson
· Country orientiert: Johnny Cash/Bobby Helms
· Rock orientiert: Buddy Holly/Jerry Lee Lewis/Everly Brothers
· Mischformen: Johnny Burnette/Dale Hawkins

Gruß
Dietrich
Mo März 07, 2011 2:42 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gerd Miller



Anmeldedatum: 17.09.2008
Beiträge: 18575
Wohnort: Wien

Beitrag Antworten mit Zitat
Ich gehe mit Dieter vollkommen d'accord, was die Schwierigkeit der Definition und vieles ander hinsichtlich Rockabilly betrifft. Da ich mich als "Schlüssezieher" und "Logische Folgerung Pionier" kenne, wobei schon manches in die Hose ging, traue ich mich vorerst nicht zu äußern.
Nur zu Dietrich's grober Einteilung aus meiner Sicht noch ein paar Worte. Jimmie Rodgers würde ich mit Rockabilly nicht in Zusammenhang bringen. Zu seiner Musik paßt weit besser der Terminus "Folk-Rock", auch wenn er nur der einzige Vertreter dieses Genres wäre. Guy Mitchell würde am besten zu "Pop-orientiert" passen wenn man damit Schlager meint, die musikalisch mit Rockabilly zwar nichts zu tun haben, aber die Bezeichnung Rockabilly verbal verwenden. Ricky Nelson würde ich im Grenzbereich des Rocknroll zum Rockabilly ansiedeln. Johnny Duncan war zwar ein Amerikaner, seine Musik kam aber aus Großbritannien und daher ist er eindeutig dem Skiffle zuzuordnen, paßt also regional nicht. Man könnte scherzhaft sagen "Britischer Rockabilly".
Eigentlich wollte ich garnicht so viel schreiben, aber jetzt ist es passiert. Ich wollte lediglich den Beitrag mit ein paar Scans ein bißchen bunter machen.
ACHTUNG! Wo Rockabilly drauf steht muß nicht unbedingt Rockabilly drin sein
Das wäre bei folgenden Scans zu beachten
Keep Searchin'
Gerd



k-rockabilly 1.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  65.61 KB

k-rockabilly 1.JPG



k-rockabilly 2.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  57.47 KB

k-rockabilly 2.JPG



k-rockabilly 3.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  53.44 KB

k-rockabilly 3.JPG


Mo März 07, 2011 4:08 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gerd Miller



Anmeldedatum: 17.09.2008
Beiträge: 18575
Wohnort: Wien

Beitrag Antworten mit Zitat
xxxx



k-rockabilly 4.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  59.09 KB

k-rockabilly 4.JPG



k-rockabilly 5.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  58.95 KB

k-rockabilly 5.JPG



k-rockabilly 6.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  64.32 KB

k-rockabilly 6.JPG


Mo März 07, 2011 4:09 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Heino Fritz



Anmeldedatum: 08.09.2006
Beiträge: 7535
Wohnort: Hannover

Beitrag Antworten mit Zitat
Hallo Gerd,

Du hast natürlich recht.
Habe Guy Mitchell auch nur wegen des Titels genannt, ihn als Rockabilly-Interpret anzugeben,
würde ich nicht wagen.
Ebenso Johnny Duncan, den ich aber auch schon in meiner Skiffle-Schublade untergebracht hatte.
Auch hier nur die Nennung wegen des Titels.
Mit dem Folk-Rocker Jimmie Rodgers kann ich gut leben.

Mal sehn, was noch so kommt.
Vielleicht findet KT in dieses Forum?

Dietrich
Mo März 07, 2011 6:26 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
DieterM



Anmeldedatum: 06.03.2005
Beiträge: 25471

Beitrag Antworten mit Zitat
Von der Musik her dürfte die erste Scheibe, die im Titel
den Begriff trägt, aus dem November 1956 sein?

