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Was verstehe ich unter dem Begriff "Rocknroll"?

 
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Was verstehe ich unter dem Begriff "Rocknroll"?
Autor Nachricht
Gerd Miller



Anmeldedatum: 17.09.2008
Beiträge: 18778
Wohnort: Wien

Beitrag Was verstehe ich unter dem Begriff "Rocknroll"? Antworten mit Zitat
Heino schrieb:
Zitat:
Vorsicht Gerd!
"1964" out of aera!
Obwohl ich überhaupt Garnichts gegen Deine Ausrutscher habe.
Gruß
Heino


Hallo Heino!
Ich werde zunehmend unsicherer denn ich befürchte, meine Aussagen sind größtenteils unverständlich, sonst würden sie nicht solche Reaktionen auslösen.

Ich versuche es mit einem völlig anderem Beispiel:
Wenn ich vehement behaupte, dass der Kopf der Nofretete "Made in China" überhaupt nichts mit der altägyptischen Kultur zu tun hat und ihn dann trotzdem als Verzierung für meine Wohnung erwerbe, warum soll ich dann "out of area" sein?
Die Phase der Entwicklung einer völlig neuen musikalischen Form, die etwa am Beginn der Fünfzigerjahre begann, etwa 1959/1960 endete und etwas ungenau aber allgemein als Rocknroll bezeichnet wird, ist für mich ein historischer Faktor. Die Zeit bis zum Beginn der Beat-Ära im Herbst 1962, in der es keine Weiterentwicklung, sondern hauptsächlich nur kommerzielle Auswertung gab, habe ich als Lückenbüsser noch hinten angehängt. Mein Grenze 1962 ist also rein historisch bedingt. Ich kann nicht verhindern, dass die Industrie den Begriff "Rocknroll" für alles Mögliche zum Zwecke des besseren Verkaufs verwendet, aber in einem ernstzunehmenden Rocknroll-Forum wie das unsere möchte ich vermeiden, dass wir in der Sache unseriös werden.

Meine 62er-Grenze bezieht sich daher lediglich auf die historisch seriöse Behandlung mit dem Rocknroll. Die Verlängerung um das Jahr 1963 war nur ein Kompromiss, der aber historisch nicht erklärbar ist.

Da das Forum für unsere "Spätlinge", wie ich sie gerne nenne, die Beat-Ära geschaffen hat gibt es auch genug Möglichkeit, sich mit der Musik nach 1962 zu beschäftigen und da mache ich natürlich ebenso mit, wenn ich irgend etwas entdeckt habe oder etwas Spezielles sagen will. Auch meine "Spät-Lade" leistet mir dabei gute Dienste. Musikalisch bin ich nach wie vor auch Stones- und Beatles-Fan, schätze Bob Dylan etc. etc., das hat aber mit Rocknroll überhaupt nichts zu tun.

Keep Searchin'
Gerd
Di Sep 11, 2018 7:12 am Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
chrisz78



Anmeldedatum: 18.07.2010
Beiträge: 411
Wohnort: Berlin

Beitrag Antworten mit Zitat
Sorry Gerd,

da ja selbst heute noch Rock-n-Roll im Stil der 1950er Jahre gespielt, und noch viel mehr _gehört_ wird (sowohl die alten Aufnahmen als auch von live spielenden Bands), hinkt Deine Einteilung in "Aeras" gewaltig. Du selbst bist doch das beste Beispiel: Deine persönliche RnR-Aera dauert bis heute an und wird wohl auch nicht enden solange Du lebst. Das Einzige, was man aber fürs ganze Land (auch) in den 1950er und 1960er Jahren beobachten kann, ist eine langsame aber sichere Verdrängung der lokalen Musikstile (Schlager, Volksmusik) als Massenvergnügen durch anglo-amerikanische und afro-amerikanische Musik. Jede neue Mode aus USA wurde begierig übernommen - denn wenn Deutsche nicht gerade Nazis sind, neigen sie leider dazu, ihre Herkunft, Sprache und Tradition bis zur Verachtung geringzuschätzen und stürzen sich auf alles Ausländische, nicht unbedingt weil es "besser" wäre, sondern ausschließlich weil es "nicht deutsch" (und damit "nicht spießig") ist. Somit schwappten nacheinander schon seit ca. 1910 der Ragtime, der Tango, der Foxtrot, der Swing, das Hollywood-Musical, der Boogie, _der_Rock-n-Roll_, der Beat, der Soul, die Discomusik, Hiphop, Techno usw. usw., allesamt erfunden in Übersee und fast ausschließlich englischsprachig, nach Europa und ersetzten nach und nach die charakteristisch "deutsche Musik" außer als Senioren-Randprogramm primitivster Machart fast vollständig. Heute versteht man unter "Deutschpop" i.d.R. Musik in irgendeinem amerikanisch-internationalen Stil mit deutschen Texten.

Innerhalb dieses unverkennbaren seit beinah 100 Jahren durch Republik und Diktatur ungebrochen andauernden Trends aber jahreweise "Aeras" ausmachen zu wollen, die so gegensätzlich wären wie Alt-Ägypten und Rotchina, finde ich ausgesprochen fragwürdig und habe dies von Dir immer als Scherz verstanden. Wenn aber dieser Jux nunmehr derart ernsthaft vertreten wird, muß ich widersprechen. Es gab in Deutschland niemals eine "Rock-n-Roll Aera", denn in der Zeit, die Du dafür postulierst, war RnR eine musikalische Provokation gewisser Teile der Jugend, die vom überwiegenden Teil der Bevölkerung - trotz Elvis - wenig wahrgenommen und noch weniger geschätzt wurde. Geh doch mal mit offenen Augen über den Flohmarkt, selbst heute noch: Wenn die Zeit 1954 bis 1962 eine "Aera" war, dann war es die eines Freddy, eines Peter Alexander, einer Caterina Valente, eines Hazy Osterwald oder Chris Howland, allenfalls mit gelegentlichen eingedeutschten RnR-Anklängen bei Conny oder Peter Kraus (ebenso wie die zahllosen Coverversionen nicht-rockiger US-Melodien sozusagen ein Bemühen um musikalische Integration im Ggs. zum quasi-rassistischen gegenseitigen Feindbild "igitt, Schlager!" gegen "pfuiii, Rock!") Ebensowenig wurde das ganze Land zu Beatfans mit der ersten Beatlesplatte: Auch das war zunächst, und blieb im gewissen Sinne immer, Minderheitenmusik für Jugendliche, die z.B. im TV-Abendprogramm "für die ganze Familie" selbst zehn Jahre später allenfalls als gelegentliches "Gewürz" auftauchte. Ein wirklicher Niedergang der "hausgemachten" Musik tritt dann erst Ende der 70er Jahre ein, m.E. immer noch nicht durch eine haltlose Hinwendung der Hörer nur noch zu importierter Musik, sondern durch die fast ausschießliche kommerzielle Föderung dieser Musik, während der bewährte deutsche Schlager (als zentrale Größe der innerdeutschen Unterhaltung) im selben Maße den Bach herunterging, wie er lieblos und billig produziert wurde und damit soundmäßig auf Alleinunterhalterniveau hinabsank - man vergleiche den stil- und geschmacklosen Synthesizerdreck hinter Andy Borg oder Andrea Berg mit den ausgefeilten und klangvollen Orchesterarrangements eines Bert Kämpfert, Hans Last, oder Arno Flor in den 1960ern.

Fazit: Rock-n-Roll hat seinen Platz und ist einer von vielen zeitlos gültigen Musikstilen. Eine "Rock-n-Roll-Aera" gab es, als Episode ihrer Jugend, aber immer nur für Einzelne.
Di Sep 11, 2018 12:31 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Gerd Miller



Anmeldedatum: 17.09.2008
Beiträge: 18778
Wohnort: Wien

Beitrag Antworten mit Zitat
Hallo Chris!
Danke vorerst für deine sehr in die Tiefe gehende, möglichst objektive und daher auch sehr umfangreiche Stellungnahme, mit der ich voll übereinstimmen kann.

Ich möchte dem aber eine sehr subjektive Darstellung gegenüberstellen, die in vielen Dingen sehr emotional ist. Ich hoffe damit in etwa darstellen zu können, wie meine Einstellungen zum "Rocknroll" (ich verwende der Einfachheit halber diesen Begriff, obwohl er sicher nicht ganz korrekt ist, aber man weiß, um was es geht) entstanden sind, die ich im Forum auch konsequent vertrete. Vorausschicken möchte ich, dass meiner Meinung nach Mitte der Fünfzigerjahre ein völlig neuer Musikstil entstand, der die Musikwelt völlig umkrempelte und dessen Entwicklungsvorgang mehr oder weniger im Jahre 1960 abgeschlossen war. Nachher folgten meines Erachtens nur mehr die kommerzielle Auswertung und Imitate der neuen Musik. Neue Entwicklungsschübe kann ich danach nicht mehr erkennen. Diese neue Entwicklung bis 1960 war aber selbst im deutschsprachigen Raum, in unserer Teenagerzeit, für uns musikalisch sehr prägend.