Dann wäre es der Schauspieler und Zeremonienmeister des
legendären Storck Clubs, Mearl L. Allen (8. Juni 1926 in Chickasha,
Oklahoma, bis Juli 2005), der einige wilde Platten für Hudson
Records in New York einspielte und 1981 ein Buch über den
Club schrieb. Leider habe ich den Scan nicht größer (ich lösche
gerne für Originale..).

MEARL ALLEN:
Hudson X 1019 Rock-A-Billy Gal (November 1956)

Die Mär erzählt, dass der "Rock Billy Boogie" des Rock´n´Roll Trios
zwar vorher geschrieben wurde, sich jedoch auf die Söhne von Johnny
und Dorsey, namentlich Rocky und Billy, bezogen habe, nicht auf die Musik.
Auch BILL FLAGG machte frühen Rockabilly, jedoch nicht mit der Bezeichnung
im Titel seiner Songs. Billboard erwähnte im Juni 1956 den Begriff zuerst.

Hier der Link zu BILL FLAGG:
http://www.rocknroll-schallplatten-forum.de/viewtopic.php?t=5610&highlight=bill+flagg



Allen,Mearl01Rock A Billy gal Hudson X 1019.jpg
 Beschreibung:
 Dateigröße:  27.36 KB

Allen,Mearl01Rock A Billy gal Hudson X 1019.jpg


Mo März 07, 2011 8:33 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gerd Miller



Anmeldedatum: 17.09.2008
Beiträge: 18575
Wohnort: Wien

Beitrag Antworten mit Zitat
Die drei gängigsten Theorien (vermutlich gibt es noch weit mehr) über die erste Rockabilly-Aufnahme laut Wikipedia als Scan-Galerie. Für Elvis' SUN-Single "That's All Right" muß als Ersatz die RCA-Ausgabe herhalten
Keep Searchin'
Gerd



k-rock-a-billy 1.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  53.96 KB

k-rock-a-billy 1.JPG



k-rock-a-billy 2.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  67.97 KB

k-rock-a-billy 2.JPG



k-rock-a-billy 3.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  64.51 KB

k-rock-a-billy 3.JPG


Mo März 07, 2011 9:28 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
rockpetrus



Anmeldedatum: 20.03.2007
Beiträge: 218
Wohnort: A 4600 Wels

Beitrag Rockabilly - wann und wo tauchte dieser name zuerst auf? Antworten mit Zitat
Hallo!

Auf fundiertem Wissen beruhendes oder ähnliches kann ich zum Rockabilly-Thema leider nicht beitragen, jedoch eine kleine Geschichte:
In den 70er und 80er Jahren habe ich kaum einmal eine Folge der schon legendären „Aus meiner Rocktasche“-Radiosendung von Georg Kostya versäumt. Was er da brachte, war mehr oder weniger quer durch den Gemüsegarten der Fünfziger- und Anfangssechzigerjahresmusik mit Schwerpunkt Rock & Roll.
Soviel ich mich noch erinnern kann, hat er manchmal bei seinen Moderationen einiges über dessen Geschichte, Entstehung, die geografische Einteilung und vieles mehr, erzählt. Weiters erwähnte er dabei auch den Begriff „Rockabilly“ und erklärte ihn folgendermassen: da ja Rock and Roll mehr oder weniger ein Konglomerat verschiedener Musikrichtungen der Ende 40er und Anfang 50er Jahre in den USA ist, würde der Rockabilly hauptsächlich aus der Country-Ecke kommen und vornehmlich durch die Instrumentierung zu erkennen sein. Gitarre, Baß, Schlagzeug, Klavier, aus. Keine oder kaum Blasinstrumente. Und der Name wäre durch verstärkten Country, bezw. Hillbilly-Anteil mancher Nummern entstanden. Das heißt, was hier weiter oben von Dietrich zu lesen ist, habe ich eigenlich damals schon in der „Rocktasche“ gehört und auch geglaubt. Das ist mir über die Jahre hinweg in Erinnerung geblieben.
Ich habs im Forum nicht gefunden, daher: Georg Kostya ist heuer am 26.Jan. im Alter von 75 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben.

Gruß
rockpetrus
Mo März 07, 2011 9:49 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
albert



Anmeldedatum: 23.09.2007
Beiträge: 945
Wohnort: wien

Beitrag Antworten mit Zitat
hallo rockpetrus für die rockabilly puristen ist echter rockabilly nur gitarre und bass.alles weitere an instrumenten die später dazu kamen verfälschen den echten rockabilly sound keep rockin' albert
Di März 08, 2011 8:50 am Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
DieterM



Anmeldedatum: 06.03.2005
Beiträge: 25471

Beitrag Antworten mit Zitat
Ich denke auch, dass man sagen kann: erst war die Musik da, dann erst
Billboard mit einem Begriff für die Musik. So, wie die aus "Blues & Rhythm"
den neuen Begriff "Rhythm And Blues" bastelten, entstand im Juni 1956
für bestehende Musik der Begriff "Rock-A-Billy", den dann in ihren Titeln
wieder Musiker aufgriffen.

Kennt jemand einen Song, der im Titel ´Rock-A-Billy´ (oder: Rockabilly)
führt und vor dem November 1956 (Mearl Allen) erschienen ist?
Wenn
nicht, dann haben mit Bill Flagg und Mearl Allen stramme ´Oldies´ den
Sound kreiert.
Di März 08, 2011 10:11 am Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gerd Miller



Anmeldedatum: 17.09.2008
Beiträge: 18575
Wohnort: Wien

Beitrag Antworten mit Zitat
Im Billboard vom 29. September 1956 (wenn die Suchmaschine nicht gesponnen hat) findet sich erstmals der Begriff Rock-A-Billy und zwar im Zusammenhang mit Joyce Hahn und ihrem Titel "I Gotta Know". Aber Haley's "Rock The Joint" vom April 1952 hat bereits die typischen Kennzeichen des Rockabilly. Dieter's These "erst war die Musik und dann kam erst der Name" kann ich daher vollinhaltlich bestätigen.

Als Anhang für dieses Kurz-Statement wollte ich die drei besten Rockabilly-Titel anhängen. Eine lockere Sache? Denkste! Ich habe dazu den größten Rockabilly-Sammler den ich in Österreich kenne konsultiert, aber es war alles andere als einfach. Wir haben uns dann auf die folgenden drei Titel als Kompromiss geeinigt.
Eines möchte ich dazu noch sagen, weil in den Abhandlungen immer davon gesprochen wird wie hinterwäldlerisch hillbilly-mäßig diese Musik war und daher nicht richtig populär werden konnte. Diese Einschätzung kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, denn für mich sind die "Diamanten" dieses Genres musikalisch äußerst wuchtige Musikstücke. Hier drei dieser "wuchtigen Diamanten", es gibt noch eine Menge davon, die interessanterweise fast immer irrsinnig rar sind.
Keep Searchin'
Gerd



k-pur 1.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  65.54 KB

k-pur 1.JPG



k-pur 2.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  66.47 KB

k-pur 2.JPG



k-pur 3.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  51.01 KB

k-pur 3.JPG


Di März 08, 2011 2:54 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Heino Fritz



Anmeldedatum: 08.09.2006
Beiträge: 7535
Wohnort: Hannover

Beitrag Antworten mit Zitat
Hallo,

es gibt die CD-Serie "Nasty Rockabilly". Auf Abb. möchte ich verzichten.

Gruß
Dietrich
Di März 08, 2011 8:18 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Thorsten



Anmeldedatum: 02.04.2010
Beiträge: 1758
Wohnort: Bremen

Beitrag ein bißchen quergedacht - nach dem einen oder anderen Bier.. Antworten mit Zitat
Liebe Rockabilly-Gemeinde,

ich verfolge die Diskussion mit Spannung, werde aber auf Eurer Spur wenig erhellendes beitragen können, da ich mich in Sachen Rockabilly zu wenig auskenne und daher keine Raritäten im Regal habe, auf denen ich jetzt noch was seltenes und nicht allgemein bekanntes entdecken könnte.