Ich wuchs genau in dieser Enstehungszeit des "Rocknroll" auf, in der bei uns auch der Siegeszug des neuen Tonträgers, der 45 RPM-Vinyl-Single, begann. In weiterer Folge als Twen ging mein Musikgeschmack nahtlos zu Stones und Beatles etc. über. In dieser Zeit hatte ich auch eine Band, mit der wir neben den aktuellen Titeln auch fallweise Titel aus meiner Teen-Zeit spielten. Ende der Sechziger gab ich mein Musikerleben auf und gründete eine Familie. Musik war, obwohl ich noch kein Sammler war, in irgendeiner Weise immer wichtig für mich und dafür leistete der Plattenspieler oder das Radio gute Dienste. Etwa in den Siebzigern hatte ich die Idee, die "Oldies but Goodies"-Zeit hat mich vermutlich dazu motiviert, meine Teen-Songs mit Hilfe dieser Wiederveröffentlichungs-LP-Serien wieder aufleben zu lassen und da dachte ich leider etwas zu blauäugig. Abgesehen davon, dass die für uns oft weit wichtigere B-Seite, wir waren damals total single-orientiert, meistens fehlte, gab es auch diverse Ersatz-Aufnahmen, die mein Ohr extrem irritierten und selbst Original-Aufnahmen waren durch eine neue Abmischung oft so entstellt, dass man sie nicht mehr erkennen konnte. Außerdem wurden bei diesen "Oldies"-LPs oft Titel angeboten, die unter dem Begriff "Rocknroll" kursierten, aber mit meiner Jugendzeit überhaupt nichts zu tun hatten. Jedenfalls musste ich einsehen, dass die einzige sichere Möglichkeit zu den gewünschten auch zeitlich korrekten Aufnahmen zu kommen nur darin bestehen konnte, die Original-Singles zu finden und damit begann meine Sammlertätigkeit. Nach mehr als 30 Jahren Sammlertätigkeit fand ich vor fast genau 10 Jahren dieses Forum das mir als einziges seriöse genug erschien, meine Sammlertätigkeit, inklusive meiner zeitlichen Vorgaben, unterstützen zu können.
Ich möchte euch nicht ermüden, daher höre ich jetzt auf.

Einen wichtigen Aspekt hinsichtlich der Organisation dieses Forums muss ich noch los werden. Die Einteilung in "R & R - Ära" bis 1962 (bzw. 1963) und "BEAT - Ära" ab 1963 hat sich nach einigen anderen Versuchen jetzt bereits seit jahren sehr gut bewährt weshalb ich glaube, dass man dabei bleiben sollte. Die Bezeichnungen sind sicherlich nicht korrekt, wenn man aber die Ären nicht musikalisch, sondern rein zeitmäßig sieht kann man, wie ich hoffe, damit Leben. Bei uns im Rocknroll-Forum gibt es schon seit längerer Zeit nicht nur "Rocknroller", sondern auch Fans aller möglichen anderen Musikrichtungen und um eines von vielen Beispielen zu nennen, mit dieser zeitlich motivierten Einteilung konnten wir auch alle Fans der deutschen Schlager mit ihren Interpreten, die auch in der "R & R - Ära" eine Bedeutung hatten, unterbringen.

Leider werde ich immer zu lang, aber kürzer geht es offensichtlich nicht. In der Hoffnung, den einen oder anderen doch wieder ein wenig überzeugt zu haben, mache ich jetzt Schluss.

Keep Searchin'
Gerd
Do Sep 13, 2018 7:26 am Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Heino Fritz



Anmeldedatum: 08.09.2006
Beiträge: 7583
Wohnort: Hannover

Beitrag Antworten mit Zitat
Hui ……………

was habe ich da nur losgetreten?

Mit Spaß lese ich Eure Kommentare, die nicht von der Hand zu weisen sind.

Grüße
Heino
Do Sep 13, 2018 12:43 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Heino Fritz



Anmeldedatum: 08.09.2006
Beiträge: 7583
Wohnort: Hannover

Beitrag Antworten mit Zitat
Passt in etwa zum Thema …………

Werner Voss: „Der Tod von Ritchie Valens, Buddy Holly und The Big Bopper am 03. Februar 1959 markierte symbolhafte auch das Ende der wilden Phase der R & R-Ära, denn Anfang 1959 war in der populären Musik eine Entwicklung zu wieder ruhigeren und süßlicheren Klängen festzustellen.

Diese symbolische Bedeutung wurde jedoch erst Jahre später erkannt. Der Tod hat aber auch für die drei Stars selbst zwei Tatsachen geschaffen. Sie bleiben für immer jung. Die Erinnerung hat sie gleichsam einbalsamiert. Und ihr musikalisches Wirken ist in sich geschlossen. Eine qualitative Veränderung oder Verschlechterung wie bei Lebenden kann nicht mehr eintreten.“

Gruß
Heino
Do Sep 13, 2018 2:43 pm Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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