Ich kann bestenfalls eine andere Perspektive auf die Fragestellung bieten. Dabei verhehle ich den studierten Kulturwissenschaftler nicht, denn es gibt natürlich für diese Fragestellung auch eine wissenschaftliche Theorie... Wink

Die bisherigen Argumente - die mich allesamt überzeugt haben - sind musikhistorischer Art. Eine kulturwissenschaftliche Perspektive hingegen betrachtet bei dieser Fragestellung die Wirkungsgeschichte. Wie, wann und von wem wurde Rockabilly als neues, eigenständiges, sich vom bisherigen unterscheidendes musikalisches Genre wahrgenommen?

Von einer kulturellen Mode (und eine musikalische Stilrichtung ist nichts anderes) würde ein Kulturwissenschaftler erst dann sprechen, wenn es ein Publikum gibt, dass zeitgleich diese Mode wahrnimmt, annimmt und sich zu eigen macht. Das Publikum wäre in diesem Falle eine Koalition aus Plattenkäufern, Radiohörern, Radiosendern und Zeitungen gewesen.

Worin besteht der Unterschied zwischen musikwissenschaftlichen und kulturwissenschaftlichen Betrachtungen?

Dazu ein Beispiel: Die Frage "gab es einen deutschen Rock´n´Roll?" würde ich musikwissenschaftlich mit einem klaren Nein beantworten, weil das große unvermeidliche Electrola/Polydor/Telefunken-Symphonieorchester jeden Sound von Eddie Cochran, Carl Perkins, Gene Vincent oder Little Richard weich gespült hat, egal welcher Peter, Ted, Ralf oder Paul sich dazu die Seele aus dem Leib geschluchzt hat. Mit Anzug und Krawatte wird das nie und nimmer Rock´n´Roll. D´accord?
Kulturwissenschaftlich würde ich dieselbe Frage mit einem ganz klaren Ja beantworten, weil es eine ganze Generation von Teenagern gab, die das, was ihnen die deutschen Plattenfirmen als RnR angedreht haben, auch für RnR gehalten haben, weil sie den "authenthischen" RnR gar nicht kennen konnten (mit Ausnahme eines kleinen gallischen Dorfes inmitten von Vienna...). Auch D´accord ?

Meine Antwort auf die Eingangsfrage wird euch nun nicht mehr verblüffen. Aus meiner Sicht ist die Geburtsstunde des Rockabilly mit der ersten Erwähnung in einem Massenmedium (in diesem Falle: Billboard) zu terminieren, vorausgesetzt, dieser Begriff hat sich dadurch auch in der nachfolgenden Berichterstattung etabliert.

Bei allen Songs, die davor in Rillen gepresst wurden, hat man nachträglich festgestellt, dass sie wie Rockabilly klingen, sie konnten aber zum Zeitpunkt ihrer Aufnahme gar kein Rockabilly sein und auch kein Rockabilly sein wollen, weil es dieses Genre noch gar nicht gab.

Der Sammlerehrgeiz, nach den „Ersten“ zu forschen, bleibt dadurch ja unbenommen.

Und es wird ihn irgendwo geben, den „Ersten“, der vor langer Zeit irgendwo im tiefsten Mississippi-Delta bei untergehender Sonne auf seiner Veranda gesessen hat und leicht genervt auf seiner Gitarre herumklimperte, weil sein Nachbar den ganzen Nachmittag über beim Heckenschneiden rockebillirockebilli vor sich hingemurmelt hat, und während sein Bruder nervös auf einer Zigarrenkiste herumtrommelt, macht er aus diesen Silben, in denen er keinerlei Sinn erkennen kann, einen Song, um diesen Tag nicht völlig nutzlos an sich vorüberstreifen zu lassen. Und natürlich hat er keinerlei Gedanken a la „ein kleiner Akkord für mich, aber ein großer Akkord für die Musikgeschichte“ und er hat auch keinerlei Chance auf einen Hit – weil er seiner Zeit um Monate oder gar Jahre voraus ist. Und fällt jetzt heute aus allen Wolken und freut sich hoffentlich wie ein Schneekönig, dass er als der „Erste“ gewürdigt wird.

Und das ist doch auch etwas Schönes.

Th.

_________________
meine Homepage: www.kultur-buch.de
Di März 08, 2011 11:43 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
DieterM



Anmeldedatum: 06.03.2005
Beiträge: 25471

Beitrag Antworten mit Zitat
Super, danke euch schon mal bis hierhin.

Für mich stellt sich dann auch die Frage, warum gerade Billboard eine
Platte von Joyce Hahn aus Kanada als "Rock-A-Billy" würdigte? War
das als "Schimpfwort" für verballhunzten Country-Rock´n´Roll a la
Elvis gemeint? Da müssen (sollten) wir noch nachlegen.

Die R&B-Wortschöpfung hatte es ja gegeben, weil B&R eindeutig
schwarze Hintergründe im Denken der "weißen" Hörer hatte. Wer
war derjenige, der zuerst "Rock-A-Billy" bei Billboard aussprach?
Welche Wirkung hatten diese Worte: hatten dann "alternde"
Interpreten ohne große Erfolgsstory ein "neues Land" mit dieser
Musik gesehen (Allen, Flagg)?

Bleiben wir am Ball (Danke für "neue" Perspektive, Thorsten!).
Mi März 09, 2011 7:27 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Gerd Miller



Anmeldedatum: 17.09.2008
Beiträge: 18575
Wohnort: Wien

Beitrag Antworten mit Zitat
Den Begriff Rockabilly gab es im Billboard schon vor Joyce Hahn und noch dazu in einem musikalisch weit besser passenden Zusammenhang. Die Suchmaschine funktioniert also bei Billboard doch nicht so 100%ig.
Im Billboard vom 23. Juni 1956 gibt es auf Seite 58 die Beschreibung einer Single, die ich zufällig auch in meiner Sammlung habe.
RUCKUS TYLER
..Rock Town Rock................................74
....FABOR 135—Tyler is still another
....
rockabilly warbler with good beat,
....tremulous tone and hackneyed mate-
....rial built around the word "rock."
..Rollin' and A-Rockin'.....72
....As above


Auf der Seite 59 gibt es unter dem Titel "Rhythm & Blues Notes" folgenden Absatz, den ich hier auch festmachen möchte, da er sehr gut zu diesem Thema paßt:
....... The phenomenom of the charts, of course, is the presence of three rockabilly platters on the r.&b. list—two by Elvis Presley and one by Carl Perkins. Prior to "Blue Suede Shoes," no country artist ever showed here. And prior to Presley, Victor was a stranger to the r.&b. charts for a long, long time.

Da die zitierten Stellen relativ kurz sind, habe ich sie original in englisch belassen

Die folgende Abhandlung ist auch nicht uniteressant
http://www.answers.com/topic/rockabilly#Use_of_the_term_rockabilly

Keep Searchin'
Gerd



k-tyler 1.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  47.89 KB

k-tyler 1.JPG



k-tyler 2.JPG
 Beschreibung:
 Dateigröße:  49.11 KB

k-tyler 2.JPG


Do März 10, 2011 9:57 am Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:    
Neue Antwort erstellen    Foren-Übersicht » Musikstile, Trends, regionale Besonderheiten etc Alle Zeiten sind GMT
Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4  Weiter
Seite 1 von 4

 
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
Du kannst Dateien in diesem Forum nicht posten
Du kannst Dateien in diesem Forum herunterladen


Powered by phpBB © 2001, 2007 phpBB Group